Tuesday, November 29, 2022
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Ein aktives Mitglied der iranischen Opposition berichtet von seiner Entführung durch das Regime und wie er entkam

Donnerstag, den 4. Juni, 22. 12 Uhr

Dokumentarsendung des Fernsehens „Al-Arabiya“ über den Iran nach der Revolution mit dem Titel: „Höllische Zeit“ – erster Teil

Diese Dokumentarsendung präsentiert Erinnerungen von Mitgliedern der „Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK)“ an die Greueltaten des iranischen Regimes; die erste Serie behandelt die Entführung von Herrn Abolhassan Mojtahedzadeh in Istanbul durch die Botschaft des iranischen Regimes.

Erzähler: Vor 26 Jahren hielt sich der Ingenieur Abolhassan Mojtahedzadeh in Istanbul, in der Türkei, auf. An jenem Tage schien zunächst alles normal zu sein. 

Herr Mojtahedzadeh: In der Nähe des Bahnhofs, wo unser Büro lag, inszenierten sie einen Verkehrsunfall. Sie stießen von hinten auf mein Auto. Ich stieg aus, um das Vorgefallene zu sehen. Jemand sagte zu mir auf türkisch, ich sollte sehen, wie ich gegen sein Auto gestoßen sei. Es war an einer fünfspurigen Kreuzung. Ein Lieferwagen kam auf mich zu. Ihm entstiegen sieben Männer. Ich dachte, es seien türkische Polizisten. Zugleich versperrte ein Bus eine Spur der Straße. Die sieben versuchten, meiner habhaft zu werden. Es war in der Dämmerung; die Leute glaubten, es handle sich um Polizisten. Zwei ergriffen meine Beine, weitere zwei oder drei meine Arme, ein anderer hielt mir die Augen zu und schlug mir einige Male auf den Kopf. Sie stießen mich in das Fahrzeug. Dort war ein Käfig. Sie sperrten mich in ihn ein und brachten mich fort. 

Ich war 15 bis 20 Minuten in dem Fahrzeug. Darnach brachten sie mich in eines ihrer befestigten Häuser. Ich befand mich in einem einem Sarg ähnlichen Kasten; sie brachten mich in ein Zimmer. Ich war benommen. Sie banden mich überall zu; ich konnte weder sehen noch schreien. Es waren sieben oder acht Leute um mich herum. Sie beleidigten mich und erklärten, es sei der letzte Tag meines Lebens. Sie bezeichneten mich als Monafeq (Hohnname für Mitglieder der PMOI). 

Ich blieb dort drei oder vier Tage. Zwei- bis dreimal am Tag wurde ich verhört. Sie setzten mich in eine Tasche. An meinem Leibe sind 300 Schnittwunden. Der Fußboden war mit Glasscherben übersät; sie sagten, sie spielten Fußball auf einem Rasen. Sie warfen mich 10 bis 15 Minuten lang herum, so daß ich auf den Glasscherben rollte. Dann hörten sie auf und sagten sie, dies sei mein letzter Tag; der Haji habe ihnen befohlen, mich hinzurichten. 

Erzähler: Nach mehreren Tagen von Verhör und Folter wurde Abolhassan in ein anderes Haus gebracht. Dort erfuhr er, wo er sich befand und wer seine Entführung angeordnet hatte. (Das Haus befand sich in der Türkei; es gehörte dem iranischen Regime.)

Herr Mojtahedzadeh: Dann nahmen sie die Binde von meinen Augen; ich sah drei oder vier Leute. Sie wurden später von der türkischen Polizei verhaftet. Einer von ihnen war Mehrdad Bagheri, ein anderer hieß Hamid, der dritte war ein Sicherheitsbeamter vom Konsulat des Regimes in Istanbul. Nach ihrer Verhaftung erfuhr ich ihre Namen. Sie sagten mir, sie hätten meine Frau und meinen sechs Monate alten Sohn. Sie würden sie hinrichten; ich sollte ihnen alles sagen, was ich wisse. Dann sah ich Manouchehr Mottaky, den Botschafter des Regimes in der Türkei. 

Erzähler: Sie versuchten, Abolhassan in einem Konvoi von drei Fahrzeugen mit Diplomatenpässen in den Iran zu bringen. Doch die türkische Polizei folgte dem Konvoi und hielt ihn an. Von dem Vorfall berichteten die Medien als einer diplomatischen Krise.

Herr Mojtahedzadeh: Die internationale Presse und die türkischen Zeitungen schrieben, es seien vier Diplomaten während einer Entführung festgenommen worden.