Friday, February 3, 2023
StartTerrorregimeEine Zusammenarbeit des Westens mit dem iranischen Regime im Kampf gegen ISIS...

Eine Zusammenarbeit des Westens mit dem iranischen Regime im Kampf gegen ISIS wäre ‚extrem gefährlich’

Mittwoch, den 11. März 2015, 13. 07 Uhr

Luftschläge der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten gegen den Islamischen Staat werden die Terrorgruppe nicht in die Knie zwingen. Sie würden dazu führen,

daß der Iran eine vollständige Kontrolle des Gebietes gewönne; das sagte der Leiter der „Europäischen Vereinigung für Freiheit im Irak“. 

Struan Stevenson, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, der dessen Delegation für die Beziehungen zum Irak leitete, sagte gegenüber der Online-Zeitung „The Hill“, jegliche Zusammenarbeit des Westens mit dem Iran beim Kampf gegen ISIS sei ‚extrem gefährlich’ und würde den Krieg in einen Sektenkonflikt zwischen Schiiten und Sunniten verwandeln.

Er schrieb: „Die zivilisierte Welt war einig in der Verurteilung der barbarischen Enthauptungen westlichen Hilfspersonals und ägyptisch-koptischer Christen sowie der erschreckenden Verbrennung eines tapferen jordanischen Piloten durch den sog. Islamischen Staat.

Dessen rapide Ausbreitung von Syrien über große Gebiete des Irak und die folgende Mordkampagne, gerichtet gegen Christen, Jesiden und jeden, der in ihre perverse Auslegung des Islam nicht zu passen scheint, schockierten die Welt. Überall äußerte sich das Verlangen nach Bestrafung der für solche unbegreiflichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit Verantwortlichen. 

Es muß aber gesehen werden, daß Luftschläge der USA und ihrer Verbündeten zu einer Niederlage des Islamischen Staates nicht führen können.“

Die Luftschläge, so Herr Stevenson, sollen den Kampf von Bodentruppen – dem irakischen Militär, der Peshmerga und – noch ominöser – der schiitischen Milizen – unterstützen. 

Unterdessen ist die irakische Armee im Zusammenbruch begriffen; daran zeigt sich das Ausmaß der Korruption der irakischen Regierung in der Ära nach Saddam – so Herr Stevenson in „The Hill“. 

Er fügte hinzu: „Diese Umstände sind bestens geeignet, die schiitischen Milizen zum Gedeihen zu bringen. Es bestehen Dutzende, vielleicht hunderte solcher Milizen. Sie werden ausgebildet, finanziert und oftmals kommandiert von der terroristischen iranischen Quds-Truppe. Es sind Helfershelfer des Iran. 

Mithin nützen die Luftschläge der USA und ihrer Verbündeten in Wahrheit dem Iran bei der Verfolgung seines Ziels – der vollständigen Kontrolle des Irak. Der Iran ist in der Erreichung der Hegemonie über die ganze Region ein gutes Stück vorwärts gekommen. Riesige Plakate mit den iranischen Generälen, die den Kampf gegen ISIS anführen, schmücken jetzt die Straßen Bagdads.

Der Westen muß einsehen: Jede Zusammenarbeit mit dem Iran, jedes Bündnis wäre extrem gefährlich; dadurch würde dieser Krieg in einen Sektenkrieg zwischen Schiiten und Sunniten verwandelt werden.

Um den Islamischen Staat in die Knie zu zwingen, wird eine kulturelle und religiöse Alternative benötigt, die in der Lage ist, diese gewalttätige, fanatische und extremistische Deutung des Islam zu besiegen, gleichviel ob sie sunnitisch verfaßt sei wie Isis oder schiitisch wie das iranische Regime und die mit ihm verbündeten Gruppen.“

Die Welt sieht – so Herr Stevenson – nun auf den neuen irakischen Premierminister, Dr. Haider al-Abadi. Sie erwartet von ihm, daß er innerhalb des Irak Ordnung schafft und mit den brutalen schiitischen Milizen, die mit dem iranischen Regime verbunden sind – wie den Terroristen von Badr, Asaib und Kataib, fertig wird.

Er schrieb: „Auch sollte der neue Premierminister dem irakischen Volk die Namen derer bekannt geben, die für die an unschuldigen Menschen begangenen Hinrichtungen, Massaker, Bomben- und Raketenangriffe verantwortlich sind, ebenso die Namen derer, die die Armut und die Korruption im Staat zu verantworten haben; sie alle sollten vor Gericht gestellt werden. 

Er muß die Unabhängigkeit der Justiz wiederherstellen. Er muß jene entlassen, die die irakische Justiz in ein politisches Werkzeug Malikis verwandelt haben.

Wir haben bisher wenig gesehen, was uns anzunehmen ermutigen könnte, daß al-Abadi die zu solchen Maßnahmen notwendigen raschen Schritte unternehmen werde. Er ist sei sechs Monaten im Amt, doch nach wie vor sind die Sunniten an der Macht in keinem nennenswerten Ausmaß beteiligt. 

Er muß jene prominenten Sunniten gewinnen, die gegen Maliki gekämpft haben, wie den ehemaligen Vizepräsidenten Dr. Tariq al-Hashemi. Er muß die tausenden sunnitischen politischen Gefangenen entlassen. 

Er muß die Exzesse der schiitischen Milizen öffentlich verurteilen und sie aus dem Irak vertreiben. Es liegt bei ihm, ob er den Irak retten oder in die vollständige Auflösung führen wird. 

Es ist auch notwendig, daß Obama seine Irak-Politik ändert. Während zehntausende schiitische Milizionäre sich unter dem Kommando von Qassem Suleimani, General der terroristischen iranischen Quds-Truppe, darauf vorbereiten, die Stadt Tikrit von ISIS zurück zu erobern, beabsichtigen die Amerikaner Luftschläge gegen Kommandozentren von ISIS. Sie sind tatsächlich in dem Krieg gegen den Islamischen Staat zu Verbündeten des Iran geworden. 

Dies ist eine gefährliche, in die Irre gehende Strategie. Selbst wenn sie zum Erfolg führt, wird sie nur das iranische Regime und seine brutalen Milizen befähigen, ISIS zu ersetzen und somit den Irak zu übernehmen. 

ISIS kann nicht besiegt werden, es sei denn, das irakische Volk einigt sich darauf, ihm entgegenzutreten. Das irakische Volk wird sich niemals einigen, es sei denn, zuvor würden die iranischen Milizen aus dem Land vertrieben. Darauf muß sich die Politik der USA konzentrieren.“