Thursday, December 1, 2022
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Iranische staatliche Medien enthüllen: Fakten und Nachrichten zum Erdbeben werden vertuscht

NWRI – Ein staatlicher Medienkanal gab zu, dass die Regierung und die Medien der Öffentlichkeit Informationen und aktuelle Nachrichten über die Situation des Erdbebens in den westlichen iranischen Provinzen und seiner Opferzahlen vorenthalten haben. Das Erdbeben fand am Sonntag statt.

Die staatliche Jame’eh Farda (Die Gemeinschaft von morgen) betonte, dass es zurück gehaltene Statistiken und wahre Nachrichten durch das iranische Regime gegenüber dem Erdbeben gibt, welches sich Sonntag nacht im Land ereignet hatte. Bei dem Beben starben Hunderte Menschen und Tausende wurden verletzt. Es heißt:“ Wir haben diesen Wutausbruch der Natur in der gleichen Weise vertuscht, wie wir kritische Stimmen in der Öffentlichkeit über unser politisches Scheitern vertuschen.“

„Es gibt unerreichbare Dörfer, geschlossene Straßen, zerstörte Kommunikationsverbindungen und verschüttete Überlebende und verlassene Familien von Opfern, es gibt Kinder oder alte Menschen, die ihre Familien verloren haben. Es ist kein Management von Experten, kein Krisenkomitee für die kritische Situation geschaffen worden. Die Öffentlichkeitsarbeit besteht darin, das wahre Ausmaß der Krise in der Kommunikation zu vertuschen und dies ist hat mehr Priorität als das Vermitteln von Fakten. Inoffizielle Nachrichten und Anrufe von Angehörigen von Opfern zeigen, dass dort eine Katastrophe beginnt, eine Katastrophe nach dem Ende des Erdbebens.“, heißt es.

Diese staatliche Medienanstalt zitiert einen Augenzeugen aus dem Ort Salas Babajani (in der Provinz Kermanshah im Westen des Iran). Er sagt:“ Die meisten Dörfer dort sind zu 100% zerstört. In einem Dorf mit 35 Haushalten haben 18 Menschen ihr Leben verloren. In anderen Dörfern sind von 50 Haushalten gerade einmal 2 übrig geblieben.“

„Die Szenerie erinnert mich stark an die Bilder von Aleppo oder Idlib (Syrien)…Alle Außenmauern des Mehr Komplex der Stadt Fouladi sind zusammen gefallen…“, sagte ein weiterer Augenzeuge aus Sarpol Zahab. „Das Krisenmanagement ist sehr schlecht….und währenddessen fallen weitere Gebäude wegen Nachbeben zusammen.“

Laut eines anderen Berichtes gab Shahab Naderi, ein Mitglied des Parlamentes des iranischen Regimes, zu, dass es keine genauen Zahlen über die Todesopfer in Salas Babajani und Azgeleh gäbe und das die Bergungsarbeiten immer noch andauern.

„90 – 95% der Häuser in Salas Babajani, Azgeleh, Jeygaran und Javanrood sind zerstört. Es gibt ein extrem hohes Maß an Zerstörung und die Hilfskräfte sind zu gering….Die von Erdbeben geplagte Region ist groß und die Rettungsausrüstungen sind schlecht…Es gibt zahllose Spenden für das Gebiet und sie sind höher als unsere Hilfe und die Hilfe der Rettungsdienste. Die Räumungsarbeiten dauern in der Region immer noch an“, gab er zu.

Der Parlamentarier gab weiter zu, dass die staatlichen Medien die vom Erdbeben getroffenen Regionen ignoriert haben und sagte:“ Während dort schlimmste Schäden zu sehen sind, haben sich die Medien nicht auf diese Region fokussiert.“

Das iranische Regime soll sogar nicht deklarierte Fahrzeuge auf dem Weg nach Kermanshah gestoppt haben und Menschen den Zugang zur Stadt verboten haben, die dort helfen oder eine Spende machen wollen.

Der Kommandeur des Zentrums für Verkehrskontrolle im Regime gab am 15. Dezember dazu bekannt, dass man alle nicht autorisierten Personenkraftwagen stoppt, die in die Provinz von Kermanshah fahren wollen.

Andere Berichte vom 14. November 2017 zeigen, dass die Straßen der vom Erdbeben getroffenen Dörfer rund um Sarpol Zahab geblockt sind, weil die Bewohner gegen fehlender Wasser- und Lebensmittelversorgung protestieren.

Die Berichte zeigen, dass sich die Opfer des Erdbebens in der Region vor der Polizeistation an der Dalahou Straße nach Sarpol Zahab versammelt haben und dort wegen der fehlenden Hilfe und zu wenig Rettungsdiensten protestieren.

Obwohl das iranische Regime bekannt gibt, dass man alle Ressourcen des Landes mobilisiere, um den Erdbebenopfern in den westlichen Provinzen des Landes zu helfen, zeigen die Berichte eine ganz andere Wahrheit. Sie zeigen die Schwächen der Hilfsmaßnahmen drastisch auf.

Einige Berichte in den Medien und auch von sozialen Netzwerken zeigen, dass die Erdbebenopfer seit drei Tagen hintereinander auf den Straßen und anderen offenen Orten mitten in der Kälte schlafen. Es gibt nicht einmal Zelte für sie.

Das Krisenmanagement des iranischen Regimes behauptet dennoch:“ Es gibt genug Schutzeinrichtungen“.

Die Nachrichtenagenturen der Regierung sagten vor kurzem, dass bei dem Erdbeben vom Sonntag bisher mehr als 500 Menschen getötet und 9000 verletzt wurden.

Mohammad Taghi Nazrpour, der Leiter der Modernisierung der Schulen, Entwicklung und Ausrüstung im iranischen Regime, gab bekannt, dass die Zahl der zerstörten Schulen in der Provinz Kermanshah auf 70 angestiegen ist. 400 Klassenräume seien zerstört worden.

Eine Frau in der Erdbebenregion sagte in einem Video:“ Wir haben bisher nicht einen Rial erhalten. Weder in Geld noch in Waren. Die Situation ist entsetzlich.“

Tauende Häuser sind zerstört und Hunderte Menschen schlafen auf den Straßen oder ihnen Autos, während Nachbeben für das Zusammenfallen weiterer Häuser sorgen.

Das Gouvernement von Gilan-e-Gharb berichtete „sehr hohe Schäden“ und „fehlende Hilfe für viele Dörfer“. In Gilan-e-Gharb gibt es immer noch kein Trinkwasser.

Die Überlebenden des Erdbebens im Westen des Iran riefen die Vertreter des iranischen Regimes auf, ihnen endlich Lebensmittel und Zelte zu schicken. Sie sagen, dass die Hilfe sehr langsam bei ihnen ankommt. Das Regime hat bisher jegliche ausländische Hilfe abgelehnt.