Start Blog Seite 387

Die Staatsmedien im Iran bezeichnen die unruhige Gesellschaft als „Felder des Zorns” und warnen die Amtsträger vor Aufständen


In den letzten Tagen spiegelten die Staatsmedien des Iran die Furcht des Regimes vor den Folgen der sozialen und wirtschaftlichen Krisen wieder. Eines dieser Medien bezeichnete die unruhige iranische Gesellschaft als „Felder des Zorns“.
Viele vom Staat betriebene Medienunternehmen bezogen sich auf den tragischen Mord an zwei jungen Männern vor kurzem und das Schlagen einer iranischen Frau durch Polizeikräfte, an denen sich wütende Reaktionen entzündeten.

„Die Veröffentlichung zweier kurzer Videos innerhalb von wenigen Tagen gibt einen kleinen Teil der derzeitigen Situation wieder, die nicht vernachlässigt werden kann“, schrieb die Tageszeitung Sharq am Montag in einem Artikel unter der Überschrift „Die Felder des Zorns“. In den Videos, auf die sich Sharq bezog, geht es um den brutalen Mord an Mehrdad Sepehri, einem jungen Mann in Maschad, im Nordosten des Iran, und um eine junge Frau, die in Abadan, im Südwesten des Iran, von einem Sicherheitswächter geschlagen wurde.

Mehrdad Sepehri von Sicherheitskräften ermordet

„Niemand sagt etwas über diesen Sicherheitswächter. Niemand sagt etwas über die Ursache des Unfalls, an dem ein niedrigrangiger Amtsträger der Raffinerie in Abadan beteiligt ist, oder die Gründe für die Aktion des Mädchens. Im Fall von Maschad gibt es keine offiziellen Nachrichten darüber, wer der Polizeioffizier war und warum und auf welcher gesetzlichen Grundlage er dieses gewaltsame Verhalten zeigte“, fügt Sharq in dem Artikel hinzu.
Das Regime versuchte diese Vorfälle herunterzuspielen oder sogar zu vertuschen. „Der schlimmste Ansatz ist eine Vertuschung dieser Angelegenheiten. Sich gegenüber Ärger, Gewalt und Verbrechen unter irgendeinem Vorwand blind zu stellen, bedeutet Verbrecher und Übeltäter zu belohnen und bei der Förderung von Gewalt mitzuhelfen“. schrieb die Tageszeitung Sharq.
Sharq erinnerte die Behörden des Regimes auch daran: „In der heutigen Gesellschaft ist es nicht möglich zu vertuschen. Die Nachrichten verbreiten sich schnell. Wenn Sie nicht die Wahrheit sagen, werden Sie Urteile gegen sich selbst fällen“.
Während es das Regime vor dem Aufbegehren der Bevölkerung warnt, nennt Sharq den Hass des Volkes „Zorn“ und charakterisiert die Gesellschaft als „Felder des Zorns“.
Die kritischen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen im Land haben den Weg für die Entwicklung von Wut und Gewalt gebahnt. Wenn die Regierung, die Strafverfolgung und die Justiz so eine Situation nicht ernst nehmen, werden sich diese Felder des Zorns ausbreiten“.

In einem ähnlichen Artikel vom Montag unter der Überschrift: „Der Zyklus der Gewalt“ warnte die staatliche Jahan-e Sanat die Behörden vor einem wachsenden Ärger in der Öffentlichkeit über das Regime wegen seiner Unterdrückung und seines Missmanagements.

„Derzeit hat sich wegen der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme und dem Fehlen einer klaren Zukunft im Land der Boden für Depression bereitet. Diese Depression und die negative Emotion bedrohen auch diejenigen Bereiche in der Gesellschaft, die bessere wirtschaftliche und soziale Bedingungen als andere haben, und diese Depression führt zu Gewaltakten“, steht in dem Artikel von Jahan-e Sanat zu lesen.
„Es ist eine Tatsache, dass in unserer Gesellschaft Glück entweder überhaupt nicht existiert oder begrenzt ist. Der Ausbruch des Coronavirus hat die Situation in dem Land verschlimmert. Leider reibt die Regierung, statt dieses Problem zu lösen, Salz in die Wunden der Bevölkerung. Manche Organisationen und Situationen beschränken mit gesetzlicher Unterstützung das Glück der Menschen. Natürlich kehren diese Beschränkung und Unterdrückung des Glücks in die Gesellschaft zurück in der Form von Depression und Gewalt“, fügt der Artikel hinzu.
Jahan-e Sanat warnt die Behörden abschließend davor, dass der Ärger des Volkes eine „riesige Krise“ zum Ergebnis haben wird. Diese Krise ist ein Volksaufstand für ein Regime, dessen Fundamente erschüttert wurden durch die vorigen großen Proteste im Iran im November 2019.
„Die Gewalt wächst täglich in der Gesellschaft. Wir dürfen nicht vergessen, dass in einer Gesellschaft, in der soziale Belange ignoriert oder vernachlässigt werden, sich jeder Ärger und jedes Nicht Einverstanden sein in eine riesige Krise verwandeln kann“, schreibt Janat-e Sanat.

Die staatliche Mardom Salarie schrieb am Montag: „Was haben wir mit dieser Bevölkerung gemacht, indem wir sie in ein Pulverfass verwandelt haben, das bereit ist, im Ärger zu explodieren? Dieser Zyklus der Gewalt warnt vor mehr bitteren Tagen, wenn wir ihn nicht ernst nehmen“.
Und diese bitteren Tage für das Regime werden noch kommen.

 

Der Prozess gegen den iranischen Diplomaten unterstreicht die Forderung nach einem dramatischen Wandel in der westlichen Politik

Von Alejo Vidal-Quadras

Der Tag, an dem die internationale Gemeinschaft eine einmalige Gelegenheit erhält, das iranische Regime wegen seines Anteils an der globalen Verbreitung des Terrorismus zur Rechenschaft zu ziehen, rückt rasch näher. Am 27. November wird ein ranghoher iranischer Diplomat in Belgien mit dem Vorwurf des Terrorismus konfrontiert werden; er hatte dort zwei iranische ‚Schläfer‘ rekrutiert und beauftragt, im Juni 2019 Sprengstoff über die Grenze nach Frankreich zu bringen. Der sollte bei einer internationalen Versammlung von Exil-Iranern und ihren politischen Freunden eingesetzt werden; doch zum Glück wurde der Plan vereitelt, bevor er hätte ausgeführt werden können.

Hätte er Erfolg gehabt, so hätte die Bombe hunderte von Menschen töten können, darunter eine Reihe von prominenten Würdenträgern, die zur Teilnahme an der Veranstaltung an den in der Nähe von Paris gelegenen Versammlungsort gereist waren. Es ist kaum fraglich: Das Hauptziel war Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates des Iran.

Dieser Schluß scheint plausibler, als viele westliche Politiker zuzugeben geneigt sind. Aufgrund verbreiteter Sorge um eine neue Revolution beauftragte das Regime seinen Diplomaten Assadollah Assadi mit der Leitung einer Operation, die der Widerstands-bewegung einen verheerenden Schlag hätte versetzen sollen. Diese Sorge wiederum ist die Folge umfangreicher Proteste, die die Herrschaft der Mullahs immer wieder, besonders aber in den vergangenen drei Jahren, erschüttert haben.

Während der letzten Tage des Jahres 2017 wurde eine wirtschaftlich motivierte Demonstration in der Stadt Mashhad zu dem zündenden Funken eines landesweiten Aufstands, der etwa 150 Städte erfaßte. Während seiner Ausbreitung wurde der Ton der Bewegung immer politischer; er kulminierte in dem Slogan „Tod dem Diktator“, der überall zu hören war, aber auch anderen Slogans, die das Verlangen des Volkes nach einem Wandel des Regimes ebenso klar machten wie den Mangel eines Vertrauens auf die von der politischen Hauptströmung abgegebenen Reform-Versprechen.

„Das Jahr des Aufstands im Iran“

 

Hier haben wir es mit einer Empfindung zu tun, die von der internationalen Gemeinschaft stärker anerkannt werden muß. Außerdem ist ihre Annahme durch europäische Politiker verzweifelt notwendig. Wenn sie sie verweigerten, so würden sie sich unweigerlich der Gefahr weiterer iranischer Terroranschläge gleich dem vereitelten von 2018 aussetzen.

Doch diese Politiker erliegen immer noch dem starken Antrieb, etwas von der Terror-Tätigkeit des Iran und seinen Menschenrechts-verletzungen unter den Teppich zu kehren. Es ist der belgischen Regierung und der Europäischen Union zu verdanken, daß der Fall Assadi verfolgt wird, es wird aber mehr als eines einzigen Schuldspruchs und nur einer Haftstrafe bedürfen, um die Wirkungen der Politik aufzuheben, die viele Kritiker als Beschwichtigung charakterisiert haben.

Es war dies Wort, dessen sich der britische Abgeordnete Bob Blackman u. a. während einer unlängst vom NWRI organisierten Online-Konferenz bedienten, um die Reaktionen des Westens auf den iranischen Terrorismus und die mit ihm verbundenen bösartigen Maßnahmen ausdrücklich in Frage zu stellen. „Wir müssen,“ so sagte er während der Veranstaltung, die betonte, daß der Terroranschlag von 2018 von den höchsten Rängen des religiösen Regimes angeordnet worden war, „die Beschwichtigungspolitik aufgeben – die Illusion, daß in der theokratischen Diktatur eine Mäßigung möglich sei.“

Diese Beobachtung zu den Ursprüngen des iranischen Terrorismus wurde im Zusammenhang mit der Ermittlung von Assadis Verhalten von französischen und belgischen Behörden bestätigt. Sie wurde im übrigen schon im Vorhinein von engagierten Mitarbeitern des iranischen Widerstands bekräftigt, die seit langem für eine entschiedene Politik des Westens eintreten und darauf beharren, daß „Mäßigung“ nicht mehr sei als eine Phantasie.

In dieser Hinsicht fand der NWRI bald nach der Wahl Hassan Rouhanis zum Präsidenten des Regimes im Jahre 2013 zu einer Kritik amerikanischer und europäischer Politiker. Viele von ihnen hatten diese Entwicklung öffentlich begrüßt. Doch der NWRI verstand, daß Rouhanis progressiv klingende Versprechungen nicht mehr waren als eine Augenwischerei, mit der zwischen seiner politischen Fraktion und den mit dem Höchsten Führer Khamenei verbundenen „Hardlinern“ eine Unterscheidung geschaffen werden sollte.

Die einhellige Entscheidung des Westens, diese Warnung zu ignorieren, erwies sich als bedeutender Beitrag zu den Bedingungen, die am Ende zu dem iranischen Versuch eines Terroranschlags auf europäischem Boden führten. Genauer gesagt: Sie trug dazu bei, daß das iranische Regime in seiner Erwartung bestärkt wurde, es könne solch eine provokative Maßnahme ergreifen – sogar unter Teilnahme eines seiner ranghohen Diplomaten –, ohne dabei mit ernsthaften Konsequenzen rechnen zu müssen.

Diesen Punkt betonte Maryam Rajavi unlängst in einer weiteren vom NWRI organisierten Video-Konferenz, an der Redner aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und dem europäischen Kontinent beteiligt waren. Die gewählte Präsidentin des NWRI ordnete die jüngst angetroffene Toleranz des Westens einem langen Muster von Entscheidungen zu, dem folgend sogar das im Sommer 1988 an politischen Gefangenen begangene Massaker, dessen 30 000 Opfer zumeist Mitglieder der wichtigsten Gruppe des NWRI: der Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI-MEK) waren, übersehen wurde.

„Während der vergangenen 40 Jahre,“ so sagte Frau Rajavi, „hat die Politik der Beschwichtigung das Regime erheblich ermutigt – bis dahin, daß sein verhafteter Diplomat selbst aus dem Gefängnis heraus weitere Terror-Operationen androht.“

Damit bezog sie sich auf unlängst geschehene Enthüllungen aus den Aufzeichnungen der Gespräche Assadis mit den belgischen Ermittlern. Als klar wurde, daß die Bemühung der iranischen Regierung, die Verfolgung des Terrorist-Diplomaten zum Abbruch zu bringen, erfolglos blieben, rückte Assadi den zunehmenden Einfluß des iranischen Regimes auf die umgebenden Länder ins Licht und erklärte, eine Reihe von terroristischen Helfern achte im Libanon, im Irak und anderswo darauf, ob die belgische Regierung „sie unterstützen“ werde.

Deutlich implizierten Assadis Kommentare, daß Europa für den Fall, daß er wirklich wegen seines Handelns zu einer Haftstrafe verurteilt werden würde, mit einem weiteren Anschlag rechnen müsse – wahrscheinlich einem, der Bürger des Westens direkt angreifen würde, anstatt sie als Kollateralschaden hinzunehmen. Auf der einen Seite deuten diese unverschämten Drohungen auf das hohe Maß, mit dem er auf Straflosigkeit rechnet. Doch auf der anderen Seite können sie leicht als Anzeichen der Verzweiflung gedeutet werden – einer Verzweiflung, die seit dem Aufstand von 2018, der den NWRI für das Regime in weit stärkerem Ausmaß als davor zu einem lebenswichtigen Ziel der Bekämpfung machte, nur zugenommen hat.

Der Aufstand war ja nicht der einzige seiner Art. Die Reden von Frau Rajavi gehen von vier weiteren in weniger als drei Jahren aus, darunter den landesweiten Demonstrationen im November 2019, der auf noch mehr Orte übergriff und noch mehr Schichten der Bevölkerung erreichte als sein Vorgänger. Die überall wirksame Tendenz hat die iranischen Behörden sichtbar erschüttert; die Funktionäre, darunter der Höchste Führer, warnen einander vor der Möglichkeit weiterer Unruhen, und besonders vor Protestaktionen, die unter dem Banner der demokratischen Opposition MEK koordiniert werden würden.

Wenn der Iran glaubte, ein Angriff auf eine ausländische Basis der Unterstützung der MEK im Jahre 2018 sei das damit verbundene Risiko wert gewesen, kann nicht gesagt werden, um wie viel eher er in den vor uns liegenden Tagen bereit sein könnte, das Risiko eines weiteren Angriffs auf sich zu nehmen. Betrüblicherweise könnten manche westlichen Politiker darin einen Grund weiterer Beschwichtigung sehen. Dann aber sollte man sie verurteilen, weil sie nicht nur dem iranischen Volk den Rücken kehren, sondern auch ihre eigenen Kollegen und Landsleute einem erhöhten Risiko aussetzen würden, von den Terroristen des Regimes angegriffen zu werden.

Vernünftigere Politiker sollten unverzüglich erkennen, daß Assadis Drohungen samt den damit zusammenhängenden Umständen die bisher stärksten Gründe dessen sind, daß die westliche Politik dramatisch verändert wird und sich aus der Beschwichtigung in etwas verwandelt, was dem „maximalen Druck“ und der formellen Unterstützung der demokratischen Widerstandsbewegung nahe käme. Die Zeichen, die die Notwendigkeit einer solchen neuen Strategie bedeuten, sind zu stark, und es sind zu viele, als daß man sie ignorieren dürfte.

Alejo Vidal-Quadras, Professor für Nuklearphysik, war von 1999 bis 2014 Vizepräsident des Europäischen Parlaments. Er ist Präsident des Internationalen Komitees Auf der Suche nach Gerechtigkeit (ISJ).

Iran: Was bedeutet das Auftauchen von Khamenei?

Kürzlich warnte Ali Khamenei, der oberste Führer des iranischen Regimes, seine Fraktion vor den aktuellen internen Machtkämpfen und ihren Drohungen gegen Hassan Rouhani, dem Präsidenten des Regimes. Was bedeuten diese Warnungen der höchsten Instanz des iranischen Regimes?

Nach acht Monaten der Abwesenheit und des Rückzugs traf sich Khamenei am Samstag mit der Nationalen Covid – 19 Taskforce. Sein riesiges Finanzimperium hat bis zum heutigen Tag nicht einen Euro für das Volk in dieser Pandemie gegeben und auch nicht die Intention dazu gezeigt.

Khamenei erinnerte lieber die Diebe im Parlament erneut daran, dass sie damit aufhören sollten, die Amtsenthebung von Rouhani zu fordern oder ihn weiter zu beleidigen. In den „sensiblen letzten Jahren der Regierung“ konnten sie die Situation „ohne Schaden am Land in den wichtigen Fragen“ managen, sagt er. Er warnte die Vertreter, die Risse in der Führung des Regime nicht zu groß werden zu lassen, welche zu einem Aufstand führen und somit die wichtigste Frage des Regime gefährden könnte: Wie es an der Macht bleibt.

Die steigenden Covid – 19 Todeszahlen haben weiterhin zur Unruhe in der Gesellschaft beigetragen. Nach einem Monat der Inaktivität und der erneuten Öffnung der Schulen und der Abhaltung von Versammlungen ist sich das Volk der kriminellen Politik des Regimes bewusst und dass es den tödlichen Virus und seine massenhaften Opfer dazu nutzt, um eine Barriere gegen weitere Proteste aufzubauen.

Khamenei lehnt es sogar ab, dem Volk nicht einmal zu versprechen, dass man hilft. Während er ein Finanzimperium im Rücken hat, welches mindestens 90 Milliarden Dollar an Wert mit sich trägt, reicht Khamenei die Verantwortung der Hilfe für das Volk an „Philanthropen“ weiter. „In diesem Fall werden Menschen arbeitslos und sie haben keine Arbeitslosenversicherung… Philanthropen können helfen“, sagt er.

Obwohl das Treffen vom Samstag unter dem Vorwand des Besuchs der „Covid – 19 Taskforce“ abgehalten wurde, ging es vor allem um ein Treffen mit der Anti – Aufstand Taskforce des Regimes.

Einige dieser Teilnehmer waren: Brigadegeneral der Revolutionsgarden (IRGC) und Oberbefehlshaber der iranischen Armee, Mohammad Bagheri, Verteidigungsminister Amir Hatami, der Leiter der staatlichen Sicherheitskräfte, Hossein Ashtari, der Minister für Geheimdienste und Sicherheit, Mahmoud Alavi sowie der Staatsanwalt des Regimes, Jafar Montazeri.

Zuletzt hatten staatliche Sicherheitskräfte innerhalb weniger Tage zwei junge Männer auf den Straßen ermordet. Der 32 Jahre alte Mehrdad Sepeheri wurde mit Pfefferspray attackiert und erstickte am 18. Oktober in Mashhad und am 25. Oktober erschoss die Polizei den 37 Jahre alten Mohsen MinBashi im Nordosten des Iran. Unter dem Deckmantel des „Kampfes gegen Diebe“ haben die Mullahs zudem die Verhaftungen von Jugendlichen erhöht.

Das Regime versucht mit diesen Aktionen, die Öffentlichkeit einzuschüchtern. Doch die Reaktion der Menschen auf die aktuelle Situation der iranische Gesellschaft zwang die Vertreter des Regimes, von ihren Aktionen zurück zu treten. So sagte zum Beispiel Mojtaba Zareh, der militärische Anwalt in der Provinz Nord Khorasan, dass die forensische Abteilung und die Justiz die Ermordung von Mohsen MinBashi untersuchen.

Zwei Faktoren versetzen Khamenei und das Regime in Panik. Der erste Faktor ist das steigende Wissen und die Wut des Volkes über die Rolle des Regimes bei der Verbreitung des Virus im Iran und dass die Menschen bewußt in das Covid – 10 Minenfeld geschickt werden. Das hat die Unruhe in der Gesellschaft verstärkt. Der zweite Faktor ist die Covid – 19 Krise selbst. Das Volk wird noch ärmer und der wirtschaftliche Druck wird noch höher und das Regime hat den Menschen während dieser Pandemie nicht geholfen.

Khamenei zeigte sich persönlich, um sich um die Krise im Regime zu kümmern. Doch seine Aussagen zeigen auch, in welcher Sackgasse sich das Regime befindet. Er wird weder die internen Machtkämpfe im Regime beenden noch eine entsprechende Lösung in der Covid – 19 und der Wirtschaftskrise anbieten können.

Die steigenden internen Machtkämpfe an der Spitze des Regimes finden auch deswegen statt, weil das Regime umzingelt ist. Die Mullahs nutzen den Coronavirus und seine Todesopfer, um einen großen Iran – Protest zu vermeiden, doch nun ist die Situation außerhalb der Kontrolle des Regimes geraten.

Die aktuelle Situation zeigt, dass die Mullahs nicht mehr länger in der Lage sind, den Ausbruch des Coronavirus für sich zu nutzen und diese Welle wird auf sie zurück kommen.

Iran: Der Todeszoll des Coronavirus in insgesamt 460 Städten hat die Zahl 133 700 überschritten

– Der stellvertretende Gesundheitsminister des Regimes: „Die 43 Städte, von denen wir berichtet haben, sind fast ganz geschlossen – außer zur Befriedigung der Grundbedürfnisse. Es kann später noch zu der Schließung weiterer Städte kommen.“

– Alireza Zali, Leiter der Nationalen Taskforce zur Bekämpfung des Coronavirus (NCCT) in Teheran: „In Teheran befinden sich 6 050 am Coronavirus Erkrankte in den Krankenhäusern – 1 800 in Intensiv-stationen. Seit gestern abend kamen 850 Patienten ins Krankenhaus, und es sind nur 500 entlassen worden. Was die Sterblichkeit betrifft, zeigt die Statistik immer noch eine Zunahme an.“ (Das staatliche Fernsehen am 25. Oktober 2020)

– Minoo Mohraz, Mitarbeiter der NCCT: „Es ist erstaunlich, es ist erschreckend, zu sehen, daß die Patienten in den Korridoren auf leere Betten warten, während sie mit einem Ventilator verbunden sind.“ (Das staatliche Fernsehen am 24. Oktober 2020)

– Heute sagte ein Mitglied des Stadtrates von Teheran der staatlichen Tageszeitung „Hamshahri“: „Der tägliche Todeszoll liegt in der Hauptstadt jetzt zwischen 150 und 160; er ist 15 bis 20mal so groß wie im April.“

– Der Chef der Verkehrspolizei von Groß Teheran: „ ‚Behesht Zahra‘, der größte Friedhof der Hauptstadt Teheran, ist in kritischem Zustand.“ (Die Nachrichtenseite von ‚Khabar Online‘ am 26. Oktober 2020)

– Die Medizinische Universität von Kerman: „Bis zum Februar wird der Todeszoll des Landes 79 000 bis 80 000 erreicht haben; das heißt, daß weitere 40 000 Menschen sterben werden.“

Die Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK) gab am Montag, den 26. Oktober 2020 bekannt, daß der vom Coronavirus bewirkte Todeszoll in 460 Städten die Zahl 133 700 überschritten hat. Die Zahl der Todesopfer beträgt in Teheran 32 241, in Khorasan Razavi 10 042, in Isfahan 7 372, in Qom 5 785, in Lorestan 5 728, in Ost-Azerbaijan 4 736, in West-Azerbaijan

3 871, in Alborz 3 698, in Sistan und Belutschistan 3 601, in Fars 3 496, in Kermanshah 2 863, in Kurdistan 2 396, in Kerman 2 085, in Yazd 2 041, in Semnan 2 012, in der Zentralprovinz 1 877, in Hormozgan 1 670, in Ardabil 1 493, in Qazvin 1 342 und in Ilam

1 104.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI)

den 26. Oktober 2020   

Fotoausstellung in US Hauptstadt: Gedenken an die Freiheitskämpfer der Iran – Proteste


Die Organisation der Amerikanisch – Iranischen Gemeinden (OIAC) hielt am 21. Oktober vor dem Außenministerium der USA eine Fotoausstellung ab, in der den 120.000 Freiheitskämpfern gedacht wurde, die für den Kampf um Freiheit gestorben sind. In ihr wurden auch die 1500 Freiheitskämpfer gewürdigt, die bei den großen Iran – Protesten im November 2019 starben, dessen Jahrestag näher rückt.

Mehrere bekannte amerikanische Persönlichkeiten und Politiker nahmen an der Veranstaltung teil. Richter Michael Mukasey, früherer Staatsanwalt der USA, Botschafter Mitchell Reiss, Direktor für politische Planungen im US Außenministerium von 2003 bis 2005, Botschafter Marc Ginsberg, früherer US Botschafter für Marokko, der frühere Senator Robert Torricelli, Linda Chavez, frühere Direktorin für Öffentlichkeitsarbeit im Weißen Haus sowie Professorin Ivan Sascha Sheehan, Direktorin für Verhandlungen und Konfliktmanagement in der Universität von Baltimore, gehörten zu den Rednern der Veranstaltung.

Die Fotoausstellung enthielt Bilder von Tausenden iranischen Freiheitskämpfern, die für Freiheit und Demokratie im Iran starben. Der OIAC hielt die Veranstaltung vor dem Jahrestag der landesweiten Iran – Proteste im November 2019 ab.

Die Iran – Proteste von 2019 zeigen das Ausmaß einer rebellischen iranischen Gesellschaft. Sie zeigen auch, wie sehr das Volk gewillt ist, das iranische Regime zu stürzen. Obwohl das Regime in der Lage war, die Proteste zeitweise zu unterdrücken, gehen diese in allen Lebensbereichen des Iran weiter und sie werden von Aktionen rebellischer Jugendlicher und den „Widerstandseinheiten“ der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) flankiert, welche die Flamme des Aufstandes vom November nicht verlöschen lassen.


Als das Regime Navid Afkari, einen iranischen Ringerchampion, hinrichten ließ, der während der Proteste von 2018 verhaftet wurde, um die Öffentlichkeit einzuschüchtern, griffen die Jugendlichen das Gericht an, welches Navid zum Tode verurteilt hatte. Widerstandseinheiten der MEK klebten an den Wänden großer iranischer Städte Bilder von Navid und schworen, dass sie seinen Weg fortsetzen werden.

Die sozialen und wirtschaftlichen Krisen im Iran eskalieren und das Land steht heute mehr denn je am Rande einer Revolution. Das haben viele Vertreter des Regimes, die staatlichen Medien und auch die Thinktanks erkannt. Der Druck vom Ausland und im Inland steigt auf das Mullahregime und auch seine internen Machtkämpfe haben neue Höhen erreicht, wo die rivalisierenden Fraktion zur Amtsenthebung und Hinrichtung von Präsident Hassan Rouhani aufruft.

Die staatliche Zeitung Resalat schrieb dazu am 22. Oktober:“ Die aktuelle sensible wirtschaftliche und politische Situation und die kreierte Instabilität in der Exekutive des Landes sorgt in Zeiten stark fluktuierender Märkte für weitere Widersprüche in den Organen der Exekutive und das bedeutet mehr Druck auf dem Volk und weiteren Schaden in der Gesellschaft.“ Der Schaden in der Gesellschaft bedeutet nichts weiter als die Sicherheit des Regimes, welche nun geschädigt und beim nächsten Aufstand zusammen brechen wird.

Die Zeitung Hamdeli schrieb dazu am 18. Oktober: „ Unser Land erlebt ein extrem gefährliches Phänomen. Probleme werden negiert und es fehlt an Professionalität im Bereich der politischen Entscheidungen und der Zuweisung von Ressourcen. Die Köpfe unserer Politiker müssen sich wieder Dingen wie Armut und Elend zuwenden. Wenn wir mit dieser Situation nicht ernsthaft umgehen, dann wird es zu extrem gefährlichen Störungen, Unruhen und Krisen kommen.“

Die erschütternde Zahl an Todesfällen durch das Coronavirus in 460 Städten des Iran übersteigt 131 700


• Gesundheitsministerium des Regimes: In 43 Städten mit der höchsten Zahl der Ansteckungen werden strenge Beschränkungen auferlegt. (ISNA, 24. Oktober 2020)
• Universität in Yazd für Medizinische Wissenschaften: Die Krankenhäuser von Yazd sind voll; wir müssen ein Feldhospital in Yazd aufstellen. (Mehr, 23. Oktober 2020)
• Universität in Isfahan für Medizinische Wissenschaften: Mit Ausnahme von Kashan, Aran und Bidgol gab es 1 762 Patienten, 347 Menschen auf Intensivstation und 39 Tote in den letzten 24 Stunden. (Die Nachrichtenseite Javan, 24. Oktober 2020)
• Universität in Kermanshah für Medizinische Wissenschaften: Von 748 Tests waren gestern 570 positiv, aber die Inzidenz ist viel höher. (Mehr, 24. Oktober 2020)
• Universität in Täbris für Medizinische Wissenschaften: Die Krankenhäuser waren überfüllt und es gibt eine hohe Zahl neuer Aufnahmen ins Krankenhaus. In 48 Stunden wurden 1 043 Patienten erfasst und 42 sind gestorben. (Mehr, 24. Oktober 2020)
• Zum ersten Mal in acht Monaten hat sich Khamenei mit einer Gruppe von Regimeführern getroffen, um sinnlose Verallgemeinerungen zu treffen. Ohne den geringsten Verweis auf die Gelder, die er der iranischen Nation gestohlen hat und die er in Stiftungen unter seiner Kontrolle aufgehäuft hat, rief er die Bevölkerung und Philanthropen auf, den Verletzten und Arbeitslosen zu helfen.
• Das heutige Treffen Khameneis war ein Versuch, sich einem Aufstand all der Menschen entgegenzustellen, die unter der Unterdrückung der Mullahs leiden. Die Anwesenheit von Brig. Gen. Bagheri, Stabschef der bewaffneten Kräfte, Amir Hatami, Verteidigungsminister, Brig. Gen. Hossein Ashtari, Befehlshaber der SSF, Mahmoud Alavi, Minister für Nachrichtendienste, Mohammad Jafar Montazeri, Generalstaatsanwalt, der Kleriker Alireza Arafi, Direktor der Seminare in Ghom, Ali Rabii, Sprecher Rouhanis, Abdolali Ali-Asgari, Chef des Staatlichen Radios und Fernsehens, Abbas Salehi, Minister für Anleitung und Abolhassan Firouzabadi, Sekretär Obersten Rates für den Cyberspace, illustriert das.
• Khamenei erklärte, dass die Vereinigten Staaten die schlimmste Verwaltung beim Coronavirus hätten, und Rohani nannte das Coronavirus ein europäisches Virus in den letzten Monaten, da es um das Neunfache in Bezug auf Geschwindigkeit und Übertragung angewachsen sei. Die Wahrheit ist aber, dass der Iran und seine Bevölkerung, sobald Khamenei und Rohani und Raisi gestürzt worden sind, sich mit allen Kapazitäten und natürlichen, menschlichen, historischen und kulturellen Ressourcen wieder beleben wird und Viren, Erdbeben, Überschwemmungen und Dürren bewältigen und eine prosperierende und freie Heimat aufbauen wird.
Die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) gab heute Nachmittag, am Samstag, dem 24. Oktober 2020, bekannt, dass die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in 460 Städten die 131 700 überschritten hat. Die Zahl der Opfer in Teheran ist 31 751, Khorasan Razavi 9 892, Isfahan 7 172, Luristan 5 678, Ost Aserbeidschan 4 656, Hamedan 3 545, West Aserbeidschan 3 773, Alborz 3 653, Sistan und Belutschistan 3 571, Fars 3 451, Kermanshah 2 833, Kurdistan 2 366, Kerman 2 050, Yazd 1 981, Bushehr 1 567, Qazvin 1 322, Ilam 1 089, Chaharmahal und Bakhtiari 1 012 und Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad 964.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)
24. Oktober 2020

 

“Kommandant” von vereiteltem Pariser Anschlag aus Wien

 


APA-Der belgische Geheimdienst geht davon aus, dass der Plan für den 2018 vereitelten mutmaßlichen Anschlag auf iranische Exil-Oppositionelle in Frankreich “im Namen des Iran konzipiert und vorangetrieben wurde”, wie die “Presse” (Freitag) aus einem Schreiben des belgischen Geheimdienstchefs Jaak Raas aus Prozessunterlagen zitiert. “Operationeller Kommandant” war demnach der in Belgien wegen Terrorverdachts angeklagte frühere Diplomat an der iranischen Botschaft in Wien.

Von der iranischen Botschaft in Wien gab es am Freitag auf APA-Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Der frühere Dritte Botschaftssekretär der iranischen Vertretung in Österreich A. sitzt wegen des vereitelten Anschlags auf einen Kongress des im Iran verbotenen Nationalen Widerstandsrates (NWRI) der Volksmujaheddin seit 2018 in Belgien in Haft. Festgenommen wurde der in Wien lebende A. zuvor an einer Autobahnraststätte in Deutschland. Der Prozess gegen ihn und drei weitere Angeklagte soll am 27. November beginnen. Die “Presse” berichtet unter Berufung auf Prozessunterlagen über weitere Details des bekannten Falls.

So soll A. bereits 2015 erstmals in München unter dem Codenamen “Daniel” Kontakt zu dem mitangeklagten Paar aufgenommen haben. Weitere Treffen gab es den Gerichtsunterlagen zufolge unter anderem in Venedig, Mailand und auch in Österreich. Während einer gemeinsamen Zugfahrt von Wien nach Salzburg soll einem Geständnis zufolge der Anschlag in der französischen Stadt Villepinte besprochen worden sein. Laut der Aussage soll A. dabei erklärt haben, dass die Sprengvorrichtung erst im Iran getestet werden müsse. Übergeben worden sein soll die Bombe bzw. die Bestandteile dafür bei einem Treffen in einem Fast-Ford-Restaurant in Luxemburg.

Ermittler gingen dem Verdacht nach, dass A. den Zünder am 22. Juni 2018 auf einem AUA-Flug von Teheran nach Wien geschmuggelt haben könnte, und holten im Innenministerium in Wien Auskünfte über alle Flügen des Diplomaten zwischen Österreich und dem Iran seit 2014 ein. Beweise fanden sich offenbar keine, denn Diplomatengepäck wird nicht untersucht.

Laut dem Medienbericht kommunizierte A. von einer österreichischen Handynummer per SMS mit dem Paar. Auch zu dem vierten Angeklagten – einem mutmaßlichen Maulwurf unter den Volksmujaheddin – soll der Diplomat Kontakt gehabt haben. Bei dem belgisch-iranischen mutmaßlichen Komplizen, der bei der Versammlung in Villepinte verhaftet wurde, fand die Polizei ein Mobiltelefon mit einer österreichischen SIM-Karte. Darauf sei nur eine Nummer gespeichert gewesen, jene des Diplomaten, so die “Presse” unter Berufung auf einen Zivilkläger mit Einblick in die Gerichtsakten.

Der in Wien akkreditierte Diplomat soll außerdem ein Jahr vor dem vereitelten Anschlag im Juni 2017 in Wien mit seiner Visa-Karte ein Auto gemietet haben und von Wien aus in die Gegend von Villepinte gefahren sein. Die Route konnten die Ermittler anhand der GPS-Daten auslesen.

Um Teherans Terrorismus im Ausland zu bekämpfen, muß man seinen Terror zu Hause ansprechen.

Von Ali Safavi

Vor 37 Jahren, am 23. Oktober 1983, fuhr um 6. 22 Uhr morgens ein Lastwagen, beladen mit 2 000 Pfund Sprengstoff, auf das ameri-kanische Marinegelände in Beirut, Libanon. Durch diesen Terror-Anschlag wurden 241 Personen, die sich in amerikanischem Dienst befanden, vom iranischen Regime getötet – durch seine Helfergruppe Hisbollah hingerichtet.

Nach dreißig Jahren ordnete das Bezirksgericht der USA die Freigabe von $1,75 Milliarden aus eingefrorenen Vermögen an – zur Bildung eines Fonds für die Angehörigen der Opfer des Bomben-anschlages von 1983. Doch dies Geld wurde den trauernden Familien niemals übergeben. Anstatt Teheran zur Zahlung aufzufordern, zahlte – erstaunlich genug – die Regierung Obama im Jahre 2016 dem Regime genau $1,7 Milliarden in bar. Man kann die Ironie, die in der Ähnlichkeit der Zahlen liegt, nicht übersehen.

Manche sagen, die Hauptschuld an dem ungezügelten Terrorismus Teherans trage die Kampagne maximalen Drucks. Doch in Wirklichkeit besteht nach wie vor der wichtigste Antrieb des vom Regime betriebenen Terrors in der Beschwichtigungspolitik der USA, die das Nuklearabkommen von 2015 hervorbrachte.

Es ist wohl nicht besonders gewitzt, der Macht, die den Staatsterror am meisten fördert, Milliarden Dollars in bar auszuzahlen, obwohl amerikanische Gerichte sie als des Mordes schuldig befunden haben – besonders dann nicht, wenn es sich darum handelt, die Bereicherung von Terroristen, die im Irak Amerikaner ermorden, zu vermeiden.

Dies ist kein Streit zwischen Parteien. Historisch gesprochen: Regierungen beider Parteien liebten es, Teheran zu beschwichtigen – einfach schon darum, weil darin während eines vierjährigen Wahlturnus die billigste Lösung besteht. Doch auf lange Sicht wird durch die Beschwichtigung terroristischer Theokraten ihr Ehrgeiz nur vervielfacht.

Im Jahre 2018 erklomm das Regime, das straflos schon vierzig Jahre lang gemordet hatte, ein neues Niveau des Terrorismus. Zuvor hatte es sich seiner Helfer bedient. Doch im Juni 2018 setzte es einen seiner offiziellen Diplomaten, nämlich Assadollah Assadi, einen Berater seiner Botschaft in Wien, Österreich, zum Transport komplizierten Sprengstoffs in diplomatischem Gewande ein.

Assadi brachte die Bombe persönlich nach Luxemburg und übergab sie dort einer Schläferzelle. Der Sprengstoff sollte während einer großen internationalen Versammlung von Gegnern des iranischen Regimes – der Hauptopposition Mujahedin-e Khalq (MEK) in einem Vorort von Paris – detonieren.

„Iran news in brief“, den 3. Juli 2018

Wäre der Anschlag nicht vereitelt worden, so hätten die 500g des hochexplosiven Sprengstoffs TATP hunderte von den 100 000 Gästen der Versammlung – darunter ranghohe ehemalige Politiker der USA und angesehene amerikanische Menschenrechtsanwälte – getötet bzw. verletzt.

Später wurde Assadi in Deutschland verhaftet. Er wird derzeit verhört und soll am 27. November vor Gericht erscheinen.

Das Regime hat in Europa zahlreiche Terror-Akte begangen; doch jedesmal konnten die Schuldigen entweder fliehen, oder sie wurden für kurze Zeit inhaftiert, nur um dann von den furchtsamen europä-ischen Regierungen in den Iran zurückgeschickt zu werden. Die Sache Assadi ist die erste, bei der einem inhaftierten Diplomaten des Regimes wegen des Vorwurfs des Terrorismus in Europa der Prozeß gemacht wird. Berichten zufolge verfügen die europäischen Behörden über so viele Beweismittel, daß selbst ein ehemaliger Botschafter des Regimes in Berlin in Teheran die Alarmglocken läuten ließ.

Doch die Debatte dreht sich nicht um die juristischen Belange. Es handelt sich um die politische Intention, einer kriminellen Unternehmung entgegenzutreten.

Heute zeigen alle veröffentlichten Beweise zumindest dies: Die Befehle zu dem Bombenanschlag 2018 in Paris gingen vom Höchsten Nationalen Sicherheitsrat aus und wurden später von Khamenei, dem Höchsten Führer des Regimes, gebilligt. Die richtige Antwort würde darin bestehen, daß man das gesamte Regime wegen seiner Verbrechen zur Rechenschaft zieht.

Das Vorgehen, dem Regime Sanktionen aufzuerlegen, ist nicht motiviert durch blinden Antagonismus oder eine Verschmähung der Diplomatie. Es ist ein Vorgehen, da die Bedrohung sieht, die von dem Regime ausgeht, und erkennt, daß man, wenn weitere Morde verhindert werden sollen, dem Mörder entschieden entgegentreten muß. Wenn wir ihn nicht verantwortlich machen, wird er das Morden fortsetzen.

Jene, die Sanktionen gegenüber dem Iran ablehnen, verfehlen den Punkt, um den es geht. Ohne Sanktionen hätten die Mörder und Terroristen von Teheran keinen Grund zum Rückzug, besonders dann nicht, wenn ihnen $1,7 Milliarden in bar ausgezahlt werden.

Doch wichtiger: Der Terrorismus, den Teheran im Ausland verübt, ist eine Funktion des im eigenen Lande betriebenen. Wenn der Westen will, daß Teheran sein terroristisches Vorgehen gegen seine Bürger aufgibt, dann muß er mit den wichtigsten Opfern dieses Terrors ein Bündnis schließen: dem iranischen Volk.

Darum würde das iranische Volk die Verhängung weiterer Sanktionen über das Regime begrüßen. Es agiert weitsichtig und strebt nach dem Ende der Theokratie und nicht nur einem Abkommen mit ihm. Die Millionen Menschen, die im November 2019 auf die Straße gingen und die Terror-Symbole des Regimes verbrannten – darunter die Residenzen des Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), erkennen die Notwendigkeit, der Tyrannis entschieden entgegenzutreten.

Der Westen sollte die vom Regime an diesen Menschen, diesen Demonstranten begangenen Menschenrechtsverletzungen verurteilen; er sollte die von Teheran begangenen Verbrechen gegen die Mensch-lichkeit ins Licht rücken, besonders das im Jahre 1988 begangene Massaker an politischen Gefangenen.

Der Terrorismus, den Teheran in der Region und im Westen verübt, kann nicht beendet werden, wenn man sich nicht zugleich dem Terror im Lande zuwendet. Beide haben dieselbe Bestimmung: Eine verzweifelte Theokratie, die nur beißt, wenn andere sich durch ihr Bellen erschreckt zeigen.

Ali Safavi (@amsafavi) ist Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des in Paris ansässigen Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI)

 

Verlegung des politischen Gefangenen Soheil Arabi ins Evin, um neue Anklagen gegen ihn zu erfinden

Der politische Gefangene Soheil Arabi

 

Aufruf zu sofortigen Maßnahmen, um die Freilassung des politischen Gefangenen sicherzustellen und zu einer internationalen Untersuchung über die Bedingungen in den Gefängnissen

Der politische Gefangene Soheil Arabi, 35, wurde in Einzelhaft im Trakt 2-A des Evin Gefängnisses gebracht. Dieser Abschnitt steht unter der Kontrolle der berüchtigten Geheimdienstdivision des IRGC. Vor ungefähr einem Monat (am 18. September 2020) wurde Soheil plötzlich aus dem Gefängnis Großteheran (Fashafuyeh) an einen unbekannten Ort gebracht. Es wurde ihm in diesem Zeitabschnitt nicht erlaubt, irgendwelche Besuche zu bekommen und er konnte seine Angehörigen nicht kontaktieren. Es ist in diesem Jahr das dritte Mal, dass Arabi in Trakt 2-A gebracht und vernommen wurde.

Das Regime hat das Ziel, einen Prozess gegen ihn aufzunehmen unter dem lächerlichen Vorwand der „Propaganda gegen den Staat“ und ein neues Verfahren gegen ihn zu eröffnen, um seine Freilassung zu verhindern, da seine Strafzeit demnächst zu Ende geht.

Gefängniswärter haben Soheil im Gefängnis Großteheran mehrmals angegriffen, drangsaliert und gefoltert. Bei einem dieser Angriffe wurde seine Nase gebrochen, was nie behandelt wurde. Die Folge ist, dass er immer noch Schmerzen beim Atmen hat.

Der Iranische Widerstand fordert einmal mehr den Generalsekretär der Vereinten Nationen, die Hohe UN Kommissarin für Menschenrechte und die zuständigen Berichterstatter in der UNO und die internationalen Menschenrechtsorganisationen auf, sofort etwas zu unternehmen, um das Leben der politischen Gefangenen im Iran zu retten und eine internationale Untersuchungskommission zusammenzustellen, damit sie die Gefängnisse des Iran besucht und sich mit Gefangenen trifft, besonders mit politischen Gefangenen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

  1. Oktober 2020

 

 

 

……………………………………………………………….Abbildung…………………………………………

Political prisoner Soheil Arabi

Call for immediate action to secure the release of political prisoners and for an international inquiry into the condition of prisons

Political prisoner Soheil Arabi, 35, has been transferred to solitary confinement in Ward 2-A of Evin Prison. This section is under the control of the notorious IRGC intelligence division. About a month ago (September 18, 2020), Soheil was suddenly transferred from the Greater Tehran Prison (Fashafuyeh) to an unknown location. He was not allowed to have any visits during that period and could not contact his family. This is the third time this year that Arabi has been transferred to Ward 2-A and interrogated.

The regime aims to file a case against him under the ridiculous pretext of “propaganda against the state” and to put him on trial again to prevent his release because his prison term is about to end.

Prison guards have repeatedly attacked, harassed, and tortured Soheil in the Greater Tehran Prison. In one of these attacks, they broke his nose, which was never treated, and as a result, he is still suffering while breathing.

The Iranian Resistance once again urges the United Nations Secretary-General, the UN High Commissioner for Human Rights and relevant UN rapporteurs as well as international human rights organizations to take immediate action to save the lives of political prisoners in Iran and to establish an international commission of inquiry to visit Iranian prisons and meet with prisoners, particularly the political prisoners.

Secretariat of the National Council of Resistance of Iran (NCRI)
October 21, 2020

 

Übersicht der Iran – Proteste vom 17 – 21. Oktober

Aktuelle Proteste im Iran

 

Berichte, die vom Netzwerk der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) im Iran übermittelt wurden, zeigen, dass es weitere Proteste im Land gegen Vertreter des Regimes und ihre falsche Wirtschaftspolitik gab.

Am Dienstag, den 20. Oktober setzten Arbeiter der Parsian Naturgasanlage in Lamerd (Provinz Fars) am vierten Tag in Folge ihren Streik fort. Diese Arbeiter fordern ausstehende Lohnzahlungen und protestieren gegen ihre schlechten Lebensbedingungen.

Ebenfalls am Dienstag setzten Arbeiter des petrochemischen Unternehmens Razi in Mahshahr (Südwestiran) am dritten Tag in Folge ihren Streik fort. Auch hier protestieren die Arbeiter gegen ausstehende Lohnzahlungen und für das Ende der Benachteiligung von Zeitarbeitern durch das Unternehmen.

Am Sonntag stoppten am fünften Tag in Folge Gemeindearbeiter in Hamidieh, Ahvaz (Südwestiran) ihre Arbeit. Eine Folge dieses Streik ist es, dass sich nun die Straßen der Stadt mit Müll füllen. Eine Gruppe der Arbeiter traf sich vor dem Gericht in Hamidieh, um gegen verzögerte Gehaltszahlungen zu protestieren. Abdollah Bayat, der Leiter des Stadtrates von Hamidieh, drohte den Demonstranten damit, dass sie entlassen werden. Außerdem wurde ein Demonstrant von Sicherheitskräften verhaftet. Es handelt sich dabei um Kazem Sarkhi.

Die Gemeindearbeiter von Hamdieh fordern die Zahlung ihrer Löhne, die seit 15 Monaten verzögert sind sowie eine Auszahlung ihrer Boni von 2016 und 2017.

Am 18. Oktober protestierte eine Gruppe von entlassenen Arbeitern von Kamarband-e Sabz (grüner Gürtel des zweiten Bezirks von Ahvaz, Südwestiran) vor dem Gemeindezentrum. Diese Arbeiter fordern ihre Rückkehr zur Arbeit.

Mindestens 22 Zeitarbeiter für die Pflege der Grünanlagen im zweiten Bezirk von Ahvaz haben ihren Job verloren, weil ihr zeitlich befristeter Vertrag im Juli endete.

Am 17. Oktober trafen sich Arbeiter der Zamzam Fabrik in Tabriz (Nordwestiran) am zweiten Tag in Folge, um gegen die Entlassung mehrerer Kollegen und verzögerte Gehaltszahlungen zu protestieren.

In Meshginshahr (Nordwestiran) gingen am Samstag Arbeiter des Autobahnprojektes Ahar-Meshginshahr in den Streik. Auch sie protestieren gegen verzögerte Lohnzahlungen.

In Bojnurd, Provinz Nord Khorasan, trafen sich erneut Gemeindearbeiter vor dem Gemeindegebäude des Regimes, um gemeinsam mit ihren Familien gegen fehlende Jobsicherheit zu protestieren.

Bürger reagieren auf die Unterdrückung des Regime

Berichte, welche die MEK aus dem Iran übermittelt, zeigen, dass Bürger Widerstand gegen die unterdrückenden Maßnahmen des Regimes ausüben.

Am Freitag wehrten sich die Besitzer eines Zentrum für Diesel und Gas sowie Bürger der Provinz Hormozgan (Südiran) gegen die Sicherheitskräfte des Regimes und drängten sie zurück.

Am 15. Oktober griffen Jugendliche in Sib-o-Suran (Provinz Sistan und Beluchistan, Südostiran) ein Fahrzeug der staatlichen Sicherheitskräfte (SSF) an. Die SSF hatte das Gebiet vor einigen Tagen betreten, um unterdrückende Maßnahmen des Regimes umzusetzen. Dieser Angriff zwang die SSF Streitkräfte, sich aus der Stadt zurück zu ziehen.