Monday, November 28, 2022
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Ermittlungen nach Razzia: Unternehmer aus Halle soll illegal Iran beliefert haben

Mitteldeutsche Zeitung – Gegen ein Unternehmen aus Halle ermittelt nun das Zollkriminalamt. Es soll illegal Technik für ein iranisches Atomkraftwerk geliefert haben. Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Razzia im August, bei der die Fahnder verschiedene Firmen und Wohnungen in Halle, Hamburg und Weimar durchsuchten.

Halle/MZ/rbö. – Das Zollkriminalamt (ZKA) ermittelt gegen einen Unternehmer aus Halle, der illegal Technik für ein iranisches Atomkraftwerk geliefert haben soll. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft auf Anfrage, Einzelheiten zur Person und dessen Firma nannte er nicht. Gegen den Mann bestehe der Verdacht des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Razzia im August, bei der die Fahnder verschiedene Firmen und Wohnungen in Halle, Hamburg und Weimar durchsuchten. Damals wurden vier Verdächtige verhaftet, von denen laut Bundesanwaltschaft inzwischen zwei wieder auf freiem Fuß sind – unter Auflagen.

Die Beschuldigten sollen laut Bundesanwaltschaft an der Lieferung von Spezialventilen für den Bau eines Schwerwasser-Reaktors mitgewirkt und damit das geltende Iran-Embargo missachtet haben. Sie hätten Firmen in der Türkei und in Aserbaidschan als Endabnehmer angegeben. Laut Bundesanwaltschaft waren die Lieferungen „Teil eines Gesamtauftrages von mehreren Millionen Euro“.

Der Schmuggel verbotener Güter in den Iran hat stark zugenommen. Wie aus einem Bericht des Zollkriminalamts für 2012 hervorgeht, betreffen drei Viertel der insgesamt 136 Fälle das Regime im Iran – 35 Verfahren mehr als im Jahr zuvor. Das Land steht international im Verdacht, heimlich Atomwaffen zu bauen.