Saturday, November 26, 2022
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Ex-Offizier der Revolutionsgarde: “Iran lieferte der Hisbollah Schnellboote”

Wie ein Ex-Mitglied der iranischen Revolutions-Garde sagt, soll der Iran die libanesische Miliz auch mit Waffen im Wert von mehr als 520 Millionen Euro unterstützt haben.

DIE PRESSE – Der Iran die libanesiche Hibaollah-Miliz in den vergangenen Jahren massiv aufgerüstet haben. Neben Waffen und Transportmitteln im Wert von 800 Millionen Dollar (mehr als 520 Millionen Euro) habe die Hisbollah auch "Dutzende Schnellboote" erhalten, sagte ein ehemaliger Offizier der iranische Revolutionsgarden der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat". Der Mann ist kürzöich aus dem Iran geflohen und wartet nun in einem Nachbarstaat auf Asyl in einem sicheren Drittland.

Die Boote, die im Sommer 2006 im syrischen Hafen Latikiya an die Hisbollah übergeben wurden, sollen der Miliz nach Angaben des Ex-Gardisten bei ihrer "großen Schlacht, die bald bevorsteht", unterstützen. Vor der Küste des Libanons kreuzt seit Oktober 2006 im Rahmen des Einsatzes der UN-Truppe UNIFIL ein internationaler Marineverband, der zunächst unter deutschem Kommando stand und seit Ende Februar von Italien geführt wird. Der Flottenverband soll den Waffenschmuggel in den Libanon verhindern.

"Hisbollah rekrutiert im Irak"
Der Informant bestätigte der Zeitung weiter, dass der Libanese Mussa Dakduk, der im März in der südirakischen Stadt Basra von den US-Truppen gefangen genommen worden war, der Hisbollah angehört. Dakduks Aufgabe sei es gewesen, im Irak schiitische Freiwillige auszuwählen, die anschließend im Iran von der Kuds-Einheit der Revolutionsgarden für den Kampf gegen die US-Truppen ausgebildet werden sollten.

Seit Anfang 2007 seien bereits Hunderte von Kämpfern der Mahdi-Armee des irakischen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr im Iran an der Waffe ausgebildet worden. Sie hätten dort auch gelernt, Raketen abzufeuern, sagte der Informant, der seine Identität aus Sicherheitsgründen nach eigenen Angaben erst nach der Bewilligung seines Asylantrages preisgeben will. Da die irakischen Schiiten kein Persisch verstünden, sondern nur Arabisch, habe man für die Ausbildung auch Hisbollah-Kämpfer aus dem Libanon eingesetzt, die beide Sprachen beherrschten, weil sie selbst einst im Iran geschult worden seien.

Der Sprecher der iranischen Regierung, Mohammed Ali Hosseini hatte zuvor bereits Berichten des amerikanischen Militärs widersprochen, wonach Hisbollah-Kämpfer im Iran Milizionäre von Al-Sadrs Mahdi-Armee ausbilden sollen. Das US-Militär hatte im vergangenen Jahr erklärt, der in Basra gefangene Hisbollah-Kämpfer Dakduk habe nach seiner Gefangennahme zunächst vorgegeben, er sei taubstumm. Später habe er aber seine Kontakte zu den Revolutionsgarden gestanden. (Ag.)