Monday, December 5, 2022
StartInland‚Der Platz von Lehrern ist nicht im Gefängnis’

‚Der Platz von Lehrern ist nicht im Gefängnis’

Im Iran hat das neue akademische Jahr begonnen, aber unter dem Mullah-Regime leben die Hauptsäulen der Bildung, die Lehrer, unter inhumanen Bedingungen. (Archivfoto: Lehrer protestieren für ihre Rechte und fordern die Freilassung ihrer Kollegen aus dem Gefängnis. „Lehrer sollten nicht hinter Gittern sein“.)

Die Erfüllung Ihrer grundlegendsten Bedürfnisse ist nicht zu erreichen und viele von ihnen sind im Gefängnis, weil sie gegen ihre Situation protestieren.

Das absichtliche Hinwegsehen des iranischen Regimes über die Forderungen der Lehrer lässt ihnen keine andere Wahl als zu protestieren. Der beispiellose Anstieg der Lebenshaltungskosten übt einen derartigen Druck auf die Lehrer aus. Sie sind nicht in der Lage, das Mindeste der Kosten für ihr Leben aufzubringen mit einem Gehalt, das ein Drittel der Spanne der Armutslinie beträgt, deshalb müssen sie Zusatzjobs übernehmen.

Inhaftierte Lehrerund ihre andauernden Proteste demonstrieren ihre unnachgiebige Haltung gegenüber dem iranischen Regime und beim Streben nach ihren Zielen.

LEHRER HINTER GITTERN

Die Lehrer, die bei der Bevölkerung ein hohes Ansehen genießen, haben keinen guten Stand beim Mullah Regime. Statt dass für die Erfüllung ihrer grundlegenden Bedürfnisse gesorgt wird, müssen sie einen Aufenthalt im Gefängnis, Erniedrigung und Entbehrung hinnehmen. Trotz allen Drucks haben sich die iranischen Lehrer aber niemals der systematischen Repression durch das iranische Regime ergeben und haben sich immer wieder anderen iranischen sozialen Sektoren angeschlossen beim Einfordern ihrer Rechte.

Die Tragödie der Auspeitschung von Lehrern ist eine schmerzliche Geschichte, die auf unser nationales Gewissen drückt und jedermann wehtut. Nirgends in der Welt außer im Iran können wir ein solches Beispiel der Inhumanität finden. Das Schuljahr hat angefangen und eine bedeutende Zahl von Lehrern ist immer noch im Gefängnis.

Unter solchen Umständen ist das Skandieren: „lasst die Lehrer frei“ überall in den iranischen Städten zu hören. Die die Freiheit liebenden iranischen Lehrer haben ohne Angst vor dem Gefängnis weitergemacht damit, die Lektion des Widerstands gegen Unterdrückung zu lehren.

LEHRER ERTEILEN DIE LEKTION DES WIDERSTANDS UND ZAHLEN DEN HOHEN PREIS DAFÜR

In den letzten Jahren kamen viele Lehrer ins Gefängnis und wurden zu Peitschenhieben verurteilt für den Protest gegen ihre Benachteiligungen beim Unterricht geben, ihre inhumanen Lebensbedingungen und das endlose Verzögern der Auszahlung ihrer Gehälter, aber sie leisten weiterhin Widerstand gegen die Unterdrückung durch das iranische Regime.
Mohammed Habibi, ein Mitglied des Vorstandes der Lehrerassoziation der Provinz Teheran, wurde zu 10 Jahren und 5 Monaten im Gefängnis und 74 Peitschenhieben verurteilt für „sich Versammeln und Konspirieren zur Begehung eines Verbrechens gegen die nationale Sicherheit“, „Propaganda gegen den Staat“ und die „Störung der öffentlichen Ordnung“. Es wurde ihm außerdem untersagt, das Land zu verlassen, und er sitzt immer noch im Gefängnis.

Mahmoud Beheschti Langroudi, ein Sprecher der Lehrergewerkschaft kam am 7. September 2016 ins Evin Gefängnis. Er wurde in den Jahren davor mehrmals vorgeladen, vernommen, festgenommen und inhaftiert wegen seiner Aktivitäten und verbüßt derzeit eine Strafe von fünf Jahren Gefängnis.
Ismail Abdi, Sekretär der Lehrerassoziation des Iran (Teheran) wurde am 10. November 2015 von den Sicherheitskräften des Regimes verhaftet und in den Trakt 8 des Evin Gefängnisses gebracht, wo er seine Strafe absitzen soll.

Ein Lehrer der „Musterschulen“ in Buschehr wurde am 26. Februar 2016 von einem Gericht des Regimes zu drei Jahren Gefängnis und 74 Peitschenhieben verurteilt, ohne sich beim Verfahren einen Anwalt nehmen zu dürfen, und die Liste setzt sich fort.

DIE LEHRER, VORBILDER BEI DEN AUFSTÄNDEN DER STUDENTEN

Da es von vielfältigen Krisen erfasst ist, hat das iranische Regime die Fähigkeit, sich mit sozialen Problemen auseinanderzusetzen, verloren und weiß deshalb keine Antwort auf die Forderungen der Lehrer. Infolgedessen hat es die Unterdrückungsmaßnahmen verstärkt aus Angst vor möglichen sozialen Aufständen. Dennoch wird diese Unterdrückung nur zu mehr Radikalisierung bei den sozialen Bewegungen führen und zu einer immer engeren Verbindung zwischen der iranischen Bevölkerung und ihrem organisierten Widerstand. Täglich stattfindende Proteste und anderes bestätigen das.

Die Lehrer sind Rollenmodelle und Vorbilder für die Studenten. Die iranische Studentenbewegung hat eine Schlüsselrolle beim Sturz des Schah Regimes geführt und könnte eine Rolle beim Sturz des religiösen Faschismus spielen, der im Iran herrscht. Indem es Lehrer einsperrt, sät das iranische Regime die Samenkörner des Protestes, die einen Sturm aufgehen lassen werden, der das iranische Regime von der Macht bläst.