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Schweizer Komitee: die Weltgemeinschaft soll die eskalierende Unterdrückung des iranischen Widerstands durch Teheran verurteilen


In einer Erklärung äußerte das Schweizerische Komitee für Demokratie und Säkularismus im Iran (CSDSI) große Besorgnis über die jüngsten Entwicklungen bei der Unterdrückung von Oppositionellen durch das iranische Regime, insbesondere der Organisation der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK), und deren alarmierende Angriffspläne gegen Dissidenten in Europa.
Der CSDSI-Erklärung zufolge hat das iranische Regime aus Angst vor möglichen Aufständen und der internationalen Verantwortung für seine Taten seine Dämonisierungskampagne gegen die PMOI/MEK intensiviert. Die Justiz hat 104 Mitglieder der Organisation offiziell angeklagt und ihnen fälschlicherweise Terrorismus vorgeworfen. Diese aggressive Haltung spiegelt die Verzweiflung des Regimes wider, die Opposition zu unterdrücken und dem Terrorismus auf europäischem Boden den Weg zu ebnen.

Der CSDSI fordert die Europäische Union und internationale Gremien auf, das Vorgehen Teherans anzuprangern, dass nicht nur zu mehr internen Hinrichtungen führt, sondern auch Oppositionelle im Ausland bedroht. Da das Regime seine Aggression erhöht, sind internationale Solidarität und Rechenschaftspflicht für den Schutz der Menschenrechte, der Demokratie und der Gerechtigkeit von entscheidender Bedeutung, heißt es in der Erklärung.

Die CSDSI-Erklärung lautet wie folgt:
A l’attention de Madame Ursula Von der Leyen, Présidente de la Commission européenne et de
Monsieur Charles Michel, Président du Conseil européen
Comité Suisse pour la Démocratie et la Laïcité en Iran
Genève, le 31 août 2023.
Madame la Présidente de la Commission,
Monsieur le Président du Conseil Européen,
Le Comité Suisse pour la Démocratie et la Laïcité en Iran a été informé que le pouvoir judiciaire
du régime iranien a officiellement annoncé l’émission d’un ordre d’inculpation à l’encontre de 104
membres de l’organisation des Mojahedin-e-Khaleq (MEK). Cette nouvelle a été largement
couverte par la majorité des médias iraniens.
Or, au contraire, c’est le régime iranien qui, pour les 43 années où il a fait régner la terreur et la
répression, doit répondre de l’assassinat de dizaines de milliers de manifestant.e.s et opposant.e.s.
Souvenons-nous des attaques du camp d’Ashraf 1 en Irak qui a nécessité le départ des réfugié.es
dont une partie a pu être sauvée pour rejoindre le camp d’Ashraf 2 près de l’aéroport de Bagdad
où de nouveaux attentas mortels ont été organisés sous la pression de Téhéran. C’est alors que
pour sauver la population d’environ 3000 Moudjahidines du peuple, le Haut-Commissariat des
Réfugiés a pu compter sur l’accueil généreux de l’Albanie. Or, cette année, sous les calomnies et
la pression de l’Iran, des policiers albanais sont entrés dans le camp d’Ashraf 3 qui ne se trouve
pas loin de Tirana, molestant certains habitants -un homme est décédé-, et au cours de la
perquisition, emportant un certain nombre d’ordinateurs et de documents qui risquent de tomber
entre les mains des services iraniens.
Au cours de l’été 1988, plus de 30 000 prisonniers politiques ont été pendus et enterrés dans des
fosses communes secrètes en raison de leurs convictions politiques en faveur de la liberté et de la
démocratie. Plus de 90 % de ces victimes étaient des membres et sympathisants de la principale
organisation d’opposition des Moudjahidine du peuple d’Iran. Aujourd’hui, c’est au tour de la
communauté internationale de donner une réponse ferme à ce régime et de condamner les
bourreaux connus, de la manière la plus ferme, car le régime iranien a piétiné toutes les valeurs
humaines, les valeurs démocratiques et l’indépendance de la justice.
La demande d’inculpation de ces 104 Moudjahidines du peuple est malheureusement due à une
politique toujours plus agressive du régime iranien qui veut faire taire ses opposants en Europe en
les accusant de terrorisme. Nous avons également appris que la même ligne stratégique était
expliquée dans les documents du ministère des affaires étrangères du régime qui ont été divulgués
il y a quelques mois. Ils expliquent l’objectif du régime dans une campagne généralisée

 

 

Judy Sgro drängt auf schnelles Handeln gegen die Verschwörung des iranischen Regimes gegen die Opposition

In einem neuen Brief an den Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel, die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola und den kanadischen Premierminister Justin Trudeau hat Frau Judy Sgro, ein Mitglied des kanadischen Parlaments ihre tiefe Besorgnis ausgedrückt in Bezug auf eine beunruhigende Maßnahme, die vom iranischen Regime gegen die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) und deren außer Landes geflüchtete Mitglieder in die Wege geleitet worden ist.

Das iranische Regime hat, weil es die PMOI/MEK innerhalb seiner Grenzen nicht unterdrücken kann, Anklageerhebung gegen 104 ihrer Mitglieder angekündigt. Die meisten von ihnen waren europäische Einwohner oder Flüchtlinge mit Aufenthalt in Albanien, warnte Frau Sgro. Diese alarmierende Entwicklung zusammen mit dem Fehlen einer robusten Antwort im Nachgang zu einem Angriff auf die MEK Mitglieder am 30. Juni dieses Jahres hat Besorgnisse über die Absichten des Regimes hervorgerufen.

Frau Sgro forderte eine rasche Verurteilung, das Geltend-machen internationaler Verantwortlichkeit und den Schutz für iranische politische Flüchtlinge in Ashraf-3 und betonte die Bedeutung der Aufrechterhaltung demokratischer Werte und der Menschenrechte in Europa.

Hier der Wortlaut des Briefes des kanadischen MP Judy Sgro in Übersetzung:

Hon.Judy A. Sgro
Mitglied des Parlaments für
Humber Black Creek
Betrifft: Aufruf zum Handeln gegen Maßnahmen des iranischen Regimes
Sehr geehrter Charles Michel
Sehr geehrte Frau von der Leyen
Sehr geehrte Frau Roberta Metsola
Ich möchte meine starke Bestürzung zum Ausdruck bringen in Bezug auf die neue alarmierende Machenschaft des iranischen Regimes gegen die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) und ihre außer Landes geflüchteten Mitglieder. Das Vorhaben macht eine rasche Verurteilung nötig und ich fordere von Ihnen und der EU, entschiedene Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Wie Sie vielleicht gehört haben, hat am 29. Juli 2023 die Justiz des iranischen Regimes das Erheben einer Anklage angekündigt gegen die Organisation der Volksmudschahedin des Iran, das heißt gegen 104 ihrer Mitglieder, und darauf bestanden, dass sie Rechtsvertreter in Teheran im Iran benennen. Zu beachten ist, dass sie Flüchtlinge sind, die von europäischen Ländern willkommen geheißen wurden, oder Bewohner von Ashraf-3 in Albanien.
Das iranische Regime, das sich an seiner Verwundbarkeit abmüht und eine Welle von Aufständen fürchten muss, hat sich nicht imstande gesehen, die PMOI/MEK und ihren Widerstand in den eigenen Grenzen zu unterdrücken. Infolgedessen hat es sich auf solche Taktiken verlegt in dem Bestreben, seiner Opposition im Ausland Beschränkungen aufzuerlegen und potentiell den Weg für terroristische Akte zu ebnen.

Das Fehlen einer Reaktion und das Versäumnis der Europäischen Union, etwas gegen den ungerechtfertigten Angriff auf Ashraf 3 am 20. Juni 2023, der unter dem Vorwand unbegründeter Vorwürfe durchgeführt wurde, zu unternehmen, der den tragischen Verlust des Lebens eines Flüchtlings und Verletzungen bei zahlreichen anderen Personen bewirkt hat, hat ohne Zweifel bei dem Regime das Vertrauen darauf genährt, unbehelligt jetzt diese Anklage erheben zu können. Zugleich drängen die Amtsträger in Teheran auf Auslieferung

der Mitglieder ihrer Hauptopposition.
Das Massaker von 1988 ist eine finstere Erinnerung, als nämlich auf eine Fatwa Khomeinis hin innerhalb weniger Wochen 30 000 junge politische Gefangene – von denen 90 % mit der PMOI verbunden waren – auf Geheiß von Todeskomitees hingerichtet wurden. Vorher hatten ganz kurze Verfahren ohne Rechtsvertretung stattgefunden.

Was lehren uns historische Lektionen und die Handlungen des Kleriker Regimes? Das ist ein Signal des Kleriker Regimes, das internationale Normen und Gesetze in Frage stellt und das Ziel hat, die berechtigte und populäre Opposition sowohl im Inland als auch international auszuschalten, besonders weil sich der erste Jahrestag der Proteste rasch nähert.

Ich denke, dass die EU, die auf den Pfeilern der Demokratie, der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit gegründet worden ist, sich fest jedem Bemühen widersetzen, eine legitime Opposition zu unterdrücken und Stimmen für Dissens zum Schweigen zu bringen.
Die Manipulation des iranischen Regimes, die PMOI und ihre Unterstützer auf europäischem Boden ins Visier zu nehmen, ist eine schwerwiegende In-Frage-Stellung derjenigen Fundamente, auf die die Europäische Union aufgebaut ist.

In Anbetracht dieser Gesichtspunkte ersuche ich Sie und die zuständigen Behörden innerhalb der Europäischen Union ganz ernsthaft, folgendes zu unternehmen:
Als erstes und dringendstes müssen die unterdrückerischen Handlungen gegen die Organisation der Volksmudschahedin des Iran und ihre 104 Mitglieder, die unter dem Vorwand von Prozeduren der Justiz ausgeführt werden, angeprangert werden. Es ist geboten, Teheran daran zu hindern, unsere demokratischen Werte mit solchen täuschenden Taktiken zu manipulieren, und damit alle potentiellen terroristischen Aktivitäten zu vereiteln und die Sicherheit in Europa zu gewährleisten.

Zweitens ist ein internationales Gericht zusammenzustellen, um denjenigen den Prozess zu machen, die für Verbrechen gegen die Menschlichkeit innerhalb des iranischen Regimes verantwortlich sind. . Darüber hinaus fordere ich das Regime auf, alle sine Beschuldigungen und Beweise gegen die Opposition vor Gericht vorzulegen, bevor dieses sein Urteil fällt.
Gegenüber dem iranischen Regime, das für seine ausgedehnten Hinrichtungen berüchtigt ist, in Schweigen zu verharren, ist gleichbedeutend mit einem Gewähren-lassen des derzeitigen Blutvergießens innerhalb des Iran, dem Verspotten globaler Standards und Gesetze und der Kompromittierung der Sicherheit iranischen Flüchtlinge auf europäischem Boden.

Und schließlich ersuche ich Sie, den vollständigen Schutz iranischer politischer Flüchtlinge in Ashraf-3 zu gewährleisten und ihre Rechte nach der Genfer Konvention von 1951, der Europäischen Konvention für Menschenrechte und dem Völkerrecht aufrecht zu erhalten. Das schließt die Aufrechterhaltung der Rechte der Freiheit der Meinungsäußerung und derjenigen der Versammlung ein, Verpflichtungen, die der Premierminister von Albanien rückhaltlos untermauert hat in einem Brief an den Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments vom April 1916. Dieses Versprechen einzuhalten wäre ein bedeutender Schritt Albaniens auf seinem Weg in die Europäische Union.
Abschließend bitte ich Sie, geehrte Führer, die Werte der Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechte einmal mehr für Europa und den Westen in Anspruch zu nehmen.
Ergebenst
Hon. Judy Sgro
Mitglied des Parlaments
Humber River-Black Creek

 

Besuch des Irans Außenminister in Damaskus inmitten syrischer Aufstände


Der jüngste Besuch des Außenministers des iranischen Regimes, Hossein Amir-Abdollahian, in Damaskus hat Fragen über seinen Zweck aufgeworfen, insbesondere im Zusammenhang mit dem anhaltenden Aufstand in Syrien gegen das Regime von Baschar al-Assad.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Fars am 30. August berichtete, wurde die Reise von Amir-Abdollahian als Teil der „Strategie Irans zur Stärkung der regionalen und benachbarten Politik und zur Beschleunigung der Umsetzung von Abkommen zwischen Iran und Syrien“ dargestellt. Die offizielle Erklärung des Außenministeriums betonte „Irans Engagement für Stabilität, Frieden und die Wahrung der territorialen Integrität Syriens“.
Es ist jedoch wichtig, solche Äußerungen der iranischen Vertreter im Kontext ihrer außenpolitischen Geschichte zu sehen, in der es häufig um Täuschung, Erpressung und Propaganda geht.

Amir-Abdollahians Reise nach Syrien ist sein siebter Besuch im Land seit seinem Amtsantritt als Außenminister. Sein persönliches Statement in den sozialen Medien gibt Aufschluss über den wahren Zweck seiner Reise. Am Ende seines Beitrags auf X (ehemals Twitter) sagt er: „Der Iran betont die Notwendigkeit, Stabilität und Frieden zu schaffen und Souveränität und territoriale Integrität zu wahren.“

Der syrische Aufstand, der im März 2011 begann, wurde vom Assad-Regime mit brutaler Gewalt beantwortet. Durch die Quds-Brigaden der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) spielte das iranische Regime, ein überzeugter Verbündeter des Assad-Regimes, von Anfang an eine aktive Rolle bei der Unterdrückung des syrischen Aufstands. Da die Proteste in den letzten Wochen wieder zugenommen haben, scheint Teheran mit Damaskus zusammenzuarbeiten, um diese abweichenden Stimmen zu unterdrücken.

Amir-Abdollahians Besuch zielt, wie er offen andeutet, darauf ab, die Souveränität Syriens zu wahren, was in der Praxis darin besteht, die Herrschaft von Baschar al-Assad aufrechtzuerhalten und das syrische Volk zu unterdrücken.

Es ist erwähnenswert, dass das Engagement des Regimes in Syrien über die politische Unterstützung hinausgeht. Berichten zufolge nutzten die Quds-Brigaden der IRGC während eines verheerenden Erdbebens in der Türkei und in Syrien im vergangenen Jahr die Situation aus, indem sie unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe eine beträchtliche Menge an Waffen und Munition nach Syrien schickte.

Darüber hinaus hat das klerikale Regime enorme Geldsummen nach Syrien geschleust, Schätzungen zufolge liegen sie bei 30 bis 50 Milliarden Dollar, wie Insider und staatliches Geheimmaterial der Gruppe „Ghiyam ta Sarnegouni“ zeigen.

Dieses enorme finanzielle Engagement sorgt für Aufsehen, insbesondere angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage der iranischen Bevölkerung, die mit schweren Nöten zu kämpfen hat.
Was könnte also die treibende Kraft sein, die das iranische Regime dazu zwingt, diese beträchtlichen Mittel für Syrien bereitzustellen? Während zahlreiche Spekulationen kursieren, scheint die vorrangige Motivation die Erhaltung des eigenen Regimes zu sein. Insider behaupten, dass das Regime ständig versucht, den Schaden zu begrenzen, indem es seinen Fokus von inländischen Meinungsverschiedenheiten auf die Wahrung strategischer Verbündeter im Ausland verlagert.

Mehdi Ta’eb, Leiter des Strategischen Rates des Hauptquartiers von Ammar, sagte im Februar 2013 offen: „Syrien ist unsere fünfunddreißigste Provinz und hat für uns große strategische Bedeutung. Wenn der Feind uns angreifen und darauf abzielen würde, Syrien oder Chuzestan einzunehmen, wäre es unsere Priorität, Syrien zu behalten, da wir dadurch Chuzestan zurückerobern könnten. Wenn wir jedoch Syrien verlieren, können wir Teheran möglicherweise nicht halten.“

Bemerkenswert ist, dass die von der IRGC betriebene Nachrichtenagentur Fars die Aussagen des ermordeten IRGC-Kommandeurs Hossein Hamedani im April 2014, nur wenige Stunden nach ihrer Veröffentlichung, umgehend entfernte. Seine Worte zeichneten ein aufschlussreiches Bild: „Heute kämpfen wir in Syrien für Interessen wie die Islamische Revolution und unsere Verteidigung erstreckt sich auf die Ebene einer heiligen Verteidigung [der Begriff des Regimes bezieht sich auf den Iran-Irak-Krieg]… 42 Gruppen und 128 Bataillone, bestehend aus 70.000 islamischen Jugendlichen verschiedener Konfessionen, darunter Alawiten, Sunniten und Schiiten, wurden unter dem Banner der Nationalen Mobilisierung mobilisiert und haben die Sicherheit syrischer Städte und Provinzen übernommen … Heute sind 130.000 Basidsch-Mitglieder ausgebildet und vorbereitet, warten auf die Einreise nach Syrien.“

Der ehemalige Abgeordnete Mahmoud Nabavian erklärte im Februar 2014: „Wir haben 150.000 Syrer in den Iran gebracht und ihnen eine militärische Ausbildung ermöglicht und wir haben weitere 150.000 vor Ort ausgebildet und 50.000 Hisbollah-Truppen dorthin geschickt.“
Außerdem enthüllte Javad Karimi Ghoddousi, ein Mitglied der Nationalen Sicherheitskommission des Parlaments des Regimes, im November 2013 in Mashhad: „Hunderte iranische Gruppen sind in Syrien präsent. Obwohl man von einem syrischen Kommandeur von den Siegen der syrischen Armee hört, stehen hinter den Kulissen iranische Streitkräfte.“

Über diese militärischen Interessen hinaus dient das iranische Engagement in Syrien anderen Zwecken. Syrien ist zu einer bedeutenden Einnahmequelle für Schmuggelnetzwerke geworden, die mit den iranischen Revolutionsgarden verbunden sind. Insbesondere fungiert Syrien als Kanal für den Drogenhandel. Darüber hinaus sind die Phosphatminen in Syrien von strategischer Bedeutung für das Atomprogramm des Regimes, insbesondere für Initiativen zur Urananreicherung. Syrien ist eines der wenigen Länder, das in der Lage ist, internationale Sanktionen mit bemerkenswerter Leichtigkeit zu umgehen und Geldwäsche zu erleichtern.

Auf jeden Fall deuten alle Anzeichen darauf hin, dass der Besuch von Hossein Amir Abdollahian darauf abzielt, die jüngsten syrischen Aufstände gegen Bashar al-Assad zu unterdrücken. Da die Unzufriedenheit im eigenen Land zunimmt, setzt das iranische Regime auf internationale Untätigkeit und versucht, die Unruhen sowohl im eigenen Land als auch in Syrien zu unterdrücken. Der Erfolg dieses Unterfangens im Jahr 2023 hängt vom Mut der Menschen in beiden Ländern und dem Gewissen der internationalen Gemeinschaft ab.

 

 

Das EU-Parlament soll etwas gegen Irans Machenschaften gegen die MEK unternehmen


In einem gemeinsamen Brief an den Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel haben Milan Zver aus Slowenen, Ryszard Czarnecki aus Polen und Gianna Gancia aus Italien ihre tiefe Besorgnis zum Ausdruck gebracht wegen des neuesten Komplotts des Iranischen Regimes gegen die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (MEK) und ihre außer Landes geflüchteten Mitglieder.

Sie haben die Führer der Europäischen Union dringend aufgefordert, dieses unrechte Handeln anzuprangern. Am 29. Juli hat die Justiz des iranischen Regimes 104 MEK Mitglieder und zugleich andere Mitglieder des Iranischen Widerstands unter Anklage gestellt, wobei viele in Europäischen Ländern wohnen, unter anderem in Ashraf-3 in Albanien.
Die genannten MEPs betonen, dass es sich um einen Versuch des Regimes handle, die organisierte Opposition gegen es auszuschalten unter Missachtung des Völkerrechts. Sie ersuchen die EU, iranische politische Flüchtlinge unter Schutz zu stellen, den Menschenrechten Geltung zu verschaffen und sicherzustellen, dass die Gerechtigkeit Oberhand gewinnt.
Hier der Inhalt des Briefes der Mitglieder des Europäischen Parlaments:
(Seite 1)
Dr. Milan Zver
Mitglied des Europäischen Parlaments – Evropski poslanec
EVP Europäische Volkspartei – Evropska ljudska stranka
Seine Exzellenz Charles Michel,
Präsident des Europäischen Rates
Rue de la Loi/Wetstraat 175
B-1048 Bruxelles/Brussel/Brüssel
Belgique/België/Belgien
19. August 2023
Sehr geehrter Herr Präsident,
wir schreiben diesen Brief in tiefer Sorge und mit Zorn in Bezug auf das neueste Komplott, das vom iranischen Regime gegen die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (MEK) und die außer Landes Geflüchteten dieser Organisation angezettelt worden ist.

Wir appellieren dringend an Ihre Exzellenz, darauf zu achten und es zu unterstützen, dass dieses unrechte Handeln im Namen der Europäischen Union verurteilt wird.

Am 29. Juli 2023 hat die Justiz des iranischen Regimes bekannt gegeben, dass die MEK und 104 Mitglieder dieser Organisation unter Anklage gestellt werden. Zudem hat das iranische Regime verlangt, dass sie rechtliche Vertreter benennen können. Zu den Angeklagten gehören außer Landes Geflüchtete oder Bürger europäischer Länder, darunter diejenigen, die in Ashraf-3 in Albanien wohnen und die seit mehr als 10 Jahren außerhalb des Iran wohnen.

Es ist verständlich, dass das iranische Regime, das es intern mit wachsender Unzufriedenheit zu tun bekommt und die MEK und ihre organisierten Einheiten innerhalb des Landes nicht unterdrücken kann, jetzt versucht, seiner organisierten Opposition im Ausland Beschränkungen aufzuerlegen. Außerdem gibt es Anlass zur Sorge, dass solche Anklagen als Vorwand benutzt werden könnten, um terroristische Operationen gegen die Opposition auszuführen.

Der nicht provozierte Angriff auf Ashraf-3 am 20. Juni dieses Jahres auf der Grundlage der erfundenen Anklagen des iranischen Regimes hat den Tod eines Flüchtlings zur Folge gehabt und mehrere Verletzte hinterlassen. Bedauerlicherweise könnten das Schweigen und die Untätigkeit der Europäischen Union als Reaktion auf diesen Angriff das Regime darin bestärkt haben, weitere Anklagen aufzustellen und sogar die Auslieferung von Oppositionsmitgliedern zu fordern.

[email protected] – www.europarl.europa.eu
Rue Wiertz 60, B-1047 Bruxelles – Tel 0032 2 28 45315 – Fax 0032 2 28 49315
1, avenue Robert Schuman, F-67070 Strasbourg -Tel 0033 3 88 1 75315 – Fax 0033 3 88 1 79315

(Seite 2)
Dr. Milan Zver
Mitglied des Europäischen Parlaments – Evropski poslanec
EVP Europäische Volkspartei – Evropska ljudska stranka
Der Antrag, einen Anwalt zu bestellen, ist ein Trick zur Täuschung, der von diesem Regime angewendet wird.

Er erinnert nur zu sehr an die tragischen Ereignisse von 1988, als 30 000 politische Gefangene, von denen 90 % zur MEK gehörten, innerhalb weniger Wochen auf Geheiß von Todeskomitees erhängt wurden in Befolgung einer Fatwa von Ruholla Khomeini, dem Gründer dieses Regimes.

Die Ereignisse sind ein unerträgliches Symbol und dienen als erschütternde Erinnerung an die Missachtung von internationalen Gesetzen und Prinzipien, die die Stimme der legitimen und populären Opposition zum Schweigen bringen soll.

Die Europäische Union, die auf den Pfeilern von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit errichtet wurde, muss sich entschieden allen Bemühungen widersetzen, legitimen Dissens zu ersticken und Stimmen der Opposition zum Schweigen zu bringen.
Wir unterstützen aus ganzem Herzen die Forderung des Iranischen Widerstands, ein internationales Tribunal aufzustellen, um gegen diejenigen, die verantwortlich sind für Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die vom iranischen Regime begangen wurden, einen gerichtlichen Prozess zu führen. Wir fordern auch das Regime auf, alle ihre Behauptungen und Dokumente gegen die Opposition vor so einem Gericht vorzulegen, wenn sie wirklich Gerechtigkeit suchen.

Das Komplott des iranischen Regimes, um die MEK und ihre Mitglieder auf europäischem Boden ins Visier zu nehmen, ist ein schwerer Affront gegen die Fundamente, auf denen die EU aufgebaut worden ist. Schweigen angesichts solchen Handelns bedeutet grünes Licht für die Fortsetzung des Tötens im Iran, wo das Regime den Rekord an Hinrichtungen hält und wiederholt die internationalen Standards und Gesetze verletzt. Hinzu kommt, dass diese Untätigkeit die Sicherheit und den Schutz für die iranischen Flüchtlinge, die in Europa wohnen, aufs Spiel setzt.

Wir bitten Sie als Präsident des Europäischen Rates, den vollen Schutz der iranischen politischen Flüchtlinge in Ashraf-3 und ihren Genuss aller Rechte, die in der Genfer Konvention von 1951, der Europäischen Konvention der Menschenrechte und des internationalen Rechts, darunter die Freiheit der Rede und der Versammlung, verlangt werden, zu gewährleiten. Dies ist ein Punkt, der vom Premierminister von Albanien in einem Brief an den Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments vom April 2016 unterstrichen worden ist.

Wir sind vereint in der Verpflichtung zur Verteidigung der Demokratie und Menschenrechte im Iran. Wir senden eine klare Botschaft an das iranische Regime, dass seine Bemühungen und Komplotte, die Opposition im Ausland unter Druck zu setzen und zu unterdrücken, nicht toleriert werden.

[email protected] – www.europarl.europa.eu
Rue Wiertz 60, B-1047 Bruxelles – Tel 0032 2 28 45315 – Fax 0032 2 28 49315
1, avenue Robert Schuman, F-67070 Strasbourg -Tel 0033 3 88 1 75315 – Fax 0033 3 88 1 79315

(Seite 3)
Dr. Milan Zver
Mitglied des Europäischen Parlaments – Evropski poslanec
EVP Europäische Volkspartei – Evropska ljudska stranka
Danke für Ihre Aufmerksamkeit für diese dringende Angelegenheit
Wir sind in Erwartung, von Ihnen eine Antwort zu hören und schätzen Ihre Aufmerksamkeit auf diese dringende Sache.
Ergebenst
Milan ZVER, MEP aus Slowenien
Ryszard CZARNECKI, MEP aus Polen
Gianna GANCIA, MEP aus Italien
CC:
Ursula von der Leyen, Präsidentin und Chefin der Europäischen Kommission
Josep Borrell, Hoher Vertreter der Europäischen Union für Auswärtige Angelegenheiten und Sicherheitspolitik
Roberta Metsola, Präsidentin des Europäischen Parlaments
EU [email protected] – www.europarl.europa.eu

Rue Wiertz 60, B-1047 Bruxelles – Tel 0032 2 28 45315 – Fax 0032 2 28 49315
1, avenue Robert Schuman, F-67070 Strasbourg -Tel 0033 3 88 1 75315 – Fax 0033 3 88 1 79315

 

Der Iraner Javad Rouhi starb unter ungeklärten Umständen im iranischen Gefängnis

Bischof Stäblein: „Es ist erschütternd. Ich bete für seine Seele“

EKBO – Berlin, 01. September 2023 – Die internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM) verkündete, dass der aus Amol stammende Iraner Javad Rouhi „unter ungeklärten Umständen“ am 31. August 2023 im iranischen Gefängnis gestorben sei, „wenige Monate nachdem sein dreifaches Todesurteil aufgehoben wurde“. Am 15. Februar hatte

Bischof Christian Stäblein in seiner Funktion als Flüchtlingsbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und im Namen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburgschlesische Oberlausitz (EKBO) eine Patenschaft für den iranischen Inhaftierten Javad Rouhi übernommen. Zutiefst erschüttert und bewegt erklärt Bischof Stäblein:

„Die Nachricht vom Tod Javad Rouhis hat mich schwer getroffen, ich bin tief erschüttert. Ich bete für diesen mutigen, beherzten Menschen Javad Rouhi, der so viel Leid und Unrecht ertragen musste. Er hat sein Leben eingesetzt für Freiheit und Menschenwürde, für Gleichberechtigung und das Recht auf freie Meinungsäußerung in seinem Land. Möge sein Name immer wieder genannt werden, damit die Erinnerung an ihn wach bleibt und sein Schrei nach Gerechtigkeit und Menschenwürde wieder und wieder gehört werden. Und ich bete und bitte für seine Familie und Freunde, die jetzt Kraft brauchen. Wir dürfen die Menschen im Iran nicht vergessen.“

Die IGfM berichtet weiterhin, dass der 31-jährige Iraner aufgrund der Teilnahme an den landesweiten Protesten im Iran dreifach zum Tode verurteilt und in Haft immer wieder schwer gefoltert worden war.

Majid Kaveh, der Anwalt von Javad Rouhi, teilte den Angaben zufolge am 31. August 2023 mit, dass die Familie über seinen Tod in Noshahr-Gefängnis informiert worden sei. Die iranische Justiz habe den mysteriösen Tod bestätigt. Die Justiz behaupte, Rouhi habe aus „unbekannten Ursachen“ einen Anfall erlitten und sei nach seiner Überführung in das Shahid Beheshti Krankenhaus in Noshahr gestorben.

In den letzten Jahren seien zahlreiche Fälle von verdächtigen Todesfällen oder Tötungen von Bürgern in Polizeigewahrsam oder in iranischen Gefängnissen bekannt geworden. Die internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM) ruft seit den Unruhen im Iran vergangenen Jahres immer wieder zu Patenschaften für zu Unrecht Inhaftierte auf der ganzen Welt auf (https://www.igfm.de/javadrouhi/).

Mit der Übernahme der Patenschaft setzt EKD-Flüchtlingsbischof Christian Stäblein ein Zeichen gegen die Menschenrechtsverletzungen durch das iranische Regime. „Als Kirche sehen wir uns in der Verantwortung, ein Zeichen zu setzen in Solidarität mit den Protestierenden, denen menschenrechtswidrige Inhaftierungen und schwere Misshandlungen drohen. Wir sprechen uns ausdrücklich gegen sexualisierte Gewalt, Folter und Todesstrafe aus und fordern das iranische Regime auf, die Repressalien gegen die eigene Bevölkerung zu stoppen und das Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit zu respektieren.“

 

 

 

Irans wirtschaftlicher Sumpf: Korruption und Krise


Soziale und wirtschaftliche Ungleichheit ist tatsächlich ein globales Problem. Aber wenn es um den Iran unter der herrschenden Theokratie geht, ähnelt die Situation eher einem Apartheidsstaat, in dem mit Ausnahme der herrschenden Eliten die Mehrheit der Bevölkerung leidet.

Im iranischen Wirtschaftssturm reißen Hyperinflation und Arbeitslosigkeit Leben auseinander. Das Leid des Volkes ist unbeschreiblich in einer Nation, die an den Abgrund gedrängt wird und mit einer Situation zu kämpfen hat, welche die Grenzen dessen überschreitet, was einst als erträglich galt.

Das Land leidet unter dem, was Insider des iranischen Regimes als „Labyrinth“ und „schwarzes Loch“ der Korruption bezeichnen. Während die Iraner kaum über die Runden kommen, „begünstigt der aktuelle Rahmen unverhältnismäßig die Reichen und betont ihren Vorteil. Es ist nicht nur die Regierung, sondern das Gesamtsystem, das sich um die Wohlhabenden kümmert. Die Vorschriften und die Dynamik dieses Aufbaus halten ihren Wohlstand aufrecht“, sagte Majid Hosseini, ein dem Regime nahestehender Experte, am 21. Juni gegenüber der staatlichen Website Didarnews.

Hosseini räumt beispielsweise ein, dass „die Immobilieninflation jeden außerhalb der herrschenden Klasse betrifft und es nötig macht, in diese Gruppe zu fallen, um ihr zu entgehen. Für die unteren 30 % sind Bildung und Gesundheitsversorgung ein unerreichbarer Traum.“

„Dennoch versucht die Regierung, den Menschen die Schuld dafür zu geben, dass sie ihren Pflichten, etwa der Zahlung von Steuern, nicht nachkommen. Wie können sie mit einem so mageren Gehalt Steuern zahlen? Auf der anderen Seite zahlten zwölf Petrochemieunternehmen des Landes in diesem Jahr zwei Milliarden Dollar an Steuern. Sie zahlten 2005 noch 12 Milliarden Dollar. Warum zahlen sie weniger?“, fügte er hinzu.
Laut der staatlichen Website Khabaronline vom 27. April „zahlen iranische Angestellte zehn Prozent der gesamten Steuern, während große Finanzinstitute und Unternehmen fast nichts zahlen.“

In einem überraschenden Eingeständnis schrieb die offizielle iranische Zeitung im Juni 2023: „Die Steuererhöhung um 79 % wird neben der Belastung der Verarmten die Rezession verschärfen. Die Belastung des Lebensunterhalts wird sich in diesem Jahr verschärfen und die Herausforderungen, vor denen die Menschen stehen, noch einmal erhöhen.“

Aufgrund der zunehmenden finanziellen Not sind immer mehr Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und in den Randbezirken der Städte und in Elendsvierteln zu leben. Laut der staatlichen Jamaran-Website vom 26. August leben „ungefähr 13 bis 19 Millionen Iraner in Elendsvierteln und Stadtrandgebieten“.

„Während 19 Millionen in Elendsvierteln und Stadtrandgebieten leben, bleiben 2,5 Millionen Wohnungen leer. Dies widerspricht den Erzählungen der Regierung, die das meiste Land besitzt und etwa 75–80 % des iranischen Territoriums kontrolliert, wobei 50–60 % kultiviert werden. Kurioserweise obliegt die Landbewirtschaftung dem Landwirtschaftsministerium. Hunger, Dürre und Überbevölkerung auf dem Land zwingen die Menschen dazu, in die Außenbezirke der Stadt zu ziehen“, fügte die Webseite hinzu.

Während immer mehr Iraner in den Sumpf der Armut gedrängt werden, wurde kürzlich ein weiterer Fall von Unterschlagung und Korruption aufgedeckt. Am 29. August berichtete die staatliche Zeitung EghtesadNews, dass „der Leiter der Fondsabteilung einer Staatsbank im Iran etwa 30 Billionen Rial veruntreut hat. Der Generalstaatsanwalt von Teheran, Ali Salehi, hat einen Korruptionsfall bei einer anderen Staatsbank im Zusammenhang mit 290 Billionen Rial aufgedeckt. Der Direktor der Fondsabteilung hat fast 30 Billionen Rial gestohlen.“

Kurz gesagt: Im Schmelztiegel der iranischen Wirtschaftskrise, in der Hyperinflation, Arbeitslosigkeit und Ungleichheit das Land im Griff haben, sind Korruption und Missmanagement des Regimes die Urheber der Verzweiflung. Während die Iraner unter der erdrückenden Last der Armut, steigenden Preisen und einem verzerrten System zugunsten der Reichen leiden, hallt der Ruf nach Veränderung nach. Inmitten von Veruntreuungsskandalen und einer immer größer werdenden Kluft zwischen Herrschern und Beherrschten geht der Kampf um eine bessere Zukunft weiter, angetrieben von der kollektiven Sehnsucht, sich von den Fesseln eines Regimes zu befreien, das sein Volk im Stich gelassen hat.

Wachsende Proteste gegen Entlassungen von Professoren im Iran

Wachsende Proteste gegen die Entlassungen von Professoren, während Regimepräsident Ebrahim Raisi, Innenminister Vahidi und andere Führer diese repressiven Maßnahmen verteidigen

Maryam Rajavi: In seiner letzten Phase wird das Regime seine Ziele nicht erreichen, indem es hart gegen Studenten und Akademiker vorgeht und Universitätslehrkräfte säubert; Dies kann den Aufstand nicht verhindern oder es vor der wütenden iranischen Jugend schützen

Die gleichzeitige Entlassung von Universitätsprofessoren zusammen mit der Verhaftung, Ausweisung und Einschüchterung von Studenten, gepaart mit anderen Repressions- und Sicherheitsmaßnahmen innerhalb der Universitäten am Vorabend des Beginns des akademischen Jahres und am Jahrestag des Aufstands 2022, zeigt die Besorgnis des Mullah-Regimes über das Potenzial für einen Aufstand und macht die Verwundbarkeit des Regimes gegenüber den Universitäten deutlich.

In den letzten Monaten ist eine beträchtliche Anzahl von Universitätsprofessoren von Universitäten wie Sharif, Teheran, Allameh, Melli, Azad Tehran, Azad Karaj, Al-Zahra, Kurdistan, Persischer Golf, Ferdowsi Mashhad, Kunst, Sureh, Tabriz Medizinische Wissenschaften und Hakim Sabzevari, Bahoner Kerman, Jahrom, Azad Sanandaj, Medizinische Wissenschaften des Iran, Azad Qom und Isfahan entlassen worden. Den Studenten zufolge spielen Sicherheitsbehörden eine zentrale Rolle bei allen universitätsbezogenen Entscheidungen und repressive Kräfte haben mehrere Campusgelände umzingelt.

Inmitten dieser repressiven Säuberung, die zahlreiche Proteste ausgelöst hat, versuchte der Präsident des Regimes, Ebrahim Raisi, diese Aktionen heute zu rechtfertigen. Einem Bericht des Regimefernsehens vom 29. August zufolge erklärte Raisi: „Wenn einige Personen die Absicht haben, gegen das Gesetz zu verstoßen, darf die Universität selbst dies nicht zulassen … Heutzutage gibt es diejenigen, die versuchen, eine Universität mit der Absicht zu betreten, ihre Ordnung zu stören… Nun, Universitäten agieren innerhalb eines Rahmens. …Zweifellos sollte im Hinblick auf Universitäten immer wieder betont werden, wie wichtig die Einhaltung von Gesetzen und die Wahrung der Disziplin sind.

Zu den Verantwortlichen für die Aufrechterhaltung dieser Disziplin innerhalb der Universität gehören angesehene Professoren, liebe Studenten, Verwaltungsbeamte und diejenigen, die sich mit Universitätsangelegenheiten befassen. In den letzten zwei, drei Tagen wurde ich auf bestimmte Vorfälle aufmerksam gemacht. Hierbei handelt es sich um Fälle, in denen Einzelpersonen Verstöße begangen haben und von Disziplinarkommissionen behandelt wurden. Ich habe sie aufgefordert, die notwendigen Folgemaßnahmen durchzuführen und wir werden diese Angelegenheiten auch überprüfen.“

Die Säuberung und Ausweisung von Professoren erfolgt auf Anordnung von Ali Khamenei, dem obersten Führer des Regimes. In den kürzlich offengelegten vertraulichen Dokumenten des Präsidentenamts gibt es ein Dokument vom 10. Januar 2023, in dem der Innenminister Ahmad Vahidi einen Brief an Raisi mit dem Titel „Hinweise zur Notwendigkeit eines besonderen Ansatzes bei der Rekrutierung von Fakultätsmitgliedern, 5-Punkte Ratifizierungen der Sitzung des Sicherheitsrats“ schickte.

In diesem Dokument schrieb Vahidi: „Durch die jüngsten Unruhen haben wir Folgendes gelernt: Bestimmte Professoren haben eine provokative Rolle bei der Anstiftung zu Protestaktionen, der Störung von Studentenstrukturen und der Teilnahme an Universitätsunruhen gespielt, was die zentrale Ursache der Krise war. An Universitäten, an denen es engagierte und revolutionäre Professoren gab, auch wenn es nur wenige waren, wurde ein effektives Management erreicht. Allerdings hat dies an den meisten Universitäten, wo das Netzwerk der Fakultätsmitglieder nicht mit dem System übereinstimmte oder bestenfalls einer beträchtlichen Anzahl gleichgültig war, zu erheblichen Störungen geführt.“

Der fünfte Abschnitt dieses Dokuments beschreibt die 5-Punkte Ratifizierungen durch den Sicherheitsrat des Landes in Bezug auf die Aufsicht über akademische Fakultäten an Universitäten: „5-1 – Besondere Einstellungsbefugnis (durch Zuweisung eines Beschäftigungscodes) zur Einstellung von 5.000 akademischen Fakultätsmitgliedern durch das Ministerium für Gesundheit und 10.000 Personen durch das Wissenschaftsministerium sollten vor dem Ende der Amtszeit der aktuellen Regierung berücksichtigt werden.“. Ziel dieser Maßnahme ist es, eine Reihe von IRGC- und Basidsch-Mitgliedern unter dem Deckmantel von Professoren an den Universitäten unterzubringen.

Bezüglich der Entlassung von Professoren gab das Innenministerium heute in einer Erklärung bekannt, dass die Maßnahme „vollständig auf rechtlichen und administrativen Standards beruhte und natürlich auf der revolutionären Pflicht dieses Ministeriums für die wissenschaftliche und kulturelle Dynamik der Universitäten basiert und daher Lob verdient.“

Am 28. August berichtete die staatliche Website Roydad 24, dass sich auch Mardani, der Leiter der Basidsch-Professorenorganisation, zu dieser Angelegenheit geäußert habe: „In den letzten Tagen wurden wir Zeuge einer falschen Übertreibung bei der Entlassung von Professoren. Hierbei handelt es sich um die Beendigung von Verträgen für eine kleine Anzahl von Fakultätsmitgliedern, die aufgrund ihres mangelnden wissenschaftlichen Fortschritts die Kriterien für die Erlangung eines höheren akademischen Ranges nicht erfüllt haben. Laut Gesetz ist ihr Ausschluss gerechtfertigt.“.

Am 28. August schrieb Hossein Shariatmadari, Khameneis Vertreter bei der Zeitung Kayhan: „Eine Reihe von Fakultätsmitgliedern der Universitäten, die nicht nur die Randalierer während der Unruhen im letzten Herbst unterstützten, sondern in bestimmten Fällen auch mit den Hooligans und Kriminellen unter den Randalierern bei der Begehung von Straftaten zusammenarbeiteten, wurden wegen Straftaten gegen wehrlose Menschen von der Universität entlassen. Dies stellt die geringste Form der Vergeltung für ihr verwerfliches und unmenschliches Verhalten dar.“

Laut einem Bericht im Fernsehen des Regimes hielt Hossein Salami, der Befehlshaber der IRGC, vor diesem Vorfall am 1. August eine Rede vor einer Versammlung von Basidsch-Kommandeuren und erklärte: „Der Feind beabsichtigt zweifellos, am Jahrestag des Terroranschlags noch einmal Aufruhr zu provozieren.“ Frühere Störungen … Unterstützung von Universitäten und Studenten- Basidsch … Das Eindringen erfolgt durch eine kleine Öffnung. Manchmal kann eine erhebliche Barriere durch einen kleinen Riss durchbrochen werden. Bauen sie die Geheimdienstaktivitäten aus; Identifizieren Sie die Anführer dieser Strömungen, dämmen sie Ihre Aktivitäten ein. Und halten Sie Ihre Stützpunkte proaktiv.“

Am 28. August schrieb die staatliche Website Etemad: „In der nächsten Phase werden sich die Säuberungen nach der umfassenden Säuberung der Professoren dann mit religiösen Kriterien auf Studenten konzentrieren. Das wichtigste Instrument zur Umsetzung im laufenden Jahr sind die universitären Disziplinarkommissionen.

In den Folgejahren, wenn die Evaluierungsorganisation an einem Unterausschuss des Obersten Rates der Kulturrevolution übertragen wird, werden im Wesentlichen unterschiedliche Quoten für die Zulassung von Studenten gelten. Derzeit gibt es verschiedene Quoten für Hochschulaufnahmeprüfungen, darunter Quoten für Veteranen, regionale Quoten, 25 %-Quoten für Veteranen, 5 %-Quoten für Behinderte und Quoten für Veteranenkinder. Mit der Ausweitung dieser Quoten verringert sich die Möglichkeit eines fairen Wettbewerbs bei den Aufnahmeprüfungen, was letztendlich dazu führt, dass die Hochschulbildung im Iran in ein System von Ernennungen umgewandelt wird.“

Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI), sagte zu den Säuberungswellen in iranischen Universitäten, dass das unmenschliche Regime der Mullahs seine Ziele nicht erreichen wird, indem es hart gegen Studenten vorgeht und Akademiker entlässt und Universitätsfakultäten säubert.

Seine Bemühungen, Aufstände durch Massenverhaftungen zu unterdrücken, können es nicht vor der wütenden iranischen Jugend und seiner Studenten schützen. Sie forderte Gewerkschaften und Verbände von Studenten, Professoren und Intellektuellen weltweit auf, die repressiven Maßnahmen des Regimes gegen Universitäten zu verurteilen und sich solidarisch mit iranischen Studenten und Professoren zu zeigen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI)

  1. August 2023

 

 

Iranischer Widerstand ruft zum Ende der Straffreiheit der Verantwortlichen des Massakers von 1988 auf


Am 21. August fand in Paris eine bedeutende Konferenz anlässlich des 35. Jahrestages des Massakers von 1988 statt, bei dem 30.000 politische Gefangene im Iran ihr Leben verloren. Das Treffen mit dem treffenden Titel „Vier Jahrzehnte Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Befreiung von der Strafverfolgung“ brachte renommierte internationale Richter und Rechtsexperten aus der ganzen Welt zusammen.

Auffällig an den Teilnehmern der Konferenz in Paris war die umfassende Erfahrung und das tiefe Verständnis der anwesenden Rechtsexperten für die wichtigsten globalen Gerichte. Diese ehemaligen Richter und Staatsanwälte haben sich mit einer Vielzahl von Fällen befasst, die von Kambodscha bis Jugoslawien und vom Gazastreifen bis Argentinien reichten.

Professor Wolfgang Schomburg, ehemaliger Richter am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien und am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda, brachte seine wertvollen Erkenntnisse ein.

Die Anklage gegen Slobodan Milošević wegen Kriegsverbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien wurde von Herrn Geoffrey Nice geleitet, dessen Anwesenheit zur Bedeutung der Konferenz beitrug.

Bemerkenswert war auch die Expertise von Professorin Leila Nadiya Sadat; Sie hat sich mit Themen befasst, die von Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Argentinien bis zum tragischen Massaker von 1982 in Hama, Syrien, reichen. Sheila Paylan, die aktiv an den Prozessen gegen die Roten Khmer in Kambodscha beteiligt war, trug zur endgültigen Verurteilung des ehemaligen Staatsoberhauptes Kyu Sampong bei und bestätigte seine lebenslange Haftstrafe.

An der Veranstaltung nahm Professor William Schabas teil, der für seine Leitung der unabhängigen Untersuchungskommission der Vereinten Nationen im Gazastreifen bekannt ist. Darüber hinaus waren auf der Konferenz bedeutende Persönlichkeiten anwesend, darunter der ehemalige Präsident des Haager Tribunals, Prof. Chile Eboe-Osuji, Prof. Vilenas Vadapalas, Richter am Gericht der Europäischen Union, sowie andere Personen, die wichtige Fälle auf der ganzen Welt im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert direkt bearbeitet oder überwacht haben.

Das unmittelbare und bemerkenswerte Ergebnis dieses Expertentreffens in Paris unterstreicht sein leidenschaftliches Engagement für jeden besprochenen Rechtsfall. Wenn solch angesehene Vordenker zusammenkommen, um Themen wie die zwingende Verfolgung des Massakers von 1988 und die Aufhebung der Immunität der Beteiligten anzugehen, bedeutet das unmissverständlich das Ende der Sicherheit für die Täter.

Die Beteiligten, darunter die oberste Führung des Regimes und die Mitglieder der Todeskommission, müssen sich nun der bitteren Realität stellen, dass das, was im Prozess gegen Hamid Noury vor dem Stockholmer Gericht geschah, nur der Anfang war, und sich auf die bevorstehenden Herausforderungen gefasst machen.

In den letzten 35 Jahren war es dem iranischen Regime gelungen, sich dem Gerichtsverfahren und der Verantwortung für das abscheuliche Verbrechen des Massakers von 1988 zu entziehen und Zuflucht in seinem eigenen Machtnetz zu finden.

Es wartete seine Zeit ab, erwartete das allmähliche Verblassen der Erinnerungen und hoffte, dass die Ungeheuerlichkeit seiner Verbrechen vergessen würde. Dennoch kam es 2016 zu einem Wendepunkt, als der iranische Widerstand das Thema „Beendigung der Straflosigkeit“ in den Vordergrund stellte. Das Streben nach Gerechtigkeit für die Opfer ist zu ihrer unerschütterlichen Mission geworden, unabhängig von den Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen.

Professor Wolfgang Schomburg betonte ausdrücklich die Notwendigkeit, diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die für die Massenhinrichtungen politischer Gefangener im Jahr 1988 verantwortlich waren, auch diejenigen, die hinter den Kulissen arbeiteten und betonte, dass sogar ein amtierender Präsident nach internationalem Recht zur Verantwortung gezogen werden kann. Das Konzept der Immunität des Präsidenten habe keine Gültigkeit mehr, versicherte er.

Unter Bezugnahme auf Artikel 27 des Römischen Statuts wies der ehemalige Präsident des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Chile Eboe-Osuji, darauf hin, dass „niemand, nicht einmal Staatsoberhäupter, Immunität von der Gerichtsbarkeit des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) genießen.“

Professor Vadapalas, ein ehemaliger Richter am Gericht der Europäischen Union, betonte die Notwendigkeit einer Änderung der „europäischen Haftgesetze“ und sagte, dass es keine Immunität für diejenigen geben dürfe, die an Verbrechen wie dem Massaker von 1988 beteiligt seien.

Er hob auch die erweiterte Völkermorddefinition Litauens hervor, die die Verfolgung politischer Gruppen wie der PMOI umfasst. Dies beinhalte nun auch Strafverfolgung, Tötung und Vernichtung, was weitreichende Auswirkungen habe.

Sheila Paylan, mit 15 Jahren Erfahrung als Rechtsberaterin bei den Vereinten Nationen, sicherte dem iranischen Widerstand leidenschaftlich ihre Unterstützung zu und erklärte: „Heute und jeden Tag von hier an stehe ich an Ihrer Seite, ich gehe mit Ihnen, ich setze mich für sie ein.

Treten Sie an seine Seite und helfen Sie, ihn zu tragen, so wie Sie mich in unserem gemeinsamen Kampf gegen Tyrannei, Gerechtigkeit und Straflosigkeit bis zum Ende tragen würden und mit großem Glauben freue ich mich darauf, mit Ihnen allen im Iran zu feiern , nicht ob der Iran, sondern wann der Iran endlich frei sein wird.“

Die Worte der Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matviichuk waren eine ergreifende Erinnerung daran, dass das Regime wegen seiner Beteiligung an anhaltenden Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der Ukraine erneut zur Rechenschaft gezogen werden muss.

Sie betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem Regime und das Konzept der „Straffreiheit“ weitreichende Konsequenzen habe und es dem Regime ermöglicht, den Terrorismus auf andere Nationen, einschließlich der Ukraine, auszudehnen. Sie plädierte für die Einrichtung einer UN-Kommission zur Untersuchung des Massakers von 1988 und zur Gewährleistung der Rechenschaftspflicht der Verantwortlichen.

 

 

Der harte Kampf des klerikalen Regimes gegen den nächsten Aufstand

Am 16. September 2022 machte die Nachricht die Runde, dass Jina Mahsa Amini, ein 22-jähriges kurdisches Mädchen, auf tragische Weise das jüngste Opfer der brutalen Sittenpolizei des Regimes geworden war, die eine ohnehin schon von Ressentiments geprägte Gesellschaft weiter anheizte.

Innerhalb von weniger als einer Woche eskalierten die zunächst lokal begrenzten Proteste auf Provinzebene und setzten schließlich das ganze Land in Flammen. Staatliche Gebäude und Polizeiautos wurden in Schutt und Asche gelegt, Geistliche wurden angegriffen, und die Sicherheitskräfte stießen auf Widerstand und erlitten sogar Todesopfer.

Trotz Zehntausender Verhaftungen und Hunderter staatlich angeordneten Hinrichtungen blieb die Forderung nach dem Sturz von Ali Khamenei, dem Obersten Führer des Regimes, ungebrochen.

Während der erste Jahrestag des Aufstands von 2022 stündlich näher rückt, rüsten sich zwei gegensätzliche Fronten für ein weiteres Aufeinandertreffen. Auf der einen Seite ist das Volk entschlossen, Strategien zu entwickeln, um die bevorstehende Protestwelle zu koordinieren, sich zu versammeln und zu initiieren. Auf der anderen Seite mobilisiert das Regime alle verfügbaren Ressourcen, um den unvermeidlichen Sturm zu unterdrücken und seine Eskalation zu vereiteln.

In den letzten Monaten hat das Regime seine Bemühungen verstärkt, Elemente zu unterdrücken, die es als potenzielle Bedrohung ansieht. Durch die Verhaftung kürzlich freigelassener politischer Gefangener, die Wiedereinführung von Polizeipatrouillen in U-Bahnen und städtischen Gebieten, die Entlassung von Lehrern und sogar die Untergrabung der iranischen Anwaltskammer, indem sie in eine von der Regierung kontrollierte Einrichtung umgewandelt wurde, macht das Regime seine Absicht deutlich, abweichende Meinungen mit allen Mitteln zu unterdrücken. Die Zahl der staatlich angeordneten Hinrichtungen im Jahr 2023 belief sich am 21. August auf 500.

Intellektueller Kompass
Zu diesen Strategien gehört die Konzentration auf Universitäten und Studenten, die bei den Aufständen von 2022 eine entscheidende Rolle spielten. Sie fungierten als intellektueller Kompass der Gesellschaft und lenkten die Nation von den historischen Taktiken des Regimes zur Irreführung Andersdenkender ab. Einem an den iranischen Universitäten veröffentlichten und verbreiteten Dokument zufolge hat die Regierung von Ebrahim Raisi damit begonnen, 15 000 Bassidsch-Mitglieder und Regimeanhänger als akademische Lehrkräfte zu rekrutieren. Gleichzeitig werden zahlreiche Professoren und Lehrkräfte entlassen oder in den vorzeitigen Ruhestand geschickt.

In einer Erklärung verteidigte das Innenministerium des Regimes den Ausschluss unabhängiger Professoren von den Universitäten mit den Worten: “Was das Wissenschaftsministerium gegen einige Professoren unternommen hat, die akademisch stagniert haben, aber eine wichtige Rolle bei der Präsentation in den Medien gespielt haben, wurde auf der Grundlage rechtlicher Kriterien durchgeführt und ist natürlich die revolutionäre Pflicht dieses Ministeriums.”

Einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Ensaf News vom 28. August zufolge ist eine beträchtliche Zahl von “Disziplinarverfahren” gegen studentische Aktivisten bekannt geworden – fast 200 Fälle. Die Studenten schätzen jedoch, dass die tatsächliche Zahl solcher Fälle diese Zahl erheblich übersteigt und sich auf etwa 400 Fälle beläuft.

Anfang Juli gab die Universität Teheran, eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen im Iran, ihre Absicht bekannt, Mitglieder der irakischen Popular Mobilization Forces (PMF), auch Hashd-al-Shaabi genannt, zu immatrikulieren. Diese Miliz, die als verlängerter Arm des iranischen Regimes agiert, ist für ihre abscheulichen Verbrechen im Irak und in der Region bekannt.

Diejenigen, die mit dem Sicherheitsapparat des Regimes in Verbindung stehen, haben nicht nur die Aufnahme in die akademische Welt angestrebt und andere wirtschaftlich ausgerichtete Privilegien verfolgt, sondern auch immer mehr an Bedeutung gewonnen und die Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

In den vergangenen Monaten haben hochrangige Beamte des klerikalen Regimes unter verschiedenen Vorwänden Versammlungen und Zusammenkünfte initiiert, um die Moral von Personen zu heben, die sie als Hüter des Staates betrachten.

Ali Asghar Daryaee, der Generaldirektor des Ministeriums für Kultur und islamische Führung in der Provinz Kurdistan, erklärte am 23. August, dass eine systematische Initiative zum Ausschluss von Reportern durchgeführt werde, die als “Reinigung im Journalismus” bezeichnet wird. Aus früheren Berichten, die auf Mitte Juni zurückgehen, geht hervor, dass ähnliche Initiativen auch in anderen Provinzen eingeleitet wurden. Während Berufe, die für die öffentliche Meinung von Bedeutung sind, schon immer vom Geheimdienstapparat des Regimes genau überwacht wurden, zeigen diese jüngsten Maßnahmen, dass das Regime nichts mehr für sicher hält.

Auf Radikalisierung abzielen
Die klerikale Diktatur leitete eine harte Kampagne gegen die unterprivilegiertesten Gebiete des Landes ein, die ein erhebliches Potenzial für einen Aufstand boten. Das Regime führte Hunderte von Hinrichtungen in der südöstlichen Provinz Sistan und Belutschistan durch, während seine Sicherheitskräfte weiterhin verarmte Arbeiter töteten, die um ihren Lebensunterhalt kämpften. Die Zahl der staatlich sanktionierten Morde in Kurdistan war ebenfalls alarmierend hoch, und die Grenzüberwachung des Regimes in der westlichen Provinz nahm häufig verarmte Frachtträger, die so genannten “Kulbars”, ins Visier.

Damit hat das Regime ungewollt einen Konflikt entfacht, den es eigentlich zu verhindern hoffte. Mit der Zunahme des landesweiten Waffenhandels stieg auch die Zahl der Opfer unter den Sicherheitskräften, die auf Konfrontationen mit der Bevölkerung zurückzuführen sind.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim am 23. August unter Berufung auf den Kommandeur der staatlichen Sicherheitskräfte des Regimes berichtete, wurden seit Beginn des persischen Kalenderjahres bis Mitte August insgesamt 45 Sicherheitskräfte getötet.

Am 28. August richtete Nasser Kanaani, Sprecher des Außenministeriums des iranischen Regimes, eine Warnung an die irakische Regierung. Er erklärte, dass “wenn die iranischen kurdischen Parteien in der Region Kurdistan nicht bis zum 19. September ihre Waffen niederlegen, wird die Islamische Republik Maßnahmen ergreifen”.

Auf dem Höhepunkt des Aufstandes im Jahr 2022, als sich Städte im ganzen Iran, insbesondere in der Provinz Kurdistan, gegen die Autorität des Obersten Führers auflehnten, reagierte das iranische Regime mit Raketenangriffen auf iranisch-kurdische Gruppierungen in der irakischen Region Kurdistan. Ziel dieser Maßnahme war es, ihre Unterstützung für die verstärkte Rebellion zu unterdrücken und sie zum Schweigen zu bringen.

Organisierter Widerstand
Umgekehrt startete die klerikale Diktatur eine umfassende und mehrgleisige Kampagne gegen den iranischen Widerstand. Durch verstärkte Propagandamaßnahmen innerhalb und außerhalb der iranischen Grenzen, durch die Nötigung westlicher Staaten, Druck auf den Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) auszuüben, und durch die Erfindung falscher Darstellungen über ihn wollte das Regime zwei verschiedene Zielgruppen gleichzeitig beeinflussen.

Gegenüber seinen eng verbundenen, aber demoralisierten Anhängern wollte es Autorität und Dominanz über die am besten organisierte Opposition des Regimes demonstrieren. Der allgemeinen Bevölkerung wollte das Regime ein Gefühl der Trostlosigkeit und des Verlusts der Hoffnung vermitteln.

Währenddessen kämpfen die internen Fraktionen des Regimes um das Steuer, um ihren zersplitterten und geschwächten Staat durch die vielfältigen und miteinander verflochtenen politischen und sozioökonomischen Krisen in Richtung Sicherheit zu navigieren, und offenbaren dabei viel über ihre eigene Verwundbarkeit. Und es gibt eine wachsame Nation, die genau verfolgt, wie sich die verzweifelten Bemühungen des Regimes auswirken und entfalten.

Die Angst des Regimes vor dem iranischen Widerstand und der iranischen Gesellschaft hat es jedoch in seiner Einschätzung in die Irre geführt. Die Widerstandskämpfer haben in den letzten sechs Jahrzehnten trotz wechselnder geopolitischer Verhältnisse zu viele Opfer gebracht und sind zu weit gekommen, als dass sie von ihrem Hauptanliegen ablassen könnten, während das iranische Volk zu viel verloren hat, als dass es noch etwas zu verlieren hätte. Unabhängig von einem Tag im Kalender hat es genügend Gründe und Zeit für eine Revolte.

 

Die bleibenden Folgen des landesweiten Aufstands im Iran

Vorab Zusammenfassung

Dieser Bericht befasst sich eingehend mit dem landesweiten Aufstand, der im Iran 2022 angefangen hat. Es werden sorgfältig die eigentlichen Wurzeln dahinter, die tiefe Wirkung auf die Gesellschaft und das Potential in Bezug auf das Ansteuern eines demokratischen Wandels  untersucht. Der Aufstand, der ausgebrochen ist nach Jahren unterdrückter Unzufriedenheit, wurde von einer Gesellschaft in Gang gesetzt, die eine deutliche Ähnlichkeit zu einem sehr leicht entzündlichen Pulverfass aufweist und nur auf den kleinsten Funken wartet, um in die Luft zu gehen.

Die Gesellschaft des Iran, wie gesagt ein Pulverfass, wurde zur Explosion gebracht durch ein Bündel an Missständen, das politische Unterdrückung, wirtschaftliches Desaster und systematische Korruption beinhaltet. Seit dem Aufstand von 2017 trugen verschiedene bedeutende Vorfälle wie das Massaker an mindestens 1500 Protestierenden bei dem gewaltsamen Vorgehen von 2019, die verfehlte Reaktion auf die Pandemie und die Ernennung eines berüchtigten Henkers zum Präsidenten nur weiter   dazu bei, eine leicht entflammbare Mixtur zu erzeugen. Die vorherrschenden Probleme der ausgedehnten Inflation, der Arbeitslosigkeit und der Armut fachten weiter die Flammen der gesellschaftlichen Unruhe an.

Ein Schlüsselelement beim Antrieb für diesen Aufstand waren die Frauen, die eine entscheidende Rolle als Motor für die Vorwärtsbewegung spielten. Diese Frauen, die von den Zehntausenden an Frauen inspiriert wurden, die in den vergangenen vier Jahrzehnten verhaftet wurden, Folter ertragen mussten und hingerichtet wurden, stellten eine bemerkenswerte Führerschaft und Ausdauer zur Schau und erweiterten damit die gesamte Durchschlagskraft der Bewegung.

Die Nachhaltigkeit dieses Aufstands hängt am explosiven Klima in der Gesellschaft und dem katalytischen Einfluss des organisierten Widerstands. Während das Regime bestrebt ist, die  MEK und ihr Netz an Widerstandseinheiten zu unterdrücken, zeigt genau dieses Bestreben die Anziehungskraft dieser Bewegung, besonders in der jüngeren Generation des Iran.

Gefangen in einem strategischen Sumpf, sieht sich das Regime nicht in der Lage, sich mit den öffentlichen Beschwerden zu befassen oder zum Zustand vor dem Aufstand zurückzukehren. Die Sehnsucht nach einer Transformation in der iranischen Gesellschaft wendet sich sowohl gegen die derzeitige Kleriker Diktatur als auch gegen die frühere Monarchie. Die Versuche des Regimes, die Bewegung zu unterdrücken, haben sich als untauglich für das Ersticken des Aufstandes erwiesen, und lassen die Gesellschaft in einem Zustand, der an ein Pulverfass erinnert, das jederzeit explodieren kann.

Die Unterdrückungstaktiken des Regimes beruhen auf einer gesellschaftlichen Unbeständigkeit mit wirtschaftlichen Notlagen, politischer Repression und einer Korruption, die zusammen das weit verbreitete  Empfinden der Unzufriedenheit anheizen. Während der Jahrestag des Beginns des Aufstands näherkommt, sieht sich das Regime in der Auseinandersetzung mit einer Gesellschaft, die sich auf Messers Schneide befindet, wo die Wahrscheinlichkeit eines demokratischen Funkens, der einen Brand auslöst, zunehmend  plausibel wird.

Einleitung

Der Iran nähert sich geschwind dem ersten Jahrestag des Beginns der neuesten Runde von Volksaufständen, die im ganzen Land unternommen und mehrere Monate lang fortgesetzt wurden und die die soziopolitische Landschaft für immer verändert haben. Während sich Volk und Staat gegeneinander in Stellung bringen, haben die Umstände und die zugrundeliegende Dynamik die Gesellschaft mit immer mehr Gründen für die Revolte versorgt.

Außer den bleibenden Beschwerden über die starke Repression politischen Dissenses, die Erosion der bürgerlichen Freiheiten und einer durchgängigen Zensur hat das Regime das Leben für die Mehrheit der Iraner unerträglich gemacht, die in den letzten Jahren unter die Armutslinie gestoßen wurden. Zum Jahrestag des Beginns des landesweiten Aufstand ist die Kernfrage, ob es das Regime erreicht hat, die Proteste zu ersticken,  und ob wir wieder am Status Quo vor dem Start Protesten angelangt sind oder ob die Proteste weiter leben und ob die iranische Gesellschaft auch zu größeren Veranstaltungen bereit ist.

In dieser Abhandlung werden wir kurz den landesweiten Aufstand im Iran von 1922 begutachten, seine tieferen Gründe und seine Folgen für die iranische Gesellschaft aufzeigen und uns fragen, wie sich die Zukunft darstellen wird.

 Die tieferen Gründe der Aufstände im Iran

Der Iran ist unter der Herrschaft der Mullahs eine Brutstätte der Verletzungen von Menschenrechten, der Folter, der Hinrichtungen und eine Mordstätte an unschuldigen Männern, Frauen und Kindern.

Der Aufstand kommt nicht plötzlich ohne tiefere Wurzeln. Stattdessen ist er ein Produkt des Kampfes des iranischen Volkes um die Freiheit in den letzten vier Jahrzehnten, wobei 120 000 Freiheitskämpfer ihr Leben geopfert haben.

Seit dem Aufstand von 2017 haben mehrere bedeutende Vorfälle in der iranischen Gesellschaft einen starken und explosiven Zorn gegen das Regime   aufgebaut. Der erste war das Massaker an 1500 Protestierern im Jahr 2019, gefolgt von dem vorsätzlichen  Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs. Dann kamen 550 000 Todesfälle durch die Ausbreitung des Coronavirus, was sich durch Khameneis Entscheidungen verschärft hat.

Ein weiterer war die Ernennung von Ebrahim Raisi, dem Henker beim Massaker beim Massaker von 1988 an 30 000 politischen Gefangenen, zum Präsidenten des Regimes.

Die hohe Inflation, die zuweilen für einige Güter 100 % erreicht, eine ungebremste und schreckliche Arbeitslosigkeit, eine staatliche Korruption, die alle Aspekte des gesellschaftlichen Lebens betrifft und die Diskriminierung von Frauen und religiösen und ethnischen Minderheiten haben zur Explosivität der Gesellschaft beigetragen.

In den letzten fünf Jahren hat sich der Anteil der Menschen mit geringem Einkommen  an der Bevölkerung verdreifacht. Die brutale Unterdrückung der Frauen und Jugendlichen ebenso wie die sich verschlimmernde Armut und die Arbeitslosigkeit hat jedermann schockiert.

Es gab im letzten Jahrzehnt null Wachstum, die Investmentrate entwickelt sich negativ und der Wert der Nationalwährung ist um das 34fache abgestürzt.

Deshalb hat dieser Aufstand seine Wurzeln im explosiven Zustand der Gesellschaft, der Armut, der Arbeitslosigkeit und vor allem der katastrophalen Situation der Frauen.

Der Aufstand von 2022 war ein Ausbruch von Zorn über die Schmerzen, die durch diese Faktoren verursacht wurden.

Die Rolle der Frauen

Der historische Verlauf der Beteiligung von Frauen am Kampf gegen die Mullahs ist einer zu mehr Reichhaltigkeit und Ausdauer. Iranische Frauen sind seit mehr als vier Jahrzehnten standhafte Teilhaber an dem Streben nach Freiheit, sie engagieren sich aktiv in dem Kampf. Zudem haben in den Reihen des Iranischen Widerstands Frauen beständig Positionen mit Autorität und Verantwortung eingenommen.

Im Zusammenhang des Aufstands ist das Aufbegehren der Frauen über die Ablehnung der Kopftuchpflicht hinausgegangen, er umfasste auch ein resolutes Verwerfen aller Formen einer Anleitung mit Zwang und Selbstherrlichkeit, ob sie vom Schah oder von den Mullahs geübt werden.

Die Entstehung des Aufstands war kein plötzlicher Vorgang und die entscheidende Rolle der Frauen war kein Zufall. Einerseits war der Aufstand die Kulmination von mehr als 40 Jahren unablässigem Kampf der iranischen Bevölkerung und des Widerstands, ein Kampf der auch bedeutende Opfer forderte. Andererseits trug der Einfluss der Frauen auf der Führungsebene des Widerstands in den vorherigen Jahrzehnten wesentlich zur Entwicklung der Bewegung bei.

Die herausragende  Beteiligung der Frauen beim Antrieb für den Aufstand erwächst aus der Reaktion auf 44 Jahre Unterdrückung. Diese katalytische Rolle ist durch und durch mit den Anstrengungen zahlloser Freiheitskämpfer und der weiblichen Mitglieder der Hauptoppositionsgruppe der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) verflochten, die im Verlauf dieser Jahre Gefängnishaft, Folter und Hinrichtungen erdulden mussten beim Streben nach Emanzipation.

Das Engagement von Frauen auf allen Ebenen des Iranischen Widerstands hat ein starkes Reservoir an Begabungen unter den iranischen Frauen geschaffen. In fast vier Jahrzehnten haben Frauen aus verschiedenen Schichten in dieser Bewegung fachkundige Führerschaft und Fähigkeiten der Verwaltung gezeigt, wobei sie Lehren aus unschätzbaren oft blutigen Erfahrungen gezogen haben.

Im Kern verdeutlicht die Saga der Beteiligung der Frauen an diesem Narrativ des Widerstands die Tiefe ihres Engagements, das Kaliber ihrer Führungskraft und die uneingeschränkte Solidarität, die sie durchgängig zur Schau gestellt haben.

Die Nachhaltigkeit des Aufstands: Faktoren, die dabei im Spiel sind

Das jetzige Anhalten der Proteste kann zwei Hauptantriebskräften zugeschrieben werden. Erstens hat der explosive Zustand der iranischen Gesellschaft einen großen Teil der Bevölkerung stark desillusioniert. Durchgängige Probleme wie die steigende Inflation, eine ungebremste und elende Arbeitslosigkeit, ausgedehnte staatliche Korruption und eine Kulisse an Diskriminierung der Frauen, religiöser Minderheiten und ethnische Gruppen haben zusammengenommen eine Atmosphäre der explosiven Spannung in der Gesellschaft keimen lassen.

Zweitens arbeitet eine gut organisierte Widerstandsbewegung in vielfältigen Bereichen. An der einen Front leiht dieser Widerstand der Graswurzel Revolution handgreifliche Unterstützung  und übt zugleich führenden Einfluss auf den derzeitigen Aufstand aus, was bedeutende Folgen hat. Das Netz der Widerstandseinheiten, die von der MEK aufgestellt wurden, hat einen mächtigen Impetus für die Welle der Proteste hervorgebracht, dies ist eine Realität, die auch vom Regime selbst eingeräumt wird.

Am 2. August 2023 hat IRNA, die offizielle Nachrichtenagentur des iranischen Regimes,  eine Gesprächsrunde mit fünf sogenannten „Experten“ aus dem Anlass einer neuen Buchveröffentlichung organisiert, dem neuesten Kapitel in der endlosen Dämonisierungskampagne des Regimes gegen die MEK. Die Teilnehmer gestanden wesentliche Punkte in Bezug auf die MEK ein. Daran ist bemerkenswert, dass diese Personen Amtsträger im Sicherheits- und im Propagandaapparat sind  und manchmal Vernehmer und Folterer im Unterdrückungsapparat des Regimes. Die Nachrichtenagentur des Regimes hat sie wie üblich mit Titeln wie Universitätsprofessor, Historiker und Autor versehen.

Mohammad Arianfahr stellte die Frage: „Warum ist die MEK so wichtig? Was hat sie am Leben gehalten?“

Von den anderen Teilnehmern an der Runde versuchte sich jeder an einer Antwort auf diese Frage.

Ebrahim Fayyaz meinte: „Die Geschichte wiederholt sich und ich glaube, dass die MEK wahrscheinlich zurückkehren wird“. Er gab zu, dass sich die Jugend vom Regime abgewandt hat und der MEK zuneigt und er fügte hinzu: „Leider ist die Islamische Republik für die neue Generation nicht transparent und sie konnte das der Jugend nicht erklären. Dass die MEK strukturell noch lebendig ist und dass eine Gruppe [von Leuten] sich ihr anschließen will, zeigt, dass das nicht nur an der Unterstützung von den Vereinigten Staaten und Großbritannien liegt. Wir haben die MEK noch nicht zerstört“. Natürlich müssen die Autoritäten des Regimes die widerlegte Behauptung des Bündnisses der MEK mit auswärtigen Mächten wiederkäuen, weil sie sonst wieder den Punkt hervorheben müssten, dass die MEK als Bewegung in der iranischen Gesellschaft verwurzelt ist.

„Der Tatbestand, dass die MEK lebendig ist, sollte für die Regierung wichtig sein und er sollte untersucht werden, um ihn besser zu verstehen“, äußerte Fayyaz.

Mohammad Quchani hat den Punkt hervorgehoben, dass „die MEK das Land gespalten hat“. Seine nachfolgende Erläuterung und die Ausdrucksweise: „das Paar Regierung und Opposition“ machen klar, dass er meinte, dass die MEK die Gesellschaft zwischen Volk und Widerstand auf der einen Seite und dem herrschenden Regime auf der anderen Seite polarisiert hat.

Quchani: „Wir müssen wissen, dass die Sache mit den Mojahedin-e Khalgh eine Sache der heutigen Zeit und nicht nur eine historische Sache ist“. Er gab implizit zu, dass die MEK ein Schlüsselspieler bei der Anführung der Proteste gegen das Regime ist, wenn er sagte: „Wo auch immer die berechtigten Proteste des Volkes umgelenkt wurden, war die Organisation im Spiel“. Natürlich bezieht er sich mit „umgelenkt“ auf Slogans, die zum Sturz des gesamten Regimes aufrufen, die von Millionen Menschen im Iran gerufen werden. Er meinte außerdem: „Die Trennung von Klerus und Staat vom Volk ist das Werk dieser Organisation“. Er schloss damit, dass es dringend erforderlich sei, sich mit dem Iranischen Widerstand zu befassen: „Das Problem mit der MEK ist ein Problem von heute“.

Abbas Salimi Namin fasste  die Diskussionen in der Runde so zusammen: „Unser Hauptproblem im Land ist die MEK und wir müssen uns dessen annehmen“.

Die Ereignisse des Aufstands von 2022 dienten als unzweideutiges Zeugnis für den Einfluss der MEK auf die iranische Jugend. Die Methoden und Taktiken, die von den Widerstandseinheiten der MEK in ihrem Kampf gegen das Regime angewandt werden, haben in der jüngeren Generation Resonanz gefunden. Strategien wie das symbolische Anzünden von Symbolen des Regimes, große Schrifttafeln mit Propaganda und das Bemalen der Mauern mit Protestslogans haben Anklang gefunden. Die beibehaltene Beteiligung der MEK hat die landesweiten Proteste aktiver werden lassen und einer zunehmend radikalen Stellungnahme der Gesellschaft gegen das Regime gegen das Regime Nahrung gegeben. Im Verlauf von fünf Jahren haben die Widerstandseinheiten der MEK furchtlos die wuchernden Sicherheitsapparate des Regimes in Schwierigkeiten gebracht und ihre Vorgehensweise hat zunehmend an Popularität in der Jugend der Nation gewonnen.

Lehren, die aus dem Aufstand zu ziehen sind

Das landesweite Aufbegehren, das im September 1922 im ganzen Iran ausgebrochen ist, zog sich durch die ganze poltische Landschaft des Landes und hat an ihren Fundamenten gerüttelt. Die historische Bedeutung solcher Aufstände im Iran machen deutlich, dass es eine seismische Verschiebung weg vom unhaltbaren Status Quo gibt. Das vorherrschende Gleichgewicht der Macht hat eine sichtliche Transformation  durchlaufen und das hat Politiker dahin gebracht, dass sie einräumen, dass das jetzige Regime vor einer Existenzkrise steht, ohne dass es gangbare Heilmittel für seine Dilemmata gibt.

Lektion 1: Das iranische Regime ist in einer strategischen Sackgasse

Der jetzige Aufstand hat eine unübersehbare Realität bloßgelegt: das iranische Regime sieht sich in einer strategischen Sackgasse gefangen. Sein Versäumnis, sich der Beschwerden des Volkes anzunehmen, hat  einen Kampf darum zur Folge gehabt, seine Autorität zu wahren. Im Augenblick müht sich das Regime an einem Bündel von Schwierigkeiten ab von einer stagnierenden Wirtschaft und internen Spaltungen in seinen Reihen bis zum Verlust an Personal im IRGC und bei den Basidsch und dem Phantom der atomaren Aufrüstung. Diese vielfältigen Herausforderungen kommen zusammen und machen das Regime unfähig, irgendwelche Reformen anzustoßen, ohne dass sie die Machtstruktur untergraben, die von Khamenei aufrecht erhalten wird, und lassen das Regime vollkommen in sich zusammenfallen.   Die Maßnahmen des Regimes die nach außen hin der Bewahrung der Kontrolle dienen sollen, haben unvermeidlich die öffentliche Unzufriedenheit tiefer werden lassen und den Aufstand angefacht. Die Aussicht auf eine Rückkehr zum Status Quo vor dem Aufstand ist nicht mehr gegeben, was zuletzt den Weg bahnt zum Umsturz des Regimes unter den Händen einer zu allem entschlossenen Bevölkerung und deren organisiertem Widerstand.

Lektion 2: Die iranische Gesellschaft stellt sich auf einen grundlegenden Wandel ein

Die Proteste haben eindeutige Beweise dafür geliefert, dass die iranische Gesellschaft sich auf eine weitreichende Transformation eingestellt hat. Die einmütige Ablehnung des ganzen Regimes verdeutlicht eine greifbare Sehnsucht nach einem neuen System, das eine echte Volksvertretung erlaubt. Darin spiegelt sich ein tiefer Wunsch nach einer demokratischen Revolution, die eisern jede Form der Diktatur verwirft, einschließlich der Rudimente des früheren Schah Regimes. Die standhafte Entschlossenheit zu einer politischen Struktur mit mehr Inklusion und mehr Teilhabe treibt die derzeitigen Proteste an.

 

Lektion 3: Die iranische Gesellschaft gleicht einem Pulverfass, das jederzeit explodieren kann

Die iranische Gesellschaft kocht und gleicht einem Pulverfass, das sich in jedem Moment entzünden kann. Die unberechenbare Atmosphäre lässt darauf schließen, dass die nächste Phase des Aufstands drohen könnte, die das Schicksal des Regimes besiegeln würde. Das ständige Aufflammen von Protesten im ganzen Iran zeigt die allenthalben vorhandenen Leiden und Frustrationen in der Bevölkerung, die das Regime weiterhin nicht lindern kann.

Lektion 4: Im sozialen Gefüge haben sich Netze des Widerstands zunehmend ausgebreitet

Die Netze der MEK Widerstandseinheiten, die mit dem sozialen Gefüge verwoben sind, haben sich weiter ausgebreitet. Das Herz des Aufstandes besteht überwiegend aus Jugendlichen, besonders Frauen, sie bilden den Kern der Rebellion. Diese Netze haben allein im letzten Jahr annähernd dreitausend Operationen gegen Unterdrückung organisiert. Im April 2023 hat der Iranische Widerstand berichtet, dass seit dem Beginn des Aufstands mehr als 3 600 Mitglieder der Widerstandseinheiten entweder ins Gefängnis gekommen oder vermisst sind. Eine bemerkenswerte Entwicklung besteht in dem riesigen Abstand zwischen der Zahl derer, die sich dem Netz anschließen, und der Zahl derer, die erwischt wurden, worin sich widerspiegelt, wie viel erreicht worden ist.

Die „Zeitung Iran“, die mit dem Präsidenten des Regimes Ebrahim Raisi verbunden ist, hat den Wunsch des Regimes zum Ausdruck gebracht, das Netz der MEK innerhalb des Iran zu neutralisieren. Das macht deutlich, in welchem Maße die Führung des Aufstands physisch und digital für eine Zusammenarbeit zwischen MEK und Bevölkerung erreicht hat.

Interne Dokumente aus dem Außenministerium des Regimes attestieren der MEK Einheit, entwickelte Organisationsstruktur und nachrichtendienstliche Leistungsfähigkeit. Das Bestreben der MEK, das Regime mit der Einrichtung von Widerstandseinheiten zu stürzen, machen sie zu einer einzigartigen Gruppierung, die eine Alternative darbietet.

Diese organisierte Bewegung, die von den Widerstandseinheiten vorangetrieben wird, sammelt täglich eine zunehmende Zahl von Unterdrückten um sich. Sie hat das doppelte Ziel, das Regime zu stürzen und eine Revolution zu beginnen, die in Freiheit, Demokratie und Gleichheit begründet ist.

Lektion 5: Der Aufstand benötigt eine Kraft des organisierten Widerstands, die zu Opfern bereit ist

Die explosive Situation der iranischen Gesellschaft führt nicht von selbst zu einem Sturz des Regimes. Sie braucht eine Kraft des organisierten Widerstands, die zu Opfern bereit ist, Der Aufstand hat gezeigt, dass das iranische Volk gewillt ist, für seine Freiheit Opfer zu bringen und der existierende organisierte Widerstand, nämlich MEK und NWRI,  sind die einzige Kraft, die diese Energie kanalisieren kann.

Lektion 6: Die Angst des Regimes vor der MEK und sein Manöver des letzten Auswegs: Beseitigung der MEK

Die Ereignisse des letzten Jahres und die unbestreitbare Rolle der MEK Widerstandseinheiten beim Organisieren und Schüren der Proteste hat einmal mehr demonstriert, wie groß die Angst des Regimes vor der MEK als Kraft des Wandels ist.

Infolgedessen hat das Regime eine umfassende Kampagne dafür unternommen, die MEK zu beseitigen, und sich auf Unterdrückung, eine Dämonisierungskampagne und Kollaboration mit sogenannten Opponenten verlegt, um seinen Hauptgegner auszuschalten.

Auf diese Weise hat das Regime ohne Erfolg versucht, mit Hilfe seiner Agenten, die sich nicht als solche zu erkennen geben, die demokratische Alternative  in den Schatten zu drängen, indem es Überbleibsel des vorherigen Regimes fördert, was im Wesentlichen einem „Übergang“ von der derzeitigen zur vorherigen Diktatur gleichkommen würde.

Lektion 7: Das iranische Volk lehnt vorgetäuschte Alternativen ab

Ausgedehnte Bemühungen des Regimes oder anderen, die keine demokratische Republik im Iran haben wollen, haben in einem ungeschriebenen Abkommen Hand in Hand daran gearbeitet, Verwirrung zu stiften und für das Narrativ zu werben, dass eine geeinte Opposition und eine gangbare Alternative nicht existiere. Auch wurden einige Sendungen in der Sprache Farsi ausgestrahlt, finanziert von anderen Ländern, und sie wurden dafür benutzt, für ein falsches Narrativ zu werben, wonach es angeblich einen Wunsch zu einer Rückkehr zur vorherigen Diktatur gebe.

Letztlich haben sich diese Bemühungen als untauglich erwiesen, den Aufstand zu beeinflussen, sie sind nach hinten losgegangen und haben dem Regime unbeabsichtigt geholfen. Das Ergebnis war, dass die iranische Gesellschaft diese Initiativen kategorisch verworfen hat.

Das iranische Volk hat erkannt, dass die Monarchie im Iran historisch einen Faschismus verkörpert hat. Die Ära des Schahs hat Gefängnis oder Hinrichtung für Freiheitskämpfer erlebt und den Aufstieg der Mullahs zur Führung erst möglich gemacht. Die Bevölkerung lehnt kategorisch alle Formen der Diktatur ab, auch eine Rückkehr zur Monarchie, mit Slogans wie „Tod dem Unterdrücker, ob der Schah oder die Mullahs“.

Amtsträger und Medien des Regimes räumen das Risiko einer politischen Eruption ein

Das Kleriker Regime behauptet von sich, dass es den Aufstand durch eine harte und unablässige Kampagne der Unterdrückung erstickt. Jedoch verbirgt sich hinter dieser äußeren Maske des Anscheins einer Kontrolle eine Wahrheit, wie sowohl staatlich kontrollierte Medien als auch Schlüsselfiguren des Regime einräumen: unter der Oberfläche glimmt ein Feuer, das bereit ist, bei der kleinsten Provokation in ein noch heftigeres Aufflammen  auszubrechen.

Der Grund für diesen leicht entflammbaren Zustand, der seit dem letzten Jahr stärker geworden ist, liegt in dem komplexen Zusammenspiel von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Faktoren.

Wenn man sich den Diskurs in den mit dem Staat verbundenen Medien auf verschiedenen Sachgebieten genauer anschaut, so ergeben sich klare Anzeichen für den Zustand der Gesellschaft als Pulverfass. Die Narrative, die implizit oder explizit ausgestreut werden, zeichnen ein lebhaftes Porträt einer Gesellschaft am Rande des politischen Ausbruchs. Diese Äußerungen, oft wachsam in der Perspektive  des Regimes gehalten und eingerahmt, dienen unbeabsichtigt als Zeugnis für den steigenden Druck unter der Oberfläche.

Die staatliche Tageszeitung Jomhouri Eslami („Islamische Revolution“) vom 16. Juli 2023: „Glaubt nicht, dass die Geduld des Volkes unendlich ist. Fürchtet den Tag, wenn die Armee der Hungrigen sich gegen euch erhebt. Denkt wenigstens an euer Überleben und an eure Herrschaft“.

Die staatliche Website Bahar [„Frühlings-“]Nachrichten- 22. Mai 2023: „Wir sollten vorbereitet sein auf die unvorhersehbare Rückkehr der Proteste auf den Straßen“ und „Heutzutage kann jeder Vorfall zu Protesten führen“.

Die staatliche Website Didar („Begegnung“) – 31. Mai 2023: „Ashraf Boroudscherdi, früherer stellvertretender Minister: ‚…Die Gesellschaft ist in einer Atmosphäre der Entflammbarkeit. Es ist nicht so, wie Ihr denkt, dass ihr jetzt Ruhe seht und dass nichts hinter dieser Ruhe sei. Nein! Unter der Asche glimmt das Feuer und seid versichert, dass mit einem  Funken diese Dinge wieder eine andere Form annehmen können‘“.

Der frühere Amtsträger bei der Zeitung Keyhan Mehdi Nassiri – 25. Juli 2023: „Meiner Meinung nach könnte dies eine Kombination von Rissen an der Spitze der Rivalitäten in der Regierung sein. Dann kann die Sache auf der Straße [d.h. die Proteste] in die Gleichung in dem Augenblick eingefügt werden, wenn man von der Bereitschaft der öffentlichen Meinung ausgeht. Ein Ereignis, ein Vorfall, eine falsche Entscheidung kann so einen Funken entzünden“.

Mohammad Bagheri-Bannai, ein Mitglied des Wirtschaftsausschusses des Parlaments: „Auch mit Ressourcen von 100 Milliarden $ an Devisen für den Außenhandel, den wir laut der Zentralbank in anderen Ländern haben, können wir die wichtigen Aufgaben für das Land nicht erfüllen. Die Ausgaben der Regierung haben sich zu so einer schwindelnden Höhe entwickelt, dass solche Beträge nur für ein paar Monate ausreichen, aber sie sind nicht genug für langfristige Projekte“.

Die Website Ensaf („Gerechtigkeit“) Nachrichten – 12. Juli 2023: „Dschafarzadeh Imanabadi, ein früheres Mitglied des Parlamentsausschusses für Planung und Budget: ‚Die Korruption ist im Land systematisch geworden. Gleichgültig, was wir tun, um dieses Problem zu verbergen, es ist zur unbestreitbaren Wirklichkeit geworden. Systematische Korruption entsteht, wenn es keinen Willen gibt, die Korruption zu bekämpfen‘“.

Am 3. August 2023 schrieb die staatliche Zeitung Arman: „Ein Arbeiter mit Mindestlohn müsste mehr als 170 Jahre lang arbeiten und in jedem Monat einen Teil seines Einkommens sparen, um ein Apartment mit 80 m² kaufen zu können, aber auch das wäre in Wirklichkeit unmöglich, weil Arbeiter die keine Häuser haben und Mieter sind, nicht imstande sind, monatlich etwas zu sparen. Er kann in Wirklichkeit glücklich sein, wenn er die Miete bezahlen kann“.

Die offizielle Nachrichtenagentur ILNA berichtete am 2. August 2023, dass der Durchschnittspreis pro m² Wohneigentum in Teheran von 47 Millionen Rial im Winter des vergangenen Jahres auf 65 Millionen Rial im Frühling und Frühsommer dieses Jahres gestiegen  ist. Die Vorhersagen von Wirtschaftsexperten deuten darauf hin, dass „die Zunahme der Preise zum Wohnen 2023 etwa 40-40 % betragen wird“, so ILNA.

Am 23. Juli haben viele Mitglieder des Madschlis (des Parlaments),   die entschiedene Verteidiger des Khamenei-Raisi-Projekts sind, die Regierung aus Angst vor dem explosiven Zustand der Gesellschaft  befragt.

Unter Hinweis darauf, dass die Zeit nicht für das Regime arbeite, erklärte MP Dschalal Rashidi zur Regierung: „Wissen Sie, dass ein Kilo Huhn 120 000 Toman kostet? Herr Präsident, vor zwei Jahren habe ich Ihnen gesagt … passen Sie auf, die Zeit vergeht schneller, als Sie denken“.

Am gleichen Tag sagte MP Dschavad Hosseinikia: „Herr Präsident! Überall hohe Preise, retten Sie den desaströsen Markt, die Leute erheben ihre Stimmen“.

Am 3. August 2023 hat Mehdi Nasiri, der frühere geschäftsführende Herausgeber der Zeitung Kayhan, das Versagen der Politik Khameneis und Raisis auf ganzer Linie beschrieben: „Meiner Meinung nach könnte dies eine Trennlinie an der Spitze des Staates sein, dann könnte das Element der Straße hinzukommen. Bei dem Zustand der öffentlichen Meinung kann ein ganz zufälliges Ereignis, eine falsche Entscheidung einen solchen Funken schaffen“.

Das Forschungszentrum des Parlaments im Juli 2023: 1929 war ein Gramm reines Gold drei iranische Rials wert. Zweiundneunzig Jahre später ist der Wert des Rial um das 6 Millionenfache gesunken und hat im Februar 2022 18 Millionen Rial je ein Gramm Gold erreicht. Im Vergleich zum US Dollar ist er um das 16000fache abgestiegen.

Vor kurzem hat das Magazin Forbes in einem Bericht den iranischen Rial  als „die schwächste Währung der Welt“ klassifiziert, obwohl das Land „ein führender globaler Exporteur von Öl und Erdgas ist“. Forbes spricht davon, dass 1 Rial für „nur 0,000024 US Dollar zu haben ist (oder anders herum entspricht 1 $ 42 273 iranischen Rials)“ In Wirklichkeit ist es viel schlimmer, da der US Dollar für etwa 500 000 Rials gehandelt wird.

Laut Daten von Bonbast, einer Website, die den Wert des Rial verfolgt, hat im Verlauf nur eines Jahres die iranische Währung  Rial auf dem offenen Markt 51,6 % seines Wertes verloren.

Im Juli 2023 hat die Nachrichten Website Eghtesad Pouya [„Die Wirtschaft von Pouya“] Ehsan Soltani zitiert, einen Wirtschaftsforscher: „Der Fall der nationalen Währung von 2018 bis 2022 entspricht doppelt so viel wie in den 53 Jahren der Regentschaft von Pahlevi, fast doppelt so viel wie in einem Jahrhundert der Qadscharen Dynastie oder fast dem Dreifachen wie im achtjährigen Krieg. Preisschocks bei der Währung sind der Hauptpfeiler der korrupten und ineffektiven wirtschaftlichen Regierungsführung geworden“.

Radio Farhang des Regimes – 23. Mai 2023: „Laut der von der Zentralbank veröffentlichten Statistik haben sich die Preise für Wohnungen in Teheran in den letzten 30 Jahren um das Tausendfache erhöht“.

Die staatliche Zeitung Shargh („Osten“) – 18. Mai 2023: „Einige verarmte Familien leihen ihre Kinder zum Arbeiten aus“.

Daily Mail Online: Verzweifelte Iraner verkaufen ORGANE wegen der Wirtschaftskrise im Land. Illegale Verkäufe ‚erreichen alarmierende Ausmaße‘ mit dem Tausch von Körperteilen für 5 500  £ bis 12 000 £.

Die Website Donya-e Eqtesad („Welt der Wirtschaft“) – 13. Mai 2023: „Die Zahl der Ärzte und Krankenschwestern, die das Land im vergangenen Jahr verlassen haben, war höher als 10 000 Personen“.

Die staatliche Website Faraz – 29. Juli 2023: „Tausende Familien haben ihre Dinge des Haushalts irgendwo untergebracht und sind wohnungslos. Die Zahl der Menschen, die in unterversorgten Gebieten wohnen, hat 20 Millionen erreicht. Vor zwei Jahren lag der Preis je m² Wohnfläche im Durchschnitt bei 330 Millionen Rial und jetzt hat er 780 Millionen Rial erreicht“.

Die staatliche Zeitung Arman Emrouz – 26. Juli 2023: „Ein Arbeiter mit Mindestlohn muss mehr als 170 Jahre lang arbeiten und in jedem Monat einen Teil seines Einkommens sparen, um ein Apartment mit 80 m² kaufen zu können. Aber auch das wäre in Wirklichkeit keine Lösung, weil ein Arbeiter der Mieter ist, im Allgemeinen nicht imstande ist, monatlich etwas zu sparen; schon das Bezahlen der Miete ist ein großes Kunststück“.

Die wirtschaftliche und soziale Situation ist so armselig, dass das Regime nicht in der Lage ist, in diesem heißen Sommer für Trinkwasser zu sorgen. Der Zugang zu Wasser ist in mehr als 13 Provinzen für längere Zeit abgeschnitten: Am Abend des 31. Juli 2023 haben die Menschen in Divandareh gegen mehrere Tage ohne Wasser protestiert und sich vor dem Gouverneursgebäude und dem Gebäude der Wasser- und Abwasser-Organisation versammelt, um zu demonstrieren. Junge Leute sind mit Agenten der unterdrückerischen Staatssicherheitskräfte aneinander geraten, haben Feuer angezündet, Straßen blockiert und Slogans skandiert. Die SSF Agenten schossen mit Tränengas auf die Protestierer, die Trinkwasser forderten.

Das Parlamentsmitglied Reza Aryanpour – 23. Juli 2023:  „Die Provinz Golestan ist derzeit im schlimmsten Zustand, was Trinkwasser anbelangt, und an jedem Tag hören wir Berichte und Proteste von lieben Leuten in verschiedenen städtischen und ländlichen Gebieten der Provinz, besonders in den östlichen Zonen, über tagelanges Fehlen von Wasser“.

Die staatliche Website Eqtesad („Wirtschaft“) 24 – 27. März 2023:  „300 Städte befinden sich im Wasserstress und die Lieferung von Wasser erfolgt in mehr als 8 000 Dörfern mit Tankwagen. Sogar Experten in Wasserressourcen und Hydrologie haben den Wasserbankrott ausgerufen“.

Die staatliche Website Entekhab („Die Auswahl“) – 28. Juli 2023: „Die Wasserbilanz in Isfahan ist negativ, es fehlen 13 Milliarden m³, was etwa 20 Flüssen von der Größe des Zavandeh Rud entspricht. Es gibt andere Provinzen mit höheren negativen Bilanzen als Isfahan. Die Provinz Fars schließt mit einer negativen Bilanz von 15 Milliarden m³ ab und hält den Rekord der Absenkung des Grundwassers um 54 Zentimetern im Jahr. Die Provinz Fars hat ein großes Potential für einen großen plötzlichen allgemeinen Kollaps“.

Am 22. Juli 2023 hat das Mitglied des Madschlis (Parlaments) Reza Arianpour,  auf den explosiven Zustand der Gesellschaft im Sommer ohne Wasser verwiesen und erklärt: „Die Provinz Golestan ist heute in der schlimmsten Situation mit dem Trinkwasser, jeden Tag bekommen wir Meldungen und hören die Proteste von Menschen aus verschiedenen städtischen und ländlichen Gebieten der Provinz, besonders in den östlichen Städten der Provinz. Wir waren mehrere Tage lang von Trinkwasser abgeschnitten“.

Gholamreza Montazeri, ein anderes Parlamentsmitglied, hat davor gewarnt, dass „die Spannungen um das Wasser sich in eine soziale Spannung verwandelt“.

Das staatliche Medium Shargh („Osten“) – 15. Juli 2023: „Nach der ausgedehnten Werbung der Regierung für den Start des Ghadir Wasserprojekts im vergangenen Jahr und dem Versprechen, dass das Wasserproblem in der Provinz Khusistan für immer gelöst sei, waren die Bewohner von Malashiya in Ahwaz dennoch 30 Tage lang ohne Wasser. Das Wasser, das mit Tankwagen gebracht wird, ist nur zum Trinken da, nicht für andere Bedürfnisse“.

Das Parlamentsmitglied Moin al-Din Saidi – 23. Juli: „Drei Monate lang haben die Menschen in dem Dorf Kalani nicht einen Tropfen Wasser bekommen und die Verteilung von Wasser mit einem Tankwagen für 12 Millionen Rial hat den Menschen zahlreiche Probleme gebracht. Der Durstschrei der Menschen ist zur Routine in den Ohren von Amtsinhabern geworden“.

Der vergebliche Griff zur Unterdrückung beim Ansteigen der Spannungen

Angesichts der steigenden Unzufriedenheit und der vermehrten Rufe nach einem Wandel hat sich die Verzweiflung des iranischen Regimes einmal mehr in repressiven Maßnahmen manifestiert mit dem Ziel, alle potentiellen Proteste zum Jahrestag des Beginns im Jahr 2022 abzuwehren. Dennoch  scheinen die Versuche des Regimes umsonst zu sein, weil der eigentliche  Grund des Aufstands – der  sprunghafte Zustand der iranischen Gesellschaft – weiter da und bereit ist, sich bei jedem Funken zu entzünden.

Weil der Jahrestag des Beginns des Aufstands 2022 ansteht, verstärkt das Regime seine repressiven Taktiken, um ein Wiederaufflammen der breit gestreuten Proteste zu verhindern, der einst ihre Fundamente erschüttert hat. Universitäten und Studenten, die eine entscheidende Rolle bei den vorherigen Aufständen gespielt haben, werden jetzt isoliert. Diese Studenten, die als intellektueller Kompass der Gesellschaft handeln, werden mit den historischen Taktiken der Manipulation und Täuschung ausgebremst.

Ein  Dokument, das jetzt gerade in den Universitäten des Iran zirkuliert, wirft ein Licht auf die Strategie des Regimes in dieser Hinsicht. Ebrahim Raisis Regierung hat die Rekrutierung von 15 000 Basidsch Mitgliedern und Regimetreuen als Mitglieder der Akademie eingeleitet, ein Schritt außerhalb des akademischen Rahmens und mit hoher Dringlichkeit. Die Reaktion aus Raisis Wissenschaftsministerium kam verspätet und hatte zum Mittelpunkt, „verdeckte und nicht autorisierte Ernennungen“ abzulehnen. Das legt offen, dass das Regime den Rückschlag wahrgenommen hat, den seine Rekrutierungsstrategie ausgelöst hat.

Um den explosiven Zorn einer Bevölkerung zu ersticken, die den Sturz des Kleriker Regimes fordert, beschleunigt Khamenei die Hinrichtungen, um eine Atmosphäre der Angst zu erzeugen zur Abschreckung von potentiellen Aufständen, besonders in der Gemeinschaft der Belutschen. Die Hinrichtung von 10 Gefangenen, darunter 6 belutschische Landsleute, in verschiedenen Gefängnissen im ganzen Iran am 21. August ist ein krasses Zeugnis für diese grimmige Strategie.

Während das Regime sich dem Jahrestag des landesweiten Aufstands nähert, spricht sein Bestehen auf einer unablässigen Häufung von Hinrichtungen Bände über seine Befürchtungen. Seit dem 25. Juli 2023 wurden über 56 Gefangene vom Regime hingerichtet.

Jedoch erscheinen diese Taktiken zur Unterdrückung zu nichts zu führen angesichts einer explosiven Gesellschaft. Die Bemühungen des Regimes, Proteste am Jahrestag des Beginns des Aufstands zu unterdrücken, werden überschattet von der zugrundliegenden Wirklichkeit: der gesellschaftliche Zustand, der zu dem Beginn des Aufstands geführt hat, hat weiterhin keine Lösungsansätze veranlasst. In einer Gesellschaft, die ein Pulverfass in Erwartung eines Funkens ist, ist der Jahrestag bloß eine Kulisse. Die Wahrheit bleibt, dass in jedem Moment ein Funken das Potential hat, eine seismische Explosion des Protests auszulösen und eine neue Welle von Aufständen einzuleiten.

Die verzweifelten Versuche des Regimes, den Widerstand auf der globalen Bühne zu vernichten

Die Angst des Regimes sowohl vor der MEK als auch vor dem Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) geht über die Grenzen des Iran hinaus. Das Regime hat tatsächlich ausgedehnte internationale Maßnahmen ergriffen, um die Aktivitäten des Widerstandes außerhalb des Iran zu unterdrücken, wobei es im Rahmen der Appeasement-Politik des Westens operiert.

Am 19. Juni, wenige Tage, nachdem der NWRI Pläne für die Abhaltung eines Gipfels Freier Iran  2023 bekannt gegeben hatte, hat die Pariser Polizei eine Erklärung an Reuters abgegeben, in der sie bestätigt, dass sie das Organisationskomitee von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt hat, die Kundgebung zu verbieten, weil sie „Störungen der öffentlichen Ordnung hervorbringen könne wegen des geopolitischen Zusammenhangs“.

Politische Analysten brachten die Entscheidung mit einem 90minütigen Telefongespräch zwischen dem französischen Präsidenten Emanuel Macron und dem Präsidenten des Kleriker Regimes Ebrahim Raisi am 10. Juni 2023 in Verbindung. Einige französische Medien spekulierten über europäische Geiseln, um die es gehe.

Abdol-Reza Faradschirad, der frühere Botschafter des Regimes in Norwegen und Ungarn bestätigte, dass während der Verhandlungen über die Freilassung, französischer, dänischer und iranisch-österreichischer Gefangener im Iran Übereinkünfte getroffen worden seien über die Kontrolle der Aktivitäten der MEK in Europa.

Der NWRI gab eine Erklärung ab, die besagte, dass er die Entscheidung der französischen Regierung vor Gericht anfechten werde.

„Der Druck des Kleriker Regimes auf Frankreich, ein solches Verbot zu erwirken, enthüllt die Paranoia der Mullahs wegen der Einstellung des Volkes gegenüber der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) und der Schlüsselrolle der Organisation im landesweiten Aufstand“, hieß es unter anderem in der Erklärung.

Die Welle der Maßnahmen, die gegen den Iranischen Widerstand unternommen wurden, wurde von freudigem Enthusiasmus in Teheran und genauso auf allen öffentlichen Bühnen  begleitet, die iranische staatliche Amtsträger nutzen konnten, um sich an die enge Gefolgschaft des Regimes zu wenden. Vom Außenministerium bis zur Justiz und herunter zu den Führern der Freitagsprediger und den Feldkommandeuren im IRGC behauptete das Regime, dass es den Westen erfolgreich davon überzeugt habe, „den Heuchlern den Rücken zu kehren“ [der pejorative Titel des Regimes für die Diffamierung der MEK in der Gesellschaft des Iran] und die Mitglieder der MEK gefangen zu nehmen, die Organisation zu zerlegen, jene auszuweisen und sie wieder an den Iran auszuliefern.

Vielleicht war das Regime am ängstlichsten darauf bedacht, eine unruhige Gesellschaft daran zu hindern, Zeuge eines Gipfels Freier Iran zu werden, der zeigte, wie eine iranische Organisation es soweit gebracht hatte, die heimischen Widerstandszellen mit dem internationalen Rückhalt zu versehen. Aber zuletzt ging der Kampf zwischen dem Kleriker Regime und seiner großen Opposition so aus, dass das iranische Volk Zeuge der verbotenen Szene wurde mit außerordentlich mehr Aufbegehren, Standfestigkeit und wagemutiger Ausdauer.

Am Tag vor der geplanten Demonstration hat ein Pariser Gericht die Entscheidung für das Verbot der Veranstaltung aufgehoben. In weniger als einem Tag mobilisierte die MEK erfolgreich Zehntausende Iraner für die Demonstration in Paris. Der Jahresgipfel Freier Iran fand statt und wurde von 500 prominenten internationalen Figuren  besucht.

Während dieses Gipfels haben bekannte internationale Figuren Reden gehalten und sich mit der Alternative in Gestalt des Nationalen Widerstandsrats und mit dem 10-Punkte-Plan von Frau Rajavi für die Zukunft des Iran befasst. Diese Diskussionen zeigten deutlich den beträchtlichen internationalen Rückhalt für die Bewegung des Iranischen Widerstands und das Potential für einen Aufstand und eine Revolution innerhalb des Iran.

Das Streben nach einer gangbaren Alternative für das theokratische Regime

Eine der besonderen Eigenschaften des Plans des NWRI besteht darin, dass vor mehr als 20 Jahren Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des NWRI, ein Programm vorstellte für eine freie und demokratische Republik des Iran auf der Grundlage  der Zurückweisung aller Arten von Diktatur und der Errichtung einer demokratischen Republik. Dieses fortschrittliche Programm, bekannt als Zehn-Punkte-Plan, wurde von vielen Parlamenten, gewählten Volksvertretern in verschiedenen Ländern, früheren Staatschefs und politischen Figuren mit Prestige unterstützt. Viele sehen in dem Zehn-Punkte-Plan eine Garantie für den Sturz des herrschenden Regimes und den Aufbau eines freien und demokratischen Iran. Bei dem Weltgipfel Freier Iran 2023 hat das Maß der Unterstützung des Zehn-Punkte-Plans von Maryam Rajavi einen neuen Höhepunkt erreicht.

Die Mehrheiten von 29 Parlamenten in der Welt, mehr als 3600 Volksvertreter aus 40 Ländern in Europa, Nord Amerika, Australien und arabischen Ländern in 61 legislativen Versammlungen, mehr als 120 frühere Führer der Welt und 75 Nobelpreisträger erklärten ihre Unterstützung für den Zehn-Punkte-Plan.

In einem gemeinsamen Brief schrieben die früheren Staatschefs: „Wir glauben, dass es dem iranischen Volk obliegt, über seine Zukunft zu entscheiden. Wir erkennen jedoch an, dass seit vier Jahrzehnten die demokratische Koalition des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) beständig und unermüdlich nach einem demokratischen Wandel gestrebt hat. In dieser Hinsicht glauben wir, dass der Zehn-Punkte-Plan, der von der NWRI Präsidentin Frau Maryam Rajavi formuliert worden ist, Unterstützung verdient. Seine Verpflichtung auf freie Wahlen, Freiheit der Versammlung und Meinungsäußerung, die Beseitigung der Todesstrafe, Gleichheit der Geschlechter, Trennung von Religion und Staat, Autonomie der Volksgruppen im Iran und einen atomwaffenfreien Iran liegt auf der Linie unser eigenen demokratischen Werte“.

Der frühere US Vizepräsident Mike Pence sagte in seiner Rede beim Weltgipfel Freier Iran: „Der 10-Punkte-Plan für die Zukunft des Iran garantiert die Redefreiheit, die Versammlungsfreiheit und die Freiheit eines jeden Iraners, die gemeinsame Führungsperson zu wählen. Im vergangenen Monat hatte ich die Ehre, mich 100 früheren Weltführern anzuschließen, die Präsident Joe Biden und die Führer in der Europäischen Union aufgefordert haben, den Widerstand im Iran zu unterstützen, besonders Maryam Rajavis 10 Punkte Plan“.

Stephen Harper, der frühere Premierminister von Kanada, meinte: „Es ist jetzt die Zeit, dem Volk  im Iran in Solidarität beizustehen bei seinem Wunsch nach einem freien, säkularen und demokratischen Staat. Meine Freunde, das ist die Zukunft, für die Ihr, der Nationale Widerstandsrat Iran, beständig und unermüdlich eingetreten seid.  Eine Verpflichtung auf freie Wahlen, die Freiheit der Versammlung und der Meinungsäußerung, Pluralismus und Rechtsstaat, Menschenrechte und Gleichberechtigung der Geschlechter, die Trennung von Religion und Staat und die Autonomie ethnischer Minderheiten im Iran, und natürlich auch ein atomwaffenfreier Iran  im Frieden mit der Welt“.

Herr Peter Altmaier, der frühere Chef des deutschen Kanzleramts, Bundesminister für besondere Angelegenheiten und Bundesminister für Wirtschaft und Energie, hat den Zehn-Punkte-Plan des Nationalen Widerstandsrats Iran „eine universelle Deklaration des Grundwertes der individuellen Freiheit und der Demokratie“ genannt. Herr Altmaier sprach die Hoffnung aus, dass der Iran bald befreit werden möge und rief den Iranischen Widerstand auf, sich auf bessere Tage in der Zukunft vorzubereiten.

General James Jones, früherer Nationaler Sicherheitsberater in den USA und früherer NATO Oberbefehlshaber, bezeichnete den Zehn-Punkte-Plan als einen „Leuchtturm der Hoffnung“ und erklärte: „Frau Rajavis Zehn-Punkte-Plan, der die demokratischen Werte wiederspiegelt, die von der internationalen Gemeinschaft hochgehalten werden und die Amerikaner als wirklich dem Geiste Jeffersons entsprechend anerkennen, steht als ein Leuchtturm der Hoffnung da, der den Weg leuchtet für einen demokratischen Iran, wo Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenrechte die Oberhand bekommen“.

Senator Joseph Lieberman, der Kandidat für die Vizepräsidentschaft der Vereinigten Staaten (2000), führte aus: „[Der Zehn-Punkte-Plan] ist ein großer Plan, ein Plan für Freiheit, Gleichheit, Chancen für das Volk im Iran. Es ist einer, den jede zivilisierte demokratische Nation in der Welt begeistert unterstützen sollte.

Aber der NWRI und Frau Rajavi haben noch etwas anderes. Sie haben einen Plan für den Übergang. Er ist dort draußen für jedermann zu sehen. Es ist ein selbstloser Plan, der zeigt, dass diese Organisation nicht auf Machtergreifung aus ist. Es geht darum, sicherzustellen, dass das Volk im Iran die Macht ergreift, wenn das Regime fällt.

Es ist ein Plan, der beginnt mit dem Übergang zuerst zu Wahlen, um eine verfassunggebende Versammlung vom Volk des Iran zu bekommen, die die Verfassung verabschiedet, die hoffentlich sehr dem Zehn-Punkte-Plan entspricht, und die die Führer des Landes wählt.

Meiner Meinung nach gab es in der Geschichte der Aufstände und Rebellionen gegen Diktaturen in der Welt niemals eine Gruppe von Revolutionären, die bereit waren, Chaos zu vermeiden und einen glatten und friedlichen Übergang zur Freiheit zu liefern, wie diese Gruppe: NWRI, MEK und das Volk des Iran“.

Das ist nur ein kleiner Einblick in die Meinungen und Darlegungen von prominenten und bekannten Figuren und Amtsträgern in Bezug auf den Zehn-Punkte-Plan des Iranischen Widerstands, der selbst die Gültigkeit und das Gewicht dieses Plans als Wegweiser für den Sturz der Mullah Regimes und der Realisierung von Freiheit und Demokratie im Iran zeigt.

Schlussfolgerung

Im Verlauf von vier Jahrzehnten hat die autoritäre Herrschaft der Mullahs die Freiheiten erstickt, sie führte zu Massenverhaftungen und Hinrichtungen, löste schwere Inflation und wirtschaftliches Durcheinander aus, verschärfte die Armut und ließ das gesellschaftliche Gefüge des Iran erodieren. Das hat die Nation an einen entscheidenden Scheideweg gebracht. Im September 2022 sind diese unter der Oberfläche vorhandenen Spannungen explosiv ausgebrochen mit Auswirkungen auf 280 Städte in allen Provinzen. Der folgende Aufstand von sechs Monaten hat zu mehr als 750 Toten und fast 30 000 Verhaftungen geführt, und den Iran in einen irreversiblen Status getrieben. Während der Jahrestag des Beginns des Aufstandes von 2022 näherkommt, sieht sich der Iran verschärften sozio-ökonomischen Schwierigkeiten gegenüber mit einem Regime, das im Inneren und international bedeutend schwächer ist. Das Potential für einen weiteren Aufstand bleibt hoch mit der Möglichkeit eines Ausbruchs bei jeder Provokation.