Übersicht der Iran – Proteste: 1. – 4. Januar
Von Hamideh Taati
5. Januar 2021

Die iranischen Städte waren in den letzten Tagen Zeuge von weiteren Protesten aus allen Bereichen des Lebens. Die Menschen protestierten gegen das wirtschaftliche Missmanagement des Regimes, welches seit der Coronakrise die wirtschaftlichen Probleme verschärft hat. Während die Menschen in aller Welt mit mehr Hoffnung ins neue Jahr starten, kämpfen die Iraner immer noch mit Armut und dem Coronavirus.
Die Berichte über die Proteste sammelten die Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK).
Am 4. Januar traf sich eine Gruppe von Krankenschwestern des Gesundheitszentrums in Ahvaz (Südwestiran), um gegen systematische Diskriminierung im Beruf, fehlende Jobsicherheit und ungleiche Löhne zu protestieren. Die Krankenschwestern stehen an der Frontlinie im Kampf gegen das Coronavirus und sie stehen unter enormen Druck.
Die protestierenden Krankenschwestern sagten: Unsere Löhne und Boni sind in den letzten Monaten reduziert worden. Wir hatten in den letzten Jahren und besonders in der Pandemie eine sehr schwierige Situation.

Krankenschwestern des Gesundheitszentrums von Ahvaz protestieren gegen systematische Diskriminierung in ihrem Beruf – 4. Januar 2021
Am Montag streikten am zweiten Tag in Folge Angestellte des Gesundheitszentrums in Yazd (Provinz Yazd, Zentraliran) und trafen sich vor dem Büro des Vertreters des Regimes für Yazd und Ashkzar. Die Angestellten sagten, dass sie ihren Streik so lange fortsetzen werden, bis ihre Bedingungen erfüllt sind.
Die Arbeiter riefen Sprechchöre zur Unterstützung der Krankenschwestern und protestierten gegen unfaire Löhne.
Streikende Angestellte des Gesundheitszentrums von Yazd – 4. Januar
Am 4. Januar versammelten sich Bewohner der Stadt Azimeh in der Provinz Qazvin (Nordzentraliran), um gegen Engpässe bei der Wasser- und Stromversorgung bei über 330 Hektar Land zu protestieren. Die Demonstranten sagten, dass große Unternehmen Geld von den Menschen für den Aufbau der Infrastruktur und der Gemeindedienstleistungen in der Region bekommen haben und dennoch das Land ohne jegliche Anlagen zurück blieb.

Am Montag versammelten sich die Landwirte in der Provinz Isfahan, um gegen die Teilung des Zayandeh Roud Flusses zu protestieren, was ihr Land vertrocknen lässt. Die Demonstranten betonten, dass sie bis zum Ende kämpfen werden, damit die Behörden den Fluss nicht umleiten. Der Zayandeh Roud Fluss hat die Region bewässert, er fließt von den Zagros Bergen durch die Stadt Isfahan. Doch in den letzten Jahren trocknet er immer mehr aus.
Das Regime interessiert sich nicht für Umweltfragen. Es plündert systematisch den nationalen Wohlstand aus und vernichtet das iranische Ökosystem. Die Revolutionsgarden (IRGC) haben mit ihren Dammprojekten das Austrocknen der Flüsse vorangetrieben.

Landwirte aus der Provinz Isfahan protestieren gegen die Teilung des Zayandeh Roud Flusses – 4. Januar 2021
Am 3. Januar trafen sich Hunderte Rentner zu einem landesweiten Protest im ganzen Iran. Die Proteste fanden in 22 Städten statt, darunter in Teheran, Kermanshah, Täbris, Khorramabad, Arak, Isfahan, Shiraz, Ahvaz, Qazvin, Hamedan, Rasht, Sanandaj, Shush, Karaj, Neyshabur, Yazd, Bojnourd und Shushtar. Die Rentner protestierten gegen Diskrepanzen zwischen ihren Löhnen und denen von Angestellten sowie für faire Löhne und eine Anpassung an Inflation und hohe Preise. In Karaj verhinderten die staatlichen Sicherheitskräfte, dass die Rentner Bilder und Videos von den Protesten machen konnten. In Shush (Südwestiran) gab es einen weiteren Protest vor dem Büro für soziale Dienste und die Rentner hielten einen Protestmarsch ab.

Rentner der Organisation für soziale Sicherheit protestierten in mindestens 11 Provinzen und 22 Städten im Iran – 3. Januar 2021
Am Sonntag protestierten Arbeiter des Ölunternehmens Gachsasran in Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad (Südwestiran) vor der Zentrale des Unternehmens wegen verzögerter Lohnzahlungen.
Bei den Protesten wurden leere Tischtücher als Symbol ihrer Armut auf den Straßen verteilt. Die Arbeiter sagten, dass sie keine Jobvorteile und nicht einmal richtige Arbeitskleidung erhalten haben.

Arbeiter des Ölunternehmens Gachsasran protestieren vor der Zentrale des Unternehmens – 3. Januar 2021
Eine ähnliche Entwicklung gab es am Sonntag in der Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad. Dort protestierten Abwasserarbeiter vor der Abteilung für Wasser und Abwasser und forderten die Zahlung ihrer ausstehenden Löhne.
Am Sonntag protestierten Angestellt des Gesundheitszentrums in Bafq (Provinz Yazd) vor dem Gouvernement. Sie forderten die Zahlung ihrer ausstehenden Löhne und Boni. Sie protestierten auch gegen die Diskriminierung von Arbeitern mit Zeitverträgen gegenüber den fest angestellten Mitarbeitern.

Lehrer mit Zeitverträgen in der Provinz Yazd protestieren vor dem Gouvernement – 2. Januar 2021
Am Sonntag protestierten Zeitarbeiter des Gesundheitszentrums von Shiraz (Provinz Fars, Südwestiran) vor dem Gouvernement wegen ihrer schlechten Arbeitsbedingungen und verzögerten Gehaltszahlungen.
Auf einem Banner stand: Wir eilten in der schlimmsten Situation zur Hilfe und nun werden wir in der schlimmsten Situation zurück gelassen. Wir wollen unsere Rechte.
Das Regime diskriminiert und schenkt den Arbeitern im Gesundheitswesen keine Aufmerksamkeit, während das medizinische Personal selbst in der Pandemie weiter arbeitet.

Zeitarbeiter des Gesundheitszentrum von Shiraz demonstrieren vor dem Gouvernement – 3. Januar 2021
Am Samstag demonstrierten auch die Krankenschwestern in Yasuj (Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad), die seit der Pandemie noch härter arbeiten, gegen ihre plötzliche Entlassung und die Weigerung der Yasuj Universität für medizinische Wissenschaften, sie wieder einzustellen.

Krankenschwestern mit Zeitverträgen protestieren in der Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad – 2. Januar 2021
Am Samstag trafen sich Arbeiter der Nationalen Stahlgruppe in Ahvaz, um gegen die Ernennung von neuen Direktoren in der Personalbeschaffung, der Verwaltung, den Finanzen, der Arbeitskräfte sowie der technischen und operativen Abteilungen zu protestieren.

Protest von Arbeitern der Nationalen Stahlgruppe in Ahvaz – 2. Januar 2021
Am 2. Januar hielten Feuerwehleute aus Isfahan eine Kundgebung vor dem Zentralgebäude der Gemeinde in Isfahan ab. Sie forderten die Zahlung ihrer Löhne und Zuschüsse.

Kundgebung von Feuerwehrleuten in Isfahan – 2. Januar 2021
Am 1. Januar traf sich eine Gruppe von Gärtnern im Osten der Provinz Isfahan zu einer Kundgebung vor dem Büro der Mitglieder des Parlamentes des Regimes, um gegen eine Anweisung der Regierung zum Abbau ihrer Gartenhäuser zu protestieren.
All diese Proteste unterstreichen, dass die iranische Gesellschaft wütend ist und dass die Menschen im Iran für ihre wirtschaftliche Situation und die sonstigen sozialen Nöte nur das Regime verantwortlich machen. Die fortgesetzte Unzufriedenheit im Iran verängstigt das Regime. Diese Angst zeigt sich auch in den staatlichen Medien des Regimes.
„Wir sollten besorgt sein. Die Fortsetzung der Coronakrise wird destruktive Effekte haben und für viel Ärger in der Wirtschaft und der Gesellschaft des Landes sorgen. In der aktuellen Coronaviruslage ist die Verbreitung falscher Hoffnungen sinnlos. Das Coronavirus und die zerfallende Wirtschaft….werden einen massiven Einfluss auf das Leben der Menschen haben und es schwerer machen“, schrieb am Sonntag die staatliche Zeitung Sharq.



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