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Die Proteste im Iran und das instabile Regime der Mullahs

Die Proteste in Khusistan im Südwesten des Iran haben sich am Samstag am zehnten Tag ununterbrochen fortgesetzt. Am Sonntag haben die Einwohner von Täbris im Südwesten des Iran Proteste in Solidarität mit den aufständischen Menschen in Khusistan abgehalten. Trotz der Unterdrückungsmaßnahmen des Regimes breiten sich die Proteste im ganzen Iran weiter aus und verstärken sich.
Die Menschen in Täbris skandierten: „Die Provinz Aserbeidschan ist wach; Khusistan ist im Widerstand“. Die Proteste erreichten auch die Städte Saqqez und Zanjan. Das Regime wurde Zeuge davon, dass seine Unterdrückungsmaßnahmen, wie das Entsenden eines großen Kontingents von Militärkonvois in die Städte oder das Verhängen von Blackouts für das Internet in Khusistan und anderen Provinzen nicht verhindert haben, dass die Proteste sich ausgebreitet und verstärkt haben.
Protestierende in Täbris unterstützen die Demonstranten in der Provinz Khusistan, Zusammenstöße mit Unterdrückungskräften

Diese laufenden Proteste unterstreichen einmal mehr, dass das iranische Volk dieses Regime nicht haben will. Der Oberste Führer des Regimes Ali Khamenei setzte das Kriegsrecht in Kraft durch seine untergebenen Amtsträger unter dem Vorwand des Kampfs gegen das Coronavirus. Das Regime hat sogenannte Covid-19 Lockdowns verhängt, obwohl die Zahl der Todesfälle wegen seiner Untätigkeit eine halbe Million erreicht.
Trotz des inoffiziellen Kriegsrechts strömten die Menschen auf die Straßen in der Provinz Khusistan, in Täbris und in anderen Städten.
Aber warum haben die Unterdrückungsmaßnehmen des Regimes die Menschen nicht daran gehindert, auf die Straßen zu kommen? Der Grund liegt in der grundlegenden Schwäche des Regimes und in der Unruhe in der Gesellschaft.
Ein Vergleich mit dem Endstadium der Zeit des Schahs wird dies klären.
Monate vor der antimonarchischen Revolution 1979 hatte der Schah eine Militärregierung installiert, scheiterte aber dabei, die Kontrolle über die explosive Gesellschaft zu behalten. Der Schah wurde gestürzt trotz seiner teilweisen wirtschaftlichen Stabilität und obwohl er nicht international isoliert war.
Jetzt leiden Khamenei und sein Regime unter der wachsenden internationalen Isolation und wegen der Korruption und der kriegstreiberischen Politik des Regimes. Die Wirtschaft des Iran ist im freien Fall.
Mit anderen Worten: Neben den sich verstärkenden Protesten sehen sich Khamenei und sein Regime vor verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Krisen.

Die Proteste in der Provinz Khusistan genießen die Unterstützung anderer Provinzen im Iran
Die neuesten Stellungnahmen von Amtsträgern des Regimes, besonders von Khamenei, haben die Schwäche des Regimes deutlich gemacht.
In seiner Rede vor kurzem gab Khamenei zu: „Wir können uns nicht über das Volk [seine Proteste] beschweren“.
Dennoch warnen die Amtsträger des Regimes einander einstimmig vor der Intensivierung der Proteste und vor deren unvermeidlicher Verbindung mit der organisierten Widerstandsbewegung. Der Noch Vizepräsident des Regimes Eshaq Jahangiri erklärte: „Wir sollten wachsam sein, dass in Khusistan und in Sistan und Belutschistan nichts passiert, das der Feind feiern könnte“.
Kurz gesagt: Zehn Tage der Proteste und Slogans wie „Nieder mit dem Diktator” zeigen die Unruhe in der Gesellschaft und das absolute Scheitern des Regimes bei der Unterdrückung des Volkes. Diese Proteste und ihr Trend der Ausbreitung sagen einen weiteren großen Protest im Iran voraus.

Der Aufstand in Chuzestan geht in siebter Nacht in 14 Städten trotz brutaler Repression weiter

Iranische Proteste für Wasser – Nr. 10

Protestierende haben in sieben Provinzen zur Solidarität mit dem Aufstand in Khusistan Kundgebungen abgehalten

Trotz aller repressiven Maßnahmen, um den Aufstand der Menschen in Khusistan zu zerschlagen, waren in der vergangenen Nacht zum siebenten Mal nacheinander nicht nur viele Städte und Regionen in Khusistan Zeuge von zornigen Protesten, sondern auch in verschiedenen anderen Städten und Provinzen erhoben sich Menschen, vor allem Jugendliche, zum Protest in Solidarität mit den Menschen in Khusistan.
Am Mittwochabend des 21. Juli waren Ahwaz, Susangerd, Masjed Soleyman, Mahshahr, Shadegan, Izeh, Shushtar, Dezful, Shush Daniel, Elahi, Khowr-e Musa, Behbahan, Mollasani und Darkhovin Zeugen von Massenprotesten und Demonstrationen. Die repressiven Maßnahmen des Regimes bestanden in der Entsendung von Gaunern des IRGC aus anderen Gebieten nach Khusistan, darunter 30 Prozent der Spezialkräfte von Khorramabad, Sondereinheiten und Agenten in Zivil mit Wasserkanonen, Tränengas und Pfefferspray. Zuletzt wurde das Feuer auf Demonstranten eröffnet und das Internet abgeschaltet. Das alles konnte die Jugendlichen und Protestierer nicht daran hindern, sich zu erheben, erzürnt über vier Jahrzehnte Verbrechen und Ausplünderung der Mullahs.
In der vergangenen Nacht gab es schwere Zusammenstöße und Scharmützel zwischen den Kräften der Repression und den rebellischen Jugendlichen in Izeh. Dutzende der Protestierer wurden verletzt, als die Kräfte des Regimes das Feuer eröffneten. Um zu verhindern, dass die Verletzten verhaftet würden, wurden sie nicht in Krankenhäuser gebracht, sondern zuhause behandelt. Außerdem gingen in der letzten Nacht in verschiedenen Teilen von Ahwaz und Susangerd schwere Zusammenstöße der Staatssicherheitskräften (SSF), Spezialeinheiten und Agenten in Zivil mit den Protestierenden weiter.
Die Protestierenden skandierten „Tod dem Diktator“, „Panzer, Gewehre, Khamenei stirb“, „Das Volk will einen Regimewechsel im Iran“, Iraner sterben, aber sie werden keine Erniedrigung hinnehmen“, „Schande über dich, Khamenei, lass ab von der Macht“ und „Bakhtiari und Araber, vereinigen wir uns“. Aufbegehrende Jugendliche blockierten die Einfahrtsstraßen in die Städte, indem sie Reifen verbrannten und Barrikaden errichteten, bevor die Demonstrationen begannen, um repressive Kräfte daran zu hindern, hereinzukommen.
In Solidarität mit dem Aufstand in Khusistan wurden in der vergangenen Nacht außerdem Kundgebungen in Teheran, Yazdanshahr (Isfahan), Mahdasht (Karadsch), Rasht, Bushehr, Bandar Ganaveh, Jarrahi und Lordegan abgehalten, bei denen die Menschen „Khusistan ist nicht allein“ skandierten. In der Stadt Chamran setzten Demonstranten einen Kiosk der SSF in Brand.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)
22. Juli 2021

Aufständische Jugendliche im Iran blockieren Straßen, um den Transport von repressiven Kräften zu verhindern


Behbahan – Blockierung der Schnellstraße von Behbahan nach Amir Hatef – 21. Juli 2021
Iranische Proteste für Wasser – Nr. 9

Aufständische Jugendliche blockieren die Schnellstraßen Behbahan-Gachsaran, Behbahan-Amir Hatef, Behbahan-Bandar Deylam, Ahvaz-Masjed Soleyman, Shush, Bushehr, Azna, Aluni, um den Transport repressiver Kräfte zu verhindern.

Aufständische Jugendliche haben in der vergangenen Nacht in verschiedenen Städten in der Provinz Khusistan und Umgebung Schnellstraßen für den Transport blockiert, um die Entsendung von Einheiten des IRGC und der Staatssicherheitskräfte (SSF) in die Orte von Unruhen zu verhindern. So blockierten letzte Nacht Jugendliche in Behbahan die Schnellstraßen Behbahan –Gachsaran und Behbahan – Amir-Hatef, indem sie Reifen in Brand setzten und Straßensperren errichteten, um zu zeigen, dass sie den Aufstand in Khusistan unterstützen.
In von den Schauplätzen verbreiteten Videos sagen die Jugendlichen, dass sie sich als Reaktion auf einen Aufruf von Massoud Rajavi, dem Führer des Iranischen Widerstands, erhoben haben, um den Aufstand der Menschen in Khusistan wegen des Mangels an Wasser zu unterstützen.
Auch in Shush blockierten die aufbegehrenden Jugendlichen die Hauptverbindungsstraße der Stadt, indem sie Reifen anzündeten. In der Kleinstadt Fazilat in Buschehr blockierten Jugendliche auch die Transportstraße zur Unterstützung des Aufstands in Khusistan, der sich gegen Wasserknappheit richtet. Ähnlich versperrten Jugendliche die Schnellstraße von Aluni nach Lordegan. Ebenso setzten Jugendliche in Azna in der Provinz Luristan Reifen in Brand, um eine Schnellstraße unpassierbar zu machen. Auch Schnellstraßen in Ahwaz – Masjed Soleyman und Behbahan – Bandar Deylam wurden von rebellischen Jugendlichen zur Unterstützung des Aufstands in Khusistan blockiert.
Am Donnerstagmorgen versperrten Jugendliche an der Kushan-Genaveh Kreuzung die Hauptschnellstraße als Protest gegen fehlendes Wasser und zur Unterstützung der Menschen in Khusistan.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)
22. Juli 2021

Iranische staatliche Medien: die Proteste in Khusistan zeigen Explosivität der Gesellschaft


Die Proteste in der Provinz Khusistan gehen in den siebenten Tag. Mit der Zeit werden diese Proteste außerdem intensiver und breiten sich auf andere Städte aus, was das Regime in Schrecken versetzt. Die staatlichen Medien haben am 20. Juli 2021 diese lähmende Angst wiedergespiegelt.
„Das von Krisen geschüttelte Erscheinungsbild von Khusistan könnte mit hoher Sicherheit das Erscheinungsbild der Realität der Unzufriedenheit in der Gesellschaft sein. Die Spuren dieser Unzufriedenheit führen zu Krisen wie die der Wohnverhältnisse, Arbeit usw. in anderen Teilen des Landes“, schrieb die staatliche Vatan-e Emruz („Das Vaterland heute“) am Dienstag.
Die Proteste in Khusistan begannen wegen der Wasserkrise und dem Missmanagement des Regimes.

Vatan-e Emruz räumte ein, dass „Forschungen zeigen, dass abgesehen von jedem natürlichen Ereignis in dieser Provinz der Hauptgrund der jetzigen Wasserkrise Missmanagement ist“.
„Die Wasserknappheit in Khusistan ist ein klares Beispiel von Missmanagement. Nicht nur hat das Regime dabei versagt, die Vorteile des großen Umfangs der Flüsse in dieser Provinz zu nutzen, die im Land einzigartig ist, sondern es hat auch mit dem irrationalen Bau von Dämmen wie dem Sivand Damm und der irregulären Umleitung von Wasser aus Khusistan in andere Provinzen – was das Wasserproblem in diesen Provinzen so wenig gelöst hat wie das Wasserproblem in Khusistan – ein riesiges Maß an Unzufriedenheit erzeugt“, schrieb die staatliche Tageszeitung Etemad („Vertrauen“) am Dienstag.

Die Revolutionsgarden (IRGC), die die Wirtschaft des Iran beherrschen, stehen hinter dem Bau von wissenschaftlich konzeptionslosen Dämmen für militärische Zwecke und dem Umleiten des Wassers im Iran in benachbarte Länder, um daraus Profit zu ziehen und unerlaubte Aktivitäten finanzieren zu können.
Es gab Dutzende Warnungen von Experten und staatlichen Medien in Bezug auf die Folgen der Wasserkrise im Iran
„Khusistan ist ein perfektes Modell dafür, wie eine Missachtung der Bevölkerung enden würde. Die Bevölkerung zu übergehen, mag zuerst leicht scheinen, aber es wird bald zur bitteren Erfahrung werden“, schrieb die staatliche Tageszeitung Etemad.
„Was in Khusistan passiert ist und was ausgedehnte Proteste ausgelöst hat, ist das Ergebnis von Missmanagement“, fährt die Tageszeitung Etemad fort.
Irans Trinkwasserkrise in Khusistan im Südiran

Während sich die Wasserkrise im Iran verschärft, schieben sich die rivalisierenden Fraktionen gegenseitig die Schuld zu, um dem Zorn des Volkes zu entgehen.
„Die Ineffizienz der Verwaltung, das anti-repressive Denken der Regierung von Hassan Rohani hat zu einer intensivierten öffentlichen Unzufriedenheit geführt. MPs aus Khusistan haben sich besorgt geäußert über die Art des Missmanagements bei der Wasserknappheit in der Provinz. Wir können einen neuen Abfall wittern“, schrieb die staatliche Tagezeitung Vatan-e Emruz und tadelt Rohanis Regierung, wobei sie den Aufstand des Volkes einen „Abfall“ nennt.
„Die wichtigste Frage ist, wie arme und marginalisierte Leute die Hauptkraft von Protesten und des Aufruhrs in den Straßen wurden im Verlauf von Rohanis Regierung nach den Vorfällen in der 1990er Jahren“, fragte Vatan-e Emruz.
„Die Wiederbelebung von Straßenprotesten der Armen in den letzten acht Jahren, vor allem in den letzten zwei Jahren deutet auf eine radikale Reaktion der Menschen, die von der derzeitigen Situation frustriert sind. Diese Leute sind die Hauptopfer der Politik der Regierung. Man kann die Spuren dieser Frustration in allen diesen Protesten sehen, ob sie beim Treibstoffpreis begonnen haben oder bei [Knappheiten] bei Wasser und Strom“, räumt Vatan-e Emruz die Unruhe der Gesellschaft ein.
„Es ist nicht möglich, die Eskalation der Krise der Wasserknappheit zu ignorieren und den Übergang von einer temporären zu einer vitalen Krise.
Auch noch in dieser Situation hat die Regierung öffentlichen Zorn und Unzufriedenheit verursacht. Trotz alledem wird die künftige Regierung mit ihren Aktivitäten in einer Situation beginnen, wo viele soziale Lücken geschaffen wurden und die Unzufriedenheit in den mittellosen Klassen den höchsten Grad erreicht hat“, gibt Vatan-e Emruz zu.
Die sich im Iran ausbreitenden Proteste lassen ahnen , was kommt

Die Proteste in Khusistan haben gezeigt, dass das Volk dieses Regime in seiner Gänze nicht haben will und der öffentliche Hass beschränkt sich nicht auf einige wenige Provinzen.
„An jedem Tag im Iran beschäftigt ein anderes Problem die Amtsträger und es fangen Proteste an. Es werden mehrere Angelegenheiten zu Anlässen von Protesten und eine solche Atmosphäre wird zu einer der größten Herausforderungen in der letzen Zeit“, schrieb die staatliche Tageszeitung Arman dazu.
„Verschiedene Proteste finden statt in verschiedenen Sektoren, aber die Amtsträger ignorieren sie. Beispiele dafür kann man sehen in den Streiks einiger Arbeiter in verschiedenen Sektoren und Provinzen, in den Protesten von Bauern, von Lehrern usw.“, warnt die Tageszeitung Arman die Amtsträger.
Danach warnt Arman vor den repressiven Maßnahmen des Regimes bei den neuesten Protesten in Khusistan und ganz allgemein.
„Wenn die Behörden ihre Zuflucht bei einer kurzfristigen repressiven Lösung suchen, um mit den Protesten in Khusistan fertig zu werden, statt die vielen Probleme der Leute zu lösen, werden diese bitteren Ereignisse [die Proteste] sich weiter und weiter wiederholen“ warnte die Tageszeitung Arman die Amtsträger.

Das iranische Regime nimmt den Menschen wiederum ein Grundbedürfnis weg: das Brot

Die aus dem südwestlichen Iran gemeldeten Proteste gegen die Wasserknappheit halten an. Unterdessen heißt es in Berichten aus dem Land, dass die Bürger sich bald kein Brot mehr kaufen könnten, – kein Brot, das ihnen bis jetzt als einziges Grundnahrungsmittel bleibt.
Die Gewerkschaft der handwerklichen Bäcker in Teheran gab eine Erhöhung der Brotpreise bekannt. Die Regierung der Provinz Teheran hat dies der Zentrale der Gilden mitgeteilt. Diese Mitteilung ergeht Monate, nachdem das Regime den Brotpreis mehrmals heimlich erhöht hat. Die Iraner haben kaum genug Geld zum Leben, aber das Regime greift den Menschen noch tiefer in die Tasche. Die erschreckende Nachricht machte schon seit Ende 2020 die Runde.
Am 28. Dezember schrieb die staatliche Tageszeitung Etemad: »Es stellt eine Bedrohung vieler Bürger der Stadtviertel dar, die sich diese Güter nicht leisten können. Einen klaren Beweis dieser Zustände bieten Berichte über den Verkauf von ›Brot auf Pump‹ in manchen verarmten Städten und Provinzen.«
Wie die Mullahs die Wirtschaft des Iran zerstören

Mitte April 2021 fing das Regime an die Brotpreise unter der Hand zu erhöhen. Am 16. Mai sagte der Vorsitzende der Bäckergewerkschaft der Provinz Karaj: »Es ist gestattet worden, die Preise verschiedener Brotsorten um bis zu 50 Prozent zu erhöhen.«
Die Beamten des Regimes bestritten sofort die Preissteigerungen. Beamte und staatliche Medien gaben armen Bäckern die Schuld und behaupteten, diese hätten auf eigene Faust die Preise erhöht.
Die iranischen Bäcker haben vielfach erklärt, wegen der hohen Inflation und der schwindelnd hohen Preise für Mehl, Wasser, Strom und anderen Bedarf kämen sie nicht auf ihre Rechnung. Sie hoben hervor, trotz wiederholter Vorstellungen bei den Ämtern und Protesten gegen die überhöhten Erstellungskosten habe das Regime sich geweigert, ihnen zu helfen.
Staatliche Medien des Iran haben zugegeben, dass das Regime heimlich die Brotpreise erhöht hat und haben vor den Folgen gewarnt.
Am 5. Mai dieses Jahres schrieb die staatliche Zeitung Eghtesad-e Pouya: »Es gibt Gerüchte über Erhöhung der Brotpreise. Das kann die Bevölkerung nicht zulassen. Mit dem Brot für die Menschen können wir nicht spaßen, denn Brot ist ein Hauptnahrungsmittel des iranischen Volkes, und wenn dies passiert, führt das gewiss zu einer sozialen Explosion.«

Die wirtschaftliche Lage des Iran und die Ungerechtigkeit werden zu einer Revolution führen, sagt ein Mitglied des Regimes
Doch wie die halbamtliche Nachrichtenagentur am 16. Mai schreibt, erhebt sich die Frage: »Warum wird die Preiserhöhung nicht offiziell bekanntgegeben?«
Das Regime hat es unterlassen, die Preissteigerung offiziell zu verkünden, da es eine weitere Erhebung vermeiden will. Es hat die bittere Erfahrung vom November 2019 nicht vergessen. Damals erhöhte es die Benzinpreise und daraufhin brach eine große Erhebung aus.
Die halboffizielle Nachrichtenagentur ILNA schrieb zu dem Thema am 15. Mai des Jahres: »Die Politik der Brotpreissteuerung ist ein Hauptmittel der Regierung, die Unzufriedenheit der Menschen mit der ungezügelt steigenden Inflation und den Problemen des Lebensunterhalts in Schach zu halten.« Dazu lässt sich anmerken, dass die sogenannte »Kontrolle« der Brotpreise nichts anderes ist als ihre Steigerung, nicht ihre Senkung.
Nachdem die Regierung der Provinz Teheran die Erhöhung der Brotpreise bekanntgegeben hat, kann das Regime sein Komplott, die Menschen auszuplündern, nicht mehr vertuschen. Da es die Brotpreise erhöht hat, kommen die Iraner mit ihrem Geld nicht mehr aus. Sie stehen unter schwerem Druck der Inflation und der rasant steigenden Preise.


Am 18. Juli schreibt die staatliche Zeitung Jahan-e Sanat: »Einige Güter haben die kritische Inflationsmarke überschritten. Wenn man die durchschnittlichen Preise für gewisse Güter mit den entsprechenden Preisen desselben Monats im vorigen Jahr vergleicht, zeigen sich Steigerungen von über 100 %. Die größten Preiserhöhungen beziehen sich auf pasteurisierte Butter (121,4 %), Hühnchen (118,8 %) und Öl (89%).« Die jüngsten Proteste in Chusestan haben gezeigt, dass die empörte Gesellschaft des Iran die Plünderungspolitik des Regimes nicht mehr hinnehmen will. Wenn auch noch die Brotpreise erhöht werden, dürfte es zweifellos zu neuen Protesten kommen. Es zeigt sich hier weiterhin, wie versessen das Regime ist, seine ruchlosen Machenschaften zu finanzieren, so sehr, dass es beschließt, den Menschen Grundnahrungsmittel zu verweigern. Das könnte zu neuen Protesten und einer nächsten Erhebung im ganzen Land führen.

Proteste wegen Wasserknappheit spiegeln breitere politische Trends im Iran wieder

 


Seit Donnerstag ist die iranische Provinz Khusistan das Gebiet zahlreicher großer Proteste wegen der Verschlimmerung der Wasserknappheit. Die Demonstrationen tauchten nur wenige Wochen nach dem Beginn ähnlich ausgedehnter Proteste in Khusistan und verschiedenen anderen Regionen auf, die veranlasst worden waren durch lange und weitreichende Stromausfälle mitten in der Sommerhitze. Das Blackout Problem ist weiter ungelöst und viele dieser Proteste dauern immer noch an, während sich die Proteste gegen Wasserknappheit weit über Khusistan hinaus auszuweiten drohen. Sogar iranische staatliche Medien geben zu, dass mehr als ein Viertel der Bevölkerung des Iran mit seinen 84 Mio. Personen in den letzten Jahren von dieser Knappheit betroffen ist.

Beide Protestbewegungen nehmen direkt die Politik des iranischen Regimes ins Visier und dieses Regime selbst. In weitem Ausmaß geht die Wasserknappheit auf die Ausbreitung von Dämmen zurück, die entweder von der Regierung oder durch zahlreiche Auftragsfirmen des Corps der Islamischen Revolutionsgarden gebaut wurden. Nach den meisten Schätzungen kontrolliert das IRGC den überwiegenden Teil des BIP des Landes und das bezeugt das Fehlen sowohl innerer als auch äußerer Schranken für sein Verhalten der Selbstbereicherung.

Irans Trinkwasserkrise in Khusistan im Südiran

Am 4. Juli gab die staatliche Zeitung Hamdeli („Sympathie“) zu, dass „Expertenwarnungen vor dem Bau von Dämmen und für den Brunnenbau immer unbeachtet blieben“ mit dem Ergebnis, dass „die Krise der Wasserknappheit jetzt das Leben von Millionen bedroht“. Entsprechend wächst der Aktivismus in der Bevölkerung, aber es gibt bis jetzt keine Anzeichen dafür, dass das IRGC oder Regimebehörden irgendwie mehr geneigt wären, dem öffentlichen Druck mehr zu folgen als dem Druck der Experten. Das ist vermutlich der Grund dafür, dass die derzeitigen Proteste in Khusistan einen deutlich vernehmbaren Ton gegen die Regierung angenommen haben mit Slogans, die an frühere Massenerhebungen zur Unterstützung eines Regimewechsels erinnern.

Man hörte, wie Teilnehmer bei diesen Protesten „Tod dem Diktator“ und „Tod für Khamenei“ skandierten mit dem Hinweis auf die höchste Autorität über alle Angelegenheiten des Staates. Dieselben Slogans hörte man auch bei den Protesten wegen der Blackouts zusammen mit dem noch ausdrücklicheren Slogan „Tod dem Khamenei“. Der Nationaler Widerstandsrat Iran hat am Sonntag eine Erklärung abgegeben, die sich auf beide Protestbewegungen bezog und noch ausdrücklicher die Erwartungen daraus ansprach.
„Die Mullahs verweigern den Menschen Wasser, Strom, Brot, Wohnung und Impfstoffe, um stattdessen für die unpatriotischen Atom- und Raketenprojekte und ihre Kriegstreiberei in der Region zu sorgen“, heißt es in der Erklärung im Anschluss an einen Aufruf der gewählten Präsidentin des NWRI Frau Maryam Rajavi an alle iranische Aktivisten, besonders die jungen, zum Handeln. Sie appellierte an sie, „den Menschen in Khusistan zu Hilfe zu eilen, besonders den Verwundeten“ und wies dann auf die Repression des Regimes gegen die Opposition hin als Beweis dafür, dass, „solange wie die plündernden Mullahs an der Macht bleiben, Armut, Arbeitslosigkeit und Krankheit weiter bestehen“.
Der Iranische Widerstand hat sich offen für einen Regimewechsel eingesetzt seit kurz nach der Revolution von 1979 und der Heraufkunft des jetzigen Regimes. Er hat diese Position vor einem großen globalen Publikum in diesem Monat wiederholt, als er den Free Iran Weltgipfel abhielt, eine live übertragene Veranstaltung, die Versammlungen von iranischen Expatriierten in 17 Ländern in Verbindung brachte und Reden von Dutzenden von amerikanischen und europäischen Unterstützern der demokratischen Widerstandsbewegung präsentierte.
In einer Ansprache am ersten Tag der dreitägigen Veranstaltung forderte Frau Rajavi die internationale Gemeinschaft auf, den Kampf des iranischen Volkes für einen Regimewechsel zu unterstützen, und unterstrich sie, dass die Unterstützung lebenswichtiger werde als je zuvor in der „neuen Ära“, die beginnen soll mit dem Amtsantritt Ebrahim Raisis als neuem Präsidenten des Regimes. Raisi wurde „ausgewählt“ am 18. Juli, aber die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hat die engmaschig kontrollierten Vorgehensweisen ausgesessen als ein Akt des Protestes gegen seine Geschichte von Verstößen gegen die Menschenrechte.
Wer ist Ebrahim Raisi, ein Kandidat bei den Präsidentenwahlen im Iran und ein Henker Massaker von 1988?

1988 war Raisi ein Hauptbeteiligter bei einem Massaker an politischen Gefangenen, das mehr als 30 000 Menschen den Tod brachte. Ende 2019 und Anfang 2020 hatte er als Justizchef die Oberaufsicht über die Niederschlagung der Bekundung von Opposition bei einem landesweiten Aufstand, der fast 200 Orte erfasste und dazu beitrug, dass eine Hauptströmung sich Slogans gegen die Regierung zu eigen machte, die von Bewohnern von Khusistan in der vergangenen Woche wieder aufgegriffen wurden. Diese und andere Ereignisse unterstreichen, dass Raisi als Präsident eingesetzt wurde zu dem ausdrücklichen Zweck, die Repression der Opposition noch weiter zu treiben.


Auf der anderen Seite wird das iranische Volk sich aktiv gegen diesen Trend wehren. Die Proteste in Khusistan sind der Beweis dafür. Aber wenn weiter Berichte darüber auftauchen, dass die Behörden gegen diese Proteste das Feuer eröffnen und Massenverhaftungen durchführen, könnte die Situation auch als Erinnerung der westlichen Mächte an die Notwendigkeit einer Politik dienen, die das iranische Volk schützt und das Regime entmutigt, weitere Verletzungen von Menschenrechten zu begehen.
Am Schluss des Free Iran Weltgipfels verwies Frau Rajavi auf Raisis bevorstehende Amtseinführung als einen „Lackmustest dafür, ob [die internationale Gemeinschaft] sich mit diesem genozidalen Regime einlässt und verhandelt oder dem iranischen Volk zur Seite steht“. Aber die Welt braucht auf diesen Test nicht zu warten. Sie kann dem iranischen Volk in eben diesem Moment beistehen, indem sie es unterstützt angesichts der Zusammenstöße mit den Behörden in Khusistan und an allen anderen Stellen, wo Unruhe zwischen jetzt und dem 5. August aufkommt.

 

Die Iran-Politik sollte den Menschenrechten Vorrang vor dem unheilvollen Übergang zum Präsidenten geben

Opfer des Massakers von 1988 im Iran

Im Sommer 1988 haben „Todeskommissionen“ im ganzen Iran systematisch 30 000 politische Gefangene befragt, abgeurteilt und hingerichtet in dem Bemühen, jede organisierte Opposition gegen die flügge werdende theokratische Opposition auszuradieren. In den mehr als drei Jahrzehnten seither wurde für das Morden niemand zur Verantwortung gezogen. Ganz im Gegenteil wurden Amtsträger, die an dem Massaker beteiligt waren, mehrfach für ihren Einsatz für die gewaltsame Repression belohnt.
Viele dieser Belohnungen hatten die Form von Ernennungen für Regierungspositionen, die ein blanker Hohn sind, weil sie nach außen hin Gerechtigkeit befördern sollen. Sowohl der derzeitige als auch der vorherige Justizminister für das Regime waren einst Mitglieder der Todeskommissionen von 1988. Sowohl der bisherige als auch der neu ernannte Chef der nationalen Justiz spielten wesentliche Rollen bei dem Massaker, der eine als Mitglied der Teheraner Todeskommission und der andere als Vertreter der Justiz im Ministerium für Nachrichtendienste und Sicherheit.
Der erstere, Ebrahim Raisi, wurde am 18. Juni als neuer Präsident des iranischen Regimes bestätigt nach einem engmaschig kontrollierten Wahlprozess, bei dem mitzumachen sich eine große Mehrheit der iranischen Bevölkerung weigerte. Laut dem Nationalen Widerstandsrat Iran blieben viele Wahllokale den ganzen Tag leer und unterstützten die Schätzung, dass die Teilnahmerate weniger als 10 Prozent betrug.
Der Wahlboykott ist eine tiefgreifende Misstrauenserklärung, die dem neuen Präsidenten und dem ganzen System, dass dieser „Wahl“ zugrundeliegt, die Legitimation verweigert. Deshalb hat die wichtigste Teilgruppe des NWRI, die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI-MEK) in der heimischen Bevölkerung für den Boykott als Mittel der „Stimmabgabe für den Regimewechsel“ geworben. Die MEK Widerstandseinheiten verbreiteten diese Botschaft mit Graffiti Postern und illegalen öffentlichen Demonstrationen in Hunderten von Städten. Eine ganze Anzahl dieser Aktivisten hoben diese Bemühungen auch für ein internationales Publikum hervor über anonyme Botschaften an den Free Iran Weltgipfel.
Highlights: Free Iran Weltgipfel 2021-Die demokratische Alternative auf dem Marsch zum Sieg- 10. Juli

Diese Veranstaltung fand statt zwischen dem vorletzten Samstag und Montag und konnte auch die Teilnahme von NWRI Repräsentanten und Dutzenden politischen Würdenträgern vorweisen. Hunderttausende iranische Expatriierte sahen sich den Livestream des Gipfels an, viele von ihnen bei gleichzeitigen Versammlungen in 17 Hauptstädten der Welt. Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des NWRI, hielt jeweils an jedem der drei Tage der Veranstaltung die Hauptrede. Ihre letzte Ansprache betonte das abgründige Abschneiden bei den Menschenrechten, die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Verschlechterung unter der Führung Raisis und die Rolle, die die internationale Gemeinschaft spielen könnte bei einer Verminderung oder gar Verhinderung eines solchen Ausgangs.
„Was die internationale Gemeinschaft anbetrifft“, erklärte Frau Rajavi, „so ist dies der Lackmustest dafür, ob sie sich mit diesem genozidalen Regime einlässt und mit ihm verhandelt oder ob sie sich auf die Seite des iranischen Volkes stellt“. Sie fuhr fort, dass Raisi „schuldig für Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ist, da er das Erbe seiner Teilnahme am Massaker 1988 gewissermaßen angereichert habe, indem er es mehrfach gerechtfertigt und verteidigt habe und den gleichen repressiven Prinzipien in seinen neueren Rollen innerhalb des Regimes gefolgt sei.


Als Justizchef war Raisi einer der Hauptfiguren bei der Oberaufsicht über das, was die schlimmste Niederschlagung von Opposition seit der Zeit des Massakers gewesen sein mag. Im November 2019 wurde der Iran durch ein plötzliches Ausströmen von Protesten gegen die Regierung in fast 200 großen und kleinen Städten erschüttert. Nachdem sie sich im Januar 2018 einem ähnlichen, wenn auch geringfügig kleineren Aufstand im Januar 2018 gegenüber sahen, reagierten die Behörden des Regimes mit Panik, indem sie im ganzen Land das Feuer auf die Menge eröffneten. Etwa 1500 Menschen wurden innerhalb weniger Tage getötet und mindestens 12 000 wurden festgenommen. Für Monate danach unterwarf die Justiz viele dieser Verhafteten einer systematischen Folter, die sowohl bezweckte, sie für ihre oppositionelle Haltung zu bestrafen, als auch falsche Geständnisse zu bekommen, die eine spätere Strafverfolgung und ein hartes Urteil, einschließlich der Todesstrafe, rechtfertigen könnten.
Aufgrund all dessen, erklärte Frau Rajavi, sollte die internationale Gemeinschaft danach streben, Raisi zu isolieren und ihn zuletzt zum Zentrum formaler Untersuchungen über die unbeantworteten Verbrechen des Iran gegen die Menschlichkeit machen. Die Führerin des NWRI forderte insbesondere die Vereinten Nationen auf, Raisi den Besuch der nächsten Sitzung der Vollversammlung zu versperren – eine Empfehlung, die von mehreren anderen Teilnehmern am Weltgipfel Free Iran aufgegriffen und wiederholt wurde.
Der frühere US Senator Robert Torricelli zum Beispiel erklärte: „Wenn die Vereinten Nationen entscheiden, dass Raisi zu den Vereinten Nationen gehört, dann gehören die Vereinten Nationen nicht nach New York. Wir dürfen keine Gastgeber für Terroristen, Despoten und Massenmörder sein“.

Senator Robert Torricellis Äußerungen beim Weltgipfel Free Iran 2021- 12. Juli 2021

Natürlich erstrecken sich die Implikationen dieser Stimmung weit über den Umgang mit dem kommenden Präsidenten des iranischen Regimes. Sie nähren theoretisch einen Aufruf zum Handeln, der alle führenden iranischen Amtsträger betrifft und sicherlich alle, die bekannt oder verdächtig sind dafür, dass sie am Massaker von 1988 teilgenommen haben. Frau Rajavi erwähnte Raisi gleich zusammen mit dem Obersten Führer Ali Khamenei und dem neuen Justizchef Gholamhossein Mohseni Ejei, als sie forderte, dass „der UN Sicherheitsrat etwas unternimmt, um die Führer des Mullah Regimes zur Verantwortung zu ziehen für das Begehen von Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.
Bei seiner Rede beim Weltgipfel Free Iran erklärte der slowenische Premierminister Janez Janša, die internationale Gemeinschaft habe das Massaker von 1988 fast 33 Jahre lang „vergessen“. Die ganze Veranstaltung ziele darauf ab, diese Sache wieder in aller Deutlichkeit ins Bewusstsein der Politiker zu bringen und die anstehende Amtseinführung Raisis sollte das Gleiche tun. Wie Frau Rajavi sagte, ist der Beginn der neuen Administration tatsächlich ein Lackmustest für das Einstehen der internationalen Gemeinschaft für die Prinzipien der Menschenrechte und den globalen Triumph der Demokratie.
In diesen letzten Wochen [bis zur Amtseinführung] sollte jeder, der die Mittel hat, die westliche Politik gegenüber dem Iran zu gestalten, allen erdenklichen Druck ausüben zugunsten eines Konzepts dafür, das miserable Abschneiden des Regimes bei den Menschenrechten zu einem Zentralelement einer solchen Politik zu machen. Wenn das geschieht, sollte es für die Welt unmöglich sein, das Erbe von 1988 wieder „zu vergessen“, die Rolle Raisis dabei zu übersehen oder ihn als Repräsentanten des Iran auf der Weltbühne willkommen zu heißen, ohne sich dessen bewusst zu sein, wie tief das die ganze Bevölkerung beleidigt, die im Juni Raisis Scheinwahl abgelehnt hat.

 

Demonstrationen in Khuzestan – staatliche Medien geben die Ursache der Krise und ihre Folgen zu

Am Sonntag erreichten in Khuzestan die gegen den Wassermangel gerichteten Demonstrationen ihren vierten Tag. Verursacht wurde diese Krise, die die Mullahs jetzt bedroht, durch die vom Regime begangene Plünderung und die in ihm vorhandene Korruption.

In der Zeit der Demonstrationen räumten staatliche Medien ein, daß die Wasserkrise vom Regime hervorgerufen wurde; sie warnten vor dem Ergebnis der Demonstrationen. Anstatt den Forderungen des Volkes entgegen zu kommen, eröffnete das Regime das Feuer auf unschuldige Menschen; dabei wurden mindestens vier getötet und Dutzende verletzt.

Am Sonntag räumte die staatliche Tageszeitung „Hamdeli“ ein: „In den zurückliegenden Tagen hat das Problem der Wasserknappheit in den Flüssen von Khuzestan, besonders dem Karkheh, in den ländli-chen Gebieten zu Problemen wie dem Mangel an zur Bewässerung benötigtem Wasser und Mangel an Trinkwasser geführt. Gestern berichtete der amtierende Gouverneur, es sei während einer gegen die Wasser-Knappheit gerichteten Demonstration eine Person getötet worden.“

Die staatliche Tageszeitung „Resalat“ schrieb: „Die Wasser-knappheit in Khuzestan, wo Temperaturen von mehr als 50° gemessen werden, ist verbreitet. Die Bewohner von elf Städten der Provinz haben kein Trinkwasser, und in 700 Dörfern sind die Wasserver-sorgung und die Bewässerung problematisch.“

Am Sonntag räumte die staatliche Tageszeitung „Setar-e Sobh“ ein: „Die schon vierzig Jahre anhaltende Weigerung, auf die Fachleute und Ökologen zu hören, und der Bau von unwissenschaftlichen Dämmen“ hätten die gegenwärtige Wasserkrise bewirkt.

„Setar-e Sobh“ fährt fort: „Der Bau einer Autobahn in der Mitte des Sees Urmia, der zunächst mit Schaufeln und Spitzhacken begann und den Niedergang des Sees herbeiführte, hat verhindert, daß er zu seinem früheren Zustand zurückkehrte. Außerdem haben die am Karkheh und Dez gebauten Dämme und die in der Natur verübten Manipulationen den Fluß Zayandehrood austrocknen lassen und dort ansässige Bauern zu Demonstrationen veranlaßt.“

Hinter dem Bau dieser unwissenschaftlichen Dämme stehen die Revo-lutionsgarden (IRGC). Außerdem liefert das IRGC von Khuzestan aus Wasser an die Nachbarländer, um desto mehr zu verdienen. Und seitdem es die Industrie des Iran und seine Wirtschaft kontrolliert, transportiert es Wasser von Khuzestan nach Zentraliran; so können die von ihm kontrollierten Fabriken wie z. B. die Stahlfirma „Foulad Mobarakeh“ ihre Arbeit fortsetzen.

Am Sonntag schrieb die staatliche Tageszeitung „Arman“: „Der Hauptgrund der Demonstrationen des Volkes liegt in der Lieferung von Wasser in den Zentraliran. Khuzestan kämpft mit dem Problem der Dürre und schweren Wassermangels.“

Die Zeitung „Setar-e Sobh“ schrieb am Sonntag: „Es demonstrieren sowohl die Bauern als auch normale Leute. Gerade jetzt haben von Shush bis Ahvaz viele Dörfer es mit Wasser-Knappheit bzw. dem Fehlen von Wasser zu tun – sowohl Trink- als auch Waschwasser.“

Khuzestan ist eine der reichsten Provinzen des Iran; es verfügt über reiche Rohstoffe wie Öl und Gas. Dennoch leiden die Bewohner dieser Provinz an Wassermangel.

Die Trinkwasserkrise in Khuzestan (im Süden des Iran)

Die Tageszeitung „Arman“ fährt fort: „Viele von den fünf Millionen Einwohnern Khuzestans erleiden Durst; sie sind zur Behebung des Wassermangels in dieser Provinz auf die ernste Entschiedenheit der Leiter aller drei Zweige angewiesen.“

Während die Demonstrationen in Khuzestan anhalten, warnen die staatlichen Medien und Funktionäre des Regimes vor den Folgen.

Die staatliche Zeitung „Arman“ warnte: „Wenn heute hunderte von Menschen auf den Straßen gegen die Dürre und den Plan des Wassertransports demonstrieren und eine Person getötet wird, erinnern wir alle uns an die Worte des ehemaligen Leiters der Kommission für die nationale Sicherheit, der 2018 sagte: „Im Iran ist die Wasserkrise zu einem Sicherheitsproblem geworden.“

In der Tageszeitung „Hamdeli“ heißt es: „Hassan Shahvarpour, der Kommandeur des IRGC in Khuzestan, sprach am Freitag während einer Sitzung des Koordinationsrates zum Krisenmanagement in Khuzestan von der Entstehung einer sozialen Krise.“

Wie folgt zitierte „Hamdeli“ Shahvarpour: „Aufgrund der gegenwärtigen Wasserknappheit in der Provinz Khuzestan bildet sich derzeit der Grund einer sozialen Krise; sie wird auch zu einer
Krise der Sicherheit. Wenn [die Wasserkrise] nicht angemessen bewältigt wird, so wird es zu Folgen kommen wie den [iranischen Demonstrationen] von 2018 und 2019.“

Ahmad Bighash, einer der Abgeordneten des Regimes, warnte am Sonntag: „Paßt sehr genau auf die Vorgänge in Khuzestan auf! Ich rieche Blut und Verschwörung. Gebt alles Wasser in Khuzestan frei, um euren Durst zu stillen und das Feuer [des Volkszorns] zu löschen!“

 

 

Der dritte Tag des Aufstandes der Menschen von Khusistan in Ahwaz, Shush, Karkheh, Susangerd und Kut-abdollah


Aufbegehrende Jugendliche setzen ein Fahrzeug der Basidsch und einen SSF Kiosk in Shush in Brand.
Drei Protestierende wurden getötet und mehrere andere verletzt bis jetzt

Proteste für Wasser im Iran – Nr. 3

Der provinzweite Aufstand in Khusistan (Südwesten) aus Protest gegen den Wassermangel ging in der dritten Nacht in Folge weiter trotz der repressiven Maßnahmen des Regimes. Die repressiven Kräfte eröffneten das Feuer und töteten ein paar Protestierer und verletzten sehr viel mehr.
Tausende gingen auf die Straße in Kut-Abdollah (nahe Ahwaz). Die Sondereinheiten des IRGC drangen in Kut-Abdollah ein und die Staatlichen Sicherheitskräfte (SSF) blockierten alle Straßen, die in die Stadt führen. Aufrührerische Jugendliche blockierten ihrerseits die Schnellstraße Andimeshk-Ahwaz im Bezirk Shavur von Shush. Die Demonstranten schlossen die Haupteinfahrtsstraße zur Stadt, indem sie Feuer setzten. Sie blockierten auch die Hamidabad Brücke an der Zufahrt zur Stadt.
Nach dem Angriff der repressiven Kräfte setzten die zornigen Jugendlichen Polizeikiosks und ein Basidsch Fahrzeug in Brand und übernahmen die Kontrolle über die Straßen. Die SSF forderten Verstärkung an.
Die Bewohner von Susangerd protestierten, indem sie die Hauptverbindungsstraße nach Ahwaz schlossen. Aufbegehrende Jugendliche blockierten die Ahwaz Schnellstraße im Gebiet Jafir. Die Bewohner der Stadt Kharkheh in Shush und die von Kut-e Seyyed Naim in Ahwaz schlossen sich auch dem Protest gegen die Wasserknappheit an.
Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) grüßte die aufständischen Menschen von Ahwaz und Khusistan, die in dringendem Bedarf an Wasser und Freiheit auf die Straßen gegangen sind. Frau Rajavi rief alle Jugendlichen auf, den Menschen in Khusistan zu Hilfe zu eilen, besonders den Verwundeten. Sie sagte, dass das Eröffnen des Feuers auf unbewaffnete Einwohner und das Märtyrertum der tapferen Söhne der Menschen in Khusistan wieder einmal zeigten, dass, solange wie die plündernden Mullahs an der Macht bleiben, Armut, Arbeitslosigkeit und Krankheit weiter bestehen. Die Mullahs verweigern den Menschen Wasser, Strom, Brot, Wohnung und Impfstoffe, um stattdessen für die unpatriotischen Atom- und Raketenprojekte und ihre Kriegstreiberei in der Region zu sorgen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)
18. Juli 2021

Proteste in Khusistan, ein weiterer Aspekt der unruhigen Gesellschaft im Iran

 


In Khusistan im Südwesten des Iran sind wegen Wassermangel Proteste ausgebrochen. Diese Proteste haben die Tiefe der Wasserkrise im Iran gezeigt. Verärgerte Einwohner gerieten mit Sicherheitskräften aneinander und skandierten „Das Volk will einen Regimewechsel“, was die Unruhe in der Gesellschaft zeigt.

Internationale Medien griffen auch die Slogans gegen das Regime auf. „Bei einigen der Proteste machten die Menschen ihrem Ärger über den Obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei Luft und skandierten ‚Tod dem Diktator’ und ‚Tod für Khamenei’ “, berichtete Reuters am 17. Juli.
Die derzeitigen Proteste in Khusistan enthüllen die verschiedenen Aspekte der tiefen und umfassenden Krise.
Nach 42 Jahren der Ausplünderung hat die verheerende Politik des Regimes eine Wasserkrise hervorgebracht. Die Revolutionsgarden (IRGC) haben Hunderte von Dämmen ohne wissenschaftliche Prüfung gebaut, um Einkommen zu erzeugen für die Kostendeckung allgemein und insbesondere bei militärischen Zwecken. So wurden die wichtigen Wasserressourcen wie der Urmia See und die Feuchtgebiete von Gavkhoni, Parishan, Bakhtegan usw. zerstört.

Wie das Corps der Islamischen Revolutionsgarden IRGC Irans Wirtschaft ausplündert
Der einzige einst schiffbare Fluss im Iran Karun ist jetzt zu einem fast trockenen Flussbett geworden wegen des Baus von 24 Dämmen durch das IRGC.
Zusätzlich zu der Wasserknappheit haben es die Iraner, besonders in der Provinz Khusistan, mit Stromausfällen zu tun bekommen.
In glühender Hitze wurden Iraner ohne Elektrizität gelassen wegen der fehlenden Erweiterung der Infrastruktur für Elektrizität entsprechend der Zunahme des Verbauchs; massenhaftes Mining von Kryptowährung durch das IRGC und chinesische Unternehmen mit großem Verbrauch iranischer Elektrizität und der Export von Strom in benachbarte Länder, um diese Währung zu erzeugen, die benutzt wird für Repression, Terrorismus und das Füllen der Taschen der Oberen.
Daneben kämpfen die Iraner jetzt mit Covid-19 und wegen der inhumanen Politik erlebt der Iran jetzt die fünfte Covid-19-Welle. Dennoch weigert sich das Regime, die Bevölkerung zu impfen. Die Situation in Provinzen wie Khusistan und Sistan und Belutschistan ist kritisch, es sterben täglich Hunderte.

COVID-19 fordert 300 000 Opfer im Iran

Auch sehen sich die Menschen einer ungebremsten Inflation und in den Himmel schießenden Preisen gegenüber. Iranische Haushalte verlieren jährlich 20 % von ihrer Kaufkraft. Laut der staatlichen Tageszeitung Jahan-e Sanat: „Ehsan Soltani ist einer der Experten, die glauben, dass die reale Inflationsrate im Juni 71 % betrug, diese Rate wurde berechnet mit Hilfe der veröffentlichten Statistiken und unter deren Anpassung an die Realität des Marktes. In Anbetracht der offiziellen Rate schließen wir, dass die bekannt gegebene Inflation vom Zentrum für Statistik 28 % niedriger ist als die wirkliche Inflation“.


Der Nationale Widerstandsrat hat eine Erklärung zu den jüngsten Protesten abgegeben: „Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) grüßte die aufständischen Menschen von Ahwaz und Khusistan, die in dringendem Bedarf an Wasser und Freiheit auf die Straßen gegangen sind. Frau Rajavi rief alle Jugendlichen auf, den Menschen in Khusistan zu Hilfe zu eilen, besonders den Verwundeten. Sie sagte, dass das Eröffnen des Feuers auf unbewaffnete Einwohner und das Märtyrertum der tapferen Söhne der Menschen in Shadegan, Kut-Abdollah und Kuy Zovieyeh wieder einmal zeigten, dass, solange wie die plündernden Mullahs an der Macht bleiben, Armut, Arbeitslosigkeit und Krankheit weiter bestehen. Die Mullahs verweigern den Menschen Wasser, Strom, Brot, Wohnung und Impfstoffe, um stattdessen für die unpatriotischen Atom- und Raketenprojekte und ihre Kriegstreiberei in der Region zu sorgen“, heißt es in der Erklärung des NWRI unter anderem.