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Wahl im Iran 2021: MEK und NWRI Unterstützer wiederholen Aufrufe zu landesweitem Boykott


Iraner, die als Unterstützer der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI-MEK) und des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) auftreten, haben in Solidarität mit der landesweiten Kampagne des iranischen Volkes zum Boykott der Scheinwahlen für die Präsidentschaft des Iran ihre Proteste fortgesetzt.
Am Samstag hielten Mitglieder der iranischen Diaspora in Köln, Deutschland, einen Protest ab und nahmen die Aufrufe zum landesweiten Boykott der Scheinwahlen des Regimes im Juni auf und gaben sie wieder. Sie trugen Schilder mit Bildern der Führer des Iranischen Widerstands, des Herrn Massoud Rajavi und der gewählten Präsidentin des NWRI Frau Maryam Rajavi.
Außer Köln war auch Stuttgart Zeuge eines Protestes der Unterstützer von MEK und NWRI.
Am 29. Mai haben ferner Iraner in den Niederlanden einen Protest auf dem Dam Platz in Amsterdam abgehalten und zum Boykott der Scheinwahlen des Regimes aufgerufen.

Neben den Protesten in den Niederlanden und in Deutschland haben Mitglieder der iranischen Diaspora und MEK Unterstützer Proteste in Göteborg und Stockholm in Schweden und in Wien in Österreich abgehalten.

Bei ihren Protesten in verschiedenen Städten in ganz Europa skandierten Iraner Slogans wie: „Unsere Antwort auf den Henker von 1988 [Raisi] ist der Umsturz“, „Raisi., Raisi, du bist ein bösartiger Mörder“, „Khamenei ist ein Mörder und Feind des iranischen Volkes“, „Nieder mit der Herrschaft der Mullahs. Viva Rajavi“, „Die Mullahs im Iran haben Blut an den Händen und unsere Stimme ist die für den Regimewechsel“, „Raisi! Das iranische Volk hat nicht vergessen, dass du der Schlächter beim Massaker 1988 warst“, „Raisi, Verbrecher! Dein Prozess steht bevor“, „Rajavi ja, Mullahs nein, sie sind Terroristen, sie müssen gehen“ und „Das erste Wort, das letzte Wort, Umsturz! Umsturz!“.
Immer mehr Iraner schließen sich der Kampagne für den Boykott der Scheinwahlen des Regimes an mit den Widerstandseinheiten der MEK an vorderster Front. Ebrahim Raisi, der derzeitige Justizchef, ist einer der Haupttäter beim Massaker von 1988 an mehr als 30 000 politischen Gefangenen.
Zugleich mit den laufenden Protesten außerhalb des Iran haben Iraner am Sonntag um 17:30 CET [MEZ] eine online Kampagne gestartet. Tausende Twitter-Botschaften wurden bei diesem „Tweet-A-Thon“ erstellt und ins Netz gestellt, die zum Boykott der Scheinwahlen für die Präsidentschaft des Regimes aufrufen.


Die Proteste außerhalb des Iran und die virtuelle Kampagne vom letzten Donnerstag liegen auf einer Linie mit der laufenden Kampagne der Widerstandseinheiten der MEK innerhalb des Iran zum Boykott der Wahlen und zur Popularisierung dieser Kampagne.
In den letzten paar Monaten haben die Widerstandseinheiten der MEK ihre Aktivitäten im ganzen Iran ausgedehnt und im Vergleich zu den vorherigen Monaten einen bedeutenden Vorstoß für den Boykott der Scheinwahlen des Regimes gemacht. Im April waren mehr als 250 Gebiete in 27 Provinzen schachbrettartig über den ganzen Iran verteilt Zeugen von Aktivitäten, die zu einem vollständigen Boykott der Scheinwahlen des Regimes im Juni aufriefen.

Die Amtsträger des Regimes und die staatlichen Medien haben Furcht vor der Rolle der MEK bei der Führung der landesweiten Kampagne zum Boykott der Wahl des Regimes aufgerufen.
„Die Opposition innerhalb und außerhalb des Landes verkündet, dass wir nicht an den Wahlen teilnehmen sollten, um die Legitimität des Regimes zu untergraben“, äußerte Mohammad Sadr, ein Mitglied des Schlichtungsrats des Regimes gegenüber der Tageszeitung Etemad am 20. Mai.

 

Die praktisch unangefochtene Präsidentschaftswahl im Iran ist ein Vorläufer einer erweiterten Repression

Junge Iraner demonstrieren auf der Straße

Es ist nun praktisch sicher, daß der nächste Präsident des iranischen Regimes Ebrahim Raisi heißen wird. Der Wächterrat des Regimes hat sechs Kandidaten von der Wahl am 18. Juni ausgeschlossen, und Raisi ist der Favorit des Höchsten Führers Ali Khamenei; keiner der übrigen besitzt ein auch nur annähernd so hohes Profil. Der Wächterrat sicherte es dadurch, daß er so aussichtsreiche Kandidaten wie den früheren Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad und den ehemaligen Parlamentssprecher Ali Larijani ausschloß. Ersterer reagierte darauf mit der Feststellung, er werde nunmehr die Teilnahme an der Wahl verweigern, doch letzterer erklärte, er sei „zufrieden“, und rief alle Iraner zur Teilnahme an der Wahl auf – als Mittel, das Überleben des „Islamischen Iran“ zu befördern.

Doch der Appell Larijanis wird – so wird erwartet – weithin auf taube Ohren stoßen. Viele staatliche Medien haben in den zurückliegenden Wochen Kommentare veröffentlicht, in denen sie eine extrem geringe Wahlbeteiligung voraussagten, die möglicher-weise zu neuen sozialen Unruhen führen werde. Diese Organe räumten ein, daß die Präsidentenwahl die bisher niedrigste Wahlbeteili-gung, die im vorigen Jahr die Parlamentswahl erbrachte, noch unterbieten könnte.

Im Februar 2020 boycottierte mehr als die Hälfte der Wahlberech-tigten die Urnen; auf diese Weise wurde die Kraft der Bewegung bestätigt, die einen Wandel des Regimes intendiert und seit dem Beginn des Jahres 2018 an Energie zunimmt. Damals wurde der Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK) mit Massenprotesten die Ehre gegeben, die sich in mehr als 100 Städte ausbreiteten und Slogans wie „Tod dem Diktator“ und andere ausdrückliche Forderungen des Regimewandels schufen. Diese Bewegung stellte auch den Rahmen für den Wahlboycott her, indem sie erklärte, das Volk werde beide Fraktionen der Mainstream-Politik des Iran – die „Hardliner“ und die „Reformer“ – ablehnen. Zunächst aber inspirierte sie es zu weiteren Protesten, darunter einem weiteren Aufstand im ganzen Lande, im November 2019.

Der Aufstand von Januar 2018 führte zu Dutzenden von Todesfällen und tausenden Verhaftungen; und im folgenden Jahr fiel die Reaktion des Regimes noch rascher und heftiger aus. Khamenei wies die Behörden an, die Ordnung mit allen notwendigen Mitteln wieder-herzustellen; darnach eröffnete das Corps der Islamischen Revolu-tionsgarden auf die Massen der Demonstranten das Feuer; dabei wurden annähernd 1 500 ermordet. Es folgten mehr als 12 000 Ver-haftungen; Amnesty International veröffentlichte im September 2020 einen Bericht, in dem ein Teil der Foltermaßnahmen beschrieben wurde, die damals n Häftlingen angetan wurden – als Strafen außerhalb des Rechts und als Teil der langjährigen Strategie, falsche Geständnisse zu erpressen und solche Verfolgung mit dem Hinweis auf angebliche Verstöße gegen die nationale Sicherheit zu rechtfertigen.

Es ist vermutlich kein Zufall, daß dem Aufstand des Jahres 2019 gegen die Unterdrückung der Andersdenkenden die Ernennung Ebrahim Raisis zum Leiter der iranischen Justiz unmittelbar vorausgegangen war. Er galt schon lange als einer der führenden Henker des Landes sowie als hartherziger Anwalt der Strafe der Amputation und anderer Körperstrafen. All das bestätigte die Erbschaft seiner Teilnahme an dem Massaker an politischen Gefangenen des Jahres 1988 – und dies in einer Zeit, in der das religiöse Regime besonders verletzlich war.

Im Jahre 1988 erließ Ruhollah Khomeini, der Gründer des Regimes, eine Fatwa, die erklärte, die MEK seien Feinde Gottes und sollten hingerichtet werden. Entsprechend traten in den Gefängnissen des Landes „Todeskommissionen“ zusammen; sie verhörten die politischen Gefangenen zu ihren politischen Ansichten und Verbindungen und konzentrierten sich besonders auf die MEK. Wer sich weigerte, die Gruppe zu verleugnen oder seine Loyalität dem theokratischen System gegenüber auf andere Weise zu demonstrieren, wurde zur Erhängung verurteilt. Diese Erhängungen wurden generell in Gruppen vorgenommen; darnach wurden die Todesopfer in Kühlwagen zur Bestattung in Massengräbern abtransportiert.

Raisi spielte während des Massakers als stellvertretender Staatsanwalt von Teheran in den Aktionen der Todeskommissionen eine führende Rolle; er ging nachweislich aus diesen Ereignissen mit der Verantwortung für die Mehrheit der 30 000 Todesfälle hervor. Weder er noch irgendein anderer Beteiligter wurde, sei es im Lande, sei es im Ausland, wegen dieses offenkundigen Verbrechens gegen die Menschlichkeit je bestraft. Seine voraussichtliche Rolle – die des nächsten Präsidenten des Landes – macht klar, daß das Regime jene, die gegen die Menschenrechte verstoßen, für ihre Brutalität und Intoleranz gegenüber dem Dissensus weiterhin belohnen wird.

Natürlich wird diese Bekundung der Art, wie das Leben der normalen Iraner verachtet wird, die Krisen verschärfen, mit denen das Regime seit dem Aufstand von Januar 2018 zu tun hat. Obwohl die Behörden ihr Bestes gaben, um diese Krisen herunter zu spielen, hat die Tageszeitung „Jahan-e Sanat“ festgestellt, daß das Schweigen zu den Aufständen und die ihm folgende Repression zu der Popularität des Wahlboycotts beitragen.

Die MEK hat dieser Bewegung des Boycotts ihren Namen gegeben: „Votum für den Wandel des Regimes“; und die „Widerstandseinheiten“ haben in mehr als 250 Ortschaften des Landes Graffiti und Plakate angebracht, die diese Botschaft übermitteln. Während der zurück-liegenden Wochen wurde die Wirkung dieser Kampagne durch öffentliche Demonstrationen zu einer Reihe von Angelegenheiten sichtbar. Ob sie nun gegen die Verringerung des Werts der Pensionen oder gegen die Wirkungen eines von der Regierung begangenen Investitions-Betrugs demonstrierten, so haben doch zahllose Iraner ihre Bereitschaft bekundet, sich für den Wahlboycott zu entscheiden – mit Slogans wie: „Wir haben keine Gerechtigkeit erlebt; wir gehen nicht mehr zur Wahl.“

Indem es den Prozeß der Wahl im Ganzen zurückweist, äußert sich das iranische Volk auf klare Weise zur der Illegitimität des herrschenden Systems. Selbst unter normalen Umständen würde es sich damit blutiger Repression aussetzen. Nach der Unterdrückung des Aufstands von November 2019 und nachdem Raisis brutale Art der Bekräftigung des Gesetzes mit seiner unbehinderten Gang zur Präsidentschaft belohnt worden ist, steigert sich das bedrohliche Potential politischer Gewalttätigkeit.

Das verbreitete Eintreten für den Boycott bezeugt daher die Spannkraft des iranischen Widerstands und mahnt zugleich die internationale Gemeinschaft an ihre Verantwortung. Die Westmächte und die Vereinten Nationen sollten klar machen, daß sie sich der Verbrechen Raisis bewußt sind – sowohl jener, die er in der Vergangenheit begangen hat, als auch jener, die er gegenwärtig begeht. Und sie sollten das Regime für diese Verbrechen sowie die unvermeidliche Unruhe, die heraufzieht, verantwortlich machen.

Und wenn diese Unruhe in einem größeren Maße ausbricht als bei dem Aufstand von November 2019, sollte die internationale Gemeinschaft die Bedeutung der Beschwerden und Forderungen des Volkes entschiedener als früher anerkennen. Deren Legitimität befindet sich in schierem Kontrast zu der Illegitimität des herrschenden Regierungs-Systems – ein Umstand, der am 18. Juni bestätigt werden wird, wenn Ebrahim in Abwesenheit von Mitbewerbern und angesichts eines massiven Wahlboycotts, der von den MEK organisiert wurde, seine Präsidentschaft antritt.

 

Die erschütternde Zahl der COVID-19 Opfer im Iran liegt über 302 700


Die Organisation der Volksmudschaheidn des Iran (PMOI/MEK) hat am Montag, dem 31. Mai 2021, bekannt gegeben, dass die erschütternde Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in 543 Städten die Zahl 302 700 überschritten hat.

• Alireza Zali, der Chef der Nationalen Arbeitsgruppe für die Bekämpfung des Coronavirus (NCCT) in Teheran, wies die Nachrichten über den Tod durch den iranischen Impfstoff für das Coronavirus zurück und erklärte, das Vakzin habe Nebenwirkungen wie jedes Medikament. (Die Nachrichtenagentur IRNA vom 31. Mai 2021)
• Der Bürgermeister von Teheran: Vor der Coronavirus Pandemie hatten wir 150 bis 160 Todesfälle pro Tag im Iran; das hat sich nach dem Ausbruch verdoppelt. (Die Nachrichtenagentur Fars vom 31. Mai 2021)
• Der stellvertretende Gouverneur von Kurdistan: Die Situation in der Provinz ist fragil und wir sind besorgt über die Wiederausbreitung von COVID-19 in einigen Städten (Die Nachrichtenagentur Tasnim vom 31. Mai 2021)
• Die medizinische Universität in Bushehr: Die indische und die afrikanische Mutante des Coronavirus bedrohen unsere Provinz. (Die Nachrichtenagentur Mehr vom 30. Mai 2021)
• Die Verkehrspolizei: Wegen des COVID-19 Ausbruchs ist jeder Verkehr zwischen den Provinzen in Sistan und Belutschistan vom 2. bis 7. Juni untersagt. (Die Nachrichtenagentur Tasnim vom 31. Mai 2021)
• Die Präsidentschaftskandidaten machen über alles Versprechungen, aber es wird kein einziges Wort über COVID-19 verloren. (Die Tageszeitung Ettela’at vom 31. Mai 2021)
Die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI-MEK) hat am Montag, dem 31. Mai 2021 bekannt gegeben, dass die erschütternde Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in 543 Städten die 302 700 überschritten hat. Die Zahl der Opfer in Teheran hat die 70 896 erreicht, Khusistan 18 899, Khorasan Razavi 18 410, Ost Aserbeidschan 12 428, Mazandaran 12 125, West Aserbeidschan 11 373, Gilan 10 166, Fars 10 072, Ghom 9 645, Alborz 8 508, Sistan und Belutschistan 6 966, Kermanshah 5 928, Hormusgan 3 735, Zanjan 3 315 und Chaharmahal und Bakhtiari 2 480.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)
31. Mai 2021

Tatenlosigkeit gegenüber dem Irans Terrorismus würde das Regime noch widerspenstiger machen

Von Alejo Vidal-Quadras

Soeben hat das Kammergericht von Ontario den Abschuß eines ukrainischen Flugzeugs (Flug Nr. 752) als einen Akt des Terrorismus, begangen durch das Corps der Islamischen Revolutions-garden (IRGC) des Iran, verurteilt.

Diese Nachricht stellte sofort die an westliche Regierungen gerichtete Forderung wieder her, das IRGC zu einer Terror-organisation zu erklären und weitere Maßnahmen zu ergreifen, um Teheran für Vorgänge dieser Art zur Rechenschaft zu ziehen. Es liegt eine Ironie darin, daß das Urteil des kanadischen Gerichts genau einen Tag nach den jüngsten Gesprächen britischer, französischer und deutscher Diplomaten mit ihren iranischen Partnern erging, bei denen sie erklärten, ihre oberste Priorität liege in der Rettung des Nuklearabkommens von 2015 und darin, die über das iranische Regime verhängten Sanktionen zu mildern.

Am Mittwoch brachten die europäischen Delegierten in Wien in ihren Ausführungen gegenüber internationalen Medien unverändert ihren Optimismus zum Ausdruck. Es verwundert aber, daß solcher Optimismus erhalten wurde, obwohl es auf der iranischen Seite in keiner Zeit zu Kompromissen gekommen war und nach dem deutschen Außenminister Heiko Maas der Prozeß, den Iran in das Einverständnis zurückzubringen, wohl „sehr schwierig“ sein werde.

Maas und seine Kollegen müssen einsehen, daß diese Schwierigkeit, wenn die internationale Gemeinschaft gegenüber dem Ereignis von Flug 752 nichts unternimmt, nur zunehmen wird. Reaktionen auf dies Desaster, das schon 16 Monate zurück liegt, wurden merklich ver-schwiegen, während die Ermittlungen und rechtlichen Auseinander-setzungen anhielten. Auf Teheran wurde – zur Reaktion auf seine anfängliche Bemühung, den Raketenangriff des IRGC auf das Flugzeug als „technisches Problem“ auszugeben – wenig internationaler Druck ausgeübt. Und dieser Druck nahm kaum zu, als das iranische Regime begann, die internationalen Ermittlungen des Vorfalls zu behindern und die Blackbox den Behörden der zivilen Luftfahrt vorzu-enthalten.

Wegen dieser Behinderung und dem Mangel an einer koordinierten Reaktion darauf halten die Ermittlungen bis auf den heutigen Tag an – durchgeführt von den betroffenen Ländern, darunter Kanada, von dem 55 Bürger und 30 ständige Bewohner an dem Flug teilnahmen. Insgesamt wurden 176 Passagiere und Mitglieder der Crew getötet, als Flug 752 von zwei Raketen des IRGC getroffen wurde, so daß es nur wenige Minuten, nach dem es auf dem Internationalen Khomeini-Flughafen von Teheran gestartet war, abstürzte.
Die vollständige Untersuchung des Absturzortes und der gespeicherten Daten muß noch veröffentlicht werden, doch die westlichen Regierungen sollten sich nicht gezwungen fühlen, noch länger abzuwarten, bevor sie die Schuld des Regimes zur Sprache bringen. Die an der Oberfläche sichtbaren Details reichen aus, um klar zu machen, daß der Raketenschlag mehr als wahrscheinlich vor-sätzlich war. Und eben in diesem Sinne hat Richter Edward Belobaba während des Gerichtsverfahrens in Ontario entschieden.

Er sagte: „Die Kläger haben vorgetragen, der Abschuß von Flug 752 durch die Angeklagten sei ein Akt des Terrorismus und als ‚Terror-Tätigkeit‘ zu beurteilen. Ich halte es für wahrscheinlich, daß die Raketenschläge gegen Flug 752 vorsätzlich geschahen und direkt zum Tod aller derer führen, die sich an Bord befanden.“

Diese Entscheidung basierte zum Teil auf einem Zeugnis von den Sicherungen, die zu den vom IRGC benutzten Waffensystemen und Verfahren gehören und es praktisch ausschlossen, daß ein Handelsflugzeug als von einer feindlichen Macht abgeschlossene Rakete mißverstanden worden wäre, wie Teheran behauptete. Und der Verdacht, dem das Regime unterliegt, wiegt noch schwerer, wenn man bedenkt, daß es sich hier nicht um seine erste Tarnungsgeschichte handelte. Der erste Impuls der führenden Behörden bestand darin, jegliche Verantwortung zu leugnen; das läßt darauf schließen, daß sie mit der Möglichkeit eines extremen Rückschlags rechneten – einem wahren, vollständigen Bericht von dem, was am 8. Januar 2020 geschehen war.

Im Lande erhielt Teheran einen Teil des befürchteten Rückschlags, als klar wurde, daß das Regime versuchte, den Vorfall gänzlich zu verdecken. Wenige Tage nach dem Vorfall veranstalteten iranische Studenten und andere Engagierte überall im Lande Demonstrationen, um die Toten zu betrauern, das IRGC ausdrücklich zu verurteilen und den Rücktritt aller Funktionäre zu fordern, die das Paramilitär der Hardliner und das System unterstützen, von dem es zu terroristischen Zielen gelenkt wird.

Doch auf internationaler Bühne sieht es eher darnach aus, daß Teherans Strategie der Leugnung und Ablenkung Erfolg hat. Das Regime hat für seinen Versuch, den Tod von 176 Menschen zu verdecken, niemals mit Konsequenzen zu tun bekommen – sei es mit Sanktionen oder diplomatischer Isolierung. Im Gegenteil wurden seine Vertreter im internationalen Dialog immer wieder willkommen geheißen, ohne mit der Gefahr rechnen zu müssen, daß besagter Dialog über seine engen Grenzen hinaus dringt.

Es besteht kaum ein Zweifel daran, daß das iranische Regime dadurch ermutigt wurde. Es geht hervor aus dem Ton, den es bei den Diskussionen in Wien annahm – den endlosen Wiederholungen seiner anfänglichen Forderungen, daß alle von den USA verhängten Sanktionen aufgehoben werden müssen, bevor das Regime einen einzigen Schritt unternimmt, um zu dem Einverständnis mit den Restriktionen zurückzukehren, die das Abkommen von 2015 seinem Nuklear-Programm auferlegt hatte.

Teherans Verweigerung des Einverständnisses hält nun schon seit mehr als einem Jahr an, und seine nuklearen Fortschritte haben folglich den Zustand, der vor dem Beginn der Verhandlungen, die zu dem „Gemeinsamen Plan umfassenden Handelns“ führten, erreicht worden war, bereits überschritten. Doch auch dafür erfuhr das Regime keine Konsequenzen. Ganz im Gegenteil: Die Europäischen Politiker und Diplomaten haben ihre Bereitschaft bekundet, den iranischen Behörden bei der Umgehung der von den USA verhängten Sanktionen Hilfe zu leisten und einige der Wohltaten des Abkommens zu behalten, das Teheran systematisch verletzt hat.

Es ist schwer zu verstehen, daß einige Europäer von den jüngsten Wiener Gesprächen mit Optimismus über die zukünftigen Entschei-dungen des Iran zurückkehren konnten. Das Regime verspürt praktisch keinen Anreiz, irgendwelchen westlichen Forderungen zu entsprechen, solange die meisten westlichen Regierungen sich nicht gewillt zeigen, auf diese Weigerung mit Konsequenzen zu antworten.

Das wäre schon schlimm genug, wenn sich die europäische Nachgiebigkeit auf die nukleare Sphäre beschränken würde. Doch wenn das IRGC weiterhin der Erklärung als einer terroristischen Organisation entginge und das iranische Regime auch nach dem Urteil des Gerichts von Ontario ein willkommener Partner der normalen diplomatischen Zusammenarbeit bliebe, so würde dadurch nur der Gedanke bestätigt, daß Teheran in Sachen Terrorismus sowie Menschenrechtsverletzungen auch weiterhin Straflosigkeit genießt.

Betrüblicherweise ist diese Botschaft durch das Schweigen der internationalen Gemeinschaft zu den früheren Terroranschlägen des Iran, die nicht zuletzt in bedeutenden Todesfällen endeten, schon ausgesandt worden. Einige dieser Anschläge wurden allein im Jahr 2018 enthüllt – einem Jahr, das mit der Verzweiflung des Regimes daran begann, nach einem landesweiten Aufstand im Volk seine Position wiederherstellen zu können. Im März jenen Jahres wurden iranische Agenten dabei enthüllt, daß sie während der Neujahrs-Versammlung der Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK) in Albanien eine Autobombe zur Explosion bringen wollten. Und im Juni vereitelten europäische Behörden einen Bombenanschlag auf eine Versammlung für die Freiheit im Iran, die vom Nationalen Widerstandsrat des Irans organisiert worden und vor den Toren von Paris stattfand.

An dieser Veranstaltung nahmen zehntausende iranischer Exulanten und hunderte politischer Würdenttäger, darunter Politiker und Gelehrte aus ganz Europa, teil. Obwohl ein ranghoher iranischer Diplomat wegen des Anschlags in Belgien zu zwanzigjähriger Haft verurteilt wurde, wurden bisher zu dem Zweck, das iranische Regime selbst zur Rechenschaft zu ziehen, keine Maßnahmen ergriffen.

Es ist schlimm genug, sich gegenüber dem möglichen Mord an engagierten Iranern und europäischen Politikern blind zu stellen, doch nach dem Urteil zu dem Fall von Flucht 752 riskiert es die internationale Gemeinschaft immer noch, sich gegenüber den wirklichen Morden an Dutzenden von Bürgern Kanadas, Großbri-tanniens, Schwedens und der Ukraine blind zu stellen. Wenn das Urteil des Gerichts von Ontario nicht zu einer koordinierten Aktion führen würde, so würde Teherans Empfindung von Straflo-sigkeit erneut bekräftigt werden, und das Regime würde bei den Nuklear-Gesprächen und in allen übrigen Angelegenheiten, die die westlichen Interessen und die internationale Sicherheit betreffen, nur um so obstinater.

Dr. Alejo Vidal-Quadras

Alejo Vidal-Quadras, Professor für Atomphysik, war von 1999 bis 2014 Vizepräsident des Europäischen Parlaments. Er ist der Präsident des Internationalen Komitees Auf der Suche nach Ge-rechtigkeit ISJ).

 

Wahl im Iran 2021: Das vorweg entschiedene Ergebnis der Wahl im Iran unterstreicht: „Das Spiel ist aus.“

Als in dieser Woche die endgültige Liste derer erlassen wurde, die zu der Farce der Wahl des Präsidenten kandidieren, wurde bestätigt, was der iranische Widerstand schon lange sagt: Die Wahl am 18. Juni wird wenig mehr sein als eine Formalität, die den Prozeß der Installierung eines vorweg ausgewählten Präsidenten abschließt. Nachdem die Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK) zum Boycott aufgerufen hatte und nach der von den Widerstandseinheiten der MEK zwei Monate lang durchgeführten Kampagne sagen selbst die staatlichen Organe voraus, daß die meisten Iraner eine Teilnahme an der Wahl vermeiden werden.

Der Wächterrat, de facto ein Agent des Willens des Höchsten Führers, hat sämtliche möglichen Kandidaten ausgeschlossen, die als „Reformisten“ hätten eingestuft werden können. Das konnte kaum überraschen, denn schon vor den Parlamentswahlen im Februar 2020 hatte er gleichermaßen gehandelt und damit zum öffentlichen Boycott der Wahl beigetragen. Außerdem hatte besagter Boycott durch die organisatorische Tätigkeit der MEK bereits an Fahrt gewonnen.

Zu Beginn des Jahres 2018 führten die MEK im ganzen Lande einen Aufstand gegen die Regierung durch; durch ihn erlangte die Forderung eines Wandels des Regimes allgemeine Anerkennung. In dem ganzen Jahr wurden zahllose Demonstrationen wiederholt – ebenso auch während eines weiteren, noch größeren Aufstandes im November 2019. Dieser wiederum bereitete den Boden für die historisch geringe Beteiligung an der Wahl, die nach drei Monaten stattfand. Ihr war eine Kampagne der MEK vorausgegangen, die den Boycott der Wahl als „Votum für den Wandel des Regimes“ bezeichnete.

Die früheren Aufstände wurden zum Teil durch Slogans definiert, die sich gegen beide politischen Fraktionen des Establishments richteten und erklärten: „Das Spiel ist aus.“ Daher läßt sich der folgende Wahlboycott am besten als Zurückweisung des gesamten Systems verstehen, in dem die beiden Fraktionen die Macht miteinander teilen, während sie im Grundsatz dieselbe Politik betreiben.

In den Tagen und Wochen vor der Bekanntgabe der Kandidaten fanden zu verschiedenen Angelegenheiten öffentliche Demonstrationen statt; dabei befürworteten verschiedene Gruppen von Engagierten den Wahl-Boycott. Diese Bekräftigung wurde oft in sehr entschiedenen Begriffen geäußert; die Massen der Demonstranten skandierten Slogans wie diesen: „Wir haben keine Gerechtigkeit erlebt; wir gehen nicht zur Wahl.“

Diese offenkundige Zurückweisung des gesamten Betriebs der iranischen Wahlen unterstreicht den Gedanken, daß es sich bei ihnen nur um ein „Spiel“ handelt. Gegenüber dieser Empfindung sah der Höchste Führer offenkundig wenig Sinn darin, an der Illusion, an der Urne finde eine wirkliche Wahl statt, festzuhalten. Daher ging der Wächterrat über die erwartete Zurückweisung der reformi-stischen Kandidaten noch dadurch hinaus, daß er Gestalten von der Wahl ausschloß, die auch von dem Establishment der Hardliner hätten unterstützt werden und dadurch für Ebrahim Raisi eine wirkliche Herausforderung darstellen können.

Zu diesen Persönlichkeiten gehörten der frühere Parlamentssprecher Ali Larijani und Rouhanis Vorgänger Mahmoud Ahmadinejad, der erneut hätte kandidieren können, da seit seiner Administration, die zwei Perioden umfaßt hatte, schon eine gewisse Zeit verstrichen ist. Während er sich im Mai als voraussichtlicher Kandidat registrieren ließ, erklärte Ahmadinejad, wenn ihm die Kandidatur nicht gestattet werde, so werde er die Wahl boy-cottieren. Obwohl seine Denkweise von der der normalen Iraner weltenweit entfernt ist, unterstreicht sein öffentlicher Kommentar dennoch die Tatsache, daß diese Wahl für das geistliche Regime eine Krise darstellt.

Er bezeichnete sein Bestreben, erneut Präsident zu werden, als die letzte Chance des Regimes, sich vor dem Zusammenbruch zu retten. Während die staatlichen Medien des Iran die Diskussion der Lage in solch verheerenden Begriffen unterließen, haben doch viele von ihnen vorausgesagt, daß das Wahlergebnis einen historischen Tief-stand erreichen könne und daß dies als Anzeichen einer bevorstehenden Entladung der sozialen Unruhe gelten könne.

Einige Presseorgane haben festgestellt, daß das offizielle Schweigen zu solchen Bewegungen und ihrem möglichen Nachspiel den Wahlboycott wahrscheinlich noch befördern werde. Im November 2019 töteten während weniger Tage die iranischen Behörden annähernd
1 500 friedliche Demonstranten und verhafteten tausende. Noch Monate darnach wurden viele von ihnen systematischer Folter ausgesetzt – durch die Justiz, die von einem Mann geleitet wird, der sich anschickt, bei der Wahl des nächsten Präsidenten als sicherer Favorit zu kandidieren.

Solche Folter bekräftigte die brutale Erbschaft, die Raisi schon vor dreißig Jahren gesichert hatte; denn damals bewies das gesamte Regime das Ausmaß seines Strebens darnach, jede wirkliche Alternative zu seiner Politik und seiner theokratischen Ideologie, wie sie von allen Funktionären des Establishments geteilt wurde, auszuschalten. Im Jahre 1988 erließ Ruhollah Khomeini, der Gründer des Regimes, eine Fatwa, in der alle Mitglieder und Freunde der MEK zu Feinden Gottes und mithin zu Zielen summarischer Hinrichtung erklärt wurden. Es folgte die Bildung der „Todeskommissionen“, die überall im Lande die politischen Gefangenen verhören und darnach entscheiden sollten, auf wen dieser Befehl zutraf; und Raisi, damals der stellvertretende Staatsanwalt von Teheran, spielte in diesem Prozeß eine führende Rolle.

Im Verlauf weniger Monate dieses Jahre wurden mehr als 30 000 politische Gefangene in Gruppen erhängt und darnach in geheimen Massengräbern bestattet. Die überwältigende Mehrheit dieser Todesopfer bestand aus Mitgliedern der MEK. Bis heute verteidigen Raisi und andere, die an dem Massaker von 1988 teilgenommen haben, diese ihre Erbschaft; manche von ihnen gehen so weit zu sagen, sie hätten, als sie den Tod von Mitgliedern der MEK anordneten, dem Willen Gottes gehorcht.

Die Entscheidung Khameneis, Raisi zum Präsidenten zu machen, bedeutet eine offene Bekräftigung der fortgesetzt gegen die MEK – und mithin gegen alle Iraner, die deren demokratisches Programm durch Teilnahme an den jüngsten öffentlichen Demonstrationen und an dem Wahlboycott unterstützten – gerichteten Brutalität.

Die Anwälte der Menschenrechte in aller Welt sollten dies im Kopf haben und daher auf die von den iranischen Funktionären abgegebenen Voraussagen einer geringen Wahlbeteiligung und der lauernden Unruhe gezielt aufmerksam sein. Wenn diese Unruhe ausbricht, wird sie mit Sicherheit zu weiteren Massenmorden und zu systematischen Folterungen führen, jenen ähnlich, die den Aufstand von November 2019 begleiteten – es sei denn, die internationale Gemeinschaft unternähme ernsthafte Maßnahmen, um solches zu verhindern.

Der anhaltende Aufstieg Raisis in der Hierarchie des Regimes erinnert kaltherzig an die Straflosigkeit, die jene, die gegen die Menschenrechte verstoßen, im iranischen Regime genießen. Doch für die Westmächte und die Vereinten Nationen ist er zugleich eine vorzügliche Gelegenheit, diese Straflosigkeit auf internationaler Bühne herauszufordern, indem sie erneut Aufmerksamkeit auf das Massaker von 1988 fordern, den voraussichtlichen Präsidenten mit Sanktionen belegen und eine Ermittlung vorantreiben, die für ihn und andere zu Anklagen beim Internationalen Strafgerichtshof führen könnte.

Das iranische Volk weiß, daß die Funktionäre des Regimes und seine Fraktionen in alle seine Verbrechen verwickelt sind; es hat daher klar gemacht, daß es das System im Ganzen ablehnt. Für die internationale Gemeinschaft ist es schon lange an der Zeit, den Gedanken zurückzuweisen, daß eine innere Reform des Regimes angesichts seiner Erbschaft bösartigen Handelns und seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine gangbare Lösung sei. Wenn die Bevölkerung des Iran die Wahl am 18. Juni verweigert, sollten die Führer des Westens sofort klar machen, daß sie das Verlangen des iranischen Volkes nach einem Wandel des Regimes unterstützen.

 

Landesweite Proteste der Ölarbeiter und Angestellten in den Ölzentren in 9 Städten


Arbeiter skandierten: „Seht Euch vor, wir sind vereinigt.” „Wir werden nicht nachlassen, bis wir unsere Rechte bekommen“

Am Mittwochmorgen, dem 27. Mai 2021, haben Büroangestellte der Ölgesellschaft des Iran in verschiedenen Ölzentren in Teheran, Assaluyeh, Abadan, Ahwaz, Gachsaran, Mahshahr, Bandar Deylam, Khark und auf der Lavan Insel Kundgebungen abgehalten und gegen ihre geringen Gehälter und harten Bedingungen in Bezug auf den Lebensunterhalt wegen der in den Himmel schießenden Preise protestiert.
Die Proteste der Büroangestellten der Ölgesellschaft wurden abgehalten nach einem Aufruf der Ölarbeiter zu Protesten.
Die Arbeiter hielten Schilder und Plakate hoch, auf denen stand: „Öl und Gas werden nicht so leicht produziert, sie werden auf Kosten unseres Lebens produziert“, „Ein solches Maß an Ungerechtigkeit ist nicht das Recht des Betriebspersonals“, „Die Beschäftigung auf Ölplattformen und in Betriebsbereichen entsprechen dem Verkauf des Lebens“, „Gleiche Bezahlung nimmt zu unter ungleichen Bedingungen“.

Die Arbeiter skandierten auch: „Seht Euch vor, wir sind vereinigt“, „[Bijan] Zangeneh, Schande über dich, verlass das Ministerium“, „der Ölminister ist eine Zumutung“ und „Wir werden nicht nachlassen, bis wir unsere Rechte bekommen“.


Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI), grüßte die Ölarbeiter und –angestellten in Teheran, Assaluyeh, Abadan, Ahwaz, Gachsaran, Mahshahr, Bandar Deylam, Khark und auf der Lavan Insel, protestieren und skandieren: „Wir werden nicht nachlassen, bis wir unsere Rechte bekommen“.
Sie rief alle Iraner auf, die Ölarbeiter zu unterstützen.

 

Das iranische Regime unterschlägt 23 Milliarden $ unter dem Vorwand der „Privatisierung”


Das iranische Volk leidet unter den Wirtschaftskrisen. Unterdessen machen das iranische Regime und seine Anhänger weiter damit, den nationalen Reichtum des Iran zu horten. Einer der Pläne, die das Regime anwendet, um das Volk auszuplündern, benutzt den sogenannten privaten Sektor.
In einem Artikel unter der Überschrift „Astronomische Zahlen, aber wenig Information“ gibt die staatliche Tageszeitung Sharq („Osten“) eine der Unterschlagungen des Regimes zu, die über sogenannte private Unternehmen durchgeführt werden.
„Eine Verständigungsvereinbarung über einen Wert von 300 Billionen Toman wurde zwischen dem Ministerium für Bergbau und Handel und fünf großen Unternehmen unterzeichnet: Copper, Golgohar, Goharzamin, Zar Macaroni, Iran Radiator. Eine weitere Verständigungsvereinbarung über einen Wert von 152 Trillionen Toman wurde im März unterzeichnet. Diese Vereinbarung gehört in den Rahmen der ‚Widerstandswirtschaft‘ und ist eine Fortsetzung einer früheren Übereinkunft, die mit fünf anderen Unternehmen unterzeichnet worden war: Chador Mello, Arak Maschinen, Al-Mahdi Aluminium, Sepahan Öl, Shirin Asal“, stellt Sharq fest.

Auf diese Weise, so Sharq, hat das Regime „insgesamt 450 Trillionen Toman oder 23 Milliarden $ Investitionsvereinbarungen in etwa zwei bis drei Monaten“ geplündert. „Zugleich beläuft sich das gesamte Budget für Entwicklung des Landes in diesem Jahr auf etwa 120 Trillionen Toman. Diese Zahl entspricht zudem fast mehr als einem Drittel des laufenden Budgets des Landes“.
„Die Zahl 450 Trillionen Toman der Verständigungsvereinbarung für die Investitionen in den Sektoren Bergbau, andere Industrie, Nahrungsmittel und Petrochemie fällt in eine Zeit, wo die gesamte Investition unseres Landes im Jahr 2019 weniger als 100 Trillionen Toman betrug, von denen 76 Trillionen im privaten Sektor vorgenommen wurden“, fügte Sharq hinzu.
Sharq räumt dann ein, dass wegen des „negativen Wachstums der Investitionen im Land solche riesigen Investitionen wegen der fehlenden Veränderungen bei den Komponenten, die nötig wären, um Kapital anzuziehen, überraschend ist“.
Der Artikel in Sharq fragt dann: „Stehen diese Investitionen im Zusammenhang mit dem Gesetz über „public-private partnership“, das derzeit auf die Zustimmung im Parlament wartet?“
Das Gesetz über public-private partnership ist ein Plan, den Hassan Rohanis Regierung vorgestellt hat und den das Parlament stillschweigend verabschiedet. Der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) hatte zuvor einige schockierende Einzelheiten über diesen Plan hervorgehoben auf Grund von Fakten, die in den staatlichen Medien des Regimes eingeräumt wurden.

Dazu der NWRI: „Die Organisation für Planung und Budget des Regimes hat dieses Gesetz 2018 vorgestellt als Teil eines Budget Gesetzes der Regierung. Hassan Rohanis Regierung hat das Gesetz gebilligt und an das Parlament überwiesen. Auf der Grundlage dieses Plans wird Rohanis Regierung große unvollendete Bauprojekte an den sogenannten ‚privaten Sektor‘ zur Vollendung übergeben“.
Die staatliche Nachrichtenagentur Mashreq („Orient”) vom 1. November stellte fest: „Laut der Statistik und den Erklärungen der Amtsträger gibt es mehr als 86 Tausend halb vollendete Bauprojekte im Land, für deren Fertigstellung ein Kreditbetrag von 1 000 Trillionen Toman geschätzt wird. Das Regierungsbudget reicht allein nicht aus, um diese Projekte fertigzustellen und mit dem Regierungsbudget wird es Jahre für die Umsetzung dieser Projekte brauchen“.
Obwohl viele glauben, dass der private Sektor im Iran von diesem Plan profitiert, zeigen Fakten und Zahlen, dass es so etwas wie den „privaten Sektor“ im Iran unter dem Mullah Regime nicht gibt. Der „private Sektor“ ist nur ein Deckname für die Revolutionsgarden (IRGC) des Regimes.
Das IRGC und der Oberste Führer Ali Khamenei des Regimes und seine Machtzentren kontrollieren den „privaten Sektor“ des Iran. Khamenei und der IRGC sind die alleinigen Nutznießer des Privatisierungsplans.

Der Artikel der Mashreq Nachrichtenagentur unterstreicht: „Dieser Plan ist heikel, komplex und korrumpierend, wo es klar wird, dass als Nutznießer, die sorgfältig die Entscheidung entworfen haben, einen marktfähigen Plan mit Preisen, Käuferauswahl, Zahlungsbedingungen und Raten zu wählen, sechs Personen übrig bleiben. Die Auswahl dieser Personen ist auch ein Zeichen der Korruption. Eine genauere Untersuchung zeigt, dass zwei Beschäftigte der Programm und Budget Organisation, die Verwandte einiger Mitglieder des Parlaments sind, als Politiker agieren. Sie haben die Rätsel und Seiten des public-private partnership Gesetzes ausgearbeitet, um ihre Interessen und Ziele zu verfolgen. Das heißt, sie sollten von der Gesetzgebung in der Position der Nutznießer (privater Sektor) profitieren“.
Am 31. Juli 2017 hat die staatliche Tageszeitung Sharq einige erstaunliche Details über den sogenannten privaten Sektor eingeräumt. „Die Proklamation der Politik von Artikel 44 beinhaltete, dass die Wirtschaft dem Volk überlassen wird und dass die Regierung die Wirtschaft aufgibt. Aber was haben wir gemacht? Ein Teil der Wirtschaft war in den Händen einer Regierung ohne Gewehre, den aber übergaben wir einer Regierung mit Gewehren [dem IRGC]; das ist keine Privatisierung. Einer Regierung, die Gewehre und Medien und alles hat und mit der niemand es wagt, in den Wettbewerb zu treten“, ist in dem Artikel in Sharq zu lesen.

Welche Auswirkungen hat die „Privatisierung” für das Leben des iranischen Volkes?

Der Lohn iranischer Arbeiter beträgt 3,5 Millionen Toman oder 150 $ nach dem derzeitigen Wechselkurs auf dem freien Markt. Dennoch erleben die Menschen wegen der Korruption des Regimes und unerlaubter Aktivitäten wie der Privatisierung in den Himmel schießende Preise und Inflation.


„Heutzutage sind die regelmäßigen Einkünfte der Arbeiter und Rentner 3 Millionen Toman weg vom Warenkorb für den Lebensunterhalt. Dagegen müssen nach Artikel 41 des Arbeitsgesetzes die regelmäßigen Einkünfte auf Grund von Inflation und Unterhaltskosten angepasst werden“, äußerte Nasrullah Daryabeigi, der Exekutivsekretär des Arbeiter Hauses von Mazandaran, gegenüber der halboffiziellen Nachrichtenagentur ILNA am Mittwoch.
„Heute haben 99 % der Arbeiter keine Jobsicherheit. Einer der wichtigsten Gründe für Entlassungen in der Gesellschaft ist das Vorherrschen von Zeitverträgen und die Vermehrung der Subunternehmer, die der Grund für Ausbeutung durch Arbeit im Land sind. Im Iran hat die Privatisierung zu Armut, Sklaverei, Entlassung der Arbeiter, sozialen Anomalien und Spezialisierung der sozialen Gerechtigkeit geführt“, so das Eingeständnis von Daryabeigi.
Die derzeitigen wirtschaftlichen Krisen im Iran und die Rollen des Apparats bei deren Vertiefung haben die Gesellschaft in ein Pulverfass verwandelt.
Vor kurzem erklärte Mahmoud Ahmadinejad, der frühere Präsident des Regimes: „Ich bemerke mit zunehmender Sorge die Gefahr der Erhebung einer Armee hungernder Menschen“. Er äußerte die Befürchtung, dass das Regime, das er als „Revolution“ bezeichnete, verloren ist.
In Bezug auf die anstehenden Scheinpräsidentschaftswahlen erklärte Ahmadinedschad: „Die wirtschaftliche Situation ist katastrophal. Die soziale Situation steht am Rand des Kollapses und die kulturellen Bedingungen sind unbeschreiblich, was die Desintegration betrifft. Wenn wir jetzt eine geringe Wahlbeteiligung bekommen, wie sie sich sicher in der derzeitigen Situation ereignen wird, dann wird das weitreichende heimische und internationale Konsequenzen haben. Wir werden fallen und nicht mehr wieder aufstehen“.

Der Bitcoin-Mining des iranischen Regimes verursacht Stromausfälle und verschärft die Risiken durch Coronavirus


In den letzten Tagen wurden im ganzen Iran Stromausfälle in großem Ausmaße gemeldet. In der Hauptstadt Teheran war in bestimmten Bezirken für sage und schreibe sechs Stunden an einem Stück kein Strom da und in Ahwaz waren die Menschen zwischenzeitig ohne Strom, als die Temperaturen 45 ° Celsius erreichten. Die Amtsträger des Regimes versuchten, die Situation wenigstens teilweise wegzureden, indem sie die Wirkungen der Trockenheit auf die Stromerzeugung durch Wasserkraft anführten, aber viele Experten sagen übereinstimmend, dass das Hauptproblem die exzessive Zunahme der Bitcoin Verwendung bildet in einem Land, das schlecht ausgestattet ist dafür, damit umzugehen.
Elliptic, eine Firma für die Analyse von Kryptowährungen, hat vor kurzem geschätzt, dass etwa 4,5 Prozent der Operationen zur Verwendung von Bitcoins im Iran stattfinden. Das Wachstum hier spiegelt offensichtlich die Bemühungen der Behörden des iranischen Regimes und der mit dem Staat verbundenen privaten Institutionen wieder, kreativ Mittel zu finden, um die US Sanktionen gegen das Regime zu umgehen. Ihr Streifzug auf dem Gebiet der Kryptowährung nutzt dabei eine neu gefundene Ausdehnung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem iranischen Regime und China, das, wie es heißt, viele der Firmen beherbergt, die an den Währungsoperationen beteiligt sind.
Das aber heißt wiederum, dass China Irans große Öl- und Gasvorkommen ausbeutet, um sie als Treibstoff für einen Teil der riesigen Mengen des Verbrauchs von Elektrizität zu benutzen, die mit der eigenen Verwendung von Bitcoins verbunden ist. Der Iran hat sich seit 2019 offiziell dazu bekannt, dass diese Aktivität legitim sei. Jedoch wurde nicht jede Verwendung dieser Art in den letzten beiden Jahren offiziell lizensiert. Wie alle lukrativen illegalen Aktivitäten im Iran wurde der nicht lizensierte Bitcoin vom Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) betrieben.

Laut Elliptic beläuft sich die Energiemenge für die legalen und die illegalen Operationen der iranischen Bitcoin Verwendung zusammen auf mehr als 600 Megawatt Strom, was bedeutet, dass sie das Äquivalent von 10 Millionen Barrel Rohöl im Jahr verbrauchen. Inzwischen ist es so, dass die Operationen Nichts von Wert für das Land produzieren, sondern einfach als Links in einer Kette von Computer zu Computer Interaktionen dienen, die Einkäufe legitimieren, die irgendwo auf der Welt mit Kryptowährung gemacht werden.
Die Stromausfälle der letzten Zeit sind die Folge der unerlaubten Aktivitäten des Regimes. Das neu gefundene Vertrauen des Regimes auf die Verwendung von Bitcoins hat sich offenbar bis zu einem Punkt entwickelt, wo es nicht nur Vorräte an vor Ort gefördertem Rohöl verbrennt, die es sonst exportieren würde; sondern wo es auch unnötig Vorräte verbraucht, die von der iranischen Bevölkerung gebraucht werden, und sie in die Währung konvertiert, die im Iran und außerhalb seiner Grenzen generell nur vom Regime und seinen terroristischen Organisationen wie dem IRGC benutzt werden können.


Ein Mitglied des Parlaments des Regimes, Mohammad Ali Mohseni Bandpi, hat vor kurzem die Folgen betont, die diese Situation für die Erfordernisse für die Gesundheit der Bevölkerung hat. Er beschrieb, dass Krankenhäuser lange Stromausfälle erlebt haben und dass, obwohl die meisten Generatoren in Reserve haben, diese nicht so konstruiert sind, dass sie die Geräte so lange am Laufen halten, wie diese Stromausfälle angedauert haben. Das bedeutet, dass das medizinische Personal nicht nur damit gekämpft hat, die normalen Operationen aufrecht zu erhalten, sondern auch Vorräte an Covid-19 Impfstoffen verloren hat, die bei sehr tiefen Temperaturen aufbewahrt werden müssen, damit sie brauchbar bleiben.
Wegen der inhumanen Covid-19 Politik des Regimes gehört der Iran zu den Ländern, die am härtesten von der globalen Pandemie getroffen wurden. Laut den Berichten der Organisation der Volksmudschahedin des Iran ist die aktuelle Zahl der Todesfälle jetzt nahe bei 300 000. Die Diskrepanz zu den offiziellen Zahlen spiegelt die chronische Desinformation des Regimes wieder, die die Wirkungen der Nachlässigkeit der Amtsträger und das vorsätzliche Missmanagement maskiert.

 

Wahl im Iran 2021 – Mohammad Mohaddessin: Die Präsidentenwahl im Iran ist eine Travestie, eine Ein-Mann-Show

Mohammad Mohaddessin, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Nationalen Widerstandsrates des Iran, hat über die jüngsten Entwicklungen gesprochen, die zu der Farce der Präsidentenwahl des iranischen Regimes gehören.

Heute, am Mittwoch, den 26. Mai 2021, sprach Herr Mohammad Mohad-dessin, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI), in einer Pressekonferenz über die jüngsten der auf die Farce der Präsidentenwahl des iranischen Regimes bezogenen Entwicklungen, ihre Aussichten und Folgen sowie die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft.

Während seiner Ausführungen bemerkte Herr Mohaddessin, in den zurückliegenden 40 Jahren seien Wahlen im Iran niemals der Ausdruck einer Entscheidung des Volkes in einem demokratischen, fairen und transparenten Prozeß gewesen. Er sagte: „Sie sind eine Travestie, ein Auswahlprozeß des Höchsten Führers, der seinerseits niemals gewählt wurde. Khamenei kontrolliert eine nicht gewählte Prüf-Gruppe, die mit der Ausfilterung von Kandidaten befaßt ist.“

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des NWRI unterstrich, daß über das Ergebnis der Wahl nicht vom Volk, sondern von der inneren Machtbalance des Regimes entschieden werde.

Mohaddessin präsentierte folgende Gründe dessen, daß die Wahl dieses Jahres anders sein wird als die Wahlen der vergangenen Jahre:

– Sie erfolgt nach drei landesweiten Aufständen – 2018, 2019 und 2020.

– Dem Regime steht eine explosive Gesellschaft gegenüber. Täglich kommt es zu Demonstrationen in praktisch allen Bereichen der Gesellschaft.

– Die Wirtschaft ist bankerott.

– Das Regime ist in der Region und international isoliert.

– Der Zwist der Fraktionen steigert sich.

– Eine sehr mächtige organisierte Opposition ist im Lande aktiver geworden.

Zur Erklärung dessen, daß die von Khamenei kontrollierte Prüf-Gruppe, der Wächterrat, einen loyalen Insider wie Ali Larijani feuerte, der zwölf Jahre lang Sprecher des Parlaments, Sekretär des Höchsten Nationalen Sicherheitsrates, Leiter des staatlichen Rundfunks und Fernsehens, Kultusminister und Brigadegeneral des IRGC war, unterstrich Mohaddessin, Khamenei sei zwischen Baum und Borke gefangen und müsse daher, um seine Macht zu konsolidieren, die Reihen schließen.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des NWRI betonte, Khamenei habe sich von jenen distanziert, die als „gemäßigte Hardliner“ aufträten, um die Wahl des von ihm vorgezogenen Kandidaten Ebrahim Raisi zu sichern, des Schlüsselmitglieds der Todeskommission, die im Jahre 1988 30 000 politische Gefangene an den Galgen schickte und in den frühen 80er Jahren hunderte weitere Exekutionen anordnete, und er habe somit diese Maskerade zu einer „Ein-Mann-Show“ gemacht.

Mohaddessin legte den Schuß nahe, daß diese unvermeidliche Reduktion ihm nur schaden werde, denn sie werde die Basis der Macht des Regimes schrumpfen und immer zerbrechlicher werden lassen, immer weniger in der Lage, mit den Krisen fertig zu werden, die es umgäben. Er sagte: „Das Regime wird angesichts des landesweiten Aufstandes, der auf seinen Ausbruch lauert, immer verwundbarer. Und wenn es zu dem Aufstand kommt, so wird er erheblich intensiver ausfallen und sich weiter verbreiten als seine Vorgänger in den vergangenen Jahren. Für Khamenei handelt es sich um einen Überlebenskampf.“

Mohaddessin fuhr fort, Khamenei habe, um seine Schwäche im Lande zu kompensieren und die verärgerten rivalisierenden Fraktionen des Regimes zum Schweigen zu bringen, zur Verlängerung des Konflikts in Gaza beigetragen. Der Leiter einer mit Teheran verbündeten Gruppe von Palästinensern habe ihm einen Brief geschickt, in dem er ihm, der Quds-Truppe des IRGC und deren Kommandeur dafür dankte, daß sie auf dem „Schlachtfeld“ in Gaza präsent gewesen seien und zur Fortsetzung des tödlichen Konflikts materielle Unterstützung, Waffen und Ausbildung zur Verfügung gestellt hätten.

Doch Mohaddessin sagte: „Selbst dies hohle Machtspiel kann und wird keinen Ausweg aus dem Engpaß schaffen, dem Khamenei ausgesetzt ist. Er hat es mit einem Pulverfaß zu tun: einer Gesellschaft, die im Begriff ist zu explodieren, und einer Widerstandsbewegung, die als Maschine operiert.“

„Alle repressiven Maßnahmen: Verhaftungen, Hinrichtungen und über die sozialen Netzwerke verhängte Beschränkungen sind fehlge-schlagen. Sie haben,“ so unterstrich der Leiter des Auswärtigen Ausschusses des NWRI, „die Ausbreitung der organisierten Opposition in den Widerstandseinheiten nicht verhindern können.“ Und er setzte hinzu: „Der überall im Lande zu hörende Aufruf zum Boycott der Wahlfarce hat an Kraft zugenommen; die Leute fordern offen den Sturz des Regimes.“

Um dies Argument zu stützen, wies Mohaddessin darauf hin, daß die Funktionäre und die staatlichen Medien bekunden, wie alarmiert sie sind. „An jedem einzelnen Tage“, sagte er, „warnen sie vor der in der Öffentlichkeit, besonders bei der Jugend, zunehmenden Anziehungskraft der Freunde der Mojahedin-e Khalq und der Widerstandseinheiten; sie sprechen offen über deren Bedeutung in den Herzen und Köpfen des iranischen Publikums.“

Mohaddessin sagte, der Iran befinde sich in diesem Jahr auf der Schwelle zu einer wegweisenden Tranformation. „Das, was gestern geschah, kann den Mächten der Welt eine wertvolle Lektion erteilen. Kontinuierlich setzten sie ihre Hoffnung auf die angeblich Gemäßigten oder Reformer innerhalb der mittelalterlichen Theokratie. Doch niemals kann eine Viper eine Taube gebären. Dieser verfehlte Zugang schadete“, so betonte er, „dem iranischen Volk und hat das Regime nur ermutigt.“

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des NWRI kritisierte die internationale Gemeinschaft; er warnte davor, daß die Mullahs hofften, trotz der von ihnen begangenen Morde straflos davon zu kommen.

„Sehen Sie sich“, sagte er, „nur die Ereignisse des vergangenen Monats an. Von Kabul bis Riad, von Beirut bis Bagdad und von Damaskus bis zum Gaza-Streifen – überall kommt es täglich zu Morden und Explosionen. Irren Sie sich nicht – schuld daran ist das iranische Regime.“

Herr Mohaddessin schloß mit folgenden Worten: „Jedwede Zusammenarbeit mit den Mullahs trägt zur Repression und zu dem Mord am iranischen Volk teil. Sie wird dem Regime beim Erwerb von Atomwaffen und beim Schüren von Konflikten in der Region helfen. Für den Westen ist die Zeit reif, daß er seine Beschwichtigung aufgibt und eine entschiedene Haltung annimmt.“

Er nannte vier besondere Maßnahmen, die die internationale Gemeinschaft ergreifen sollte:

– Entsprechen Sie dem Aufruf des iranischen Volkes: Verurteilen Sie diese Wahlfarce als illegitim – als weder fair noch frei!

– Machen Sie der Straflosigkeit der Massenmörder, die dies Land beherrschen, ein Ende!

– Stellen Sie sie vor Gericht wegen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sie in den vergangenen vierzig Jahren begangen haben!

– Begeben Sie sich auf die richtige Seite der Geschichte und an die Seite des iranischen Volkes und sein Verlangen nach Freiheit!

 

Es folgen die Ausführungen von Herrn Mohammad Mohaddessin:

Ich danke Ihnen allen für die Teilnahme an dieser Pressekonferenz.

Sie alle sind verwundert über das, was gestern geschah. Der Leiter der Justiz, Ebrahim Raisi, ist der einzige wirkliche Kandidat, der von den 592 registrierten übrig bleibt. Das iranische Volk hat ihm den Namen „Henker des Massakers von 1988“ verliehen, bei dem
30 000 politische Gefangene ermordet wurden. Raisi verfügt weder über akademische noch religiöse Bildung. Er ist ein ungebildeter, rücksichtsloser Schurke, aus dem ein „Hodschatoleslam “ gemacht wurde. Lassen Sie uns einen Clip über seinen Hintergrund ansehen!
Ich danke Ihnen.

Lassen Sie mich diese Wahl in ihrem Kontext erläutern!

Während der vergangenen 40 Jahre waren Wahlen im Iran niemals Ausdruck der Entscheidung des Volkes in einem demokratischen, fairen und transparenten Prozeß. Sie sind eine Travestie, ein Auswahlprozeß, vorgenommen durch einen Höchsten Führer, der selber niemals gewählt wurde. Khamenei kontrolliert eine nicht-gewählte Prüf-Gruppe, die mit der Ausfilterung von Kandidaten befaßt ist. Daher wird über den Ausgang der Wahl nicht vom Volk entschieden. Über ihn entscheidet die interne Machtbalance des Regimes.

Doch selbst im Rahmen der Maßstäbe des Regimes selbst muß die diesjährige Wahl von den Wahlen der Vergangenheit unterschieden werden.

Was läßt diese Wahl anders werden?

– Sie erfolgt nach drei landesweiten Aufständen – 2018, 2019 und 2020.

– Das Regime steht einer explosiven Gesellschaft gegenüber. Es kommt jeden Tag zu Demonstrationen in praktisch jedem gesellschaftlichen Bereich.

– Die Wirtschaft ist bankerott.

– Das Regime ist in der Region und international isoliert.

– Der Zwist der Fraktionen steigert sich.

– Eine sehr starke organisierte Opposition ist innerhalb des Landes aktiver geworden.

Um mit all diesem fertig zu werden, sieht Khamenei seine einzige Chance in der Konsolidierung der Macht.

Daher feuerte der Wächterrat einen loyalen Insider wie Larijani: Er war 12 Jahre lang Parlamentssprecher, Sekretär des Höchsten Nationalen Sicherheitsrates, Leiter des staatlichen Rundfunks und Fernsehens, Kultusminister und General des IRGC.

Natürlich haben wir vom iranischen Widerstand es kommen sehen. Khamenei hat seit Monaten an diesem Ergebnis gearbeitet.

In seiner im März gehaltenen Neujahrsansprache spezifierte Khamenei die Kriterien seines Lieblings-Präsidenten; sie passen genau zu Raisi. Khamenei hat sich von den angeblich „moderaten Hardlinern“ getrennt, um den Wahlsieg des von ihm vorgezogenen Kandidaten zu sichern. Mit einem Wort: Die Zeit ist erfüllt – die Wahl ist zu einer Ein-Mann-Show geworden.

Was bedeutet dies für die Zukunft?

Innerhalb des Iran: Um zu überleben, hatte Khamenei – gefangen zwischen Baum und Borke – keine Wahl, als die Reihen zu schließen und die rivalisierende Fraktion wegzusäubern. Ironischerweise wird diese unvermeidliche Beschränkung sich zum Schaden auswirken, denn sie wird die Machtbasis des Regimes verringern, so daß es die Fähigkeit, mit den vielen Krisen, die es umgeben, fertig hu werden, abnehmen läßt. Das Regime wir verletzlicher werden – und dies angesichts des nächsten landesweiten Aufstands, der schon vor der Tür steht. Und wenn es zu ihm kommt, dann wird er erheblich intensiver sein und sich weiter verbreiten als seine Vorgänger in den zurückliegenden Jahren. Für Khamenei handelt es sich um einen Überlebenskampf.

Außerhalb des Iran: Um die Schwäche im Innern zu kompensieren und die verärgerten rivalisierenden Fraktionen zum Schweigen zu bringen, trug Khamenei zur Verlängerung des Konflikts in Gaza bei. Der Leiter einer pro-iranischen Gruppe von Palästinensern sandte ihm einen Brief; darin dankte er ihm, der Quds-Truppe des IRGC und ihrem Kommandeur dafür, daß sie auf dem „Schlachtfeld“ in Gaza präsent waren und materielle Unterstützung, Waffen und Ausbildung beschafft hätten – zur Fortsetzung des tödlichen Konflikts.

Doch selbst diese hohle Geste der Macht kann und wird Khamenei keinen Ausweg aus der tödlichen Sackgasse verschaffen, die er vor sich sieht. Warum?

Erstens: Er steht einem Pulverfaß gegenüber: einer explosiven Gesellschaft, und einer Widerstandsbewegung, die als ihre Maschine fungiert.

Zweitens: Alle repressiven Maßnahmen – Verhaftungen, Hinrichtungen und Beschränkungen der sozialen Netzwerke – sind fehlgeschlagen. Sie haben die in der Form der Widerstandseinheiten erfolgende Ausbreitung der organisierten Opposition nicht verhindert. Das kurze Video, das wir heute am Anfang sahen, hat Ihnen einen Eindruck dessen verschafft, wovon ich spreche.

Drittens: Der landesweite Aufruf zum Boycott der Wahlfarce hat an Schwung zugenommen; die Leute fordern offen den Sturz des Regimes. Zum Beispiel: In einem viralen Video boten die Mütter einiger von den Märtyrern des Aufstandes von November 2019 der Gefahr der Verhaftung die Stirn und forderten den Sturz des Regimes. Die Funktionäre und die staatlichen Medien zeigen sich alarmiert. An jedem Tage warnen sie vor dem wachsenden Ansehen der Freunde der Voksmojahedin und der Widerstandseinheiten – besonders bei der Jugend. Sie sprechen offen von ihrer Bedeutung in den Herzen und Köpfen des iranischen Publikums. Vor ein paar Tagen sagte Mahmoud Ahmadinejad, der frühere Präsident des Regimes: „Ich bin wie der Sohn des Schafhirten, der auf einem Hügel steht und die Flut erblickt, die euch alle davonspülen wird.“ Und er hat recht. Am Horizont zieht ein Sturm herauf.

In Kürze:

Der Iran befindet sich 2021 auf der Schwelle zu einer grundsätzlichen Transformation.

Das, was gestern geschah, sollte den Mächten der Welt eine wertvolle Lektion erteilen. Fortgesetzt setzten sie ihre Hoffnung auf die scheinbar Gemäßigten oder Reformer innerhalb einer mittel-alterlichen Theokratie. Doch eine Viper wird niemals eine Taube gebären.

Diese verfehlte Haltung wirkte sich auf das iranische Volk schädlich aus und konnte das Regime nur ermutigen.

Warum? Weil sie Schwäche zu erkennen gab.

Vom Schweigen und der Tatenlosigkeit der internationalen Gemein-schaft ermutigt, vertrauen die Mullahs darauf, daß sie ihr Morden fortsetzen können. Sehen Sie sich die Ereignisse des vergangenen Monats an: Von Kabul bis Riad, von Beirut bis Bagdad, von Damaskus bis zum Gazastreifen – überall finden Morde und Explosionen statt. Und irren Sie sich nicht: Schuld daran ist das iranische Regime.

Wie es die gewählte Präsidentin des NWRI, Frau Maryam Rajavi, gestern in einer Erklärung betonte: Es gibt keine Entschuldigung mehr für die Befriedung dieses Regimes und ein Bündnis mit ihm.

Jedwede Zusammenarbeit mit den Mullahs würde die Repression des iranischen Volkes und dem Mord an ihm nur befördern. Sie würde dem Regime helfen, Atomwaffen zu gewinnen und zu neuen Konflikten in der Region zu schüren.

Für den Westen ist die Zeit gekommen, die Beschwichtigung aufzugeben und eine entschiedene Haltung anzunehmen.

Dazu sollte gehören:

Nehmen Sie den Aufruf des iranischen Volkes auf und verurteilen Sie diese Wahlfarce als illegitim und weder fair noch frei!

Machen Sie der Straflosigkeit derer, die das Land beherrschen, ein Ende!

Stellen Sie sie vor Gericht wegen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sie in den vergangenen vierzig Jahren begangen haben!

Stellen Sie sich auf die richtige Seite der Geschichte, stellen Sie sich an die Seite des iranischen Volkes und seines Verlangens nach Freiheit!

Ich danke Ihnen sehr und würde mich über Fragen von Ihnen freuen.

 

 

 

 

 

 

 

Wahlen im Iran 2021: Aussortieren rivalisierender Kandidaten vermehrt innere Kämpfe im Regime


Archivfoto: Auseinandersetzungen im Parlament des iranischen Regimes

Am Dienstag hat der Wächterrat des Iranischen Regimes auf Geheiß des Obersten Führers der Mullahs Ali Khamenei viele Kandidaten für die Scheinwahlen disqualifiziert. Khameneis Entscheidung, seine Macht zu konsolidieren, indem er seinen bevorzugten Kandidaten Ebrahim Raisi auswählte, hat die inneren Kämpfe seines Regimes vermehrt.
„Ich habe die Entscheidungen des Wächterrats niemals so unhaltbar gefunden, ob bei der Qualifikation oder der Disqualifikation von Kandidaten“, erklärte Sadegh Amoli Larijani, ein Mitglied des Wächterrats, dessen Bruder Ali Larijani, früherer Sprecher des Parlaments des Regimes, für die Scheinwahlen des Regimes ausgeschlossen worden ist.
„Die Ursache dieser Verwirrungen liegt weitgehend in der Einmischung des Sicherheitsapparats in das Fällen der Entscheidungen des Wächterrats mit falschen Berichten“, räumte Sadegh Larijani auf Twitter ein.
Ali Larijani schrieb auch das Eingeständnis: „Da der Wahlprozess jetzt so festgelegt ist, bin ich mit Gottes Wohlgefallen zufrieden“.
Eshagh Jahangiri, derzeitiger Vizepräsident des Regimes, der unter den disqualifizierten Kandidaten ist, erklärte: „Das Disqualifizieren vieler wählbarer Kandidaten ist eine Bedrohung für die Beteiligung an den Wahlen”.
Ali Motahari, früheres MP des Regimes, erklärte: „Ich bin über Larijanis Disqualifikation schockiert. Er war immer loyal gegenüber dem [Regime]“.
„Der ganze Prozess der Überprüfung der Kandidaten ging dieses Mal aus einer Sicherheitsperspektive vor sich und war nicht gerechtfertigt und hat ein 20jähriges Mitglied des Wächterrats zur Reaktion veranlasst. Leider sollten wir eigentlich sagen, dass die Zeit für die Manipulation der Wahlen vorbei ist. Die Wahl ist jetzt in Wahrheit eine Selektion“, erklärte Mostafa Tajzadeh, ein früherer stellvertretender Innenminister.

Javad Nikbin, eines der MPs des Regimes aus der Fraktion Khameneis, wandte sich an die Kandidaten: „Einige Freunde und respektierte Kandidaten sagen, wir akzeptieren nicht das Gesetz, nach dem sie disqualifiziert worden sind. Wie der Imam [Ruhollah Khomeini sagte], haben Sie unrecht. Das Gesetz akzeptiert Sie nicht“.
Am Mittwoch räumte die staatliche Tageszeitung Jahan-e Sanat in Bezug auf die garantierte Präsidentschaft Raisis die Entscheidung des iranischen Volkes ein, die Scheinwahlen des Regimes zu boykottieren.


„Iranische Bürger betrachten den Ausgang der Präsidentenwahlen 2021 als vorherbestimmt und sind nicht bereit, daran teilzunehmen“, schrieb Jahan-e Sanat.

Warum eliminierte Khamenei rivalisierende Fraktionen und was sind die Folgen davon?

Da Khamenei und sein Regime sich einer unruhigen Gesellschaft gegenüber sehen, beabsichtigt er, mögliche Aufstände unter Kontrolle zu halten, indem er seine Macht festigt.
Dazu erklärte Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI): „Aus Furcht vor dem Sturz des Regimes und einem Aufstand der Armee der Arbeitslosen und Hungrigen, hat Khamenei den Weg gebahnt für die Elimination der Rivalen Raisis, der der Henker beim Massaker von 1988 ist, der Mörder der Mujahedin-e Khalq (PMOI/MEK), und einer der schlimmsten Verbrecher gegen die Menschlichkeit der letzten 60 Jahre“.

Frau Rajavi unterstrich: „Die Disqualifikation von Personen wie den Brigadegeneral im IRGC Ali Larijani, den Architekten von Zensur und Repression, Sprecher des Parlaments des Regimes für 12 Jahre und immer ein Teil des inneren Kreises von Khamenei, wird die Machtbasis des Regimes enger und brüchiger machen, die inneren Kämpfe des Regimes in beispielloser Weise heftiger werden lassen und damit wiederum den Prozess der Implosion und Sturz des Regimes beschleunigen“.
Khameneis Politik der Zusammenziehung der Kräfte wird schwere Folgen für sein Regime haben. Eine Verstärkung der Repression wird nur die Unruhe der Gesellschaft erweitern und könnte große Aufstände als Resultat haben. Das Aussortieren solcher Leute, die mit dem Export von Terrorismus und der heimischen Repression beschäftigt waren und derzeit Spitzenpositionen im Regime innehaben, bedeutet, dass Khamenei sich der fundamentalen Illegitimität seines Regimes bewusst ist. Das massive Aussortieren von Kandidaten bei den Scheinwahlen vermehrt auch die inneren Kämpfe des Regimes.