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Eine scheinbare Abschaffung der Sittenpolizei hilft einem moribunden Regime auch nicht

Die scheinbare Stilllegung der berüchtigten iranischen „Sittenpolizei“ hat in den letzten Tagen Schlagzeilen gemacht. Mit der Zeit schien es aber, als ob das viel Lärm um nichts war. Das Platzen der Bombe machte nach einer Pressekonferenz der Generalstaatsanwalts Mohammad Montazeri am 3. Dezember die Runde.

„Auf die Frage eines Reporters in Bezug auf die Abschaffung der Sittenpolizei erklärte Montazeri: „Diese Organisation war unabhängig von der Justiz und sie ist jetzt von denen, die sie aufgestellt haben, beseitigt worden““, so zitierte ihn die staatliche Webseite Entekhab („Auswahl“) am 3. Dezember.

Die Fraktionen und Apologeten des Regimes haben schnell damit angefangen, Falschnachrichten zu verbreiten und ein großes Tam-Tam um diese eher pathetische Geste veranstaltet. Leider machten sich das auch international namhafte Nachrichtenmedien zu Eigen.

Laut der staatlichen Webseite vom 1. Dezember sagte Montazeri: „Das Parlament und der Oberste Rat der Islamischen Revolution befassen sich mit der Schleierpflicht und untersuchen das und in 15 Tagen wird es dazu Ergebnisse geben. Solche Entscheidungen sollten mit Weisheit getroffen werden“.
Die „Weisheit“, von der Montazeri spricht, ist eine Kombination aus Täuschung und Maßregelung.

Es verging kaum ein Tag nach Montazeris Ankündigung der Abschaffung der Sittenpolizei, als die staatlichen Medien des Iran meldeten, dass die Nachbarschaftspatrouillen vermehrt eingesetzt würden und dass die Sicherheitskräfte mehr Präsenz zeigen und versuchen würden, „Verbindungen“ zur Öffentlichkeit herzustellen!

Zudem erklärte laut der staatlichen Webseite Tabnak vom 1. Dezember MP Hossein Dschalali: „Wir werden die Konsequenzen eines öffentlichen Abnehmens des Schleiers verschärfen“.

„Von dem Plan für Keuschheit und Hidschab zurückzutreten ist gleichzusetzen mit dem Verlassen der Islamischen Republik. Wenn die islamische Kleidung beseitigt wird, dann ist es mit der Islamischen Republik auch vorbei“, meinte er. Er versprach auch den Unterstützern des Regimes, „die Bankkonten von falsch verschleierten Personen zu schließen“.

Für die im Iran herrschende Theokratie werden Menschenrechtsverletzungen, besonders die Verletzungen von Rechten von Frauen als Pfeiler der Existenz und als einzige Methode betrachtet, eine unruhige Gesellschaft zu kontrollieren.

Wegen seiner Natur und wegen der existentiellen Bedrohung, die er in dem Aufstand sieht, will und kann der religiöse Faschismus nicht die geringste Flexibilität in seinem mittelalterlichen Umgang mit der Gesellschaft zeigen. Weil ein einziger Riss in ihrem Unterdrückungsapparat sofort zu einem Einsturz des gesamten Systems führen würde, wie der oberste Führer des Regimes Ali Khamenei eingeräumt hat.

Die Pandits Teherans im Westen haben aus einem Maulwurfshügel einen Berg gemacht im Hinblick auf die Suspendierung der Sittenpolizei. Zugleich setzten die Sicherheitskräfte ihren Tötungsrausch und die Verhaftung von Protestierern fort im dritten Monat des landesweiten Aufstands im Iran.

Die Videos aus dem Iran zeigen die Unterdrückungskräfte in voller Montur, wie sie das Feuer auf unbewaffnete Protestierer eröffneten, Sie führten auch Protestierende ab und folterten und töteten sie auch, während sie vorgaben, die Opfer hätten „Selbstnord“ begangen.

Das Regime entscheidet sich dafür, das Volk und die internationale Aufmerksamkeit von seinen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der anlaufenden Revolution im Iran abzulenken.

Die Proteste brachen im September nach dem Tod von Mahsa Amini im Gewahrsam der Sittenpolizei aus. An ihrem Tod entzündete sich ein landesweiter Aufstand mit einem Auszählen des gesamten Regimes und dem Verlangen nach einem Regimewechsel.

Im verzweifelten Versuch, das, was viele als die demokratische Revolution betrachten, auszutricksen, hat der religiöse Faschismus sich auf Täuschung und Gewalt verlegt.

Teherans Apologeten und die „Alternativen“, die sie sich ausgedacht haben, haben versucht, diesen ungeeigneten Gedanken zu verkaufen, dass das Verlangen der iranischen Frauen auf die Freiheit verkürzt wird, selbst die eigene Kleidung zu wählen.

Dieser Plan ist escheitert, weil iranische Frauen, ob in mehr konservativen Gebieten des Landes wie Zahedan oder in Metropolen wie Teheran, unterstrichen haben: „mit oder ohne Hidschab – vorwärts zur Freiheit“,
Die Bestrebungen iranischer Frauen auf die Beseitigung der Pflicht zur Verschleierung zu reduzieren bedeutet in der Tat, ihre führende Rolle im landesweiten Aufstand zu übersehen.

Die Alternative zur herrschenden Theokratie ist ein toleranter Islam und eine Bewegung, die von Frauen angeführt wird.
Während einige Beobachter weiterhin argumentieren, die Gesellschaft des Iran habe sich von der Religion distanziert, kann und sollten diesbezüglich mangels jedes Mittels für eine ernst zu nehmende demographische Forschung und für die Herstellung von Transparenz in einem Land wie Iran keine größeren Schlüsse gezogen werden.

Wenn ein Teil der Bevölkerung weiter an ihrem Glauben festhält, so bedeutet grundsätzlich das Ansprechen eines solchen sensitiven Themas nur, dass man denen zu Diensten sein will, die Opposition abwenden und ihre eigene Sicherheit suchen wollen.

Die Bewegung des Iranischen Widerstands hat sich auf dieses Problem fokussiert, um Frauen zu ermächtigen und ihnen den Weg zu bahnen, führende Positionen in den Reihen des Iranischen Widerstands zu spielen. Das ist es, was das Regime am meisten fürchtet. Deshalb versucht es, die Forderungen iranischer Frauen auf einige fundamentale Rechte zu beschränken.
Durch solche Methoden sollte sich niemand beirren lassen. Die sogenannte Beseitigung der Sittenpolizei ist nichts als Sturm im Wasserglas.

Das tatsächliche Verlangen der Iraner geht auf einen Regimewechsel und die Welt sollte eben das anerkennen und unterstützen, indem sie dem iranischen Volk erlaubt, sein Recht auf Selbstverteidigung wahrzunehmen.

Das Regime ist in einer sehr verwundbaren Situation und die Welt sollte seinen Spielchen nicht auf den Leim gehen.

 

Landesweiter Aufstand im Iran, nächtliche Proteste – Tag 83

Iran Protest-Nr. 180
Nightly protests in Tehran, other cities
Nächtliche Proteste in Teheran und anderen Städten

Am Mittwoch, dem 7. Dezember, gingen die nächtlichen Proteste in Teheran und anderen Städten weiter. Die Menschen machten einen Marsch zum Azadi-Platz in Teheran, den sie am Mittag begonnen und bis spät in die Nacht fortgesetzt hatten. Trotz der starken Präsenz der Staatlichen Sicherheitskräfte (SSF) und Zivilagenten riefen die Menschen „Tod für Khamenei“ und „Tod dem Diktator“ und Autos hupten zur Unterstützung der Demonstranten auf der Azadi-Straße.

Unterdrückungskräfte griffen an verschiedenen Orten Menschen an und eröffneten mit Schrotflinten das Feuer auf sie. In einigen Straßen schossen sie auf die Fenster von Wohnhäusern, welche die Demonstranten anfeuerten oder filmten. Zusammenstöße mit Hit und Run mit den Sicherheitskräften gingen weiter und Demonstranten entzündeten mitten auf der Azadi-Straße Feuer.

Auf der Jeyhoon Straße hielten Einheimische nächtliche Proteste ab. Sie wurden von Unterdrückungsagenten angegriffen, die Tränengas auf sie abfeuerten. Auf dem Towhid Platz skandierten Demonstranten: „Dieses Jahr ist das Jahr der Opfer; Seyyed Ali (Khamenei) wird gestürzt.

“ Menschen an der U-Bahn-Station Ta’atr-e Shahr (Stadttheater) in Teheran riefen: „Wir haben keine Angst mehr; die Mullahs haben sich verirrt.“ In Chitgar skandierten die Menschen: „Blutrünstiger Khamenei, wir bringen dich zu Fall.“

7. Dezember – Teheran, #Iran
Aufnahmen von Demonstranten, die sich angesichts der Sicherheitseinheiten des Regimes behaupten und sie zur Flucht zwingen#IranRevolution2022#مرگ_بر_ستمگر_چه_شاه_باشه_چه_رهبر pic.twitter.com/GkT9giFASI

– Organisation der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) 8. Dezember 2022

In vielen Städten, darunter Karaj, Mashhad, Isfahan, Ardekan, Ardabil, Mallard, Yasuj, Najaf Abad, Arak, Bukan, Bushehr, Saqez, Qazvin, Ilam und Bomehen, veranstalteten die Menschen Proteste, bei denen sie „Tod dem Diktator“ und „Dieses Jahr ist das Opferjahr; Seyyed Ali (Khamenei) wird gestürzt.“ riefen. In Isfahan protestierten Menschen im Bezirk Charbagh und riefen „Tod dem Diktator“ und blockierten die Straße. Die Agenten des klerikalen Regimes eröffneten das Feuer auf die Demonstranten. In Ardekan skandierten die Einheimischen: „Wir wollen keine Kindermörderregel.“ In Najaf Abad skandierten die Menschen: „Armut, Korruption und hohe Lebenshaltungskosten; Wir werden weitermachen, bis das Regime gestürzt ist.“

In Yasuj (Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad) fand eine nächtliche Protestaktion statt, bei der Menschen „Tod dem Diktator“ riefen und die Jugendlichen ein Staatsfahrzeug in Brand steckten. In Darreh Shahr von Ilam entzündeten Jugendliche auf dem Bassidsch-Platz ein Feuer.

Auf dem Vakil Abad Boulevard in Mashhad protestierten Jugendliche mit den Rufen „Freiheit, Freiheit“ und „Dieses Jahr ist das Jahr der Opfer; Seyyed Ali (Khamenei) wird gestürzt.“ In Arak und Bomehen eröffneten die Unterdrückungskräfte das Feuer auf die protestierenden Jugendlichen.

Im Kani-Dinaran von Bukan versammelten sich die Menschen auf den Straßen, indem sie Feuer entzündeten. In Baghak von Bushehr zündeten Menschen einen Kleinbus und Gebäude an, die einem Mitglied der paramilitärischen Bassidsch gehörten.

Er benutzte seinen Kleinbus, um Bassidsch-Agenten zu transportieren und um die Demonstrationen zu unterdrücken. In Sanandaj überfielen die Agenten weiterhin Häuser und verhafteten die Bewohner.

In Saqqez blockierten Menschen die Straße, indem sie an verschiedenen Orten Feuer machten.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI)

7. Dezember 2022

7. Dezember – Bumehen, Provinz Teheran, #Iran
Aufnahmen von Sicherheitskräften des Regimes, die das Feuer auf lokale Demonstranten eröffnen#IranRevolution2022#مرگ_بر_ستمگر_چه_شاه_باشه_چه_رهبر pic.twitter.com/rBcpbR4NWA

– Organisation der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) 8. Dezember 2022

7. Dezember – Teheran, #Iran
Die Behörden platzierten Scharfschützen auf dem berühmten Azadi-Turm (Freiheitsturm) der Stadt, als sich am Mittwochabend Menschen auf dem Platz zu Protesten gegen das Regime versammelten, sagen Einheimische.#IranRevolution2022#مرگ_بر_ستمگر_چه_شاه_باشه_چه_رهبر pic.twitter.com/GrA1hRI5OK

– Organisation der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) 8. Dezember 2022

 

 

Irans landesweiter Aufstand – Proteste von Bürgern und Studenten am Studententag

Iran Protest-Nr. 179
3rd day of nationwide bazaar strike; people and students’ protest rallies on Student Day
3. Tag des landesweiten Bazar – Streiks, Bürger und Studenten protestieren am Studententag

Am Mittwoch, dem 7. Dezember, dem 83. Tag des Aufstands, der mit dem Studententag im Iran und weit verbreiteten Protesten an Universitäten im ganzen Land zusammenfiel, wurde der Streik der Basarhändler und Ladenbesitzer in Teheran und verschiedenen Städten den dritten Tag in Folge fortgesetzt.

Bürger und Studenten veranstalteten Protestkundgebungen in den Straßen von Teheran und mehreren Städten im ganzen Land. Sie stießen mit den unterdrückerischen Sicherheitsagenten des Regimes zusammen.

Aus Solidarität mit dem Aufstand streikten Kaufleute und Ladenbesitzer in verschiedenen Gebieten von Teheran und Karaj, Arak, Qazvin, Isfahan, Bushehr, Lahijan, Marvdasht, Mahabad, Marivan, Ilam, Oshnavieh, Bukan, Kamyaran, Divandarreh, Islamabad Gharb, Karand , Shiraz, Sarableh, Famenin (Hamedan), Kermanshah, Javanrud, Hafshejan, Saqez, Jam (Busher), Anzali, Borujen, Kuchesfahan, Shahin Shahr, Langerud, Sanandaj, Paveh, Baneh, Abdanan, Zarinshahr, Shahr-e Kord, Khoshk -e Bijar, Ravansar, Babak Shahr, Kerman, Delgan, Zahedan, Kozaran, Bushehr, Ganaveh usw.

In den vergangenen zwei Tagen haben die repressiven Kräfte des Regimes viele Geschäfte in Teheran und anderen Städten für ihre Teilnahme am Streik versiegelt und ihre Räumlichkeiten wie einst die Nazis markiert, um später Vergeltungsmaßnahmen gegen sie ergreifen.

Nach den Protesten der Studenten, trotz der stark kontrollierten Gebiete mit der Anwesenheit vieler Polizei- und Sicherheitskräfte, veranstalteten die Menschen heute Nachmittag ihren Protest in Teheran von der Nawab-Straße in Richtung Azadi-Platz.

Sicherheitskräfte feuerten Tränengas auf die Demonstranten in den Straßen Azadi und Mirdamad.

Studenten der Mashhad Universität protestierten und stießen mit den Staatlichen Sicherheitskräften (SSF) zusammen. Jugendliche in Teheran enthüllten auf der Autobahn von Chamran ein riesiges Transparent mit der Aufschrift: „Hätten wir Angst vor dir gehabt, hätten wir dich nicht mit bloßen Händen konfrontiert.

“ Auch in den Straßen von Kermānshāh protestierten Menschen. Die petrochemischen Arbeiter von Sanandaj traten den dritten Tag in den Streik und trotzige Jugendliche in Eslamshahr zertrümmerten den großen Propagandabildschirm des Regimes auf dem Namaz-Platz.

Heute fanden in Teheran Protestkundgebungen statt, während Ali Khamenei sein Bestes gab, um diesen Tag mit minimalen Kosten zu verbringen. Die IRGC des Regimes und die Geheimdienste hatten geplant, Demonstranten in großem Umfang zu verhaften, um Versammlungen oder Kundgebungen zu verhindern. Notwendige Anweisungen zu Kontrollpunkten und Verhaftungen wurden herausgegeben, die ab Mittwoch, dem 7. Dezember, 8:00 Uhr, an mehr als 100 Orten in Teheran umgesetzt werden sollten, darunter Enghelab Straße, Hemet Bazar, Naziabad, Javadiyeh, Sattar Khan, Haft Howz, Poonak, Teheranpars und Tadschrisch.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI)
7. Dezember 2022

7. Dezember – Kerman, Süd-Zentral-#Iran
Die Einheimischen setzen die landesweiten Proteste gegen das Regime in der 83. Nacht des Aufstands fort#IranRevolution2022#مرگ_بر_ستمگر_چه_شاه_باشه_چه_رهبر pic.twitter.com/nPdxYsSh39

— Organisation der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) 7. Dezember 2022

— People’s Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) December 7, 2022
7. Dezember – Sarab, Nordwest-#Iran
Demonstranten warfen Molotow-Cocktails auf Kommunikationstürme der Revolutionsgarden (IRGC) des Regimes.#IranRevolution2022#مرگ_بر_ستمگر_چه_شاه_باشه_چه_رهبرpic.twitter.com/0QS1WOdMTb

— Organisation der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) 7. Dezember 2022

 

 

Landesweiter Aufstand im Iran und nächtliche Proteste – Tag 81

Iran-Proteste Nr.174
Nächtliche Proteste in Teheran und Dutzenden von Städten; Streiks von Händlern in 45 Bezirken von Teheran und 85 Städten; Studentenstreiks in 34 Universitäten
Am Montag, dem 5. Dezember, dem 81. Tag des Aufstandes, kam es in verschiedenen Teilen Teherans und in Dutzenden von Städten zu nächtlichen Protesten mit regierungsfeindlichen Parolen und dem Entzünden von Feuer auf den Straßen.

In verschiedenen Gegenden Teherans, darunter Yaftabad, Sattar Khan, Sadeghieh Metro, Haft Hoz, Shariati Metro, Niayesh Highway, Shariati Street, Ekbatan, Towhid Metro, Jannat Abad, Valiasr, Tehranpars, Seyed Khandan, Chitgar, Marzdaran, Jordan, usw. fanden Protestkundgebungen statt.

In Narmak skandierten die Einwohner: “Wir haben nicht unser Bestes geopfert, um den mörderischen [Khamenei] zu besänftigen!”. In Ekbatan skandierten die Menschen: “Tod dem Diktator (gemeint ist Ali Khamenei), Tod dem IRGC” und “Dieses Jahr ist das Jahr der Opfer; Seyed Ali (Khamenei) wird gestürzt werden” und zündeten ein Feuer an. In der U-Bahn-Station Towhid skandierten die Menschen: “Khamenei ist ein Mörder, seine Herrschaft ist unrechtmäßig”, und in der U-Bahn-Station Shariati skandierten sie: “Dies ist die letzte Botschaft, das Regime selbst ist das Ziel”.

Auf der Niayesh-Autobahn, die auf Khamenei gerichtet war, skandierten Jugendliche: “Du bist der Mörder”. “Nieder mit Khamenei” wurde in den Straßen Shariati, Varamin und Sattar Khan skandiert. In einigen Gegenden von Teheran griffen Repressionskräfte die Demonstranten an, und die Menschen stellten sich ihnen mit den Rufen “Schämt euch, schämt euch” entgegen.

In den Städten Zanjan, Cheram (Kohkiloyeh und Boyer Ahmad), Mashhad, Ilam, Isfahan, Varamin, Karaj, Shiraz, Amol, Kuzaran, Dehgolan, Marivan, Hamedan, Arak, Saqez, Qazvin, Rudsar (Provinz Gilan), Malek Shahr von Isfahan, Padel von Bandar Abbas, Rasht, Javanrud (Provinz Kermanshah), Ilam, Khorasgan (Provinz Isfahan), Rafsanjan, Fuladshahr (Provinz Isfahan), Fardis, Bushehr, Hanguyeh Hormozgan, Marleek, Bandar Abbas, Masjed Soleyman, usw. gingen die Menschen am frühen Abend auf die Straße und veranstalteten Protestkundgebungen.

In vielen Städten, darunter Kuzaran in Kermanshah, errichteten die Menschen Straßensperren, indem sie Feuer legten und selbstgebastelte Molotow-Cocktails warfen. In Javanrud lieferten sich Jugendliche Zusammenstöße mit den repressiven Staatssicherheitskräften und begingen Fahrerflucht. In Hamedan errichteten Jugendliche Straßensperren, indem sie Reifen verbrannten und “Tod dem Diktator (gemeint ist Ali Khamenei)” skandierten.

Händler und Ladenbesitzer in 45 Bezirken Teherans und in mindestens 85 weiteren Städten streikten aus Solidarität mit dem Aufstand.

In Teheran streikten die Teppich-, Eisen-, Cheraqbargh- und Ersatzteilbasare sowie die Geschäfte in Lalehzar, Arya Shahr, Dowlat Abad, dem Großen Basar von Teheran, Sattar Khan, Abdul Abad, dem Teheraner Tor, der Sa’adi-Straße, dem Ala’eddin-Basar, Bagh-e Sepahsalar, dem Markt für Sanitärbedarf, Amin Hozoor, dem Teheraner Stadtteil Elahiyeh, dem Ferdowsi-Platz, Nazi Abad, der Gandhi-Straße, Valiasr, Afsariyeh, Azadi, Ekbatan, Tajrish, Ekhtiarieh, Takhti-Kreuzung, Kakh-Straße, Sohrevardi, Naser Khosrow, Gharb-Gemeinde, Kourosh-Passage, Velenjak-Passage, Zafaranieh-Passage, Tirajeh-Passage in der Ashrafi-Straße, Sanaz-Passage in Andarzgoo, Shahr Ara, Teheransar, Narmak, Sirus-Kreuzung, Payambar-e Gharbi-Straße, Ostad Moein, zweite Phase von Golha, Istanbul Crossroads, Roshandelan, Molavi.

In den Städten Tabriz, Kermanshah, Sanandaj, Baneh, Saqez, Kazerun (Provinz Fars), Bandar Anzali, Shiraz, Arak, Urmia, Zarghan Fars, Chabahar, Now Bandian (Baluchestan), Sarablah (Ilam), Paveh, Ardabil, Javanrud, Dehgolan, Divandarreh, Kerman, Sabzevar, Karaj, Yazdanshahr, Marivan, Shahr-e Kord, Dorud (Provinz Lorestan),

Marvdasht (Provinz Fars), Ilam, Najaf Abad, Isfahan, Bukan, Ashnavieh (Provinz West-Aserbaidschan), Zarinshahr (Provinz Isfahan), Jam (Bushehr), Shahryar, Bushehr, Zarin Dasht (Provinz Fars), Bojnurd (Provinz Nord-Khorasan), Bandar Ganaveh (Provinz Bushehr), Mashhad, Bandar Abbas, Neyshabur (Provinz Razavi Khorasan), Borujen (Provinzen Chaharmahal und Bakhtiari), Shahr-e Ray, Sari, Dashtyar (Provinz Sistan und Baluchestan), Fardis Karaj, Dezful (Provinz Khuzestan), Hamadan,

Shahin Shahr (Provinz Isfahan), Lordegan (Provinz Chaharmahal und Bakhtiari), Behbahan, Hafshejan (Provinz Chaharmahal und Bachtiari), Qorveh (Provinz Kurdistan), Kamyaran (Provinz Kurdistan), Eslamshahr, Lahijan (Provinz Gilan), Ur (Provinz Fars), Ravansar (Provinz Kermanshah), Eslamabad-e-Gharb (Provinz Kermanshah),

Rasht, Garmsār (südöstlich von Teheran), Koozaran (Provinz Kermanshah), Kangavar (Provinz Kermanshah), Abdanan (Provinz Ilam), Kani Dinar (Provinz Kurdistan), Behshahr (Provinz Mazandaran), Babol, Alvand (Qazvin), Qazvin, Borujerd (Westiran), Khomeyn (Provinz Markazi), Khorramshahr, Izeh, Gachsaran (Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad),

Mobarakeh (Provinz Isfahan), Zahedan, Takab (Provinz West-Aserbaidschan), Lar (Provinz Fars), Saveh (Südwestlich von Teheran), Shahreza (Provinz Isfahan), Yazd, Farsan (Provinz Chaharmahal und Bakhtiari), Falavarjan (Provinz Isfahan), Gilanegharb (Provinz Kermanshah) legten die Händler trotz der Einschüchterungsversuche des Regimes die Arbeit nieder und schlossen sich dem Streik an. In Eslamshahr zündeten aufmüpfige Jugendliche ein Transparent mit dem Bild von Khamenei und den Symbolen der Bassidsch an.

Am Montag veranstalteten die Studenten an 34 Universitäten, darunter die Universität Sharif, den zentralen Campus in Teheran, Sitzstreiks und Proteste und skandierten “Wir werden kämpfen und den Iran zurückerobern”, Azad Teheran West, Azad Teheran Nord, Amir Kabir, Wirtschaftsfakultät,

Wissenschaft und Technologie, Azad Tabriz, Azad Najaf Abad, Azad Mashhad, Shiraz Zahnmedizin, Razi Kermanshah, Azad Ahvaz, Azad Homayoun Shahr, Azad Shahr-e Kord, Azad Shahr Qods, Payam Noor Ravansar, Beheshti Technical College of Karaj, Vocational Technical College for Girls in Kermanshah, die University of Technology in Isfahan, Faculty of Literature, Isfahan University, Mohajer Isfahan, Azad Khorasgan, Medizinische Wissenschaften Isfahan, Medizinische Wissenschaften Shiraz, Azad Eslamshahr, Qom, Elementare Wissenschaften Kurdistans, Kermanshah Vocational Technician, Ferdowsi Mashhad, Shariati Shiraz, und Shiraz Engineering System.

Lkw-Fahrer und Fahrer aus Qom, Kashan, Shapour, Isfahan, Salas-e Babajani (Provinz Kermanshah), Javanrud, Sanandaj, Mashhad und Dehgolan beteiligten sich an dem landesweiten Streik. Die Beschäftigten der petrochemischen Betriebe in Mahshahr und Sanandaj, der Zementfabrik in Isfahan und des Aluminiumunternehmens in Bandar Abbas streikten ebenfalls.

Am Montag versammelten sich trotz Schneefalls Familien von Inhaftierten vor dem Evin-Gefängnis, um sich nach dem Verbleib ihrer Angehörigen zu erkundigen.
Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI)
6. Dezember 2022

Die Besorgnis in Bezug auf die Möglichkeit willkürlicher Todesstrafen während der Aufstände wächst


Es sind etwa drei Wochen her, als die Justiz des iranischen Regimes ihr erstes Todesurteil im Zusammenhang mit dem landesweiten Aufstand bekannt gab, der ausbrach nach dem Tod der 22jährigen Mahsa Amini im Gewahrsam der berüchtigten „Sittenpolizei.” in Teheran.

Es gibt noch keine Anzeichen dafür, dass diese Proteste an Lebhaftigkeit verlieren und es sickern weiter Meldungen bei den internationalen Medien durch über tödliche Schüsse und Schläge sowie über Todesurteile, die gefällt worden sind oder die in naher Zukunft gefällt werden könnten.

Diese Publizität könnte das iranische Regime vor eine weitere Herausforderung stellen, da einige der größten Demonstrationen in den letzten Wochen von Gedenkfeiern für Opfer des gewaltsamen Vorgehens der Regierung ihren Ausgang nahmen.

Bis jetzt haben diese Märtyrer an in- und ausländischer Aufmerksamkeit gewonnen durch die Umstände ihres jeweiligen Todes.

Mahsa Aminia Tod am 16 . September ereignete sich drei Tage, nachdem die Sittenpolizei befand, dass sie ihren Hidschab nicht richtig trage, und sie groben Schlägen auf dem Weg zu einem Erziehungszentrum aussetzte.

Ihr Begräbnis hat die erste Runde an Protesten in ihrer Heimatstadt Saqqez veranlasst, die sich schnell auf den Rest des Landes ausbreiteten.

Die neuesten Schätzungen der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK), der führenden Oppositionsgruppe des Landes, deuten darauf hin, dass die Proteste in nicht weniger als 277 großen und kleinen Städten stattfinden, wobei die zentralen Forderungen nicht nur die Wiederherstellung der Rechte der Frauen betreffen, sondern auch das Abtreten des ganzen Regimes hinter den Schleiergesetzen und der Gender Apartheid.

Die Verweigerung von Behandlung und die Drangsalierung der Ärzte
Die PMOI schätzt auch, dass mehr als 660 Protestierende seit Beginn des Aufstandes getötet worden sind, von denen 60 unter 18 Jahre alt waren.

Ein Faktor, der zu dieser Todeszahl beigetragen hat, ist die Schwierigkeit, vor die Verletzte gestellt werden, wenn sie medizinische Behandlung benötigen.

Die iranischen Gefängnisse und Internierungszentren sind berüchtigt dafür, dass sie eine solche Behandlung verweigern, oft als Strafmaßnahme, und im Verlauf der letzten zwei Monate haben die Behörden Krankenhäuser, medizinische Zentren und sogar Apotheken überwacht und sich bemüht, jeden zu identifizieren und zu verhaften, der für Verletzungen behandelt werden wollte, die er sich bei den Protesten zugezogen hat.

Diese Situation hat vielfach iranische Ärzte, besonders solche, die mit der PMOI in Verbindung stehen, dahin gebracht, Netze einzurichten, die mittels Hausbesuchen oder auf andere Weise die Behandlung außerhalb von Krankenhäusern ermöglichen.

Jedoch sind diese Netze selbst zur Zielscheibe der Überwachungsoperationen des Regimes geworden, und einige medizinische Fachleute wurden infolgedessen verhaftet. Darüber hinaus hat das Regime jetzt Ärzte zu Zielobjekten der Strafverfolgung wegen Schwerverbrechen gemacht, um die Praxis gewaltsam zu unterbinden.

Ein Arzt mit dem Namen Ibrahim Rigi wurde am 13. Oktober verhaftet und angeklagt, regierungskritische Proteste in und um die Stadt Zahedan „anzuführen“. Daneben wurde das Ärzteehepaar Hamid und Farzaneh Qarahasanlo verhaftet, als es eine Begräbniszeremonie für einen Protestierer besuchte, der in der Stadt Karadsch getötet worden war.

Alle drei sind jetzt einer Strafverfolgung ausgesetzt für entweder die Verbreitung von Verderbnis auf Erden oder Feindschaft gegen Gott und zudem ist Hamid jetzt, wie es heißt, in kritischem Zustand nach schweren Schlägen in seiner Haft.

Diese Art der Gewalt und die Verweigerung medizinischer Dienste, die Hamid selbst geleistet haben könnte, sind nur zwei von vielen Faktoren, die zur Verschlechterung des Gesundheitszustandes iranischer Gefangener beitragen.

Andere sind etwa die überwiegende Anwendung sowohl physischer als auch psychischer Folter und allgemein rauen Bedingungen in iranischen Einrichtungen.
Verschwinden lassen und Hinrichtungen Unbekannter und aus unbekannten Gründen
Es tauchen immer mehr Berichte auf, dass unbekannte Personen in iranischen Gefängnissen auf Grund von unbekannten Beschuldigungen hingerichtet werden.

Ein Häftling namens Keyhan Shakerpanahi wurde am Samstag im Zentralgefängnis von Kashan hingerichtet, nachdem er unvermittelt aus Isfahan verlegt worden ist, und es gibt keinerlei Auskünfte über den Grund für diese Hinrichtung. Zudem wurden am gleichen Tag drei Personen innerhalb des Zentralgefängnisses von Isfahan hingerichtet, aber nur zwei von ihnen konnten namentlich identifiziert werden.

Laut Meldungen, die vom Iran Human Rights Monitor (Iran HRM) gesammelt wurden, wurden seit dem Beginn von 2022 mindestens 539 Personen erhängt.
Ferner deuten neuere Entwicklungen auf die Möglichkeit hin, dass die Zahl der Hinrichtungen im Monat Dezember noch einmal deutlich emporschnellt.

Diese Trends sind von großen Teilen der internationalen Gemeinschaft erkannt worden und deshalb hat der UNO Menschenrechtsrat die Aufstellung einer „Kommission zur Faktenermittlung“ angeordnet, die sich die weiterhin eskalierende Niederschlagung der Proteste im ganzen Iran vornimmt.
Wie die gewählte Präsidentin des NWRI Frau Maryam Rajavi nach der 69.

Verurteilung des iranischen Regimes durch die Vereinten Nationen hervorgehoben hat : „Es wird Zeit, dass das Dossier der Verbrechen des Regimes an den UNO Sicherheitsrat übergeben wird und dass seine Führer vor Gericht gestellt werden“.

 

Landesweiter Aufstand im Iran, nächtliche Proteste – Tag 82

Iran Protest – Nr. 176

Ehrung der Märtyrer, in Brand setzen von Basidsch Basen,  ausgedehnte Streiks in den Basaren und Universitäten

Am Dienstag, dem 6. Dezember und 82. Tag des Aufstands  sowie dem 2. Tag der ausgedehnten Basar-Streiks und der Sit-ins und Proteste an den Universitäten, wurde jeweils eine Gedenkzeremonie für die Märtyrer des Aufstands abgehalten in Anzali und Mahabad. Studenten an der Sharif Universität verwandelten eine Rede Alireza Zakanis, des Bürgermeisters von Teheran, in einen Anti-Regierungs-Protest mit den Rufen „Tod für Khamenei“. Die Studenten der Technologie und Naturwissenschaften unterbrachen auch den Sprecher der Regierung Raisi Ali Bahadori Dschahormi und skandierten „Schande über dich, Schande über dich“.

Im Anzali griffen Unterdrückungskräfte Einwohner an, die zusammengekommen waren, um den umgebrachten Mehran Samak zu ehren. Die Menschen brachten ihren Protest zum Ausdruck mit „Tod für Khamenei“, „Tod für den Diktator“ (was sich auf Ali Khamenei bezieht)“, „Dieses Jahr ist das Jahr des Opfers, Seyed Ali (Khamenei) wird gestürzt“, „Schwur an unsere gefallenen Kameraden, wir bleiben standhaft bis zum Ende!“ und „Ich werde jeden töten, der meinen Bruder getötet hat“. Die Agenten des Regimes sprühten Tränengas auf die Menge und benutzten Schrotgewehre.

In Mahabad bezeugten Einwohner sechs Märtyrern am 40. Tag ihrer Märtyrerschaft ihren Respekt, Kobra Sheikheh, Fereshteh Ahmadi, Samko Mowloudi, Shahu Khezri, Zaniar Abubakri und Masoud Ahmadzadeh. Die Menschen riefen: „Tod für den Diktator“ (was sich auf Ali Khamenei bezieht)“, „Märtyrer sterben niemals vergeblich. In Saqqez hörte man am 40. Tag der Märtyrerschaft von Fereydun Farrokhis Märtyrerschaft den Ruf: „Der Märtyrer ist lebendig“ und „Fereydun ist ein Held. Er ist ein Märtyrer für Kurdistan“. Einwohner von Amol (im Norden des Iran)  gedachten auch Ali Fazelis am 40. Tag seiner Märtyrerschaft.

Am Montag, dem 5,. Dezember, und am Dienstag, dem 6. Dezember, griffen unbotmäßige Jugendliche die berüchtigten Basidsch Basen in Bushehr, Karadsch, Shiras, Qazvin, Bandar Abbas und  die Stadt Quds in Teheran an und warfen Molotow Cocktails. Sie legten auch Feuer an eine Basidsch Basis in Maschhad, dem Ermittlungsamt in Ilam, der Anlage eines Regimeagenten in Saqqez und dem Haus der Propaganda Abteilung in Yasudsch. Unbotmäßige Jgendliche zerstörten auch die Banner mit Abbildungen von Ruhallah Khomeini, Ali Khamenei und Qasem Soleimani (dem früheren Oberbefehlshaber der Quds Armee) und ein Banner der paramilitärischen Basidsch Einheiten in den Städten Yazd, Shush, Falavarjan, Isfahan, Eslamshahr, Urmia, Bandar Abbas, Dezful und Karadsch und setzten sie in Brand.

Gleichzeitig mit den Studentenprotesten an den Universitäten haben die Schülerinnen einer  Mädchenschule in Teheran ihren Protest veranstaltet mit dem Ruf „Tod der Regierung, die Kinder tötet“.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

6 . Dezember 2022

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Exekutive und Legislative des Regimes im Clinch miteinander während der Revolution

„Eine der süßesten und größten Erfolge im vergangenen Jahr war die Präsidentenwahl“, erklärte der Oberste Führer des Regimes Ali Khamenei freudig im März 2022, da er dachte, seine Macht konsolidiert zu haben mit der Aufstellung Ebrahim Raisis als Regimepräsident.

Der landesweite Aufstand im Iran hat die dunkle und bittere Zukunft und den derzeitigen fragilen Status seines Regimes zutage gebracht..

Am Sonntag, dem 4. Dezember, tagte das Parlament des Regimes hinter verschlossenen Türen zusammen mit Raisi. Obwohl von dieser Sitzung sehr wenig an Informationen durchgesickert ist, zeigt sie als solche als Spitze des Eisbergs die zunehmenden inneren Streitigkeiten.

Zudem kann man aus dem, was staatliche Medien von der „Seitenlinie“ berichtet haben über die Sitzung, den Schluss ziehen, dass sie abgehalten wurde, um einen Ausgleich zwischen den Regimevertretern zu finden und eine einheitliche Linie im Hinblick darauf herzustellen, wie dem landesweiten Aufstand im Iran entgegenzutreten ist.

Laut der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA vom 4. Dezember „kritisierte“ Raisi „das Parlament“ und warnte die MPs „davor, in einigen Parlamentsausschüssen falsche Entscheidungen zu fällen“. Er ersuchte die MPs auch, „über die Tätigkeiten der Minister und örtlichen Amtsträger fair zu urteilen und zu sprechen“ und „die letzte Entscheidung der Regierung zu überlassen, was die Auswahl örtlicher und nationaler Behörden anbetrifft“.

„Einige der Parlamentarier „sprachen“ mit den Ministern und verursachten Tumulte im Madschlis, was die Minister am Reden hinderte. Deshalb musste der Parlamentssprecher MPs auffordern, sich zu beruhigen und die Minister sprechen zu lassen“, fügte IRNA hinzu.

Raisi, ein skrupelloser Massenmörder, der berüchtigt ist wegen seiner Rolle beim Massaker von 1988 an 30 000 politischen Gefangenen, war von Khamenei zum Präsidenten ab Juni 2021 auserkoren worden mittels einer Scheinwahl, die von der Bevölkerung weitgehend boykottiert worden war.

Seine Präsidentschaft war das wichtigste Stück im Puzzle Khameneis zur Konsolidierung der herrschenden Theokratie gegenüber dem drohenden Aufstand. Zuvor im Jahr 2020 hatte Khamenei die Mitglieder des Parlaments handverlesen und den Weg für Mohsen Ejei, einen anderen Massenmörder, gebahnt, Raisi als Justizchef 2022 abzulösen.

Das scharf kontrollierte Parlament war Schauplatz von inneren Auseinandersetzungen seit seiner ersten Einberufung in der neuen Zusammensetzung. Der landesweite Aufstand hat diese Rangeleien noch verstärkt und die Situation innerhalb von Khameneis Fraktion unübersichtlich gemacht, was ihn zwang, seine eigenen Leute beständig zu warnen.

Seit dem Beginn der Proteste haben Khameneis MPs Raisis Verwaltung als „unfähig“ bezeichnet und seine „heimlichtuerischen Ministerien“ zu beschimpfen, sie hätten „die Probleme des Landes vernachlässigt“.

Trotz Khameneis häufiger Warnungen an die Adresse des Madschlis, Raisis Regierung zu stärken und Absetzungsverfahren gegen Minister zu vermeiden, haben die Parlamentarier gegen drei Minister solche Verfahren angestrengt und sie gezwungen zurückzutreten, nämlich den Minister für Arbeit, den für Bildung und den für Städte- und Straßenbau.

„Bevor wir die Mehrheit Ihrer Minister absetzen, verbessern Sie Ihr Kabinett“, warnte das MP Dschalil Rahimi Dschahan Abidi Raisi am 3. Dezember laut der staatlichen Webseite Etemad („Vertrauen“) online.

Raisis Regierung hat sich diesem Druck gefügt. „Mit der Entscheidung des Präsidenten werden mindestens zehn Amtsträger auf örtlichen und nationalen Positionen ausgetauscht“, erklärte Regierungssprecher Ali Bahadori Dschahromi am 4. Dezember, wie dem staatlichen Fernsehen zu entnehmen war.
Raisis Stolpern bei der Leitung der Exekutive ist nur ein Gesichtspunkt von Khameneis elendem Scheitern bei der Konsolidierung der Macht in seinem Regime. Khamenei entschied sich dafür, jedem Aufstand vorzubeugen mittels einer einheitlichen Regierungsmannschaft.

So ernannte er drei berüchtigte Mörder, Raisi, Eje’i und Mohammad Bagher Ghalibaf (den Parlamentssprecher) , um seine Anordnungen um jeden Preis durchsetzen zu können. Aber die demokratische Revolution im Iran hat Khameneis Plan vereitelt.
Wie es scheint, wiederholt sich die Geschichte. Der letzte monarchische Diktator im Iran, der Schah, hatte auch alle politischen Parteien beseitigt und einen Einparteienstaat geschaffen.

Wenige Monate vor der antimonarchischen Revolution im Jahr 1979 gab es in seinem Parlament Szenen, wo seine handverlesenen MPs General Azharis Militärregierung geißelten. Azhari war gezwungen, unter diesem Druck zurückzutreten.
Khamenei hat seine Lektion gelernt und in den letzten Jahren mehrfach hervorgehoben, dass ein Schritt zurück den Sturz seines Regimes bewirken werde. Das iranische Volk und seine organisierte Widerstandsbewegung wissen das und sie verstärken ihre Bemühungen, das Regime um jeden Preis aufzulösen.

Die Weltgemeinschaft sollte über Verurteilungen hinausgehen und das Recht des iranischen Volkes auf Selbstbestimmung und Selbstverteidigung anerkennen.

 

Der landesweite Aufstand im Iran – Tag 80


Iran-Protest-Nr. 171
Landesweite Aufstände und Protestkundgebungen in Teheran und verschiedenen Städten im ganzen Land
Am Sonntag, dem 4. Dezember bzw. am 80. Tag des Aufstandes, wurden die Protestkundgebungen in Teheran und verschiedenen Städten fortgesetzt. In Shahriyar protestierten die Menschen trotz des starken Schneefalls mit der Parole “Tod dem Diktator”.

In Yazdanshahr (Südwestiran) erschossen die staatlichen Sicherheitskräfte einen jungen Mann und verletzten einen weiteren, woraufhin wütende Menschen das Auto der Mörder mit Steinen bewarfen.

Am Sonntag fanden nächtliche Kundgebungen in Teheran und anderen Städten statt. In Teheranpars wurde trotz der strengen Kälte eine Demonstration unter dem Motto “Tod dem Prinzip des Velayat Faqih (absolute Herrschaft des Klerus)” abgehalten.

In der Gemeinde Gharb protestierten die Menschen mit den Parolen “Am 5., 6. und 7. Dezember (dem nationalen Studententag) werden wir auf die Straße gehen” und “Wir werden kämpfen, wir werden den Iran mit aller Kraft zurückerobern”.

In Ekbatan luden junge Menschen andere ein, sich ihnen anzuschließen, und skandierten: “Liebe gewissenhafte Nachbarn, vereinigt euch mit uns am 5. Dezember” und “Blutrünstiger Khamenei, wir werden dich begraben”. In Nord-Majidiyeh protestierten die Menschen mit Rufen wie “Tod dem Diktator (gemeint ist Ali Khamenei)”.

Trotzige junge Menschen zündeten bei nächtlichen Protestkundgebungen in Bukan und Mahabad Feuer an und skandierten in Rasht: “Wir schwören unseren gefallenen Kameraden, wir bleiben bis zum Ende standhaft”.

Sie setzten ein Propagandabanner des Geheimdienstministeriums des Regimes in Qazvin in Brand, einen Stützpunkt der Bassidsch in Bandar Lengeh, eine Statue von Qasem Soleimani (ehemaliger Kommandeur der Quds-Truppen) in Qeshm und ein großes Banner mit dem Bild Ruhollah Khomeinis in Minab in der Provinz Hormozgan (Südiran) sowie eine vom Staat aufgestellte Werbetafel in Namin in der Provinz Ardabil (Nordwestiran).

In Sari protestierten die Studenten der Universität für medizinische Wissenschaften mit dem Slogan “Studenten werden sterben, aber niemals der Demütigung nachgeben”, und das Personal des Sina-Krankenhauses in Täbris trat in den Streik. Die Landwirte von Isfahan organisierten eine Protestkundgebung vor dem Wasseramt von Isfahan auf der Khajoo-Brücke.

Eine große Menschenmenge nahm an der Gedenkfeier für den Märtyrer Mohammad Rasool Momeni-Zadeh in Rasht (Nord) und am Trauerzug für den Märtyrer Ehsan Ghasemi-Nejad in Kangavar (West) teil.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI)

5. Dezember 2022

Iran: Proteste in Zahedan überflügeln Unterdrückung und Komplotte des Regimes

Drei Monate nach Beginn des landesweiten Aufstands im Iran haben die außergewöhnlich mutigen Bewohner in der Provinz Sistan und Belutschistan im Südosten des Landes, vor allem die unterdrückte Minderheit der Belutschen, unter Beweis gestellt, dass sie sich den Bemühungen des Regimes sie als Separatisen darzustellen widersetzen.

Trotz der harten Niederschlagung früherer Proteste in dieser Provinz durch das Regime und der Tötung von mehr als 130 unbewaffneten Demonstranten gingen die Demonstranten am Freitag auf die Straße und skandierten Slogans gegen die herrschende Theokratie im Iran, insbesondere gegen den Obersten Führer Ali Khamenei.

Auch an diesem Freitag eröffneten die Sicherheitskräfte das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten und versuchten, die Menge mit Schüssen und über den Städten fliegenden Hubschraubern zu vertreiben. Dennoch gelang es ihnen nicht, die Proteste niederzuschlagen.

Auf die Proteste vom Freitag in Sistan und Belutschistan folgten Dutzende von weiteren Demonstrationen in ganz Iran, insbesondere in Arak und Izeh, wo sich die Menschen versammelten, um die Märtyrer zu ehren. Berichten zufolge schworen sie, ihren Kampf für die Freiheit fortzusetzen, indem sie skandierten: “Wir werden kämpfen und den Iran zurückerobern”.

Diese Proteste fanden wenige Tage, nachdem Chamenei seinen obersten Gefolgsmann, den Kommandeur der Revolutionsgarden (IRGC), Hossein Salami, in die Provinz Sistan und Belutschistan geschickt hatte, um die Öffentlichkeit einzuschüchtern und von “Reformen” zu sprechen.

Salami war der zweite Vertreter, den Chamenei in den letzten drei Monaten in die unruhige Provinz entsandt hatte. Als Khameneis Sonderbeauftragter besuchte Mohammad Javad Haj Ali Akbari Zahedan, die Hauptstadt von Sistan und Belutschistan, und sprach mit den sunnitischen Geistlichen, um die Spannungen abzubauen und den Konflikt in den von Sunniten dominierten Städten als “Fehler” darzustellen.

Doch wenige Tage später strömten die Menschen auf die Straßen und entlarvten die Behauptungen des Regimes über Reformen oder die vergeblichen Bemühungen, die kaltblütige Tötung unschuldiger Zivilisten herunterzuspielen.

Die Proteste vom vergangenen Freitag, bei denen die Menschen gegen das gesamte Regime demonstrierten, sind ein Zeichen für die wachsende Wachsamkeit und das tiefe Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Man hörte die Anwohner skandieren: “Wir haben keine Märtyrer geopfert, um mit dem mörderischen Führer zu verhandeln”, wobei sie sich auf Khamenei bezogen.

Die Freitagsdemonstrationen wiesen eine erstaunliche nationale Einheit auf, da die belutschischen Demonstranten Schilder und Plakate in der Hand hielten und Slogans zur Solidarität mit anderen Regionen Irans, insbesondere mit ihren kurdischen Brüdern und Schwestern, skandierten. Mit den Worten “Kurden und Belutschen sind Brüder, sie sind der Feind von Chamenei” betonten sie einmal mehr, dass der gemeinsame Feind die herrschende Theokratie ist.

Das Besondere an den Demonstrationen vom vergangenen Freitag in Sistan und Belutschistan war jedoch die weit verbreitete Präsenz belutschischer Frauen an der Spitze der Proteste. In dieser Provinz, die zu den konservativsten Regionen des Irans gehört, haben sich die Frauen als Vorreiterinnen des Aufstands erwiesen, indem sie die Freitagsproteste anführten. Man hörte sie skandieren: “Mit oder ohne Hidschab, vorwärts in die Freiheit”.

Ihre Anwesenheit und ihr Slogan weisen die Theorie des iranischen Regimes und seiner Experten zurück, dass die Forderungen der demokratischen Revolution im Iran, insbesondere die der Frauen, auf einige Grundbedürfnisse beschränkt sind und nicht auf Freiheit, Demokratie und Regimewechsel.

Seit Beginn des landesweiten Aufstandes hat das iranische Regime versucht, die nationale Einheit anzugreifen oder das, was viele für die iranische Revolution halten, zu vulgarisieren, indem es die Demonstranten als ausländische Agenten, Separatisten und Perverse darstellte. Doch die nationale Einheit des Volkes und sein gemeinsames Ziel, die Demokratie zu verwirklichen, haben die erbärmlichen Bemühungen des Regimes in der Tat übertrumpft.

Die allen Widrigkeiten zum Trotz anhaltenden Proteste zeigen nicht nur die unerschütterliche Entschlossenheit des Volkes, einen Regimewechsel herbeizuführen, sondern kündigen den Beginn einer neuen Ära im Iran an, und die Angst hat sich ins Lager des Regimes verlagert.

In seiner letzten Rede am 26. November behauptete Chamenei, die Forderungen des Volkes seien die, die von seinen bezahlten Agenten bei den staatlich inszenierten Protesten gerufen werden. Die Slogans des Volkes wie “Tod für Khamenei” und “Tod für den Diktator” riefen ihn tatsächlich auf den Plan.

Diese Tapferkeit inmitten der endlosen Intrigen und Gewalttätigkeiten des Regimes verdient mehr konkrete internationale Unterstützung und praktische Möglichkeiten, die Brutalität des Regimes zu beenden, wie die Anerkennung des Rechts des iranischen Volkes auf Selbstverteidigung und den Abbruch aller Beziehungen zu Teheran. Diese Aktionen senden sicherlich eine Botschaft der Stärke an Khamenei und bringen sein Regime an den Rand des Untergangs.

Terroristen des iranischen Regimes greifen das Büro von MEK-Unterstützern in London mit einer Brandbombe an

Am Montag, dem 5. Dezember, um 1.50 Uhr Ortszeit griffen Terroristen und Agenten des klerikalen Regimes mit Molotowcocktails und Brandbomben eines der Büros der Unterstützer der iranischen Volksmojahedin PMOI/MEK) in Cricklewood im Nordwesten Londons an.

Die Außenfassade des Gebäudes geriet in Brand. Feuerwehrleute, die vor Ort eintrafen, löschten das Feuer und verhinderten, dass es auf andere Teile des Gebäudes übergriff.

Einer der Nachbarn, der durch den Lärm der Explosion auf die Straße gekommen war, sah, wie einer der Angreifer, der einen Molotowcocktail auf das Gebäude geworfen hatte, davonlief.

Angesichts der öffentlichen Wut der iranischen Bevölkerung und unfähig, den Volksaufstand einzudämmen, hat das unmenschliche klerikale Regime zu terroristischen Aktionen im Ausland in Verbindung mit Unterdrückung und Tötung im Lande gegriffen.

Der iranische Widerstand fordert die britische Regierung und die Polizei auf, die Urheber dieses terroristischen Aktes zu ermitteln.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI)
5. Dezember 2022