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Habilian Vereinigung: Propagandawerkzeug des iranischen MOIS oder einer NGO

Mehrere Agenten des Ministeriums für Geheimdienste und Sicherheit (MOIS) des iranischen Regimes veranstalteten in Stockholm, Schweden, eine lächerliche Fotoausstellung, in der versucht wurde, die Verbrechen des iranischen Völkermordregimes zu beschönigen und das Image der iranischen Opposition zu beschmutzen.

Dieser Zirkus findet ein paar Tage vor dem Urteil eines Gerichts in Stockholm über Hamid Noury statt, einen Folterer, der 2019 verhaftet und wegen seiner Rolle bei dem Massaker von 1988 an über 30.000 politischen Gefangenen vor Gericht gestellt wurde. Die meisten Opfer des Völkermords von 1988 waren Mitglieder und Unterstützer der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK).

Die MOIS-Agenten veranstalteten diesen Zirkus bei drei verschiedenen Gelegenheiten, aber jedes Mal wurden sie von den Überlebenden und Familienangehörigen der Opfer des Massakers von 1988 gestört.

Das MOIS beteiligt sich an solch törichten und verzweifelten Aktionen gegen den iranischen Widerstand, weil die Verhaftung und Verurteilung von Noury zu einer breiteren internationalen Rechenschaftspflicht für die Täter des Völkermords von 1988 führen könnte, einschließlich des Präsidenten des Regimes, Ebrahim Raisi.

Die „Ausstellung“ wurde von der „Habilian Vereinigung“ durchgeführt, einer sogenannten NGO, deren Hauptaufgabe darin besteht, die iranische Opposition zu dämonisieren und die Verbrechen des Regimes gegen die Menschlichkeit zu beschönigen.

About “Habilian Association”
Über die „Habilian Vereinigung“
Diese sogenannte Nichtregierungsorganisation ist nichts als eine Fassade für das MOIS. Diese Organisation wurde im September 2005 gegründet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Propaganda gegen die MEK im Iran und im Ausland zu verbreiten, indem sie MOIS-Agenten als sogenannte ehemalige Mitglieder der MEK entsendet.

Sie sind auch aktiv daran beteiligt, Druck auf die Familien der Mitglieder der MEK auszuüben, um sie zur Rückkehr in den Iran zu zwingen.

Bei einem Treffen mit dem UNHCR-Vertreter behauptete der sogenannte Generalsekretär dizu eser NGO, dass die MEK den Familien nicht erlaubt, ihre Kinder in der MEK besuchen. In Wahrheit haben Tausende von Familienangehörigen ihre Verwandten im Irak und jetzt in Albanien, wo sich die MEK-Mitglieder seit 2016 aufhalten, besucht.

Natürlich hat das MOIS versucht, seine Agenten unter die Familienangehörigen zu mischen, um Informationen über die MEK zu sammeln.

Wer ist Hasheminejad?
Javad Hashemi-nejad ist der Sohn des Klerikers Abdul-Karim Hashemi-nejad und Mitglied des MOIS.

Er ist nicht nur Leiter der Habilian Vereinigung, sondern auch für die Verwaltung der internationalen Angelegenheiten von Astan-e Quds Razavi verantwortlich, einem riesigen Finanzimperium unter der Kontrolle des obersten Führers des Regimes, Ali Khamenei. Neben Habilian finanziert Astan-e Quds Razavi auch verschiedene Organisationen, die als Fassade der IRGC und des MOIS fungieren, wie zum Beispiel Neue Horizonte.

Neue Horizonte setzt auch ausländische Agenten ein, um Material für die Dämonisierungskampagne des Regimes gegen die iranische Opposition, insbesondere die MEK, zu produzieren und zu verbreiten. Laut einem umfassenden Bericht des iranischen Widerstands aus dem Jahr 2020 „befürworteten und verteilten Vertreter des Ministeriums für Geheimdienste und Sicherheit (MOIS) während der sechsten Konferenz von Neue Horizonte, die im Mai 2018 in Mashhad stattfand, mehrere Bücher und Veröffentlichungen des MOIS gegen die MEK auf Englisch und nutzten die Veranstaltung auch, um das Image der MEK zu beschmutzen und sie informierten Personen, die vom Regime zur Konferenz gebracht wurden, um das Image der MEK beschmutzten.“

Es ist erwähnenswert, dass Hasheminejads Vater der Vertreter von Ruhollah Chomeini in der nordöstlichen Stadt Mashhad war. Er hatte in den 1980er Jahren Zehntausende politische Gefangene zum Tode verurteilt. Sein Sohn war Anfang der 1980er Jahre ein berüchtigter Verhör-Folterer im Vakil Abad Gefängnis von Mashad und folterte persönlich viele politische Gefangene.

Habilian, der Propagandaarm des Regimes!
Diese Vereinigung ist eine der vielen Organisationen, die als falsche NGOs gegründet wurden, um Propaganda gegen die MEK und den iranischen Widerstand zu betreiben. Tatsächlich waren die MEK und der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) in den vergangenen Jahrzehnten das Hauptziel der Falschinformationskampagne Teherans.

Der deutsche Verfassungsschutz (BfV) schrieb in seinem Jahresbericht 2005: „Das iranische Geheimdienst- und Sicherheitsministerium (MOIS) hat mehrere Oppositionsgruppen in Europa unter Beobachtung. Insbesondere die Volksmojahedin Iran (PMOI) und der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des MOIS. Der iranische Geheimdienst (MOIS) nutzt ein Netzwerk von Agenten, die von diesen Organisationen übergelaufen sind, um Informationen und Spionageaktivitäten zu sammeln. Die Agenten werden eingeladen, für Briefings in den Iran zu reisen.“

Habilians einzige Aufgabe ist es, einen rechtlichen und politischen Deckmantel für die MOIS-Operationen gegen die MEK zu schaffen und die Aktivitäten der Opposition einzuschränken. Laut Hasheminejad verschwört sich diese Organisation gegen die MEK, da „die MEK hinter allen Blockaden und Elend steckt, mit denen wir konfrontiert sind“.

„Die einzige Organisation, die wir bisher nicht zerschlagen konnten, ist die MEK. Die MEK ist sehr gefährlich. Siehst du, wie sie funktionieren? Sie verwandeln einen einfachen sozialen Protest in einen Aufstand und stoßen mit den Sicherheitskräften zusammen.“

Die herrschende Theokratie des Iran hat eine dunkle Geschichte voller Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie das Massaker von 1988 an Zehntausenden von Demonstranten in wenigen Monaten. Aufgrund des Versäumnisses der internationalen Gemeinschaft, Regimevertreter für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft zu ziehen, leidet der Iran unter der „Krise der Straflosigkeit“, die es dem Regime ermöglicht, seine Gräueltaten fortzusetzen.

Es ist bedauerlich, dem MOIS zu erlauben, Theaterstücke wie das in Stockholm abzuhalten, weil es dem Regime den nötigen Deckmantel bietet, um den Terrorismus in den europäischen Ländern zu verbreiten.

Entlarvendes Geständnis eines Mitglieds der Teheraner Todeskommission

Nayeri, einstiger Vorsitzende des Teheraner Todeskomitees beim Massaker von 1988, jetzt: Wenn es nicht die Entschlossenheit des Imams gegeben hätte, hätten wir keine Sicherheit. Vielleicht hätte das Regime überhaupt nicht überlebt.

Im Vorfeld des Urteilsspruchs des Stockholmer Bezirksgerichts im Fall von Hamid Noury am 14. Juli hat Hossein Ali Nayeri, der Vorsitzende des Todeskomitees für die Gefängnisse Evin und Gohardasht im Jahr 1988, zum ersten Mal öffentlich über das Massaker an politischen Gefangenen gesprochen.

In einem Interview mit dem ‚Dokumentationszentrum für die Islamische Revolution‘, das Mostafa Pourmohammadi leitet, meinte er: „Zu der Zeit war die Situation im Land kritisch. Das heißt, wenn es nicht die Entschlossenheit des Imams gegeben hätte, hätten wir vielleicht überhaupt nicht diese Sicherheit… das Regime hätte womöglich gar nicht überlebt. 50-60 Morde ereigneten sich am Tag in Teheran und in anderen Städten.

Was hätte man tun sollen in so einer kritischen Situation? Es musste ein entscheidendes Verdikt erlassen werden. Derjenige, der das Gericht leitet und über die Dinge Bescheid weiß, sollte das Problem lösen. In so einer Situation ist es nicht möglich, das Land zu regieren, indem man Küsse und Umarmungen anbietet, oder?“
Das ist ein weiteres schockierendes Eingeständnis dessen, dass Khomeini dem unvermeidlichen Sturz seiner Herrschaft dadurch zuvorkam, dass er 30 000 politische Gefangene umbringen ließ.

Nayeri zeigt klar die Verzweiflung des Regimes gegenüber standhaften MEK Mitgliedern und Unterstützern in den Gefängnissen auf. „Sie haben wieder damit angefangen, in den Gefängnissen Chaos zu schaffen, sie erhielten auch ihren Zusammenhalt in den Gefängnissen aufrecht. Nicht nur hatten sie organisatorische Verbindungen, sondern sie schufen auch eine neue Organisation innerhalb des Gefängnisses.

Sie kannten auch Wege, Informationen von außen zu bekommen. Sie hatten die Kontrolle über die Atmosphäre im Gefängnis… und deshalb gab es neue Verschwörungen… Sie haben mit der Außenwelt konspiriert und sich mit ihr koordiniert. Das heißt, sie wollten ihre Feindseligkeiten fortsetzen“. Damit gab Nayeri zu, dass der Grund für das Massaker die Solidarität der Gefangenen, ihre Organisation und ihre Beschaffung von Informationen von außerhalb des Gefängnisses war.

Weiter sagt er: „Sie sagten, sie wollten dem System wirtschaftlichen Schaden zufügen; die Telefonkabel durchtrennen; die Lampen zerbrechen und… Das System würde mit solchen Handlungen nicht gestürzt. (Das ist wie) kindliches Störrisch sein. Wie wenn eine Mutter ihr Kind bestraft und das Kind geht irgendwohin und macht etwas, was richtig ärgerlich ist. Wird in einem Land, das so viele Ausgaben hat, etwa das System gestürzt, indem man vier Glühbirnen zerbricht?“

In seiner Fatwa über das Massaker an politischen Gefangenen, lobte Khomeini Nayeri in höchsten Tönen, und nach dem Massaker hat er bis zu seinem Tod mehrere Befehle erlassen, die Nayeri anwiesen, noch mehr Menschen hinzurichten. Zwei dieser Dekrete richteten sich zugleich an Nayeri und Raisi.

Am 15. August 1988, als das Massaker in vollem Gang war, bestellte Hossein-Ali Montazeri, der damals als Nachfolger Khomeinis vorgesehen war, Nayeri als Vorsitzenden des Todeskomitees zusammen mit drei anderen Mitgliedern des Komitees: Ebrahim Raisi, Mostafa Pourmohammadi und Morteza Estraghi, zu sich. Montazeri sagte zu ihnen: „Die Geschichte wird euch unter die Verbrecher zählen“ und forderte sie auf, das Massaker zu beenden. Sie setzten jedoch dieses ungeheure Verbrechen auf Befehl von Khomeini und anderen Führern des Regimes fort.

Obwohl es schon Tausende von Dokumenten und Beweisstücke über Nayeris Verbrechen gibt und obwohl viele der Zeugen und Kläger im Verfahren gegen Hamid Noury schon unbestreitbare Zeugnisse für seine Verbrechen ablegen, haben jetzt seine eigenen Eingeständnisse keine Zweifel mehr übriggelassen, dass er einer der größten Verbrecher gegen die Menschlichkeit ist und dass er und seine Komplizen vor Gericht gestellt werden sollten.

Gleichzeitig mit der Bekanntgabe des Urteils des Gerichts im Fall Hamid Noury in Stockholm wird der Justizausschuss des NWRI einen Bericht veröffentlichen, der eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Gerichts in englischer Sprache enthält und der allen Interessierten zugänglich gemacht wird.

Justizausschuss des Nationalen Widerstandsrats Iran
12. Juli 2022

 

Europa kuscht vor Irans Staatsterrorismus

 

Von Martin Patzelt

NWZ (Nordwest-Zeitung) – Die europäische Iran-Politik ist fragwürdig. Das zeigt sich zum Beispiel in einem üblen Deal schreibt Martin Patzelt, Mitglied im Vorstand des Deutschen Solidaritätskomitees für einsen freien Iran.
BERLIN Nach sechsstündiger Debatte stimmte der Auswärtige Ausschuss im belgischen Parlament einem Dringlichkeitsantrag der Regierung zu. Es ging dabei um ein Abkommen mit dem Iran über den Austausch von Gefangenen – im Klartext: von verurteilten Straftätern. Das Abkommen sieht unter anderem vor, dass ausgetauschten Gefangenen „Amnestie und Begnadigung“ im Heimatland gewährt werden kann.

Der bekannteste Iraner, der zurzeit in Belgien inhaftiert ist, ist sicherlich Assadollah Assadi. Der an der iranischen Botschaft in Wien akkreditierte Diplomat wurde im Mai 2021 von einem Gericht in Antwerpen zu 20 Jahren Haft verurteilt und seine drei Komplizen zu 18 bzw. 17 Jahren. Sie alle dürften ganz oben auf der Liste des iranischen Regimes für einen Austausch stehen.

Aus belgischer Sicht stehen Ahmadreza Djalali, der bereits im Iran zum Tode verurteilt wurde, sowie Olivier Vandecasteele auf der Austauschliste.
Der Deal bringt vor allem Menschenrechtsaktivisten und den iranischen Widerstand auf die Barrikaden. Und der Grund dafür ist tiefer gehend als nur der Fall Assadi. Es geht generell um den Umgang Europas mit iranischem Staatsterrorismus, der nicht nur bei dem vereitelten Bombenanschlag von 2018 durch Assadi und seine Komplizen deutlich wurde. Seit den 90er Jahren waren immer wieder iranische Dissidenten in Europa Ziel von Terroraktionen des iranischen Regimes.

Eine mögliche Auslieferung Assadis wäre ein fatales Signal und eine Missachtung der belgischen Justiz, schrieben mehrere Menschenrechtsaktivisten, Politiker und Persönlichkeiten an den belgischen Justizminister Vincent Van Quickenborne sowie an mehrere Parlamentarier und den belgischen Premierminister De Croo.

Ein Brief kam von Rita Süssmuth, der früheren Präsidentin des deutschen Bundestages, die sich bereits seit vielen Jahren für den iranischen Widerstand einsetzt. „Sollte dieses Gesetz vom belgischen Parlament beschlossen werden, entstünde die Möglichkeit, dass Assadollah Assadi an den Iran überstellt wird, wo das Urteil des belgischen Gerichts ohnehin nicht anerkannt wird“, schrieb Frau Süssmuth in ihrem Brief an De Croo.

Aus den USA äußerte sich der demokratische Senator Menendez, Voristzender des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat. Er schrieb auf Twitter: „Das Iran/Belgien-Abkommen kann nicht dazu missbraucht werden, dass Terroristen wie Assadi Straffreiheit erlangen.

Der Iran muss vielmehr für seine Unterstützung, Förderung und Ausübung von Terror auf die Anklagebank kommen.“ In der Ausschusssitzung wurde auch deutlich, wie die belgischen Parteien zu diesem Abkommen stehen. Während die Regierungsparteien sich hinter Quickenborn und seinen sogenannten „Schutz der Bevölkerung“ stellten, enthielten sich alle weiteren Oppositionsparteien außer der N-VA.

Michael Freilich von den flämischen Nationalisten sagte auf Politico zu der Sitzung im Ausschuss: „Der Iran hat deutlich gemacht, dass sie Assadi nicht als Terroristen sehen, sondern als Diplomaten. Sie werden ihn im Iran frei lassen, sobald er ihr Territorium betritt.“
Der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI), ein Bündnis iranischer Oppositionsgruppen im Exil, hatte auf den Fall aufmerksam gemacht. Seine Anwälte betonen: „Belgien unterzeichnet hier de facto die Freilassung von iranischen Terroristen. Assadi wurde nachweislich von Teheran beauftragt, diesen Terroranschlag zu verüben“, sagte Rik Vanreusel gegenüber Politico.

Die belgische Regierung selbst hüllt sich trotz aller Kampagnen, den Demonstrationen iranischer Dissidenten vor dem belgischen Parlament und den belgischen Botschaften in aller Welt in Schweigen und weicht in allgemeine Aussagen aus. Justizminister Quickenborne betonte vor dem Ausschuss unter anderem, dass das Abkommen „auf keine spezielle Person“ ausgerichtet ist und verwies auf die bevorstehende Hinrichtung von Djalali, die damit verhindert werden kann.

Es ist davon auszugehen, dass das belgische Parlament – wie üblich – dem Votum der Ausschüsse in der Abstimmung folgen wird. Gerade deshalb bleiben hinter diesem Deal zentrale Fragen offen:
1. Warum erfuhr die Öffentlichkeit erst am 29. Juni von diesem Deal?
2. Wie soll es bei weiteren Verurteilungen weiter gehen? Aktuell wartet zum Beispiel Hamid Nouri in Stockholm wegen seiner Beteiligung am Massaker an politischen Gefangenen von 1988 im Iran auf sein Urteil. Wird auch der ausgetauscht, wenn „Gras über die Sache gewachsen ist“ oder wenn das Leben von inhaftierten schwedischen Bürgern im Iran in Gefahr ist?
3. Wie gedenken Deutschland, die EU und Europa sich zu diesem Deal zu positionieren? Wie will man generell mit iranischem Staatsterrorismus in Europa umgehen?
4. Wie sollen iranische Dissidenten in Europa zukünftig geschützt werden, vor allem, wenn die Proteste im Iran zunehmen und sich das iranische Regime in die Ecke gedrängt fühlt?
5. In welchen europäischen Ländern laufen derzeit ähnliche Deals „hinter dem Vorhang“ ab?
Diese Fragen muss nicht nur Brüssel beantworten. Es geht hier nicht nur um einen diplomatischen Missgriff, es geht um unsere Werte, es geht um Ethik, es geht um Wertschätzung! Und es geht um das Leben von Tausenden iranischer Dissidenten in Europa. Wir Europäer müssen uns aber auch die Frage stellen, wie sehr wir gewillt sind, Recht und Justiz zu vernachlässigen und uns von Teheran erpressen zu lassen. Diese Fragen müssen spätestens jetzt beantwortet werden, es ist höchste Zeit.

Autor dieses Textes ist Martin Patzelt. Er ist Mitglied des Vorstandes des Deutschen Solidaritätskomitees für einen freien Iran, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) und war von 2013 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages und dort Berichterstatter für den Iran im Menschenrechtsausschuss.

 

Schweden verurteilt ehem. iranischen Justizbeamten zur lebenslangen Haft wegen Verbrechen gegen Menschlichkeit

 

Maryam Rajavi begrüßt das Urteil des schwedischen Gerichts als ersten Schritt auf dem Weg zur vollen Gerechtigkeit und fordert erneut die Anklage von Khamenei und Raisi sowie von anderen Verantwortlichen des Massakers von 1988

• Angesichts der Geiselnahme und Erpressung durch das Regime und um die Falle zu vermeiden, in die die belgische Regierung geraten ist, sollte Schweden unverzüglich die Anklage gegen Raisi als Henker von 1988 wegen Völkermords und Verbrechens gegen die Menschlichkeit auf seine Tagesordnung setzen
• Mehr als 1.000 politische Gefangene, die von Chomeinis Regime gefoltert wurden, sind bereit, Anzeige zu erstatten
• In 92 Sitzungen befasste sich das schwedische Gericht nur mit einem Gefängnis von mehr als 100 Gefängnissen, in denen das Massaker stattfand
• Die umfassende rechtliche, informelle und politische Kampagne des iranischen Widerstands in den letzten 33 Monaten und das vom Gericht gefällte Urteil haben die Verschwörung des Geheimdienstministeriums und seiner Agenten, die Gerechtigkeitsbewegung gegen die MEK abzulenken, zunichte gemacht.
• Der Prozess wäre anders verlaufen, wenn einige der Gerichtsverhandlungen nicht in Albanien stattgefunden hätten und die Dokumente, die eine entscheidende Rolle beim Beweis von Nourys Schuld spielten und von der Staatsanwaltschaft immer wieder zitiert wurden, nicht existierten.

Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI), begrüßte die Verurteilung von Hamid Noury, einem an Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Jahr 1988 beteiligten Iraner, durch die schwedische Justiz zu lebenslanger Haft und nannte sie einen ersten Schritt auf dem Weg zur vollen Gerechtigkeit. Sie fügte hinzu, dass eine umfassende Gerechtigkeit nur erreicht wird, wenn die Haupttäter des Verbrechens, insbesondere Ali Khamenei und Ebrahim Raisi sowie andere Täter vor den Gerichten eines freien Iran oder internationalen Gerichten angeklagt werden.

In 92 Anhörungen befasste sich das schwedische Gericht mit einer Reihe von Vorfällen in nur einem Gefängnis (Gohardasht) von mehr als 100 Gefängnissen, in denen das Massaker verübt wurde. Die Dossiers über das Massaker in Evin und die enormen Verbrechen, die sich in mehr als 100 Städten ereigneten, sowie die heldenhaften Taten von Frauen, die den Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) bei dem Massaker von 1988 angehörten sowie die Verbrechen der Henker gegen sie sollten ebenfalls gerichtlich aufgearbeitet werden.

Bezugnehmend auf die Erklärungen von Hossein-Ali Nayeri, dem Leiter des Todeskomitees in Teheran, der vor fünf Tagen sagte, dass, wenn es kein Massaker gegeben hätte, „das Regime vielleicht überhaupt nicht überlebt hätte“, wies Frau Rajavi darauf hin, dass das Massaker von 1988 ein Teil der Geschichte der Konfrontation zwischen der religiösen Diktatur und der PMOI/MEK ist, die das Regime als existenzielle Bedrohung wahrnimmt.

Chomeinis Fatwa, alle standhaften MEK Mitglieder und Sympathisanten zu massakrieren, die sich weigerten, mit dem religiösen Faschismus zu kooperieren und sich an seinen Verbrechen zu beteiligen, gilt immer noch als Kriterium für das Vorgehen des Regimes gegen die MEK und den Widerstand. Ihre physische, politische und ideologische Beseitigung stand immer ganz oben auf der Prioritätenliste des Regimes.

Frau Rajavi fügte hinzu, dass die umfassende rechtliche, politische und informelle Kampagne des iranischen Widerstands in den letzten 33 Monaten und das Urteil des Gerichts die Verschwörung des Geheimdienstministeriums und seiner Agenten, von der Gerechtigkeitsbewegung gegen die MEK abzulenken, zunichte gemacht habe. Die starken Zeugenaussagen und überzeugenden Dokumente der Zeugen und Kläger, insbesondere in Ashraf 3, spielten eine entscheidende Rolle beim Beweis von Nourys Schuld und hinderten ihn daran, sich der Justiz zu entziehen. Tatsächlich wäre der Prozess anders verlaufen, wenn einige der Gerichtsverhandlungen nicht in Albanien stattgefunden hätten.

Frau Rajavi betonte, dass die Strafverfolgung von Khamenei und Raisi jetzt dringender denn je sei. Angesichts der Geiselnahme und Erpressung durch das Regime und um genau diese Falle zu vermeiden, in welche die belgische Regierung getappt ist, sollte die schwedische Regierung unverzüglich die Anklage gegen Raisi als Henker von 1988 wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit anordnen. Mehr als 1.000 vom Chomeini-Regime gefolterte politische Gefangene, davon mehr als 900 in Albanien, sind bereit, Anzeige zu erstatten.

 

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran
14. Juli 2022

 

 

 

Iran: Aktivitäten der Widerstandseinheiten in Ahvaz


Kian Pars nahe Ahvaz, Provinz Chuzestan, Südwestiran

Widerstandseinheiten in Ahvaz (Provinz Khuzestan) setzten ihre Antirepressionsaktivitäten am Sonntagabend, dem 10. Juli, um 20:30 Uhr Ortszeit fort, indem sie Anti-Regime-Gesänge über ein öffentliches Durchsagesystem im Stadtteil Kian Pars ausstrahlten.

Es wurden Slogans wie „Sturz“, „Tod Khamenei, Heil Rajavi“, „Tod Khamenei und Raisi, verdammt sei Chomeini“, „Die Menschen wollen das Regime stürzen“, „Tod dem Unterdrücker, sei es dem Schah oder der Anführer (Khamenei)“ und „Tod dem Velayat-e Faqih-Regime“ verbreitet.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI)
11. Juli 2022

Ein Spitzenpolitiker im Iran, der am Genozid von 1988 beteiligt war, verteidigt ihn


Am 10. Juli hat Hossein Ali Nayeri, einer der Haupttäter beim Massaker von 1988, die Massentötung von über 30 000 politischen Gefangenen zugegeben.
„Was hätten wir unter solchen kritischen Umständen tun sollen? Wir mussten entschieden Verdikte umsetzen. Wir konnten das Land nicht verwalten, indem wir ihnen Umarmungen und Küsse anboten“, erklärte Nayeri bei seinem Interview mit dem Dokumentationszentrum der Islamischen Revolution (IRDC).

Im Sommer 1988 wurden infolge einer Fatwa des damaligen Obersten Führers Ruhollah Khomeini Zehntausende politische Gefangene an den Galgen gebracht. Neunzig Prozent waren Mitglieder und Unterstützer der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK).

Nach Khomeinis Fatwa wurden im ganzen Land „Todeskommissionen“ gebildet, die die Aufgabe hatten, Gefangene zu liquidieren, die sich weigerten, sich dem Regime zu unterwerfen, und standhaft bei ihrer Bindung an die MEK blieben. Nayeri saß mit dem derzeitigen Präsidenten des Regimes Ebrahim Raisi in der sogenannten „Todeskommission“ in Teheran und war der Hauptrichter.

Während er das Massaker von 1988 zugab, versuchte Nayeri die Wahrheit zu verdrehen, indem er die Opfer dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit beschuldigte.
„Die Gefangenen wurden nicht für den gleichen Fall vor Gericht gestellt.

Sie haben in den Gefängnissen Aufruhr angestiftet. Sie organisierten sich auch in den Gefängnissen und bekamen Informationen von außen. Sie konspirierten wieder. Sie haben nicht einfach ihre Strafen verbüßt: sie blieben bei ihrer Feindseligkeit gegen das System“, behauptete Nayeri dreist.

Wie bei dem Prozess deutlich wurde, wurden die Gefangenen nicht über ihre mutmaßlichen Aktivitäten in den Gefängnissen befragt. Ihnen wurde die eine Frage gestellt: „Welches sind Ihre organisatorischen Verbindungen?“. Jeder, gleichgültig ob Mann oder Frau, der oder die sagte, sie gehörten zur MEK, wurde schnell weggebracht und erhängt.

Nayeris Interview war eine Litanei von Lügen, aber ihm gelang es nicht, einen Tatbestand zu verschleiern: Das Regime hat außergerichtlich mehrere zehntausend in kurzer Zeit umgebracht, nur weil sie ihren Idealen nicht abgeschworen haben.
Natürlich ist er nicht der erste Politiker, der das Massaker von 1988 zugegeben und der dieses heimtückische Verbrechen verteidigt hat.

2019 hat Mostafa Pour-Mohammadi, damals Berater des Justizchefs des iranischen Regimes und ebenfalls Mitglied der Teheraner „Todeskommission“, prahlerisch das Massaker von 1988 verteidigt und geschworen, die Jagd auf MEK Mitglieder und ihre Eliminierung fortzusetzen.
„Schauen Sie! Wenn Sie zeitweilig ein Urteil für einen kriminellen Terroristen, der im Gefängnis ist, herabsetzen, und dann verhält er sich so, dass er tief in einer Verschwörung steckt und [mit dem Feind] zusammenarbeitet, sollen sie dann blöde und einfach gestrickt sein und ihn jede Operation durchführen lassen? Wer würde das tun?“

Nayeris Interview wurde gegeben, wenige Tage bevor ein Gericht in Stockholm das Urteil im Fall von Hamid Noury (Abbasi) bekannt gegeben wird, einem iranischen Gefängnisbeamten, der 2019 festgenommen wurde wegen seiner Rolle beim Massaker von 1988.
Nayeris jüngstes Eingeständnis widerlegt Nourys Behauptungen, dass der Völkermord von 1988 niemals stattgefunden habe und von den Widersachern des Regimes erfunden worden sei, oder dass die, die erhängt worden sein sollen, in Wirklichkeit an der westlichen Grenze des Iran getötet worden seien bei der viertägigen Ewigen Operation der MEK im Juli 1988.

Während Nourys Prozess gaben die Überlebenden des Massakers von 1988 ihre schrecklichen Berichte darüber zu Protokoll, was in jenen dunklen Tagen im Gohardasht Gefängnis westlich von Teheran passiert ist, wo Noury als ausführendes Organ arbeitete und Nayeri und Raisi schnell das Schicksal von Tausenden von politischen Gefangenen besiegelten.
Wie die Überlebenden im Verlauf von Nourys Prozess bezeugten, dauerten die sogenannten Prozesse in den „Todeskommissionen“ wenige Minuten lang und den Gefangenen wurden Anwälte verweigert.
„Am Freitag, dem 29. Juli haben sie das Fernsehen abgeschaltet und jede Art von Freigang verboten. Am 30. Juli kam der Gefängniswärter und rief acht Namen auf, darunter den meines Bruders Reza Zand“, sagte Mohammad Zand, ein MEK Mitglied, das das Massaker überlebt hat, im September 2021 aus, als der Ort des Verfahrens gegen Noury auf Antrag der Staatsanwaltschaft nach Albanien verlegt wurde, um die Zeugenaussagen mehrerer MEK Mitglieder dort aufzunehmen.
„Er gab mir seinen Ring und seine Gebetskette und bat mich, ihn in Erinnerung zu behalten. Ich lehnte es ab, sie zu nehmen; da gab er sie einem anderen Gefangenen und sagte: „Leb wohl! Mit uns ist es vorbei“, fügte er hinzu.

In einer Botschaft auf Twitter von 2020 betonte Morgan Ortagus, damals Sprecherin des Außenministeriums, dass das Massaker von 1988 am 19. Juli 1988 begonnen habe.
„Der 19. Juli ist der Jahrestag des Beginns der sogenannten Todeskommissionen auf Befehl von Ajatollah Khomeini. Diese Kommissionen ließen, wie es heißt, zwangsweise Tausende von politisch dissidenten Gefangenen verschwinden und ließen sie außergerichtlich hinrichten“, erklärte sie.

Nayeris Eingeständnis betont noch einmal die Notwendigkeit, Irans genozidales Regime für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Verantwortung zu ziehen. Der Aufstieg von Ebrahim Raisi zur Präsidentschaft des Regimes und die Tatsache, dass alle Täter bei jenem Massaker, wie Nayeri, den Genozid von 1988 verteidigen, verdeutlicht nur die schwere Krise der Straflosigkeit im Iran unter dem Mullah Regime.
Der UNO Menschenrechtsrat muss konkrete Schritte unternehmen, um diese Krise der systematischen Straflosigkeit im Iran zu adressieren und das iranische Regime für zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich zu machen.

 

Iran: Aufruf zur sofortigen Freilassung der Verwandten von Freiheitskämpfern, Künstlern, Kameraleuten und Aktivisten im Bereich von Kultur und Arbeit

Das klerikale Regime hat in Teheran und anderen Städten aus Angst vor wachsenden sozialen Unruhen auf weit verbreitete Verhaftungen zurückgegriffen.

In der langen Liste der Verhafteten finden sich die Namen protestierenden Mütter und Frauen und anderer Angehöriger der Freiheitskämpfer des Aufstands vom November 2019, Gruppen von Kameraleuten, Künstlern, Kultur- und Arbeiteraktivisten, Bloggern und Besitzern von Telegram-Kanälen sowie mehrerer Christen und Baha ‘i. ebenso sind Verhaftungen von anderen Teilen in der iranischen Gesellschaft zu sehen, deren Zahl zunimmt.

In einem unverhohlenen Aufruf zur Verstärkung repressiver Maßnahmen sagte heute Justizchef Gholam Hossein Mohseni Eje’i gegenüber der Tageszeitung Entekhab: „Einige der Erzfeinde des Regimes … versuchen, vulgäre Sprache und Unanständigkeit in der Gesellschaft zu fördern.

Der Umgang mit diesem Problem erfordert Aufklärungsarbeit. Staatsanwälte, Gerichtsvollzieher und das Geheimdienstsystem … sollten die notwendigen rechtlichen Schritte gegen Personen einleiten, die offen Straftaten und Verbrechen in der Öffentlichkeit begehen; und sie müssen fleißig handeln in Bezug auf die wichtige Aufgabe, organisierte Bewegungen zu identifizieren, die von ausländischen Diensten geleitet werden, um Unmoral in unserer Gesellschaft zu fördern.“

Am selben Tag wurde Alireza Adiani, der Leiter der politisch-ideologischen Organisation der Staatssicherheitskräfte, von der Tageszeitung Hamshahri mit den Worten zitiert: „Die moralische Sicherheitspolizei wird ihre Arbeit in Form der neuen polizeilichen Benachrichtigungsstruktur aufnehmen, dies wurde am Ende des letzten (iranischen) Jahres vom Oberbefehlshaber (d. h. Khamenei) angekündigt.“

Der iranische Widerstand verurteilt die Razzien und Verhaftungen auf das Schärfste und ruft die wütenden Iraner, insbesondere die Jugend, auf, gegen die repressiven Maßnahmen des Regimes zu protestieren und Widerstand zu leisten.

Der iranische Widerstand fordert auch sofortige Maßnahmen des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, des UN-Menschenrechtsrates und der UN-Sonderberichterstatter, um die Freilassung der Verhafteten zu erreichen.

Er bekräftigt die Notwendigkeit, eine internationale Untersuchungskommission zu entsenden, um die iranischen Gefängnisse zu besuchen und sich mit Gefangenen, insbesondere politischen Gefangenen, zu treffen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI)
11. Juli 2022

 

Iran: Neue Coronavirus – Welle im ganzen Land

Hospitalisierungen steigen um 350%, 400%, 100% und 97% in den Provinzen Gilan, Süd Khorasan, Chuzestan und Khorasan Razavi.

• Gesundheitsministerium: Die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus ist wieder zweistellig geworden und 2.375 neue Patienten wurden in den letzten 24 Stunden identifiziert.

• Alireza Zali: Der Besuch medizinischer Zentren und Coronavirus-Behandlungskliniken hat in Teheran zugenommen und die Zahl der Krankenhauseinweisungen in Teheran ändert sich allmählich.

• Payam Tabresi: Unsere ambulanten Fälle haben nochmals deutlich zugenommen; Es scheint, dass im Land der Beginn einer neuen Welle stattfindet.

• Minoo Mohraz: Wir sehen einem Anstieg der Patientenzahlen. Das Coronavirus ist noch nicht vorbei und die Typen BA4 und BA5 werden sich im Iran ausbreiten.

• Staatliche Tageszeitung Jaam-e Jam: Wir gehen zurück in die schrecklichen Tage, als es ein Wunder war, ein leeres Bett oder einen kleinen Platz in der Notaufnahme zu finden und Sauerstoff zu bekommen

Als Ergebnis der kriminellen und ausplündernden Politik des Mullahregimes und des Versäumnisses, zuverlässige Impfstoffe bereitzustellen sowie dem Mangel an grundlegenden Einrichtungen zur Vorbeugung und Behandlung von Patienten, sind die Menschen im ganzen Iran, insbesondere die Arbeiter, Werktätigen und Bedürftigen, erneut schutzlos und anfällig gegen die neue Welle des Coronavirus. Das Gesundheitsministerium des Regimes gab heute bekannt: „Die Zahl der Todesopfer aufgrund des Coronavirus hat erneut zweistellige Werte erreicht und in den letzten 24 Stunden wurden 2.375 neue Patienten identifiziert. Vier Städte haben einen roten, 14 einen orangen und 142 einen gelben Status“ (IRNA, 10. Juli 2022).

Alireza Zali, der Leiter des Hauptquartiers der Operation Kontrolle des Coronavirus in Teheran, sagte: „In den letzten 24 Stunden haben 4.000 Menschen medizinische Zentren in der Provinz Teheran mit Verdacht auf Coronavirus-Symptome aufgesucht, während diese Zahl in den letzten zwei Wochen auf 1.500 gesunken war.

Die Zahl der Krankenhauseinweisungen in Teheran ändert sich allmählich. Wir erwarten in den kommenden Wochen neue Wellen des Virusausbruchs“ (ISNA, 10. Juli 2022).

Payam Tabarsi, ein Mitglied des Hauptquartiers der Operation Kontrolle des Coronavirus, sagte: „Wahrscheinlich wird eine große Anzahl von Menschen von der Krankheit betroffen sein und bald wird ein großer Teil der Bevölkerung von der Krankheit betroffen sein und dann treten Nebenwirkungen, Todeszahlen und die Aufnahme auf die Intensivstation sicherlich zu. Es ist jetzt etwa eine Woche her, dass unsere ambulanten Fälle wieder zugenommen haben, was beachtlich ist. Der Beginn einer neuen Welle scheint im Land zu geschehen“ (Shafqna, 8. Juli 2022).

Minoo Mohraz, Spezialist für Infektionskrankheiten, bestätigte einen Anstieg der Zahl der Patienten und Krankenhauseinweisungen und sagte: „Die Situation hat sich geändert und leider sehen wir uns mit einem Anstieg der Zahl der Infektionen konfrontiert. Das Coronavirus ist noch nicht beendet und die Typen BA4 und BA5 werden sich im Iran ausbreiten“ (Shafqna, 8. Juli 2022).

In der Provinz Chuzestan warnte der Präsident der Medizinischen Universität Ahvaz vor einer neuen Welle des Coronavirus: „Die Zahl der hospitalisierten Coronavirus-Patienten in Chuzestan ist um mehr als 100 % gestiegen“ (ISNA, 9. Juli 2011). Der Vizepräsident dieser Universität sagte: „Wir stehen vor einem starken Anstieg der Zahl der Infizierten und das Auftreten einer schweren Coronavirus-Welle mit einer weit verbreiteten Infektion ist nicht mehr weit entfernt“ (IRGC-Nachrichtenagentur, 9. Juli 2022).

In der Provinz Khorasan Razavi gab die Medizinische Universität Mashhad bekannt: „Die Zahl der ambulanten Patienten ist in den letzten 10 Tagen um 97 % gestiegen“ (Nachrichtenagentur der Quds Brigaden, 8. Juli 2022). Der Leiter der Organisation medizinischer Räte in Mashhad sagte:

„Viele Menschen sind mit den Coronavirus infiziert, aber sie haben den PCR-Test nicht gemacht; Die Zahl der Infizierten ist viel höher als die Zahl der eindeutig positiven PCR-Testfälle. Unter pessimistischen Bedingungen ab Mitte August und unter realistischen Bedingungen werden wir im September und Oktober Zeuge des Auftretens eines neuen Höhepunkts des Coronavirus“ (Shafqna, 8. Juli 2022).

Die Medizinische Universität Birjand gab bekannt, dass sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in der Provinz Süd Khorasan innerhalb von zwei Wochen verfünffacht hat“ (staatliche Radio- und Fernsehnachrichtenagentur, 8. Juli 2022).

Eine Person der Medizinischen Universität Gilan sagte: „Die Krankenhauseinweisungen wegen des Coronavirus in der Provinz Gilan sind im Vergleich zu den letzten 10 Tagen im Juni um das 4,5-fache gestiegen“ (Khabar Online, 9. Juli 2022).

Die staatliche Tageszeitung Jaam-e Jam schrieb am 7. Juli: „Wir kehren zu den schrecklichen Tagen des Lebens mit dem Coronavirus zurück; zu den stressigen Tagen, an denen es ein Wunder war, ein leeres Bett oder einen kleinen Platz in der Notaufnahme von medizinischen Zentren zu finden, um sich dort hinzulegen und Sauerstoff aus der Maschine zu bekommen; die Tage, als die Krankheit mehrere Menschen aus den meisten Häusern infizierte und einen von ihnen in die Welt ohne Wiederkehr schickte.

Die Krankenhäuser und medizinischen Zentren des Landes sind heutzutage voll und nach einer kurzen Zeit, in der die Coronavirus-Abteilungen geschlossen oder halb geschlossen waren, wendet sich das Blatt wieder zugunsten des Virus.“

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI)
10. Juli 2022

 

Die von Belgien betriebene Beschwichtigung wird das iranische Regime dazu bringen, den Terrorismus zu steigern

In Amerika lebende Iraner versammeln sich vor dem Weißen Haus, um gegen einen zwischen Belgien und dem iranischen Regime verabredeten Gefangenenaustausch zu protestieren, der zu der Freilassung überführter Terroristen Teherans führen wird.

Die belgische Abgeordnetenkammer ist derzeit mit der Verabschiedung eines Vertrages befaßt, der einen unglaublich bösartigen Gegenstand hat: Er soll die Freilassung von Assadollah Assadi befördern, einem überführten Diplomatenterroristen des iranischen Regimes, der derzeit in einem belgischen Gefängnis eine zwanzigjährige Haftstraße absitzt, weil er einen – vereitelten – Bombenanschlag leitete, der dem massiven „Weltgipfel Freier Iran“ von 2018 galt, den das Bündnis der iranischen Opposition, genannt „Nationaler Widerstandsrat des Iran (NWRI)“, organisiert hatte und der in Villepinte bei Paris stattfand.

Hunderte politischer Würdenträger, darunter Abgeordnete sowie derzeitige und ehemalige Regierungsbeamte – insgesamt etwa
100 000 Personen – nahmen an der Versammlung teil.

Wenn die Bombe wie geplant explodiert wäre, so wären hunderte von ihnen getötet oder verwundet worden. Europäische Behörden und Geheimdienste haben diese Katastrophe buchstäblich in den letzten Stunden verhindert.

Zwei Terroristen, die derzeit in Belgien eine 18jährige Haftstrafe verbüßen, waren von Assadi angewiesen worden, den hochgefährlichen Sprengstoff TAPT in der Nähe der Bühne anzubringen, auf der die Würdenträger saßen – mithin in der Nähe der gewählten Präsidentin des NWRI, Maryam Rajavi, des Hauptziels des iranischen Regimes bei diesem Terroranschlag.

Diese übel beratene Absprache zwischen Brüssel und Teheran stellt einen sehr gefährlichen Präzedenzfall dar; denn sie ermutigt die religiöse Theokratie, die den Iran beherrscht, dazu, ihre Terror-Attacken zu steigern, indem sie Angehörige fremder Nationen oder Inhaber zweier Staatsbürgerschaften als Geiseln nimmt, die, wenn es notwendig erscheint, als Faustpfänder eingesetzt werden können.

Dabei wird das Beharren Belgiens auf einer Fortsetzung der verfehlten Beschwichtigungspolitik es den überführten Terroristen möglich machen, der Gerechtigkeit und der Rechenschaft zu entkommen.

Außerdem macht Belgien sein eigenes System der Herrschaft des Gesetzes und einer unabhängigen Justiz zum Gespött. Während Teheran weiterhin mit seinen krassen Menschenrechtsverletzungen das Völkerrecht mißachtet, sieht Belgien weiterhin daran vorbei. Über welche Garantie verfügt dies Land, wenn es weiterhin mit dem größten Förderer des Terrorismus in der Welt verhandelt, der auch die größte Zahl von Hinrichtungen pro Kopf der Bevölkerung auf-weist, als einziges Land auch Minderjährige hinrichtet und sich auch weiterhin dafür engagiert, Bürger zweier Nationen als Geiseln zu nehmen, um seine bösartigen außenpolitischen Ziele zu verfolgen?

Die Annahme, das iranische Regime würde Assadi und seine drei Komplizen ins Gefängnis bringen, damit sie den Rest ihrer Haftstraßen absäßen, ist absurd. Dies neue Abkommen läuft darauf hinaus, daß man den Fuchs ins Hühnerhaus entläßt. Assadis Chronik wird durch seine enge Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst des iranischen Regimes zum Rätsel. Er ist nicht das, was die offizielle Darstellung behauptet. Sondern er ist ein Geheimdienst-Agent par excellence! Seine Rückkehr nach Teheran würde dem Mullah-Regime eine Umgruppierung sowie die Planung weiterer Angriffe ermöglichen, bei der es die Erfahrung der vergangenen vier Jahre berücksichtigen und sicher sein könnte, daß seine Agenten, auch wenn sie verhaftet würden, sicher und gesund nach Hause zurückkehren könnten. Wenn nicht durch dies, womit würde Teheran sonst ermutigt?

So weit geht Belgien mit seiner Beschwichtigungspolitik gegenüber dem iranischen Regime; denn dieser neue Vertrag wird, wenn er Gesetzeskraft erhält, Brüssel zwingen, in Zukunft Terroristen Teheran zurückzugeben. Dadurch würde Belgien zum Eingangstor der Terroristen des iranischen Regimes in Europa.

Die belgische Regierung sollte einige Fragen beantworten:

1. Was macht Sie sicher, daß Teheran keine weiteren Killer-kommandos nach Europa oder in andere Länder schicken wird, die Terrorismus betreiben und Dissidenten aufs Korn nehmen – wie sie es straflos in den vergangenen vierzig Jahren getan haben?

2. Wie kommt jemand dazu zu glauben, daß dasselbe iranische Regime, das Assadi und seine Kompagnons beauftragte, eine große Versammlung mit 100 000 Personen zu bombardieren, sie nach einer Heimkehr ins Gefängnis schicken würde?

Solche Spekulationen sind – um das Geringste zu sagen – naiv; sie treiben die Beschwichtigung auf neue Höhen.

Belgien – mit Brüssel als dem Herzen der Europäischen Union – steht vor einer wichtigen Entscheidung über die Maßstabe, die es setzen soll:

– den Forderungen des Terror-Staates nachzugeben und damit die Grundpfeiler der Demokratie lächerlich zu machen

– oder entschieden für die Welt zu einem Beispiel zu werden – in dem weltweiten Krieg gegen den Terrorismus.

Die Welt, und insbesondere das iranische Volk, werden es sehr genau beobachten.

 

Der Urmia See im Iran trocknet aus: Die Spitze des Eisbergs, was die Umweltkrise in dem Land anbetrifft


Klimawandel und globale Erwärmung sind internationale Probleme mit destruktiven Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Während mehrere Regierungen sich der Umweltkrisen annehmen, beschleunigt sie die im Iran herrschende Theokratie.

Jetzt steht der Urmia See, der zweitgrößte Salzsee der Welt, nur noch wenige Schritte vor der Austrocknung.
Dieser Urmia See, einer der am meisten übersalzigen Seen, der seit langem zu den größten Salzwasserseen der Welt gezählt wird, ist jetzt nur noch ein Schatten seiner selbst. Er wird jetzt als „Urmia Wüste“ bezeichnet.

Videos aus dem Iran zeigen Salzstürme, die aus dem Austrocknen des Urmia Sees herrühren. Verbunden mit der hohen Rate der allgemeinen Pollution im Iran, bedeutet das, dass mehr Iraner, besonders im Nordwesten des Iran, darunter zu leiden haben werden.

Mit fast 90 Meilen Länge und 34 Meilen an der breitesten Stelle sind der Urmia See und seine Wasserscheide entscheidend wichtig für das Leben von Millionen Menschen und 228 Arten von Vögeln und anderen Tieren.

Dieser einst ausgedehnte See liegt weit im Nordwesten des Iran und war ein einzigartiges Urlaubsgebiet, jetzt aber hat er sich über weite Strecken in ein festes Schlammgebiet verwandelt, das von der Sonne gebacken wird.

Die Website Nature sagt: „Das Bassin des Urmia Sees (LUB) beherbergt mit seinen 51 876 km2 landwirtschaftliche Flächen für Nahrungsmittelerzeugung und solche für industrielle Aktivitäten. Ausgedehntes Grasland und fruchtbares Farmland rund um den See haben aus dem LUB eines der wichtigsten Gebiete für die Nahrungsmittelproduktion und die Viehzucht im Iran gemacht“.

Mit seinen mehr als hundert kleinen Felseninseln ist der Urmia See ein Zwischenstopp für Zugvögel, darunter Flamingos, Pelikane, Störche und Enten. Die UNESCO hat ihn zum Schutzgebiet erklärt. Aber das Regime hat diesen nationalen Schatz nicht so behandelt wie andere ihre nationalen Schätze hochhalten.

In den allerletzten Jahren haben Amtsträger die Aufrufe vieler Experten ignoriert, sich mit dem allmählichen Austrocknen des Sees zu befassen.

Sobald er austrocknet, nimmt die Ausdehnung flacher Salzgebiete des Urmia Sees zu und setzt das Leben von Millionen von Iranern aufs Spiel. Es wird drastische Veränderungen im Ökosystem geben und es werden sich Salz- und Staubstürme entwickeln ebenso wie eine ausgedehnte Versalzung des Bodens und des restlichen Wassers.
Sobald das Wasser des Urmia Sees vollständig verschwindet, wird es Salz-Dome und eine starke Wüstenbildung geben, die sich negativ auf Irans schon geschädigte Landwirtschaft auswirkt.

Klimawandel und globale Erwärmung spielen bei dieser Tragödie sicher eine große Rolle. Aber was dieses Problem verschärft, sind die unangemessenen Bewässerungspraktiken des Regimes und ein ausgedehnter anthropogener Druck, der den Austrocknungsprozess des Urmia Sees beschleunigt.

Die drei Hauptfaktoren bei der Austrocknung des Urmia Sees sind:
• Eine exzessive Ausbeutung erneuerbarer Ressourcen im Bassin des Sees
• Eine unausgewogene Entwicklung des Agrarsektors
• Klimawandel und globale Erwärmung
• Der Bau von Dämmen

Wenn man alle diese Faktoren zusammennimmt, so haben Klimawandel und globale Erwärmung nur zu 5 % Anteil an dem Prozess der Austrocknung des Urmia Sees, die Ende der 1990er Jahre begonnen hat, als die Revolutionsgarden des iranischen Regimes (IRGC) und seine Front Unternehmen ihre destruktiven Projekte begonnen haben.

Zum einen hat das Regime unter dem Vorwand der Herstellung einer Verbindung zwischen Ost- und West-Aserbeidschan eine Autobahn gebaut, die den Urmia See zerteilt und seinen Wasserkreislauf ernstlich geschädigt hat.

Die Vertragspartner und Betreiber dieser Autobahn waren Militärunternehmen wie Sadra, die Iranische Gesellschaft für das Management von Dienstleistungen, die No Andishan Gesellschaft und mehrere andere. Sie sind Tochtergesellschaften des IRGC oder mit Regierungsinstitutionen verbunden, die mit unbekannten ausländischen Unternehmen zusammenarbeiten.

Ein weiterer Faktor, der unermesslich zum Austrocknungsprozess des Sees beigetragen habe, sei der Bau von unsachgemäßen Dämmen und das Graben von Tausenden von Brunnenlöchern rund um das Bassin gewesen, das hat im September 2015 die staatliche Website Khabar („Nachrichten“) Online eingeräumt, „8 800 Brunnen umgeben den Urmia See“.
„Brunnen gehören zu den wichtigen Faktoren, die die Grundwasserträger nicht vor menschlicher Intervention geschützt haben. Die Zahl der Brunnen ist auf 760 000 gestiegen. Mehr als 46 Milliarden Kubikmeter Wasser werden diesen Brunnen entnommen“, schreibt Khabar Online,

„Der Urmia See ist von 8 800 Brunnen umgeben, die sich immens auf das Fließen der Flüsse in dem Bassin ausgewirkt und zu einer bedeutenden Abnahme des dem See zufließenden Wassers geführt haben“.

„Derzeit gibt es mehr als 100 000 Brunnen im Einzugsbereich des Urmia Sees, von denen 50 % autorisiert und 50 % nicht autorisiert sind“, sagt Farhad Sarkhosh, der Chef des sogenannten „Projekts zur Rettung des Urmia Sees“, zitiert von der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA am 6. Jan. 2019.

Weiterhin ist ein Faktor, der zum Trocknen des Urmia Sees geführt hat, das Bauen von Dämmen durch das Hauptquartier des Khatam-ol Anbiya des IRGC.
In der staatlichen Tageszeitung Hamshahri („Mitbürger“) vom September 2014 heißt es: „Bis 2012 waren mehr als 200 Dämme an den Flüssen im Einzugsbereich des Sees funktionsfähig oder im Endstadium der Planung“.

„Der Bau von Dämmen ist ein weiterer Faktor beim Austrocknen des Urmia Sees. Ein Damm sollte gebaut werden, wo das Flusswasser fließt und aktiv ist. Der Damm verhindert, dass Regen den See erreicht“, hat die halboffizielle Nachrichtenagentur ISNA im September 2015 zugegeben.

Der Bau von Dämmen ist eines der makroökonomischen Projekte, die stabilen Wohlstand erzeugen, da das Khatam HQ lukrative Projekte bekommt und beständig finanziert wird, um sich um diese Dämme zu kümmern. Außerdem benutzt das IRGC Wasser in anderen Industriezweigen, die es beherrscht wie die für die Stahlerzeugung und -verarbeitung und für die Petrochemie.

Das Regime hätte diesen nationalen Schatz retten können, indem es Wasser hineingeleitet oder zumindest das Graben von Brunnen gestoppt hätte, aber das tat es nicht. Die Regierung von Hassan Rohani hat laut das Sorgen für den Urmia See hinaustrompetet, aber sie hat in Wirklichkeit nichts dafür getan.

Das traurige Schicksal des Urmia Sees ist Teil einer größeren Tragödie im Iran unter dem Mullah Regime: Ein wohlhabendes Land, dessen Ressourcen die herrschenden Theokratie abfließen lässt, für die ihre unheilvolle Herrschaft Vorrang vor dem Wohlergehen des Volkes hat.

Deshalb haben Iraner über das ausgetrocknete Bassin des Urmia Sees geschrieben: „Wir werden dich rächen! Selbst wenn es uns das Leben kostet“.