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Iran: Widerstandseinheiten, MEK-Anhänger gedenken des Tages von „Kyros dem Großen“

Geschrieben vonSekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI)
30. Oktober 2021

Unterstützer der Volksmojahedin (MEK/PMOI) und der Widerstandseinheiten erinnerten am 29. Oktober 2021 an den Tag von „Kyros dem Großen“, indem sie Plakate, Transparente und Graffitis aufstellten. Neben Teheran wurden diese Aktivitäten in anderen Städten im ganzen Iran durchgeführt, darunter Shiraz, Mashhad, Qazvin, Neyshabur, Karaj, Kermanshah, Ardabil, Rasht, Tabriz, Qom, Gorgan, Behbahan, Izeh, Shahriar und Sarab.
Zu den Parolen gehörten: „Kyros, Mossadegh, wir werden kämpfen, wir werden sterben, wir werden den Iran zurückerobern“, „weder die Mullahs noch die Kosaken (Reza Shah), Mossadegh, ruhe in Frieden“, „Kyros, Mossadegh, die MEK setzt deinen Weg fort“, „Wir werden kämpfen, wir werden sterben, wir werden den Iran zurückerobern“, „Weder die Krone noch den Turban, es ist das Ende der Mullahs“, „Nieder mit dem Unterdrücker, sei es der Schah oder der Führer (Khamenei),“ „Die Iraner sind wachsam, sie hassen sowohl den Schah als auch die Mullahs“, „Tod Khamenei, Es lebe Rajavi“, „Nieder mit dem Diktator, Es lebe Kyros dem Großen“, „Kyros, Mossadegh, euer Weg geht weiter. In der Hoffnung auf einen freien Iran, nein zur religiösen Diktatur.“

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI)
30. Oktober 2021

Iran: COVID-19 fordert aufgrund der unmenschlichen Politik der Mullahs mindestens 467.100 Menschenleben

Geschrieben von Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI)
30. Oktober 2021


Trotz wiederholter Warnungen von Experten vor dem Auftreten des sechsten COVID-19-Ausbruchs ordnete Ebrahim Raisi am 22. November 2021 die Wiedereröffnung von Schulen und Universitäten an.
Mashhad Medical University: In den letzten Wochen hatte Khorasan Razavi eine der höchsten COVID-19-Infektionsraten, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle. (Mehr Nachrichtenagentur, 30. Oktober 2021)
Mitglied des wissenschaftlichen Ausschusses der Nationalen Taskforce zur Bekämpfung des Coronavirus: Bald werden wir mit dem sechsten COVID-19-Ausbruch konfrontiert. Die Präsenz von Schülern in den Schulen kann der Beginn eines neuen Peaks sein. (Staatliche Tageszeitung, Hamshahri, 30. Oktober 2021)
Das Land ist immer noch mit dem fünften COVID-19-Ausbruch konfrontiert. Die Zahl der Todesopfer ist hoch, und die Infektionsrate ist erheblich. (Hamshahri daily, 30. Oktober 2021)
Medizinische Universität Kurdistan: Der fünfte COVID-19-Ausbruch in der Provinz war der längste Ausbruch seit der Pandemie und fordert immer noch Menschenleben in Kurdistan. (Nachrichtenagentur Tasnim, 30. Oktober 2021)
Die Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK) gab am Samstag, den 30. Oktober 2021, bekannt, dass die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus in 547 Städten 467.100 übersteigt. Die Zahl der Opfer in Teheran hat 109.485 erreicht, Khorasan Razavi 38.200, Isfahan 31.815, West-Aserbaidschan 17.308, Fars 17.110, Alborz 13.773, Sistan und Baluchestan 13.095, Kermanshah 8.584, Zentralprovinz 8.543, Yazd 7.678, Kurdistan 7.522, Qazvin 5.329 und Chaharmahal und Bakhtiari 3.560.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI)
30. Oktober 2021

23 Fragen an jemanden, der behauptet, Journalist zu sein

23 Fragen an jemanden, der behauptet, Journalist zu sein
Ein persisches Sprichwort sagt: Ein Weiser wird nicht zweimal aus einem Loch gebissen. Das bedeutet, dass ein Weiser nie zweimal denselben Fehler begeht. In diesem Sinne kann ich kaum glauben, dass jemand, der schon mal einen Artikel voller Lügen gegen die Volksmudschahedin im SPIEGEL veröffentlicht hat und dafür von einem Gericht bestraft wurde, den Fehler durch einen sehr einseitigen und voreingenommenen Artikel mit wiedergekäuten Lügen und Verleumdungen gegen die MEK wiederholt. Dafür gibt es zwei Erklärungen: Entweder ist diese Person einfältig oder es steht eine andere Motivation dahinter als die, die Wahrheit zu sagen.
Der neue Artikel von Luisa Hommerich in der ZEIT ist ein weiterer Versuch, die Volksmudschahedin (MEK) zu dämonisieren. Ihr neues Sujet sind Amin Golmaryami und die anderen Kinder der Volksmudschahedin in Köln. Frau Hommerich behauptet, für diesen Artikel viel recherchiert und alle Aussagen von Amin Golmaryami so gut wie möglich überprüft zu haben. Es ist jedoch völlig unklar, wie sie beispielsweise die Behauptungen, die Kinder hätten im Haus Meschenich wenig zu essen bekommen, die Verlegung der Kinder vom Irak ins Ausland während des Krieges hätte zur Zerstörung der familiären Bindungen geführt oder die Mutter Amin Golmaryamis hätte während seiner Telefonate mit ihr unter dem Druck der MEK gestanden, – wie sie solche Behauptungen überhaupt verifizieren konnte.
Amin Golmaryami ist weder der erste noch der letzte, der die MEK verraten hat, sondern lediglich ein weiteres Beispiel von Menschen, die aus niedrigen Beweggründen ihre gefallenen Kameraden – darunter sogar den eigenen Vater – vergessen und verraten, sich für Geld in den Dienst diktatorischer Mullahs wie Khamenei und Raisi begeben und versuchen, diese zu befriedigen. Amin Golmaryami ist mittlerweile 36 Jahre alt und kann nicht länger vortäuschen, unwissend zu sein und die Tragweite seiner Behauptungen nicht zu kennen. Er muss sich des täglichen Leidens der Menschen seiner Heimat unter der Mullahdiktatur, unter Unfreiheit, staatlicher Unterdrückung, Armut, Arbeitslosigkeit und Inflation bewusst sein. Er muss wissen, dass die Mehrheit der Iraner den Zerfall dieses Regimes begehrt. Andererseits weiß er auch, dass die MEK die einzige Oppositionsgruppe ist, die seit vierzig Jahren unermüdlich am Sturz dieses Regimes arbeitet und bislang jeden Preis dafür gezahlt hat. Er weiß, dass das iranische Regime nichts mehr fürchtet als Menschen, die sich den MEK nähern, weshalb es neben all seinen terroristischen Bemühungen, die Volksmudschahedin physisch zu eliminieren, auch ein großes Budget für Propaganda ausgibt, um die MEK zu dämonisieren. Wenn er also sagt: “Ich möchte, dass jeder weiß, was für eine gefährliche Gruppe die Volksmudschahedin sind”, erklärt er auf sehr deutliche Weise sein Ziel im Dienst der Mullahs, denn das ist es, was die Mullahs Tag und Nacht verfolgen.
Das von Hommerich zusammengedichtete Märchen über Amin Golmaryami zeigt deutlich, dass dieser äußerst egoistisch ist. Sein Traumleben definiert sich im Herumstreunen in der Kölner Innenstadt, Döneressen, Bus- und U-Bahnfahren. Es mag ihm sehr gefallen haben, sein eigenes Bild in einer deutschen Zeitschrift zu finden. Jedoch erkennt jeder Iraner, der dieses Märchen liest, dass es sich dabei um ein Individuum handelt, das seine Seele verkauft hat und keine Gefühle für seine Herkunft und seine Heimat hegt. In dem ganzen Artikel erwähnt er nicht einmal, dass er auch nur einen Moment an die Menschen und die Jugend denkt, die tagtäglich unter der klerikalen Diktatur im Iran leiden. In seiner Gedankenwelt haben die Aufstände und Proteste des iranischen Volkes nirgends einen Platz. Wahrscheinlich sind die Märtyrer vom November 2019, Navid Afkari und Mostafa Salehi, für ihn Fremde. Er ist dem iranischen Regime so ergeben, dass er im ganzen Artikel keinen einzigen Satz gegen die klerikale Diktatur im Iran ausspricht. Er hält sich nicht einmal an die 80-20-Formel (80% Kritik gegen das Regime austeilen und 20% gegen die MEK, um so die Auftraggeberschaft des Regimes zu kaschieren) und schießt von Anfang bis Ende nur gegen die MEK, dieselben Volksmudschahedin, die ihm zweimal das Leben gerettet haben.
Da ich ebenfalls eines der Mudschahedin-Kinder war, das von Köln in den Irak ging, teile ich, nur zur Vervollständigung der Recherchen von Frau Hommerich, einige diesbezügliche Fakten mit:
Ich heiße Saleh Abbaszadeh. Ich bin eines von Hunderten von Kindern, die 1991, als der Irak unter einer der schwersten Wirtschaftssanktionen und einem der schrecklichsten Bombardements der Geschichte stand, von der MEK aus dem Irak nach Jordanien und von dort aus nach Deutschland verlegt wurden. Diese Rettungsaktion der Volksmudschahedin hat dazu beigetragen, dass ich bis heute lebe und 42 Jahre alt geworden bin. Die Hunderten von Kindern, die diesen Krieg überlebt haben, sind der MEK ewig dankbar, da wir unser Leben den Volksmudschahedin verdanken.
Heutzutage werden viele Filme über diejenigen gedreht, die jüdische oder armenische Kinder aus Kriegsgebieten gerettet haben und als Helden in die Geschichte eingegangen sind. Obwohl ich damals erst 12 Jahre alt war, erinnere ich mich sehr gut daran, wie die MEK, mitten im Krieg, in einem riesigen Projekt mehrere hundert Kinder sicher nach Jordanien gebracht hat. Die Gesichter jener Mujahedin-Männer und -Frauen, die sich selbst in Gefahr begaben, um uns zu retten, werden in meinem Gedächtnis nie verblassen. Es war für mich nicht einfach, mich von meiner Mutter und meinem Vater zu trennen und einem unbekannten Schicksal entgegenzugehen. In Nächten, in denen es im vom Krieg zerrissenen Bagdad keinen Strom oder Wasser gab und die Stille und Dunkelheit der Nacht gelegentlich durch das Geräusch von Raketenexplosionen oder Verteidigungsfeuern erschüttert wurden, weinte ich bei Laternenlicht stundenlang neben meiner Mutter – aus Angst vor einer ungewissen Zukunft, die auf mich wartete – und bestand darauf, bei ihr zu bleiben. Aber es war klar, dass unter den damaligen Umständen im Irak kein Platz für Kinder war, woraufhin die MEK die meisten von uns in einem humanitären Schritt im Februar 1991 außer Landes brachte. Der Zeitpunkt unserer Ausreise aus dem Irak war ideal. Nicht einmal einen Monat später, im März 1991, nutzten die Revolutionsgarden des Mullah-Regimes die volatilen Bedingungen im Irak aus, überquerten die Grenze und griffen die Stützpunkte der MEK im Irak an. Es gab harte Kämpfe, in denen einige der Volksmudschahedin getötet wurden.
Ich erinnere mich noch daran, wie meine Eltern zusammen mit den Eltern anderer Kinder, die mit uns aus dem Irak verlegt wurden mussten, bis zum letzten Moment bei mir und meiner Schwester waren und sich von uns verabschiedeten. Unsere Verbindung wurde nie unterbrochen, ich habe ihnen regelmäßig geschrieben, und sie haben meine Briefe beantwortet. Zwei Jahre später kam mein älterer Bruder zur Krebsbehandlung zusammen mit meinem Vater aus dem Irak nach Deutschland und ich traf beide wieder. Meine Mutter kam auch einige Monate später nach Deutschland und ich konnte sie jeden Tag besuchen und mit ihnen allen reden. Obwohl mein Vater und mein Bruder bereits verschieden sind, wurde unsere familiäre Bindung sowie die gegenseitige Liebe in den letzten 30 Jahren nie geschwächt oder gebrochen. Ich finde es entsetzlich, dass Frau Hommerich in ihrem Artikel versucht, eine erlogene Version dieser Tatsachen für die Ziele des Dritten, nämlich des iranischen Regimes darzubieten.
Soweit ich mich erinnern kann, hielten alle Kinder Kontakt zu ihren Eltern, die noch im Irak lebten oder schickten ihnen Briefe und Geschenke und vice versa. Die MEK lieferte die Geschenke und Briefe durch Reisende, die in den Irak oder in andere Länder reisten, aus. Während meiner Reise nach Schweden im April 1997 habe ich persönlich eine große Anzahl von Geschenken, welche die Eltern im Irak an ihre Kinder in Schweden übergeben wollten, mitgenommen und im dortigen Büro der MEK abgegeben, das sie dann den Kindern aushändigte.
Ich war eines von 150 Kindern, die nach Köln kamen. Die Organisation hat uns nicht nur ein Haus in Köln-Meschenich, sondern mehrere Gebäude zugeteilt. Entgegen den Behauptungen in Hommerichs Bericht hatten wir sowohl persönliches Eigentum als auch ausreichende Nahrung. Viele der Kinder, die aus anderen Städten kamen, brachten Computer und verschiedene Spielsachen mit, die sie anderen Freunden auch zum Spielen gaben. In ihrem Bericht versucht Frau Hommerich vorzugeben, die Kinder der MEK-Angehörigen in Deutschland wären immer unter der Kontrolle der Organisation gestanden und hätten keine Verbindung zur Außenwelt haben können. Sie zitiert Amin Golmaryami: „Wir sind immer im Bann der Organisation geblieben.” Das ist eine reine Lüge.
Wir gingen alle auf verschiedene Schulen in Köln und in deutschen Schulen haben wir mit deutschen Lehrern und deutschen Schülern zu tun gehabt. Viele von uns Kindern waren in örtlichen Sportvereinen eingeschrieben. Wie andere Teenager in unserem Alter machten wir regelmäßig Ausflüge und Urlaub, besuchten viele Orte, vom Louvre in Paris bis Barcelona in Spanien. Es gibt viele Fotos davon und ich kann sie bei Bedarf jedem Gericht vorlegen.
Frau Hommerich, glauben Sie tatsächlich, dass inmitten all der bunten Freizeitbeschäftigungen und Reize der deutschen Gesellschaft wie Kino, Läden, Konzerte, Clubs usw. ein Satz: „Sie müssen erwachsen werden und diesen Weg gehen“ einen jungen Mann veranlassen kann, Mut zu fassen und alles zurückzulassen, um in einen ernsthaften Kampf gegen das blutige klerikale Regime einzutreten?
Warum sind Ihrem Bericht zufolge nur 40 der 150 Kinder, die nach Deutschland kamen, in den Irak zurückgekehrt? Sie wurden nicht gefragt, warum die anderen 110 Kinder diese Entscheidung nicht getroffen hätten?
Sie vergleichen sich und stellen sich vor, jeder sei bereit, seine Würde und Menschlichkeit zu versteigern, und deshalb wollen Sie unsere bewusste Entscheidung in Frage stellen und nicht akzeptieren, dass es im Westen Menschen gab, die ihr Leben, ihr Wohlergehen und ihren Komfort geopfert haben. Sie gaben auf, verzichteten auf ein angenehmes Leben und kämpften für ein höheres Ziel.
Mitte der 1990er Jahre, vielleicht 1995 oder 1996 sendete ARTE Deutschland einen Bericht von Stützpunkten der Befreiungsarmee, in dem es junge männliche und weibliche Kämpfer befragte. Ich habe diese Sendung aufgenommen und oft gesehen und es war für mich sehr motivierend, dass ein gebildetes Mädchen aus Kanada zur Befreiungsarmee im Irak ging und es genossen hat, dort zu sein. Gleichzeitig interessierte ich mich sehr für das Lesen, und nachdem ich mehrere biografische Bücher über Churchill, Kennedy und andere Autoren gelesen hatte, las ich auch ein Buch über Che Guevara. Vor allem interessierte ich mich für Che Guevara und las weitere Bücher über ihn. Dann fing ich an, mit vielen meiner Freunde und sogar mit vielen Leuten, die die Organisation verlassen hatten, über die Organisation zu sprechen und zu recherchieren. Ich habe alle Behauptungen der MEK-Gegner und sogar des US-Außenministeriums gegen die Mujahedin gelesen und dann die Antworten der Mujahedin gelesen. Ich habe auch mit vielen meiner engen Freunde über diese Entscheidung gesprochen, sogar mit Mitgliedern meiner Familie, die in Europa lebten und die Mujahedin ablehnten. Im Alter von 18 Jahren kam ich als Ergebnis all dieser Gespräche und Studien zu dem Schluss, dass mein Engagement als junger Iraner nicht darin bestehen konnte, in Deutschland zu studieren und eine Arbeit zu finden, während Millionen junger Menschen unter der Unterdrückung der klerikalen Regierung leiden mussten, weil sie keine Freiheit hatten. Ihre Talente blieben unerfüllt und mein Land fiel zurück.
Meine Pflicht als iranischer Jugendlicher sollte es sein, zu kämpfen, um die Quelle dieser Unterdrückung, nämlich die klerikale Regierung zu stürzen.
Ich bin nicht direkt zu den Mujahedin gegangen und habe sogar auf Anraten einiger MEK-Aussteiger zuerst andere iranische Gruppen untersucht, aber ich habe keine Gruppe gefunden, die organisierter, ernsthafter und erfahrener war als die Mujahedin im Kampf gegen die klerikale Regierung. Also bat ich die Mujahedin, mich in den Irak gehen zu lassen. Die Funktionäre erklärten mir die Gefahren im Irak. Sie sagten: Der Irak steht unter Sanktionen und die Möglichkeiten dort sind begrenzt, es ist dort nicht möglich, eine Familie zu gründen und zu heiraten.
Im Gegensatz zu den Lügen, die in diesem Artikel präsentiert werden, hat mich niemand in den Irak geschmuggelt, ich bin legal nach eigener Entscheidung und mit meinem Flüchtlingspass in den Irak eingereist.
Zur Information von Frau Hommerich: Mein deutscher Pass ist nach 25 Jahren immer noch in meinen Händen. Da unser Flug von Paris um 5 Uhr morgens ging, war es natürlich, dass wir um 3:30 Uhr aufstehen mussten, um nach einer Stunde Autofahrt pünktlich zu sein. Frau Hommerich hat in ihrem Artikel suggeriert, die Mujahedin hätten nachts ein Kind aus dem Bett entführt und in ein Flugzeug geworfen.
Frau Hommerich behauptet, die Mujahedin hätten ihren Recherchen zufolge mehr als 40 Kinder repatriiert, die ohne ihre Eltern nach Köln gekommen waren. Abgesehen davon, dass Herr Mertens, der Anwalt der Kinder, später zugeben musste, dass die Kinder zu ihren Eltern in den Irak zurückgekehrt waren und dies menschlich verständlich war, sah ich im Irak meine Mutter, die vor ein paar Jahren in den Irak zurückgekehrt war, und sah meine Schwester. Am Tag meiner Ankunft im Irak kamen meine Mutter und die Mutter eines anderen Kindes, das mit mir kam, nach Bagdad, um uns zu besuchen.

Anscheinend stellen Sie sich vor, jeder wäre bereit, seine Würde und Menschlichkeit zu versteigern. Deshalb wollen Sie unsere bewusste Entscheidung in Frage stellen und nicht akzeptieren, dass es im Westen Menschen gab, die ihr Leben, ihr Wohlergehen und ihren Komfort geopfert haben. Sie gaben die Annehmlichkeiten des westlichen Lebens auf und kämpften für ein höheres Ziel.
Von Bagdad aus gingen wir zu einem Ausbildungszentrum, wo sich später weitere Freunde von uns aus anderen Ländern uns anschlossen. Wir blieben zwei Jahre in diesem Ausbildungszentrum. Die ganze Zeit hindurch konnten wir unsere Mutter, unseren Vater oder andere Familienmitglieder besuchen, wann immer wir wollten. In dieser Zeit haben wir an keinen Militärmanövern oder gar Militäreinsätzen teilgenommen. Ich erinnere mich gut, dass die Volksmudschahedin strenge Regeln hatten, wonach niemand unter 18 Jahren an Militäroperationen teilnehmen sollte. Amin Golmaryami ging, wie er selbst gesagt hat, im März 2001 in den Irak. Im April 2003, nach der US-amerikanischen Besetzung des Irak wurden alle Waffen der Volksmudschahedin eingesammelt (sie wurden entwaffnet).
Ich kann bezeugen, dass Amin Golmaryami bis zum Alter von 18 Jahren an keinen Militäraktionen teilgenommen hat. Danach hatten die Volksmudschahedin ja keine Waffen mehr, um militärische Aktivitäten durchzuführen. Nach der Übergabe der Waffen (an die US-Armee) beschränkten sich die Aktivitäten der Volksmudschahedin in Ashraf hauptsächlich auf politische oder Aufklärungsarbeit und die Produktion von Fernsehprogrammen oder akademische Ausbildungen. Solange der Schutz von Ashraf von der US-Armee gewährleistet wurde und noch nicht an die vom iranischen Mullah-Regime gesteuerten irakischen Henker übergeben worden war, kamen Gäste aus dem Iran, aus dem Ausland oder aus irakischen Städten nach Ashraf und alle Mitglieder konnten mit ihnen reden.
Was Frau Hommerich vielleicht schwer verstehen kann, ist, dass ich nicht in den Irak ging, um zu leben, zu reisen und Spaß zu haben, sondern aus dem gleichen Grund, aus dem Che Guevara nach Bolivien reiste. Aber ich muss sagen, unsere Lebensbedingungen in Camp Ashraf waren tausendmal besser als die von Che Guevara und seinen Gefährten in den Wäldern Boliviens. Die Befreiungsarmee verfügte wie jede andere Armee über militärische Disziplin, ein Element, ohne das keine militärische Kraft operieren kann. Frauen bildeten zum größten Teil die Führungsebenen dieser Armee, sie haben mit uns an militärischen Übungen und Trainings teilgenommen und waren tagsüber bei allen Aktivitäten mit uns zusammen. Wir aßen zusammen in einem Speisesaal.
Freundschaft und Freundlichkeit zwischen den Mitglidern der Volksmudschahedin ist eine der wichtigsten Grundlagen der internen Beziehungen der Organisation, die von der Führung der Organisation immer betont wird. Ironischerweise liegt einer der Gründe, warum ich mich für die Mujahedin interessierte, in den zwischenmenschlichen Beziehungen, die sie pflegen, insbesondere unter den Verantwortlichen der Organisation. Und wenn jemand ein Problem hat, gibt es immer Menschen, an die man sich wenden kann, die einem bei der Lösung des Problems helfen können.
Jede ernsthaft kämpfende Kraft muss ihren Kampf auf der Grundlage einer Weltanschauung führen. Und die Gründer der Volksmudschahedin wählten die islamische Weltanschauung für ihre Organisation. Ich habe seit meinem Eintritt in die Organisation die Ideen und Ziele der Volksmudschahedin bei vielen Zusammenkünften kennengelernt. Bei diesen Treffen gab es keinen Zwang, alle Diskussionen fanden in einem völlig freien Austausch statt und jeder konnte jede Frage stellen. Wir debattierten über die Fragen. Nachdem ich mich mit der Weltanschauung des Islam vertraut gemacht hatte, entschied ich mich auch, Muslim zu sein. Das Leben eines Muslims ist keineswegs schwer für den, der es gewählt hat. Die Volksmudschahedin halten wie 1,8 Milliarden andere Muslime in der Welt ihren Glauben hoch und führen entsprechend ihre Rituale durch.
Es besteht kein Zweifel, wenn die Befreiungsarmee nicht 2003 von Koalitionstruppen in einem Krieg, in dem sie offiziell ihre Neutralität erklärt hatten, bombardiert worden und unsere Basen und Panzerkolonnen nicht von ihren Raketen angegriffen worden wären, wenn wir nicht später von den USA entwaffnet worden wären, hätte sich das Schicksal des klerikalen Regimes, das der Region gewiss anders entwickelt. Dann hätte sich Frau Hommerich für dieses „ historische Thema“ nicht mehr interessiert, denn keiner hätte die Veröffentlichung dieses Artikels voller Lügen finanziert.
Es ist seltsam, dass sich Frau Hommerich erst heute an uns erinnert. Alle in diesem Artikel angesprochenen Themen sind doch bereits wiederholt auf den großen und kleinen Websites des Geheimdienstministeriums reflektiert worden und wir haben auf die meisten ihrer Vorwürfe auch immer wieder geantwortet. Bereits im ersten Jahr nach meiner Ankunft im Irak schrieb ich persönlich einen Brief an Herrn Mertens, unseren damaligen Anwalt in Deutschland. Ich schrieb ihm, dass ich mich aus freier Wahl im Irak befände. Nach dem Krieg und nach der Besetzung des Irak durch die USA mussten alle Kinder, die aus Deutschland gekommen waren, wie alle anderen Mitglieder der Volksmudschahedin, in Interviews mit den Amerikanern ihren Status neu definieren, weil Ashraf unter amerikanischem Schutz stand und es keine Möglichkeit gab, den Irak eigenmächtig zu verlassen.
In ausführlichen Interviews erzählte ich Mitgliedern der US-Geheimdienste dieselbe Geschichte aus meinem Leben und bestand darauf, dass ich in Ashraf bleiben möchte. Ähnliche Fragen, wie, warum und in welchem Alter ich Deutschland verlassen hätte, habe ich auch in Interviews mit Mitgliedern des irakischen Menschenrechtsministeriums und in wiederholten Interviews mit Mitarbeitern des UNHCR in Camp Liberty beantwortet. Es ist gut zu betonen, dass ich all diese Interviews allein und ohne die Anwesenheit eines anderen Mitglieds der Volksmudschahedin geführt habe. Alle Interviewpartner haben uns aufgefordert, die Organisation zu verlassen.
Damals, insbesondere ab 2009, als wir von der Quds-Truppe und den irakischen Streitkräften brutal angegriffen wurden, forderten die Volksmudschahedin die Bundesregierung wiederholt auf, ehemalige deutsche Flüchtlinge aufzunehmen. Die Bundesregierung nahm aber nur 100 von etwa 350 Personen ihrer Wahl auf. Sogar Hamid Rabiee, einer der Verwundeten des Raketenangriffs im Februar 2013, der ein ehemaliger deutscher Flüchtling war und sofort medizinische Hilfe benötigte, wurde nicht aufgenommen. Er starb 25 Tage nach seiner Verletzung im Irak. Wenn Frau Hommerich damals einen derartigen Artikel verfasst hätte, hätte sie ihm menschenrechtliche Farben und Glanz geben können. Sie hätte zum Beispiel behaupten können, ehemalige iranische Flüchtlinge retten zu wollen! Aber heute, da die Organisation der Volksmudschahedin mit großer Anstrengung alle ihre Mitglieder in Sicherheit gebracht hat und niemand von uns mehr im Irak lebt, hat dieser voreingenommene und lügenvolle Artikel ein anderes Ziel als das, der Diktatur der Khamenei und Raisi zu dienen?
Bezüglich der – in den Augen der Verfasserin nicht existierenden – Philanthropie der Volksmudschahedin muss nur daran erinnert werden, dass all jene, die diese “Unwahrheiten” erfinden, nun in Sicherheit in Europa leben. Amin Golmaryami will fälschlicherweise einen UNHCR-Mitarbeiter als seinen Retter vorstellen, der es geschafft hätte, ihn aus dem Irak zu holen. Er muss doch wissen, dass die Volksmudschahedin die Ausreise nach Albanien mit großen Anstrengungen erreicht haben. Und es waren die Volksmudschahedin selbst, die in einer Situation, in der viele Patienten wie Roya Droudy in Not waren, sich zuerst um Menschen wie Amin Golmaryrami kümmerten, – Menschen, die ihrem Leben individuell nachgehen wollten.
Nachdem Amin Golmaryami ins Ausland und in Sicherheit gebracht worden war, haben wir alle, die wir noch im Irak geblieben waren, noch drei weitere Raketenangriffe in Liberty erlitten, bei denen mehrere Menschen den Märtyrertod starben. Mit anderen Worten, es waren die Volksmudschahedin, die große Risiken auf sich nahmen. Sie retteten Amin Golmaryami und anderen das Leben und ermöglichten ihnen, ihrem Leben nachzugehen.
Er erwähnt auch mit keinem Wort, wie lange er, nachdem er die Volksmudschahedin verlassen hatte, finanzielle Unterstützung von der Organisation erhielt, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, und wie hoch sie war. Jeder faire Mann sollte denen dankbar sein, die ihm mindestens zweimal das Leben gerettet haben, aber wenn jemand beschließt, sich an den Henker zu verkaufen, tötet er in erster Linie jedes menschliche Element in sich selbst. Das Interview mit einer wohlbekannten Reporterin wie Hommerich ist natürlich nicht der erste Schritt der Kollaboration.
Wenn Sie, sehr geehrte Frau Hommerich, sich als Reporterin erlauben, den Volksmudschahedin 35 Fragen zu stellen und ihnen eine Frist zur Beantwortung festzulegen, dann lassen Sie mich auch als Reporter und Moderator des IRANINTV (Simaye Azady), der bereits eine Sendung über Sie moderiert hat (Programm Link Abseits DER SPIEGEL), Ihnen 23 Fragen stellen. Ich hoffe, Sie haben den Mut, diese klaren Fragen zu beantworten: 1. Wer hat Sie beauftragt, über das Thema „ Kinder der Volksmudschahedin in Köln“ einen Artikel zu schreiben?
2. Welche Fragen der deutschen Leser des ZEIT-Magazins würde dieser Artikel jetzt beantworten, wenn das von Ihnen angesprochene Thema 25 Jahre zurückläge?
3. Wie haben Sie die Namen der „Aussteiger“ gefunden, die früher in Deutschland gelebt hatten?
4. Kennen Sie eine Person namens Massoud Khodabandeh?
5. Standen Sie bis jetzt mit Massoud Khodabandeh und Anne Singleton in Kontakt? Per E-Mail oder telefonisch?
6. Wissen Sie, dass Massoud Khodabandeh ein bekannter Agent der iranischen Geheimdienste ist und ihm aufgrund seiner Nähe zu den iranischen Geheimdiensten die Reise in die USA verboten worden ist?
7. Kennen Sie eine Person namens Hassan Heirani? Haben Sie ihn bereits in Tirana getroffen?
8. Wissen Sie, dass dieser ein Agent der iranischen Botschaft in Albanien ist und von dieser ständig Geld bekommt?
9. Wer hat Ihnen Hassan Heirani in Tirana vorgestellt?
10. Kennen Sie eine Person namens Hadi Sani Khani?
11. Laut Hadi Sani Khani wusste die iranische Botschaft bereits vorher Bescheid, dass Sie nach Tirana reisen würden und hat einige ihrer Söldner in Tirana aufgefordert, mit Ihnen eifrigst zu kooperieren und Ihnen ein Lügenpaket zu übermitteln. Ihr erster Artikel basierte grundsätzlich auf diesen Verleumdungen. Sind diese Beschreibungen richtig?
12. Laut Hadi Sani Khani standen Sie drei Monate lang mit ihm in Kontakt, bevor Sie Ihren ersten Artikel im SPIEGEL veröffentlichten. Dabei hatten Sie ihm kritische Fragen über die Volksmudschahedin gestellt, deren Antworten er in Abstimmung mit der iranischen Botschaft in Albanien gab. Können Sie dies bestätigen?
13. Ist es nicht möglich, dass Amin Golmaryami, der Ihrer Meinung nach finanziell nicht gut dasteht, für dieses Interview Geld aus ähnlichen Quellen bekommen hat?
14. Haben Sie Amin Golmaryami gefragt, ob er Verbindungen zu den Geheimdienstagenten des iranischen Regimes hat?
15. Auszüge aus Ihrem ersten Artikel wurden wenige Monate, bevor er am 26. November 2018 auf der SPIEGEL-Website veröffentlicht wurde, auf der Website des Geheimdienstministeriums namens Kermanshah-Nejat-Verein veröffentlicht! Ist das richtig?
16. Waren Sie von 2016 bis 2018 zwei Jahre im Iran?
17. Waren Sie während der zwei Jahre mit Menschen im Iran befreundet, mit denen Sie immer noch Kontakt haben?
18. Berichten zufolge standen Sie während Ihres Aufenthalts im Iran den Basij-Frauen so nahe, dass sie Ihnen erlaubten, an der Reise der „Reisenden des Lichtes“ teilzunehmen und einen Bericht darüber zu erstellen sowie Fotos mit ihnen zu machen. Es sei darauf hingewiesen, dass die Veranstaltung „Reisende des Lichtes“ speziell dem engsten Kreis von Menschen ermöglicht wird, die der Regierung am nächsten stehen. Sie werden normalerweise an verlassene Kriegsfronten gebracht und der Regierungspropaganda ausgesetzt. Stimmt es, dass nur Personen, denen die Regierung vertraut, über eine solche Reise berichten dürfen?
19. Haben Sie noch Kontakt zu regierungsnahen Menschen im Iran?
20. Haben Sie während Ihres Aufenthalts im Iran über die Wahl berichtet, bei der Rohani gewonnen hat?
21. Es heißt, Sie hätten in Ihren Berichten über die iranische Wahl zugunsten Rohanis Nachrichten auf Ihrem Twitter oder anderen Medien wiedergegeben. Ist das wahr?
22. Haben Sie irgendeine Art von Investitionen im Iran getätigt und besitzen noch Eigentum oder Vermögen im Iran?
23. Einige spekulieren, dass Sie wegen Ihres Artikels gegen die Volksmudschahedin für den SPIEGEL, die für den SPIEGEL mit einer Niederlage vor Gericht endete, aus dem SPIEGEL gefeuert wurden, ist das richtig?
Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung dieser Fragen

mit Respekt
Saleh Abbaszadeh

 

Ein Blick auf Irans staatliche Medien: Warnung vor dem unauslöschlichen sozialen Feuer!

In den letzten Tagen deckten die iranischen staatlichen Zeitungen erneut einige Aspekte der Krisen im Land auf. Dazu zählten die schlechten Lebensbedingungen des Volkes, der Widerstand in der Gesellschaft und die Ängste des Regimes vor einem weiteren Aufstand.

Covid-19 Situation

Die Covid-19 Krise im Iran verschlechtert sich weiter, weil das Regime eine inhumane Coronavirus – Politik gepaart mit Inaktivität betreibt. Die Todeszahlen in Verbindung mit Covid-19 steigen täglich im Iran und viele Gesundheitsexperten warnen vor einer sechsten Covid-19 Welle, nachdem das Regime beschlossen hat, die Schulen wieder zu eröffnen.
Auf die Frage der Zeitung Mardom Salary, ob die Schulen wieder geöffnet werden sollen und ob dies die Zahl der Patienten erhöht, antwortet Alireza Naji, der Leiter des Virologischen Zentrums der Beheshti Universität:“ Das wird passieren, selbst wenn die meisten Erwachsenen nun geimpft sind. Die Öffnung der Schulen und Universitäten wird zu einer Verbreitung der Krankheit bei denen unter 18 Jahren führen. Dies ist als Warnung zu verstehen.“
“We are experiencing the fifth and sixth Covid-19 wave back-to-back, as we experienced the fourth and fifth peaks. Our number of positive cases has not decreased for a while and is very high,” Naji told Mardom Salary daily on October 23.
„Wir erwarten die fünfte und sechste Covid-19 Welle dicht hintereinander folgend, wir hatten bereits den vierten und fünften Höhepunkt. Unsere Zahl der positiven Fälle sinkt seit geraumer Zeit nicht mehr und ist sehr hoch.“, sagte Naji am 23. Oktober gegenüber Mardom Salary,

Laut eines Berichts der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) haben bis zum Dienstag dieser Woche 464.700 Menschen ihr Leben während der Covid-19 Pandemie verloren.
„Die Zahl der Städte im Modus Rot hat sich diese Woche verdoppelt. Die Arbeitszeiten der Angestellten wurden verringert. Experten warnen davor, dass eine Aufhebung der Restriktionen sinnvoller ist, wenn man sie Schritt für Schritt vornimmt. Doch die Schulen und Universitäten werden wieder geöffnet und das Ende der virtuellen Klassen lässt die Alarmglocken für eine sechste Welle steigen.“ Schrieb am 25. Oktober die staatliche Zeitung Setareh Sobh und ergänzte, dass „die Impfquote im Iran weit unter dem angestrebten Wert von 8ß% ist.“

Iranische Wirtschaftskrise

Die iranische Wirtschaft wird von der institutionalisierten Korruption im Regime geplagt. Die Krise wird immer größer und die Fraktionen im Regime machen sich gegenseitig für die derzeitige Krise verantwortlich.
Seit Raisi sein Amt im August 2021 offiziell begonnen hat, wird der Pfad seines Vorgängers Rouhani mit all seinen leeren Versprechungen und nutzlosen Provinzbesuchen fortgesetzt. Raisi macht nun Rouhani für alle Probleme verantwortlich.
„78 Tage nach seinem Amtsantritt als Präsident ist der Wert der Währung des Landes stark verfallen und die ausländischen Reserven sinken rapide. Es wurde keine Investition im Energiesektor gemacht.“, schrieb am 23. Oktober die staatliche Zeitung Aftab-e Yazd und ergänzt:“ Die Rolle der Regierungspolitik im wirtschaftlichen Bereich und bei den internationalen Beziehungen hat die Inflation weiter ansteigen lassen und die Vertreter führen damit fort, Rouhani für die Probleme des Landes verantwortlich zu machen. Man kann Rouhani nicht für alles die Schuld geben.“
„Fast neun Monate nach dem Beginn der Regierung gibt es immer noch keine schriftliche und praktische Strategie der Regierung, wie sie die Lebensbedingungen der Menschen verbessern will.“, schrieb am 23. Oktober die staatliche Zeitung Arman. In Bezug auf „offensichtliche Unterschiede zwischen Wort und Tat im Wirtschaftsteam von Raisi“ gibt Arman zu, dass „das Land Engpässe im Budget, der Währung und dem Gesundheitseinkommen hat. Und während der Besuche von Raisi werden nun Versprechungen gemacht. Doch wie wollen sie diese Versprechungen eigentlich finanzieren?“
Am 23. Oktober gab Aftab-e Yazd zu, dass „die Inflationsrate den höchsten Punkt erreicht hat“ und ergänzt: „Das ist ein wichtiger Faktor, warum Wirtschaftswissenschaftler keine Hoffnung mehr für die Zukunft der Wirtschaft des Landes haben und mit dem aktuellen Trend der Wirtschaftspolitik und der Außenpolitik werden zweistellige Inflationsraten auch im nächsten Jahr zu sehen sein.“
Die Administration von Raisi versucht, die Sanktionen durch Verkäufe an andere Länder – z.B. an China – zu umgehen und erklärt so, die iranischen Wirtschaftsprobleme zu umgehen.

Doch laut Aftab-e Yazd zweifelt China an der Glaubwürdigkeit des Regimes und leiht ihm kein Geld. „Der Verkauf an China und die steigende Abhängigkeit des Landes von chinesischen Krediten macht alles nur noch schlimmer“. Die Ölverkäufe an China bezeichnet Aftab-e Yazd als schwarzes Loch und schreibt weiter:“ Wenn diese Politik fortgesetzt wird, dann wird es bald nicht mehr möglich sein, aus diesem schwarzen Loch zu entrinnen.“
Die Zeitung Setareh Sobh gibt am 25. Oktober zu, dass „40 Millionen Menschen im Land sofortige Hilfe benötigen“. Laut der Zeitung Sharq heißt es am 25. Oktober:“ Die wahre Arbeitslosenzahl kann auf rund 20 Millionen Menschen geschätzt werden.“
Sharq warnt die Vertreter des Regimes, dass die Menschen ihre Situation mit anderen Ländern vergleichen und dabei entdecken, dass „sie kein würdevolles und wohlhabendes Leben führen können, dass sie kaum einen Job finden und kaum richtiges Essen auf dem Tisch haben oder ihre Familien eine adäquate Gesundheitsversorgung haben. All dies liegt an der hohen Inflationsrate und den niedrigen Einkommen, welche die Menschen unterhalb der Armutsgrenze treiben.“. Das Regime kann so große „Proteste wie im Januar 2018 und November 2019 erleben oder muss eine niedrige Wahlbeteiligung bei den (Schein)Wahlen zum Präsidenten erdulden.“
Andere staatliche Zeitungen haben in den letzten Tagen ähnliche Warnungen vor möglichen Aufständen ausgesprochen.

Verstärkte Warnungen

In der Diskussion um Benzinpreise gibt Arman zu, dass „alle oder ein signifikanter Teil der Preisanstiege auf Missmanagement beruht. Die Menschen sehen das seit drei Jahrzehnten und sie müssen die Kosten des Leichtsinns der Vertreter tragen und sie sind nicht länger mehr gewillt, dies zu tolerieren.“
„Wenn die Bedingungen für Chaos geschaffen werden, dann reicht ein kleiner Vorfall, der dann die größte Krise überhaupt auslöst.“, warnte Arman am 25. Oktober und ergänzte:“ Die schlimmsten und teuersten Methoden sind im Umgang mit Unruhen und Krisen zu befürchten, wenn solche Dinge passieren.“
„In einer Gesellschaft, wo die Inflation rapide steigt und der Druck auf die Menschen erhöht wird, kann jeder Vorfall, selbst wenn er noch so klein ist, ein Feuer entzünden, dass nicht mehr gelöscht werden kann“, ergänzt Arman.
Während das Regime die steigenden unterdrückenden Maßnahmen verspottet und sie als „Einrichtung zur Feuerbekämpfung“ tituliert, schreibt Arman:“ Einige Vertreter mögen sich dessen bewusst sein, doch sie sehen die Lösung darin, die Sicherheitskräfte und andere Feuerbekämpfungseinrichtungen auszubauen. Dieser gefährliche Weg zeigt, dass sie keine Angst vor der explosiven Gesellschaft haben. Diese Vertreter denken nicht einmal daran, sich um den Grund der Unzufriedenheit zu kümmern.“
Arman warnt weiter:“ Solche Denkweisen blenden unsere Augen wie gefährliche Funken und sie machen uns Angst.“

Der neueste Bericht über die Menschenrechtssituation im Iran verdeutlicht die Wirkungen der Straflosigkeit

Javaid Rehman, der Sonderberichterstatter für die Situation der Menschenrechte im Iran, hat am Montag seinen neuesten Bericht gegenüber der Vollversammlung der Vereinten Nationen präsentiert. Er verdeutlichte das laufende und sich verschlimmernde Muster der Verstöße auf jeder Ebene, aber er hat auch die Rolle betont, die die „Straflosigkeit“ des iranischen Regimes in diesem Muster spielt. „Die Situation wird schwerwiegender dadurch, dass Personen, die angeklagt sind dafür, dass sie an der Kommission für schwere Verletzungen der Menschenrechte beteiligt waren, in machtvollen Positionen bleiben, darunter auf der höchsten Ebene öffentlicher Ämter“, stellte Rehmann fest.
Er bezog sich dabei besonders auf die „Auswahl“ von Ebrahim Raisi zum neuen Präsidenten. Raisis Kandidatur war Gegenstand ausgedehnter heimischer Proteste, die ihn als „Henker von 1988” etikettierten im Hinblick auf seine führende Rolle beim Massaker an politischen Gefangenen, das im Sommer jenes Jahres stattfand. Das Massaker wurde veranlasst durch eine Fatwa des damaligen Obersten Führers Ruhollah Khomeini, die Mitglieder der führenden Oppositionsgruppe des Iran, die Organisation der Volksmudschahedin des Iran als Feinde Gottes brandmarkte und zu systematischer Hinrichtung aufrief.
Im Juni 1988 war Raisi ein Mitglied der „Todeskommission” und war beauftragt mit den Verhören von Insassen über ihre politischen Ansichten und Verbindungen; gegen diejenigen, die sich weigerten, dem Kleriker Regime Gefolgschaft zu demonstrieren, ergingen Todesurteile. Solche Todesurteile wurden oft gefällt nach „Prozessen“, die nur eine oder zwei Minuten dauerten, und viele Überlebende des Massakers haben berichtet, dass Raissi besonders dahinter her war, ein breites Netz von Hinrichtungen nach Khomeinis Anordnung herbeizuführen.
In den letzten Jahren hat das Regime versucht, alle Beweise für das Massaker von 1988 zu zerstören und dies wurde von Herrn Rehman bestätigt. „Mein Mandat vermerkt mit Sorge die hohe Zahl von Repressalien, die von Sicherheits- und Geheimdienstagenturen gegen die Angehörigen von Opfern, Verteidiger der Menschenrechte, Anwälte, Journalisten und andere, die Rechenschaft fordern, vorgenommen werden“.
Ebrahim Raisi, Chefhenker des Regimes, bewirbt sich um die iranische Präsidentschaft 12. Mai 2021

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Rehman sich sechs anderen UNO Menschenrechtsexperten angeschlossen bei der Unterzeichnung eines offenen Briefes, der die Behörden des Regimes aufrief, die Muster der Drangsalierung zu beenden und eine Politik der Transparenz in Bezug auf das Massaker von 1988 einzuschlagen. Im vergangenen Dezember wurde der Brief dem internationalen Publikum zugänglich gemacht, nachdem Teheran es drei Monate lang unterlassen hatte, darauf zu antworten. Damit diente er als ein dringend benötigter Aufruf zum Handeln der UNO und ihrer führenden Mitgliedstaaten – ein Aufruf zum Handeln, der umso dringlicher wurde, als einige Monate später Raisi als nächster Präsident des Regimes bestätigt wurde.
Rehmans neueste Aussagen erinnern an die unmittelbare Reaktion von Amnesty International auf die Scheinwahlen für die Präsidentschaft. Die Generalsekretärin der Menschenrechtsorganisation Agnès Calamard äußerte in einer Stellungnahme: „Dass Ebrahim Raisi zur Präsidentschaft aufgerückt ist, statt dass gegen ihn für Verbrechen gegen die Menschlichkeit, erzwungenes Verschwinden und Folter ermittelt wird, ist eine bittere Erinnerung daran, dass Straflosigkeit zuoberst im Iran regiert“. Die internationale Mitschuld an dieser Situation wurde in dem Brief der UNO Experten umso deutlicher herausgestellt, der einräumte, dass alle relevanten UNO Instanzen über das Massaker von 1988 hinwegsahen, während es sich ereignete.
„Im Dezember 1988 hat die UNO Vollversammlung… ‚schwere Besorgnis‘ gegenüber ‚einem erneuten Muster von Hinrichtungen in der Zeit vom Juli bis September 1988‘ ausgedrückt, das auf Gefangene ‚wegen ihrer politischen Überzeugungen‘ abzielt“, steht in dem Brief. Er geißelte dann die Vollversammlung, den Sicherheitsrat und die Menschenrechtskommission dafür, dass sie es an einer Nachverfolgung fehlen ließen. „Dass die Gremien es unterließen zu handeln“, schrieben die Experten, „hatte eine verheerende Wirkung auf die Überlebenden und Angehörigen und ebenso auf die allgemeine Menschenrechtssituation im Iran und hat den Iran darin bestärkt, weiterhin das Schicksal der Opfer zu verschleiern und eine Strategie der Ablenkung und Leugnung beizubehalten, die bis heute andauern“.
Diese „verheerende Wirkung“ wurde besonders deutlich, als Teheran seine Straflosigkeit im November 2019 und in mehreren darauffolgenden Monaten unter Beweis stellte, indem es eine systematische Niederschlagung von Dissens nach einem landesweiten Aufstand vornahm. Die Behörden eröffneten in mehreren Städten das Feuer auf die Menge und töteten mehr als 1500 Menschen. Mindestens 12 000 weitere wurden etwa zur gleichen Zeit verhaftet und viele von ihnen wurden verschiedenen Formen der Folter ausgesetzt im Verlauf von mehreren Monaten. Es ist bezeichnend, dass die Justiz zu dieser Zeit von Ebrahim Raisi geleitet wurde.
Und jetzt ist Raisi der Präsident des Regimes geworden. Das Fehlen von internationaler Reaktion erlaubte es dem Regime, den Schluss zu ziehen, dass weder Raisis Legitimation noch sein Verhalten auf der Weltbühne ernsthaft in Frage gestellt würden. Diese Schlussfolgerung wurde bei der Inauguration Raisis im August gerechtfertigt, die vom stellvertretenden politischen Direktor des Europäischen Auswärtigen Dienstes besucht wurde. Die Anwesenheit des Westens bei der Inauguration war ein Schlag ins Gesicht für internationale Menschenrechtsprinzipien und auch für die eigene Sache. Im darauf folgenden Monat hat die gewählte Präsidentin der iranischen Opposition Frau Maryam Rajavi zu verstehen gegeben, dass die Akzeptanz für Raisis Administration heißt, dass die internationale Gemeinschaft den „Lackmustest“ nicht bestanden hat.
Märtyrer der Proteste im Iran – November 2019

„Ich rufe den UNO Sicherheitsrat auf, zu handeln und die Führer des Mullah Regimes, besonders Ali Khamenei, Raisi und [Justizchef Mohseni] Ejei zur Verantwortung zu ziehen für das Begehen von Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärte Frau Rajavi in einer Videokonferenz, die vom Nationalen Widerstandsrat Iran organisiert worden ist. Sie fügte hinzu, es „wäre eine unverzeihliche Beleidigung der Völker aller Länder“, wenn Raisi erlaubt würde, an internationalen Versammlungen teilzunehmen oder frei zu Staatsbesuchen zu reisen.
Seitdem hat der Iranische Widerstand eine Reihe von Veranstaltungen abgehalten und mehrere Erklärungen abgegeben, die die UNO aufrufen, eine formelle internationale Kommission für die Untersuchung des Massakers von 1988 zusammenzustellen und dafür, dass führende Täter wie Raisi entsprechend ihren Ergebnissen strafrechtlich belangt werden. Diese Strafverfolgung könnte vor dem Internationalen Strafgerichtshof nach einer Resolution des UNO Sicherheitsrats durchgeführt werden oder unilateral in jedem Land, das sich auf das Prinzip des Weltrechts berufen kann.
2019 hat Schweden dieses Prinzip angeführt, um die Verhaftung von Hamid Noury zu rechtfertigen, 1988 ein Gefängnisbeamter und Teilnehmer an dem Massaker von 1988. Noury steht derzeit in Stockholm vor Gericht und er ist damit die erste offizielle Persönlichkeit, die rechtliche Konsequenzen für das 33 Jahre alte Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu spüren bekommt. Weitere solche Strafverfolgungen sind entscheidend wichtig, um die Straflosigkeit in Frage zu stellen, die die Sonderberichterstatter der UNO, Amnesty International und andere für Teherans Handlungen im Inland bis heute als leitend ansehen.

Erklärung der NWRI-Deutschlandvertretung über den diffamierenden Bericht im ZEIT Magazin

Schließlich, nach mehreren E-Mails und Ultimaten an die Vertretung des Nationalen Widerstandsrates Iran in Deutschland veröffentlichte eine der regierenden Mullahs im Iran „wohlgesinnte Reporterin“ namens Luisa Hommerich die ihr gegen die Volksmudschahedin des Iran (MEK) gerichtete  Geschichte im ZEIT Magazin vom 28. Oktober 2021. Da ein zuvor von Hommerich geschriebener Artikel im SPIEGEL vom 24. Februar 2019 skandalisiert wurde, das Hamburger Landgericht den SPIEGEL verurteilte und die Entfernung von Teilen des Artikels anordnete, kam sie diesmal im Gewand des ZEIT Magazins auf die Bühne, um noch einmal die Wahrheit mit einer Kollektion von Lügen und Verleumdungen über die MEK um 180 Grad zu verdrehen und der Diktatur von Teheran zur Hilfe zu eilen, die mit internen und externen Krisen zu kämpfen hat. Nicht ahnend, dass, gemäß Mahatma Gandhi, “Lügen durch wiederholtes Nacherzählen nicht zur Wahrheit werden.”
Während die weltweite Verurteilung des neuen Präsidenten der Mullahs – Ebrahim Raisi –, einem Mitglied des Todeskomitees beim Massaker von 1988 an 30.000 politischen Gefangenen, von denen 90 Prozent aus den Reihen der MEK waren, stetig zunimmt, wurde ein akkreditierter Diplomat des Regimes wegen des versuchten Bombenanschlages auf eine Kundgebung der MEK in 2018 vom belgischen Gericht zu 20 Jahren Haft verurteilt. Und während ein Folterer des Mullah-Regimes aktuell in Schweden vor Gericht steht, können vulgäre und völlig falsche Artikel mit Hollywood-Fotos gegen die Widerstandsbewegung, obwohl viel dafür ausgegeben wurde, nicht dabei helfen, die Mullahs aus der Krise herauszuholen. Es wird eher der Mullahs-Gestapo zum Nachteil werden. Indessen muss das ZEIT Magazin den selben Seitenumfang (10 Seiten) der Veröffentlichung von Erwiderungen und unseren Dokumenten widmen, um seine journalistische Neutralität zu beweisen. Dort werden die Intrigen und koordinierte Pläne, die dem brutalen iranischen Regime zu helfen, nachgewiesen.

Der obengenannte Artikel in dem ZEIT Magazin ist eine vervollständigte Version der mehr als 30 sogenannten Fragen von Hommerich an die Vertretung des Nationalen Widerstandsrats Iran, eines Sammelsuriums, das eher einem Verhörblatt des iranischen Geheimdienstministeriums ähnelt:

1. Die Repräsentanz des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) in Deutschland schrieb in ihrer Mitteilung vom 15. Oktober 2021 nach Erhalt dieses Verhörpapiers: „… der von Hommerich erhaltene 30-Fragen-Katalog macht deutlich, dass sie seit langem an diesem Gesinnungsbeitrag arbeitet und, um sich rechtlich und juristisch abzusichern, uns nun diese Fragen schickt. Angesichts dieser schändlichen und sich wiederholenden Historie, dass Hommerich bezüglich der MEK und des NWRI fast wie eine Relais-Station des berüchtigten iranischen Geheimdienstministeriums wirkt, wird sie vom iranischen Widerstand nicht als eine objektive Journalistin anerkannt, weshalb es weder in der Vergangenheit noch in Zukunft eine Verbindung zu ihr geben wird.“ Der am 28. Oktober erschienene Artikel im ZEIT Magazin beweist diese Tatsache und zeigt, dass Hommerichs Mission für die Erstellung dieses Artikels mindestens bis in Oktober 2020 zurückverfolgt werden kann.

2. In einer niederträchtigen Werbekampagne und für das Wohlwollen der Auftraggeber ihres Artikels behauptet Hommerich täuschend, ihr Held, der große Zampano der ausgedachten Geschichte (Amin Golmaryami) sei “… das erste Opfer dieser Politsekte, das seine Geschichte unter seinem Namen öffentlich macht.” Jedoch unwissend, dass das Mullah-Regime in den letzten vierzig Jahren tausende solche Szenarien, Theater und Medienaffäre gegen die MEK und den iranischen Widerstand innerhalb und außerhalb des Iran arrangiert hat. Hommerich verschwieg, dass sie selbst im SPIEGEL mit einem dieser scheinbaren Opfer, nämlich Gholamreza Shekari, im SPIEGEL unter eigenem Namen interviewt hatte.

3. Hadi Sanikhani, der vier Jahre lang in Albanien mit der iranischen Botschaft und dem Geheimdienstministerium zusammengearbeitet hat, enthüllte im Februar 2021 in einem Brief an den UN-Generalsekretär die Rolle des iranischen Geheimdienstministeriums in Albanien. Er schrieb u.a.: „… im September 2018 teilte man uns von der (iranischen) Botschaft mit, dass eine SPIEGEL-Reporterin nach Albanien kommen werde und wir für ein Interview mit ihr zur Verfügung stehen sollten. Die genannte Journalistin war eine 30-jährige Frau namens Luisa Hommerich. Wie ich später erfuhr, hatte sie in den Jahren 2016 und 2017 an der Universität Teheran Islamwissenschaften studiert und mit den Basij-Milizen des Regimes verkehrt. Mit einigen der Abtrünnigen, die mit der iranischen Botschaft im Kontakt standen, haben wir uns in einem Café im Ramsa-Viertel des Zagozi-Platzes versammelt und trafen uns mit der SPIEGEL-Reporterin. Jeder von uns hat ihr gemäß den vorherigen Absprachen einige Lügen über die Volksmudschahedin erzählt. Ich stand drei Monate mit dieser Reporterin im Kontakt. Von Zeit zu Zeit stellte sie Fragen über die Volksmudschahedin, und ich holte die Antwort auf diese Fragen von der Botschaft und leitetet diese an sie weiter.“

4. Hommerich behauptet mit einer bemerkenswerten Mischung aus Torheit und Unverschämtheit, die Volksmudschahedin hätten “… weltweit Tausende Mitglieder und Unterstützer, auch in Deutschland … Das europäische Hauptquartier befindet sich in der Nähe von Paris, in Deutschland ist die Zentrale in Berlin untergebracht. Die Lobbyarbeit ist so erfolgreich, dass sogar Bundestagsabgeordnete den Nationalen Widerstandsrat unterstützen und ihn als demokratische Alternative zum iranischen Regime verklären. Vermutlich wissen sie nicht, was Menschen wie Amin Golmaryami nach seinen Aussagen durch die Volksmudschahedin erlitten haben – oder sie wollen es nicht wissen.“ Nur ein Agent des Geheimdienstministeriums oder ein ihm wohlgesinnter Reporter ist in der Lage, Tausende Parlamentarier und politische Persönlichkeiten aus Europa und den Vereinigten Staaten, die den iranischen Widerstand aktiv und innig unterstützen, als Unwissende oder Getäuschte darzustellen. Dies erinnert genau an die Begriffe, die das iranische Regime seit vierzig Jahren anwendet: „… unwissende Sympathisanten und unehrliche Anführer der Volksmudschahedin.“ Nein, Frau Hommerich, das sind diejenigen, deren Versammlung das klerikale Regime beabsichtigt hatte am 30. Juni 2018 zusammen mit dem iranischen Widerstand in Villepinte bei Paris zu bombardieren und alle Anwesenden zu ermorden. Es wäre besser, mit solch niederträchtigen Lügengeschichten dem religiösen Faschismus im Iran nicht den Vorwand für weitere Verbrechen an den Volksmudschahedin zu bieten.

5. Amin Golmaryami, der vermeintliche Protagonist des Berichts von Luisa Hommerich, hat während zehn von den zwölf Jahren, die er in Camp Ashraf/Liberty verbrachte, die Möglichkeit gehabt, zu US-Offizieren, Beamten der UNAMI, des UNHCR, des Internationalen Roten Kreuzes sowie zu irakischen Offizieren und Beamten der irakischen Regierung Kontakt aufzunehmen. Alle Genannten waren in Reichweite. Er war des öfteren allein, als er von Personen der genannten Stellen interviewt wurde. Das Märchen, er hätte einer Verbindungsperson der UN in einer Zigarettenschachtel versteckte Botschaften konspirativ zugespielt, ist einfach nur lächerlich. Neun US-Behörden untersuchten 16 Monate lang jeden Bewohner des Camp Ashraf im Irak, berichtete die New York Times am 27. Juli 2004.

6. In Fortsetzung dieser falschen Behauptung schreibt Hommerich über Golmaryami: “Das UNHCR sagte im Mai 2013, er könne nicht nach Köln fliegen.” Dass Amin Golmaryami und sein Bruder auf die Liste der nach Albanien Ausreisenden gesetzt wurden, hatte mit dem UNHCR nichts zu tun. Die albanische Regierung gab im November 2012 bekannt, sie werde 210 Bewohner von Camp Liberty aufnehmen. Die erste Gruppe dieser Menschen verließ im Mai 2013 Camp Liberty in Richtung Albanien. UNHCR, UNAMI, US-Behörden, irakische Stellen : sie alle spielten nicht die geringste Rolle bei der Auswahl dieser Personen. Die MEK hat Personen wie Golmaryami, die nicht die Kraft zur Fortsetzung des Kampfes und zum Ertragen der schweren Situation einer Belagerung und ständigen Raketenangriffen hatten, bei dieser Ausreise bevorzugt: sie hat ihnen sogar vor kranken Mitgliedern den Vortritt eingeräumt. Personen, die die Situation nicht mehr ertragen konnten, bildeten einen Teil der 210 Ausreisenden. Das war eine Initiative der MEK.

7. Am Tag vor seinem Abflug aus dem Irak nach Albanien schrieb Golmaryami am 31. Mai 2013 in einem von ihm handschriftlich verfassten und unterschriebenen Brief:
“Zuallererst wollte ich Ihnen danken, danke, dass Sie alle meine Probleme gelöst haben, um meine Wahl für ein neues Leben zu treffen. Ich fliege morgen nach Albanien und weiß, dass ich in Zukunft mit vielen Schwierigkeiten im Leben konfrontiert sein werde, insbesondere in Bezug auf das Regime und seine psychologische Kriegführung. Aber ich wollte, dass Sie sich meiner und meiner beiden Brüder sicher sind. Wenn Sie sich fragen sollten, warum wir nicht in Liberty bleiben konnten und uns entschieden haben, ins Ausland zu gehen, seien Sie versichert, dass wir mit der Organisation immer verbunden sein und sie unterstützen werden. Nicht nur wegen der Hilfe, die uns die Organisation in diesen schwierigen Jahren gegeben hat, sondern auch wegen unseres Respekts vor Männern und Frauen, denen ich in allen schwierigen Zeiten und schwierigen Situationen beistehen und von denen ich lernen konnte, und aus Respekt vor denjenigen, die neben mir standen und bei den Angriffen [des Regimes] den Märtyrertod starben. … Ich werde mich nicht verabschieden, denn ich werde auch im Ausland immer mit Euch verbunden sein und ich werde von Euch allen Menschen auf Erden erzählen. Grüße an die Volksmudschahedin des Iran.”

8. Als er Liberty verließ, erhielt Golmaryami von der MEK 1.000 US-Dollar als Finanzhilfe und danach auch in Albanien – als er nicht mehr Mitglied der Organisation war – monatlich 500 US-Dollar von der MEK als Zuschuss für seinen Lebensunterhalt. Für all diese Zahlungen hat er Empfangsbestätigungen mit eigener Unterschrift verfasst.

In seinem Brief vom 7. Juni 2014 schrieb Golmaryami: „Wie ich bereits sagte, war und bin ich ein Anhänger der MEK-Organisation und halte an meinen politischen roten Grenzen dem klerikalen Regime gegenüber fest. Ich verurteile die Lügenpropaganda des iranischen Geheimdienstministeriums über politische Flüchtlinge in Albanien … In Anbetracht der Tatsache, dass seit meiner Ankunft in Albanien ein Jahr vergangen ist und angesichts der festen monatlichen Gehaltszahlung, die ich seit Anfang August 2014 aus dem Finanzfonds der MEK erhalte …, bitte ich erneut, dass die Zahlung von Zuschüssen an mich verlängert wird.” Einige der entsprechenden Empfangsbestätigungen, von Amin Golmaryami mit der Hand geschrieben und unterschrieben, sind im Folgenden zu sehen.

9. Nun, warum sich diese Person acht Jahre später plötzlich daran erinnerte, “er möchte, dass jeder weiß, was die Mojahedin-e Khalq … was für eine gefährliche Gruppe” seien, ist eine Frage, die er beantworten muss. Aber es ist sehr klar, warum Luisa Hommerich sich plötzlich und nach fast 30 Jahren an die “Kinder der Mudschahedin” erinnerte, die alle Ende dreißig oder Anfang vierzig sind. Dies ist nur vor dem Hintergrund der äußerst kritischen innerstaatlichen, regionalen und internationalen Lage des Mullah-Regimes einerseits und der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz der MEK im Land und der zunehmenden Anerkennung ihrer Legitimität als Widerstandsorganisation auf globaler Ebene zu bewerten. Unter solchen Umständen unterstützen das Teheraner Regime erneut die ihm “freundlichen Reporter”, indem sie in einem 5245-Wörter-Artikel dieselben bodenlosen Behauptungen und überholten Anschuldigungen aus der Vergangenheit gegen den iranischen Widerstand und die MEK wiederholen.

Luisa Hommerich sollte gefragt werden, ob sie von diesen Briefen und Hilfeleistungen der MEK an Golmaryami wusste. Gibt es eine Antwort auf die Frage, wie sich jemand, der schon lange mit den MEK in Kontakt stand und von ihnen eine monatliche Hilfe zum Lebensunterhalt erhielt, plötzlich im Jahr 2021 an den Druck der MEK und ihre Gehirnwäsche in den 1990er Jahren erinnert? Fragen wie diese werden hier offenbar nur im Rahmen der Ausführung eines vom Mullah-Regime gewünschten Beitrags beantwortet. Jeder weiß, dass das Wort “Gehirnwäsche” eine Anschuldigung des Geheimdienstes des iranischen Regimes gegen die MEK war, die dem Regime den Weg ebnen sollen, gegen Sie Völkermord zu begehen.

10. Hommerichs Artikel ist eine Ergänzung zu der vor einigen Tagen von der Nachrichtenagentur der terroristischen Quds-Force „Tasnim“ verbreiteten Meldung über “Kinder der MEK”. Dabei geht es um ein Buch, das kürzlich von einem Agenten des iranischen Geheimdienstes vorgestellt wurde. Am 26. Oktober stellte Tasnim einen neu erschienenen Roman mit dem Titel “Hinter dem Staub” vor, der sich umfangreich mit der Geschichte von Kindern befasst, die angeblich durch die MEK von deren Eltern getrennt wurden. Tasnim zitiert den Autor dieses Romans mit den Worten: „Eines meiner wichtigsten Anliegen ist die MEK-Frage, denn leider sind die jungen Leute der Gesellschaft mit den Verbrechen der MEK nicht sehr vertraut. Andererseits versuchen die MEK und eingeschworene Feinde dieses Landes mittels sozialer Netzwerke im Internet und mithilfe von Lügenpropaganda, die westliche Medien verbreiten, sich reinzuwaschen, indem sie sich als Opfer ausgeben, und leider ist ihnen dieser Verrat in gewissem Maße gelungen … Trotz dieser Informationen trat ich in die Recherchephase ein, um diesen Roman zu schreiben, führte mehr als 50 Stunden Interviews mit Aussteigern aus diesem Grüppchen (gemeint MEK) und las auch zahlreiche Artikel und Bücher. Schließlich habe ich all diese Informationen nach den wirklichen Ereignissen in Form eines Romans geschrieben.” Genau das ist Hommerichs Anliegen. Tasnim zitiert dann den Autor des Romans, wo er sich mit angeblichen “Zwangsscheidungen” innerhalb der MEK beschäftigt und behauptet, dass “Kinder von ihren Eltern getrennt und in getrennten Abteilungen gehalten werden”. Dann geht Tasnim auf den Kern des Themas ein, das Hommerich angesprochen hat: „Im ersten Golfkrieg haben die Leiter der Organisation (MEK) unter dem Vorwand amerikanischer Bombardierungen die Kinder aus dem Irak herausgebracht und nach Deutschland überstellt.” … Die Geschichte „Hinter dem Staub“ ist die Geschichte von einem dieser Kinder, die an eine niederländische Familien verkauft worden sein soll. Und nachdem dieses Kind (ein Mädchen) das Alter von 18 Jahren erreichte, soll angeblich die Organisation versucht haben sie zu rekrutieren. Eine Rekrutierung, die mit einer Lüge begann und endet, nachdem die wahre Identität der Organisation enthüllt wurde.” Wie Tasnim schreibt, ist der Spitzname dieses Kindes Sarah. Sehen Sie sich nun Hommerichs Artikel an und lesen Sie diesen Satz: „1991 nutzten die Volksmudschahedin die Flüchtlingsströme, um hunderte Kinder ins Ausland zu bringen – um sie vor den Bomben zu retten, sagen die Volksmudschahedin heute. Aussteigern zufolge ist es jedoch auch darum gegangen, Familienstrukturen zu brechen, den Kampfgeist zu stärken.” Genau die Behauptung der terroristischen Quds-Force. Die Version entspricht dem Original!

11. Der plötzliche Positionswechsel des Golmaryami mag seltsam erscheinen, aber ein Absatz in diesem Artikel ist aufschlussreich; darin heißt es: „Er richtete ein Facebook-Profil ein und schickte eine Freundschaftsanfrage an Leute, die er aus seiner Kindheit kannte und an eine zwei Jahre ältere Frau aus den Niederlanden, die hier Sarah heißen soll.“ Er rief sie an. „Sarah sagt von sich selbst, sie sei von einer überzeugten Unterstützerin der MEK zu einer Aussteigerin geworden … Im Juli 2013 flog sie nach Albanien. Sie lernten sich im Hof ihres Hotels kennen und … beide sagen, sie hätten sich sofort verliebt.” … “Das Buch ‘The Terrorist Force of Quds‘ und Hommerichs Artikel scheinen beide von derselben Sarah zu sprechen.“ Die Geschichte ist nicht seltsam und nicht neu. Es gibt viele Frauen, die von den Geheimdiensten der Mullahs zu Werkzeugen (Parasto) der Rekrutierung von Dissidenten ausgebildet wurden.

12. Neben Amins Bruder ist eine andere von Hommerich verwendete Quelle ein Mann namens Ervand Ebrahamian, den die Autorin als “einen renommierten Iran-Experten” bezeichnet, obwohl seine lange Geschichte der Unterstützung des religiösen Faschismus im Iran niemandem verborgen bleibt. Am 7. August 2015 sagte Abrahamian beispielsweise in einem Interview mit der Website Loblog, die die Ansichten des Regimes verbreitet, über die Natur des iranischen Regimes: „Die derzeitigen Führer sind weniger revolutionär und viel pragmatischer … Dies ist keine neue Art von politischem Pragmatismus. In jüngerer Zeit haben sie sich mehr mit den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten beschäftigt. Aber was die Regionalpolitik angeht, ist die Außenpolitik des Iran seit 25 Jahren sehr pragmatisch … Schon Khomeini war sehr pragmatisch. Die Wiederöffnung des Iran bedeutet kein Mehrparteiensystem und keine freie Wahlen. Sie bedeutet, dass Reformisten innerhalb der Islamischen Republik eine Chance erhalten, für die Wahlen zu kandidieren.“

13. Eine weitere Quelle des Artikels ist der völlig verzerrte Bericht der Rand Company aus dem Jahr 2009, der zu derselben Zeit im Bericht eines Anti-Terror-Forschungsinstituts in Washington als nicht plausibel und ungültig bezeichnet worden ist.
Im Rand-Bericht hieß es, der Bericht sei von Teilen des US-Verteidigungsministeriums in Auftrag gegeben und von demselben Ministerium finanziert worden. Er diene eindeutig dazu, die Übertragung des Schutzes der Mojahedin von den US-Streitkräften an die irakischen Streitkräfte unter dem Einfluss des iranischen Regimes zu rechtfertigen, die gleiche Übertragung, auf die Hommerich in ihrem Artikel hinweist und schreibt: “Von 2009 an, so berichtet Golmaryami, sei das Leben für ihn im Camp noch gefährlicher geworden. Die USA übergaben die Verantwortung für die Sicherheit im Camp an die irakische Regierung, welche die Feinde des Iran aus dem Land haben wollte. Sicherheitskräfte stürmten das Camp, es wurden Bewohner getötet.“ Das Ergebnis der Übertragung der Verantwortung, die durch den Rand-Bericht begründet wurde, waren sieben Blutbäder in den Camps Ashraf und Liberty. Der mit Unwahrheiten überfüllte Bericht von Luisa Hommerich läuft Gefahr – wie der Rand-Bericht –, den Weg für eine Kette von Terrorangriffen gegen die MEK zu ebnen. War sie sich dieser Gefahr bewusst, als sie diese falsche Behauptungen verbreitete?

IRAQ-ASHRAF VICTIMS-28 & 29 JULY 2009

IRAQ-ASHRAF VICTIMS-8 APRIL 2011

IRAQ-ASHRAF VICTIMS-1 SEPTEMBER 2013

IRAQ-LIBERTY VICTIMS-29 OCTOBER 2015

14. Zu den falschen Behauptungen, die von Hommerich aus dem Bericht der Human Rights Watch von vor 16 Jahren zitiert werden, ist zu sagen, dass erstens dieser Bericht zunächst von einem Iraner erstellt wurde, der eine lange Geschichte mit der berüchtigten Mullah-Lobby (NIAC) in Washington hatte. Zweitens basierte dieser Bericht auf 12 Stunden Telefoninterviews mit 12 schon entlarvten iranischen Geheimdienstagenten unter der Bezeichnung “ehemalige Mitglieder der MEK”. Drittens reiste eine Delegation des Europäischen Parlaments kurz nach der Veröffentlichung dieses Berichts nach Ashraf, traf sich während eines 5-tägigen Besuchs mit Tausenden Mitgliedern der MEK, sowohl Männern als auch Frauen, und sprach frei mit ihnen. Am Ende des Besuchs veröffentlichten die „Friends of a Free Iran“ im Europäischen Parlament im September 2015 einen Bericht mit dem Titel “Mission Report”, der auf alle Vorwürfe im Bericht der Human Rights Watch vom Mai 2015 einging und betonte, dass für keinen von ihnen Beweise gefunden worden seien. Zwischen 2003 und 2009, bevor die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über Ashraf übernahmen, reisten Dutzende parlamentarische Delegationen aus westlichen Ländern nach Ashraf. Sie sprachen mit jedem Bewohner, mit dem sie sprechen wollten, und zwar in völliger Handlungsfreiheit.

Oberst David Phillips (jetzt General Phillips im Ruhestand), dessen Brigade von 2003 bis 2004 die Schutzverantwortung für Camp Ashraf innehatte, schrieb am 27. Mai 2005 einen Brief an Kenneth Roth, den Direktor der Human Rights Watch, der im Juni desselben Jahres in einem Bericht des US-Kongresses veröffentlicht wurde. Er kritisiert darin scharf den HRW-Bericht: „Im Laufe eines Jahres wurde ich mit unzähligen Berichten über Folter, Waffenverstecke und Inhaftierung von Personen durch die MEK-Führung konfrontiert … Ich habe die Einheiten unter meinem Kommando angewiesen, jede dieser Anschuldigungen zu untersuchen. In vielen Fällen leitete ich Inspektionsteams persönlich bei unangekündigten Besuchen in Einrichtungen der MEK, in Bezug auf die die Missbrauchsvorwürfe erhoben wurden. Zu keinem Zeitpunkt während dieses Zeitraums von 12 Monaten haben wir glaubwürdige Beweise für die in Ihrem Bericht erhobenen Anschuldigungen gefunden. Ich habe mit den Mitgliedern der MEK persönlich und privat gesprochen. Zu keiner Zeit hat eines der jungen männlichen und weiblichen Mitglieder, auch nicht die oberste Führungsebene, irgendwelche der in Ihrem jüngsten Bericht erwähnten Fragen angesprochen … Ich habe keinen einzigen Vorfall entdeckt, bei dem ein Mann oder eine Frau gegen seinen/ihren Wunsch in der Organisation festgehalten wurde. Ich habe miterlebt, wie die MEK-Mitglieder völlig freie Wahl hatten, in der Organisation zu bleiben oder sie zu verlassen.”

15. Hommerich zitiert Golmaryami, indem sie schreibt, “Psychotechniken“ seien verwendet worden, „um Soldaten gefügig zu machen“; er sei „mit Aufgaben überhäuft“ worden; man habe „nach strengen schiitisch-islamischen Regeln gelebt und verpflichtet gewesen, dreimal am Tag zu beten“. Es ist klar, dass in den Augen einer mit den Mullahs befreundeten Journalistin die Übernahme von immer mehr Verantwortung im Kampf gegen das klerikale Regime ein unverzeihliches Vergehen der MEK ist. Sie hat vergessen, dass täglich mehr als eineinhalb Milliarden Muslime beten, und niemand macht dafür “strenge schiitische Regeln” verantwortlich. Es scheint, als hätten Golmaryami und Hommerich den Kampf gegen das klerikale Regime mit Sehnsucht nach Picknick und Freizeit verwechselt. Sie zitiert Golmaryami: „Ich habe den Regen vermisst, die grünen Wiesen und Wälder, das Herumstreunen in der Kölner Fußgängerzone.” Ihm fehlten auch “Silvesterpartys, Nutella, McDonald’s, Döner, Kino, das Fahren mit Bus und Bahn.“

16. Die Geschichte der Überführung von Kindern aus Ashraf nach Europa einschließlich Deutschlands, die inmitten eines der schrecklichsten Bombenkriege der Geschichte gegen den Irak im Jahr 1991 stattfand, ist eine sehr humane, bewundernswerte und verantwortungsvolle Aktion der Volksmudschahedin Iran gewesen. In einer Zeit, in der alle irakischen Versorgungssysteme, Wasser und Strom, staatliche Dienstleistungen, Nothilfe und Medizin ausgefallen waren, galt der fortgesetzte Aufenthalt von Kindern auf irakischem Boden und das Leben in einer Festung als Todesurteil für alle. Daher haben die MEK mit großem Risiko und enormen Kosten in einer Situation, in der die irakischen Straßen unter ständigem Bombardement von B-52-Bombern standen, durch eine sehr aufwendige Operation die Kinder auf Wunsch ihrer Eltern sicher aus dem Irak abtransportiert und zu Verwandten und Familien oder freiwilligen Unterstützern in Europa und den USA geschickt. Dort wuchsen sie in bester Gesundheit und Sicherheit und mit allen Einrichtungen auf und setzten ihre Ausbildung fort. Viele von ihnen kehrten in den folgenden Jahren auf eigenen Wunsch und freie Entscheidung zu ihren Eltern zurück. Niemand ist ohne Zustimmung der Eltern und gegen seinen Willen in den Irak zurückgekehrt, und niemand unter 18 Jahren hat jemals an militärischen oder operativen Einsätzen teilgenommen. Die Liste der Märtyrer der MEK vor 2009, als die Angriffe von irakischen Truppen bzw. der Quds-Force auf Camp Ashraf und Liberty begannen, endlich nicht einen Namen dieser “Kinder der Volksmudschahedin”. Dass Hommerich und Golmaryami versuchen, die MEK für den Tod eines jungen Mädchens (Alan Mohammadi) durch einen Unfall verantwortlich zu machen, ist genauso dumm und kriminell, wie die Tatsache, dass das Geheimdienstministerium die Erschießung von Neda Agha Sultan beim Bürgeraufstand von 2009 den MEK zugeschrieben hat.
Um ihre Geschichte besser zu verkaufen und die MEK unheimlich aussehen zu lassen, schreibt Hommerich, MEK-Kinder seien in „ein mit hohen Betonmauern umgebenes Haus in Auvers-sur-Oise“ gebracht worden. Dümmer geht’s nicht. Die Gebäude des iranischen Widerstandes in dieser Villenstadt im Norden von Paris sind alle bekannt und können Journalisten ständig vor Augen stehen. In den Widerstandszentren gibt es nicht nur keine Betonmauern, sondern in dieser Stadt sieht man überhaupt kaum solche Mauern.

17. Was die Lebensbedingungen der Kinder angeht, die nach Europa einschließlich Deutschland gebrachtwurden, sollte gesagt werden, dass dies alles im Rahmen des Gesetzes und mit Wissen der zuständigen Behörden geschah. Es wurde von den zuständigen Behörden und Institutionen in diesen Ländern überwacht. In jenen Jahren wurden ähnliche Klagen von mit dem Geheimdienstministerium “befreundeten Journalisten” eingereicht, die nach Prüfung aller Dokumente von zuständigen Gerichten für ungültig erklärt worden sind. Eines der Medien damals, das wie das ZEIT-Magazin heute die bodenlosen Vorwürfe kolportiert hatte, musste sich entschuldigen und eine Berichtigung veröffentlichen. Die lächerliche Behauptung, „einige [Kinder] seien [von der MEK] geschlagen worden, viele hätten wenig zu essen bekommen“, sickert nur aus den Köpfen derer, die ihre Ehre versteigert haben, denn außer den betreffenden Kindern haben in all jenen Jahren Dutzende iranische und nicht-iranische Erzieher und unzählige Gäste diese Zentren besucht und niemand erhob diese lächerlichen Behauptungen.

18. Das Verhalten Luisa Hommerichs und des ZEIT-Magazins verstößt gegen alle Standards des Journalismus. Es gießt Wasser auf die Mühlen von Ali Khamenei und Ebrahim Raisi, welch letzterer als Henker der Massaker von 1988 im Iran berüchtigt ist. Die Mullah-Führung massakriert nicht nur Iraner, sondern bringt die Region ins Fadenkreuz des Krieges und droht der Welt mit der Atombombe.
Die Deutschlandvertretung des Nationalen Widerstandsrates Iran ruft alle Freiheitsliebenden, alle Befürworter der Meinungsfreiheit sowie alle, die das klerikale Regime seiner Aufstachelung zu Krieg und Terrorismus wegen verurteilen, dazu auf, angesichts des eklatanten Missbrauchs der Presse zur Beteiligung an der Unterdrückung eines opferreichen Widerstands, in dem 120.000 Mitglieder und Unterstützer hingerichtet worden sind, nicht zu schweigen. Das ist eine Voraussetzung für die Verteidigung der Menschenrechte.

Der Einsatz von Personen unter journalistischer Tarnung durch das iranische Geheimdienst MOIS ist nichts Neues. “Das MOIS braucht für die Sammlung von Informationen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes die geeignete Tarnung”, sagte Ali Fallahian, ein ehemaliger MOIS-Minister in einem Fernsehinterview am 22. Juni 2017. “Wir schicken keinen Geheimdienstler nach Deutschland oder in die USA, um zu sagen, er komme vom Geheimdienstministerium. Es ist eine geschäftliche oder journalistische Tarnung erforderlich.”

* * *

Der iranische Widerstand fordert den Chefredakteur der ZEIT auf, den vorliegenden Text in Übereinstimmung mit dem Grundsatz der journalistischen Neutralität und dem Prinzip der Menschlichkeit und des Gewissens in der nächsten Ausgabe des Magazins ohne Kürzung oder Änderung zu veröffentlichen.

Die Vertretung des Nationalen Widerstandsrates Iran in Deutschland
28. Oktober 2021

Aufstieg eines Massenmörders zum iranischen Präsidenten ist ein Zeichen von Schwäche und nicht von Stärke

Am 5. August hatte der neue Präsident des iranischen Regimes, Ebrahim Raisi, seine Amtseinführung. Der Aufstieg von Raisi zum Präsidenten zeigt erneut, dass es bei der Führung im Iran einen Sinn von Straffreiheit für Menschenrechtsverbrechen gibt, denn Raisi ist ein Massenmörder. Er war einer der führenden Personen beim Massaker von 1988 an 30.000 politischen Gefangenen. Der oberste Führer, Ali Khamenei, wählte Raisi aus, damit die Macht im Regime der Massenmörder und Diebe konsolidiert wird. Doch war seine Aufstellung ein Zeichen der Stärke des Regimes oder eher ein Zeichen seiner Schwäche?
In einem Artikel, der am 25. Oktober in The Townhall erschien, behandelt Mohammad Mohadessin, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI), diese Frage und zeigt dabei auf, wie verzweifelt das Regime ist, um Raisi als Präsident auszuwählen.

Hier der vollständige Text seines Artikels:

Am Montag gab das iranische Außenministerium bekannt, dass Ebrahim Raisi, der Präsident des Regimes, nicht an der Klimawandelkonferenz der Vereinten Nationen (COP26) im nächsten Monat teilnehmen wird, nachdem zuvor Aufrufe zu seiner Verhaftung bei einer Teilnahme laut wurden. Raisi war auch gezwungen, eine aufgezeichnete Rede bei der UN Vollversammlung abzuspielen, anstatt dort persönlich teil zu nehmen. All das zeigt, dass das Regime verzweifelt versucht, trotz der schmerzhaften Isolation ein wenig Aufmerksamkeit zu erlangen.
In beiden Fälle resultierte die internationale Ablehnung vor allem in der Rolle von Raisi bei dem Massaker von 1988 an 30.000 politischen Gefangenen.
Raisi wird schon lange als langjähriger Menschenrechtsverletzer verurteilt. Im November 2019 setzten die USA ihn für seine Rolle als Vorsitzender der Justiz des Regimes für Rechtsverletzungen auf die Sanktionsliste. Das US Finanzministerium sagte dazu in einer Erklärung, dass Raisi „als stellvertretender Generalstaatsanwalt von Teheran in einem sogenannten „Todeskomitee“ mitgewirkt hat, welches 1988 die außergerichtliche Hinrichtung von Tausenden politischen Gefangenen angewiesen hat.“
Amnesty International declared that Raisi should be prosecuted for crimes against humanity, a call echoed by the UN investigator on human rights in Iran, as well as seven top UN rights experts.
Amnesty International erklärte, dass Raisi für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit strafrechtlich verfolgt werden sollte. Diesem Aufruf schlossen sich auch der UN Sonderbericht für Menschenrechte im Iran sowie sieben hochrangige UN Rechtsexperten an.
Das Regime sucht verzweifelt nach internationaler Aufmerksamkeit, doch Raisi muss seine Pläne für den Besuch im Ausland zurück ziehen, vor allem, weil die Kampagnen der iranischen Opposition seine Verhaftung und strafrechtliche Verfolgung fordern, wenn er seinen Fuß ins Ausland setzt.
Warum hat also der oberste Führer Ali Khamenei unter diesen Umständen alles unternommen, damit Raisi der neue Präsident des Regimes wird? Jeder glaubhafte Beobachter ging bereits vorher davon aus, dass ein solcher Präsident wegen seiner Rolle als Massenmörder im In- und Ausland abgelehnt wird. Warum also?
Natürlich weiß Khamenei, dass Raisi eine umstrittene Person ist. Doch er hatte kaum eine andere Wahl. Die Wirtschaft des Landes liegt in Trümmern und es gab eine desaströse Reaktion auf die Coronavirus Pandemie, die mittlerweile rund eine halbe Million Iraner getötet hat. Das Regime hat Angst vor Aufständen gegen diese illegitime und korrupte Herrschaft. Daher entschied Khamenei, seine Reihen zu schließen und sich auf kommende Massenaufstände vorzubereiten.
Es gibt drei primäre Beweggründe für Khamenei für diesen verzweifelten Zug, Raisi und sein Kabinett von Mördern, Terroristen und korrupten Dieben zu installieren.
Der erste Grund ist die sozio – ökonomische Situation. Sie ist in der schlimmsten Lage der letzten Jahrzehnte. Schwere Krisen umschwirrten immer schon das Regime und es hatte keine Lösungen parat. Die überwältigende Mehrheit des iranischen Volkes kämpft ums tägliche Überleben und in der letzten Woche gab die Zentralbank bekannt, dass die Inflation bei 58 Prozent liegt, was der höchste Wert seit 1943 ist. Selbst Dinge wie Wasser und Strom unterliegen Rationierungen. Die Armut ist auf einem Allzeithoch und immer mehr Menschen schlafen auf der Straße oder gar in leeren Gräbern.
Aufgrund dieser katastrophalen sozio – ökonomischen Situation ist das Auftreten von Protesten und Aufständen häufiger und allgegenwärtiger als je zuvor. Die vier großen Aufstände seit Januar 2018 waren brachial und stark, weil sie organisiert waren. Tausende staatlich finanzierte Institutionen, die für Korruption bekannt sind, wurden von Demonstranten bei dem Aufstand im November 2019 attackiert und nieder gebrannt. Der dominante Slogan, der immer und immer wieder wiederholt wurde, war der Sturz des gesamten Regimes als einzige Lösung für das Ende des Leids des Volkes.
Die Wut über den schnell verfallenden Lebensstandard führt unweigerlich zu einer politischen Forderung: Nieder mit der Diktatur! Im Iran ist heute der Wunsch nach einem Wandel, einem demokratischen Regimewandel, weit verbreitet.
Der dritte Punkt ist, dass die Zahl der Widerstandseinheiten schnell ansteigt. Jugendliche Aktivisten widersetzen sich der Unterdrückung des Regimes. Die Widerstandseinheiten werden von der Hauptopposition der Mujahedin-e Khalq (MEK) geleitet, die schon seit langer Zeit das Ziel der Dämonisierungskampagnen des Regimes sind. Doch die junge Generation geht weise mit der Propaganda des Regimes um. Sie ist empfänglich wie nie für die Botschaft der MEK und der Strategie des Sturzes des Regimes.
In den letzten zwei Jahren hinterließ Khamenei das iranische Volk im Grunde schutzlos gegen das Coronavirus zurück. Während der Pandemie kreierte er ein Schlachtfeld, in das systematisch unschuldige Menschen geworfen wurden. Er spekulierte, dass die soziale Lethargie und Desillusionierung so stark sein würde, dass weitere Aufstände verhindert werden.
Doch die Verbreitung der Widerstandseinheiten hat Khamenei bei seiner Schlachtstrategie frustriert. Mehr und mehr Menschen werden von Akten des Widerstandes inspiriert, in der Hoffnung, dass ein Regimewandel nun näher denn je ist.
Die Aufstellung von Raisi als Präsident hatte sicher das Ziel, das Volk einzuschüchtern. Doch der Iran von 2021 ist anders als der Iran von 1988. Die Entwicklungen der letzten Wochen haben bewiesen, dass Raisi ein zweischneidiges Schwert für das Regime ist.
Weitere Aufstände erscheinen am Horizont und die Widerstandseinheiten werden dann die Ressourcen des iranischen Volkes bündeln und seinen Aufruf zum Sturz unterstützen. Die zerfallende Theokratie wird immer verzweifelter, ängstlicher und miserabler als zuvor. Und daher scheint die Aussicht auf einen säkularen, demokratischen und nicht – atomaren Iran heller als je zuvor.
Die Welt sollte diese Aussicht auf die vielversprechende Zukunft laut hinaus rufen, denn sie lehnt die Präsenz eines Massenmörders wie Raisi auf der internationalen Bühne ab.

Der Jahrestag von Reyhaneh Jabbaris Hinrichtung und das Elend iranischer Frauen


Der 25. Oktober ist der Jahrestag der Hinrichtung von Reyhaneh Jabbari. Das frauenfeindliche Regime im Iran hat Reyhaneh erhängt, weil sie Morteza Sarbandi getötet hatte, einen Beamten im Ministerium für Nachrichtendienste, und zwar als Selbstverteidigung, als er versucht hatte, sie zu vergewaltigen. Sieben Jahre später sind weitere unschuldige Frauen Opfer des Regimes.
Reyhaneh Sarbandi, 26 Jahre alt, war Innenausstatterin, die Sarbandis Büro beruflich aufsuchte, aber Sarbandi versuchte, sie zu vergewaltigen. Nach Jahren im Gefängnis und verschiedenen Formen der Folter, um ein falsches Geständnis zu bekommen, wurde Reyhaneh zum Tode verurteilt.
Die Amtspersonen der frauenfeindlichen Justiz des Regimes griffen Reyhaneh jedes Mal, wenn sie vor Gericht stand, verbal an. Der verbrecherische Richter Tardast meinte dreist zu Reyhaneh, „sie hätte ihn sie vergewaltigen lassen und dann eine Klage einreichen sollen“.
Das ist vollständig absurd, weil im Iran unter dem Mullah Regime die Gesetze nicht zum Schutz der Menschen da sind, sondern vielmehr sollen sie den Griff zur Macht des Regimes stärken.
Am 15. Oktober wurde gemeldet, dass Farahnaz Khalili, eine 25jährige Fotografin, Selbstmord begangen hat, nachdem ein Richter ihre Klage der Vergewaltigung und des körperlichen Angriffs abgewiesen hatte. Zwei Monate vor ihrem Selbstmord hatte Farahnaz eine Hochzeitsfeier im Garten fotografiert. Am Ende der Feier hat der Kunde sie verbal und physisch misshandelt.
Als Farahnaz eine Klage einreichte und vor dem Richter stand, meinte er zu ihr: „Sie müssen sehr locker sein, um zu so einem Ort zu gehen“. Sie hängte sich vor Gram selbst auf und hinterließ einen Zettel, auf dem geschrieben stand: „Ich konnte mein Recht nicht bekommen. Geht jetzt und fordert mein Recht“. Der Mann, der Farahnaz angegriffen hat, hat Verbindungen zu örtlichen Spitzenfunktionären des Regimes.
Ein weiterer Fall ist der von Parastu Navardi, eine 36jährige Mutter von zwei Kindern, die vom Ankläger des Regimes angegriffen wurde, weil sie in den Medien darüber gesprochen hatte, wie ihr Mann sie foltere. Parastu äußerte, dass ihr Mann sie jede Nacht mit einer Schlinge scheinhinrichte, nachdem er Crystal Meth eingenommen habe. Sie erblindete auf einem Auge. Auf ihrem Körper gibt es klare Zeichen der Folter. Der Ankläger des Regimes in Abadan in der Provinz Khusistan griff sie an, als sie schließlich zum Gericht ging und eine Klage einreichte. Parastus sadistischer Mann ist immer noch frei und hat ihre beiden Kinder in Obhut.

Gedenkfeier für Reyhaneh Jabbari am ersten Jahrestag ihres Todes 2015

Im August wurde die Welt schockiert durch ein Video aus dem Iran, das zeigte, wie zwei Frauen von einem Auto unter dem Vorwand von „unziemlicher Verschleierung“ überfahren wurden. Der Angreifer, ein männliches Mitglied der Basidsch Miliz des Regimes, ging gegen diese beiden Frauen vor, um angeblich „Tugend zu ermutigen und das Laster zu verhindern“.
Berichte aus dem Iran verweisen auch auf laufende Säureattacken gegen Frauen in den letzten Jahren mit der gleichen vorgeschobenen Begründung der Gauner des Regimes. Abgesehen von der systematischen Misshandlung der Frauen unter dem Regime schützen die frauenfeindlichen Gesetze der Mullahs die Rechte der Frauen in keiner Weise. Vor einiger Zeit in diesem Jahr hat ein Mann seine 14jährige Tochter Romina Ashrafi im Schlaf enthauptet. Die Verfassung des Regimes sieht keine angemessene Strafe gegen einen Vater vor, der seine Kinder tötet. Der Mann bekam so nur zwei Jahre Gefängnis. Die frauenfeindliche Verfassung erkennt die Rechte iranischer Frauen nicht an, sie betrachtet sie einfach als Bürgerinnen zweiter Klasse.
Siehe dazu auch:

[Sechs Jahre im Gefängnis im Iran, der Preis für die Weigerung, ein falsches Geständnis abzulegen]

[Die Schwester von Ali Younesi sagt, ihr Bruder wird gefoltert, damit er im Fernsehen gesteht]

[Der Mörder von Reyhaneh Jabbari wurde zum Vertrauensanwalt ernannt]
Der Iran unter dem Mullah Regime wird als einer der schlimmsten Plätze für Frauen angesehen. Der sogenannt „moderate“ frühere Präsident des Regimes Hassan Rohani, der das Amt von 2013 bis 2021 innehatte, hat die Hinrichtung von 121 Frauen zu verantworten. Rohani brüstete sich auch damit, dass er der erste Amtsträger des Regimes sei, der den verpflichtenden Schleier in der Armee des Iran verfügt habe.
Wenn jetzt Ebrahim Raisi, der auch als hängender Richter bekannt ist, Präsident ist, sollte die Welt noch mehr Unterdrückungsmaßnahmen gegen Frauen erwarten. Raisi und seine Administration haben nicht die „moderate“ Fassade von Rohani.
Raisi hat ein düsteres Register bei den Menschenrechten. Er war einer der führenden Amtsträger während des Massakers von 1988 an mehr als 30 000 politischen Gefangenen. Vor den Massenhinrichtungen war Raisi als stellvertretender Ankläger in mehreren iranischen Städten.
Farideh Goudarzi, eine iranische politische Gefangene, hat bei verschiedenen Gelegenheiten Raisis Anwesenheit in der Folterkammer bezeugt. „Eine der Personen, die während meiner Folter anwesend war, war Ebrahim Raisi, damals Ankläger in Hamedan und eines der Mitglieder des Todeskomitees beim Massaker von 1988“.
Frau Goudarzi war schwanger und gebar ihren Sohn 15 Tage nach ihrer Verhaftung und während sie unter Folter stand. Ihr Mann Behzad Afsahi wurde im Juni 1984 nach schweren Folterungen erhängt.
Reyhaneh Jabbaris Botschaft vor der Hinrichtung.

Raisi vollstreckte auch die frauenfeindlichen Gesetze des Regimes, während er von 2017 bis 2019 als Justizchef der Mullahs tätig war. Er verantwortete die inhumane Folter gegen Gefangene, die bei den großen Protesten im Iran verhaftet worden waren, darunter auch Frauen, die physische und sexuelle Drangsalierung erlitten.
Während das iranische Regime Frauen unterdrückt hat, seit es 1979 an die Macht gekommen ist, stehen die iranischen Frauen an der Frontlinie des Widerstandes gegen das theokratische Regime. Der Iranische Widerstand wurde seit fast drei Jahrzehnten von Frauen geleitet. Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Iranischen Widerstands, wird als führende Stimme der Menschenrechte im Iran betrachtet.
Gleichzeitig mit dem Jahrestag des Antritts von Frau Maryam Rajavi als gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) für die sechsmonatige Übergangsperiode haben am 20. Oktober mehr als 120 rebellische Frauen und Widerstandseinheiten der Mujahedin-e Khalq (MEK/PMOI) gelobt, den Kampf gegen das frauenfeindliche Regime fortzusetzen.
Kurz gesagt: es gibt einen historischen Kampf zwischen den iranischen Frauen und der herrschenden Theokratie. Es kann nur ein Ergebnis bei diesem Kampf der iranischen Frauen geben und das sind Freiheit und Gleichheit.

DSFI: Nein zur Diffamierung der iranischen Opposition bei der “ZEIT”

Zu einem Artikel des aktuellen ZEIT-Magazins, in dem versucht wird, die iranische Hauptopposition MEK zu diskreditieren, schrieb das Deutsche Solidaritätskomitee für einen freien Iran (DSFI) schon am 20. Oktober:

Herrn Giovanni di Lorenzo

Chefredakteur „DIE ZEIT“

 

Sehr geehrter Herr di Lorenzo,

Mit einigem Befremden nehmen wir aus der Webseite des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) zur Kenntnis, dass es Bestrebungen durch eine Journalistin Ihrer Zeitung, nämlich Frau Luisa Hommerich, gibt, die iranische Hauptopposition der Volksmudschahedin (MEK) zu stigmatisieren. Die 30 haarsträubenden Fragen und die dahinter zu vermutenden Unterstellungen und Falschmeldungen weisen darauf hin.

Unsere Erfahrung mit Frau Hommerich und ihren bisherigen Artikeln, besonders beim im Spiegel veröffentlichten und erfolgreich beanstandeten Artikel https://www.spiegel.de/impressum/autor-7917e7df-0001-0003-0000-000000025409, aber insbesondere der von ihr an die MEK Vertretung in Berlin aufgestellte Fragenkatalog mit 4 tägiger Frist einer Beantwortung von 30 Fragen “historischer Dimension”, raubt uns den Atem.

Die Beantwortung solcher Fragen wurden schon mehrfach erfolgt, auch gerichtlich vorgetragen. Die Stigmatisierung und Kriminalisierung der MEK wurde mehrfach widerlegt und die Fortsetzung der offensichtlichen Fakenews untersagt.

Dazu kommt, dass der Bezug des Fragenkatalogs von Frau Hommerich selbst nicht belegt werden kann und auch nicht erfolgt. Die wissenschaftliche Bearbeitung der von Frau Hommerich in den Raum gestellten historischen Ereignisse, Ideologien oder Verhaltensformen gibt es nicht, sondern bezieht sich ausschließlich auf Veröffentlichungen des iranischen Regimes oder privater Äußerungen sogenannter Aussteiger, von denen einige bereits in Deutschland wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit vor Gericht standen.

Das Deutsche Solidaritätskomitee für einen freien Iran (DSFI) besteht aus mehreren Politikern und Menschenrechtsaktivisten, welche sich seit vielen Jahren intensiv mit der Thematik des Iran und der Opposition befassen. Vielmehr haben wir und unsere tausendfachen Freunde weltweit – persönlich alle Fragen beantwortet bekommen. Wir haben durch vielfache Besuche der Städte Ashraf im Irak, Ashraf 3 in Albanien und in den Vertretungen des iranischen Widerstandes in den einzelnen Ländern, sowie bei Treffen mit NWRI-Ausschüssen des Auswärtigen und der Frauen usw. in Paris und Albanien und bei vielen privaten Kontakten zu Angehörigen des iranischen Widerstandes, diese engagierten Menschen kennengelernt. Mit Entsetzen merken wir, was Frau Hommerich mit ihren Fragen bei diesen Menschen bewirkt und an Verhalten unterstellt. Dagegen blendet sie vollständig aus, was die Lebenserfahrungen dieser Menschen mit dem Regime, den Tötungen und Folterungen ihrer Familienmitglieder oder ihrer eigen Person an Traumata auslösen.

Wir vermuten bei der Recherche und Zielsetzung von Frau Hommerich für ihren Artikel nicht eine journalistische Arbeit besonderer Sorgfalt, sondern ein Propagandaziel eines Artikels, der die größte iranische Oppositionsorganisation und jeden beteiligten Menschen stigmatisieren soll. Dass das iranische Regime seit seiner Machtergreifung die vollständige Liquidierung jeglicher Opposition anstrebt und real vollzieht, sollte Ihnen nicht verborgen geblieben sein. Das Ausmaß an Brutalität und Menschenverachtung ist wohl auch Frau Hommerich bekannt, gerade wo sie in Teheran ein Jahr studiert hat.

Darüber hinaus stellen wir uns die Frage, warum gerade jetzt ein solches “historisches Thema”, das sie aber nicht darlegen will, bearbeitet werden muss. Wir könnten hier vielleicht helfen. Die Antwort liegt nahe, wenn man sich an eigene Erfahrungen erinnert und sie in den politischen Kontext stellt. Immer wenn das iranische Regime unter internationalen und inneren Druck gerät, entfaltet das Regime mit allen seinen Möglichkeiten der Einflußnahme, seinen Agenturen oder Institutionen und Tarnorganisationen umfassende Kampagnen zur Beeinflussung der Medien und der zivilen wie auch politischen Öffentlichkeit. Dabei schreckt es auch nicht vor Drohungen , Anzeigen oder Verunglimpfungen zurück.

Die bisherigen Einlassungen von Frau Hommerich zu dem Thema lassen leider vermuten, dass sie ein Teil dieser Bemühungen und Einflüsse des Regimes sein könnte.

Wir erwarten eine Überprüfung des Sachverhalts und eine Antwort bezüglich der journalistischen Sorgfaltspflicht Ihrer Mitarbeiterin.

Mit freundlichen Grüßen

Für den Vorstand

Christian-Heinrich Zimmermann

Deutsches Solidaritätskomitee für einen freien Iran, Vorstandsmitglied

Brief des Deutsch-Iraners Mostafa Alavi an „DIE ZEIT“

In einem diffamierenden Artikel erhebt das ZEIT-Magazin in seiner Ausgabe vom 28. Oktober 2021 Anschuldigungen gegen die iranische Hauptoppositionsbewegung der Volksmudschahedin (MEK). Als Reaktion auf die Anschuldigungen des ZEIT Magazins hat der Deutsch-Iraner Mostafa Alavi den folgenden Brief an den Herausgeber der ZEIT Giovanni di Lorenzo geschickt.

Sehr geehrter Herr di Lorenzo, Chefredakteur von DIE ZEIT,
Aus der Website des Nationalen Widerstandsrates des Iran habe ich einen schockierenden Bericht gelesen und möchte in der Angelegenheit Ihre Aufmerksamkeit auf einige bemerkenswerte Tatsachen lenken.
Es geht um einen offenbar in Bearbeitung befindenden Artikel von der ZEIT-Reporterin Luisa Hommerich über vor etwa 25 Jahren in Köln lebenden iranischen Jugendlichen, deren Eltern bei der iranischen oppositionellen Volksmudschahedin waren.
Ich lebe in Berlin und gehöre zu den damaligen Kindern, die 1997 von Köln nach Camp Ashraf in Irak gereist sind.
Im Jahr 2013, nach der Überführung der Bewohner von Camp Ashraf ins Camp Liberty, war ich eine von 100 Personen, die nach Deutschland zurückkehren dürften.
Vor meinem Umzug nach Deutschland war ich wie viele anderen Freunden im Camp Ashraf und in ständigem Kontakt mit meiner Mutter, meinem Bruder und meiner Schwester, die später vom Irak nach Albanien gezogen sind.
Ich habe sie in Tirana mehrmals besucht und habe noch nie gehört, dass jemand daran gehindert wurde, Kontakt zu seinen Familien zu knüpfen.
Ich muss Sie daran erinnern, dass ich 1990, kurz vor der US-Invasion in Irak und den schweren Bombenangriffen, auf Ersuchen meiner Mutter und zu meinem Schutz im Alter von 9 Jahren mit einer großen Anzahl von weiteren Kindern , nach Jordanien verlegt wurde. Von dort aus wurde ich zu meinen Verwandten geschickt.
Ich bin 1993 im Alter von 9 Jahren nach Köln gezogen und bin dort vier Jahre zur Schule gegangen.
Während meines Aufenthalts in Köln war ich mit anderen Kindern in den besten Lebensbedingungen, Erholung und Geselligkeit, Bildung und Ausbildung, und geprägt mit höchsten Emotionen von iranischen Erziehern.
Auf meinen eigenen Wunsch ging ich mit 6 weiteren Freunden nach Ashraf, um meine Mutter zu besuchen und bei ihr zu bleiben.
Von den 6 Personen wurde eine mit dem Namen Amir Nazari am 01. September 2013 bei einem Massaker der Agenten des iranischen Terrorregimes auf Ashraf getötet, drei Personen befinden sich noch in Ashraf 3 in Albanien.
Ich und zwei weitere sind nach Deutschland gekommen und haben ein neues Leben angefangen. Hier wurden wir nach weiter von Mojahedin unterstützt.
Als ehemaliger Bewohner von Camp Ashraf im Irak möchte ich bezeugen, dass ich und alle andere Bewohner absolut für jede individuelle Entscheidung frei gestellt waren.
Alles was im Internet unter den Schlagworten Nötigung, Gehirnwäsche und Misshandlung im Camp Ashraf veröffentlicht wurde, sind die Induktion und Dämonisierung des Geheimdienstes des iranischen Regimes, die leider Frau Hommerich zur Verfügung gestellt wurden. Hier handelt es sich um falsche und gedrehte Tatsachen.
Ich hatte zuvor einige dieser geführten Lügen von derselben Autorn im Spiegel gelesen, und frage mich immer noch, wie der Spiegel seinen Ruf für diese Propaganda zur Verfügung gestellt hat.
Weil ich mit der Meinungsfreiheit in Deutschland vertraut bin, frage mich , aus welchem Grund soll man Jemanden vertrauen, dessen Falschinformationen und Falschberichten vom Gericht gegen die Mojahedin abgelehnt und untersagt wurden.
Hinzu kommt, dass sie sich keine Mühe gemacht hat, bei den Opfern der iranischen Diktatur zu entschuldigen.
Während meines Aufenthalts im Ausland stehe ich in engem Kontakt mit meinen Freunden, die gemeinsam das Camp Ashraf verlassen haben und hier ein normales Leben führen.
All diese Menschen sind nun lebendige Zeuge für die o.g Tatsachen.
Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit dazu lenken, nicht zu zulassen, dass das Schicksal vom Spiegel für Ihre Redaktion wiederholt wird, weil der reale Gewinner hier das Mullah Regime ist.
Ein Regime, das jede Stunde und jeder Tag Kinder tötet und hinrichten lässt. Das letzte Beispiel geschah vor zwei Jahren, in dem 1500 Jugendliche und Kinder während der Proteste im Iran erschossen wurden.
Bitte um Ihre Kenntnisnahme und verbleibe

Hochachtungsvoll
Mostafa Alawi