Irans Wirtschaft steuert auf eine ernste Krise zu. Die Gas- und Erdölindustrie, eigentlich Rückgrat des Landes, stecken in Schwierigkeiten. Die Gewinne sprudeln nicht mehr, ausländische Investoren sind nicht in Sicht.
Von Ulrich Pick, ARD-Hörfunkstudio Istanbul, zurzeit in Teheran
Tagesschau.de – 20. April 10 – In der iranischen Wirtschaft werden die Anzeichen einer schweren Krise immer stärker sichtbar. Besonders deutlich zeigt sich dies in der staatlichen Gas- und Erdöl-Industrie, die eigentlich eine tragende Säule bildet. Die Tageszeitung "Bahar" berichtet, dass die ausländischen Investitionen während der vergangenen vier Jahre in diesem Bereich um 64 Prozent zurückgegangen sind. Lagen sie 2005 noch bei 4,2 Milliarden Dollar, schrumpften sie bis 2008 auf 1,5 Milliarden. Im vergangenen Jahr konnten nur noch knapp 18 Prozent der vorhergesagten Investitionen realisiert werden.
Um diese Ausfälle zu kompensieren, musste Teheran seine eigenen Investitionen in diesem Bereich um 250 Prozent erhöhen – was gleichzeitig eine dramatische Verschlechterung für andere Wirtschaftszweige bedeutete.