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IWO: Das Schicksal der iranischen Arbeiterinnen unter einem frauenfeindlichen Regime

Durch unterdrĂŒckende Einheiten des Regimes ermordete Frauen wĂ€hrend der Antiiregimeproteste 2019 . During the major uprisings in Iran since 2018, women played a leading role.
WĂ€hrend der großen AufstĂ€nde im Iran seit 2018 spielten Frauen eine fĂŒhrende Rolle

Proteste von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten im ganzen Iran deuten auf die beklagenswerte Lage der BĂŒrger und den explosiven Zustand der Gesellschaft hin. Doch von allen Bereichen der Gesellschaft leiden die iranischen Frauen am meisten. Lassen sie uns wenige Tage vor dem Internationalen Frauentag einmal Blick auf ihre grauenvolle Notlage werfen.

Iranische weibliche ArbeitskrĂ€fte leiden unter harten Arbeitsbedingungen und wenig bis gar keiner UnterstĂŒtzung. Viele dieser Frauen sind HaushaltsvorstĂ€nde und die meisten verdienen ihren Lebensunterhalt an einem von MĂ€nnern dominierten Arbeitsplatz. Die Situation hat einen Punkt erreicht, an dem sogar die staatlichen Medien im Iran gezwungen sind, einen Teil dieser Krise anzuerkennen.

„Unsere Geschichte handelt von Frauen. Sie beginnen ihren Tag damit, HĂ€user zu putzen, wĂ€hrend sie den Schmerz spĂŒren, dass sie von der Sozialversicherungsorganisation keine UnterstĂŒtzung erhalten oder auf eine Rente hoffen können“, schrieb am 11. Januar die staatliche Tageszeitung Resalat ĂŒber die Situation iranischer Frauen, die HĂ€user putzen, um Geld zu fĂŒr ein karges Leben zu verdienen.

„Mangelnder rechtlicher Schutz und die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren sowie niedriges Einkommen lassen Frauen, die HaushaltsvorstĂ€nde sind und arbeiten, um zu putzen, zu kochen, sich um alte Menschen und Kinder zu kĂŒmmern, seltsam hilflos fĂŒhlen. Aus ihrer Sicht ist nicht nur die Klassendiskriminierung beunruhigend, sondern auch die institutionalisierte Ungleichheit im Arbeitsalltag sehr schmerzhaft und traurig.“, schrieb die Tageszeitung Resalat.

„Laut offiziellen Berichten lag die Zahl der von Frauen gefĂŒhrten Haushalte bei mehr als drei Millionen“, schrieb am 21. Mai 2021 die staatliche Tageszeitung Donya-e Eghtesad und fĂŒgte hinzu, die Zahl der von Frauen gefĂŒhrten Haushalte „zwischen 2011 und 2019 um etwa 26,8 Prozent gestiegen ist.“

WĂ€hrend diese Zahl bestĂ€tigt wird, fĂŒgt Resalat hinzu, dass „in einer unfairen Situation Frauen einen grĂ¶ĂŸeren Anteil an Dienstleistungsjobs haben als MĂ€nner. Unter den verschiedenen Gruppen informeller Arbeiten ist die Hausreinigung eine sehr einkommensschwache BeschĂ€ftigung und wird normalerweise von Frauen mit den niedrigsten Löhnen und Sozialleistungen ausgeĂŒbt. ”

Resalat ergĂ€nzt, dass viele Frauen, die in HĂ€usern und Fabriken arbeiten, misshandelt werden. „Wir sind gezwungen, dem Arbeitgeber zu gehorchen, auch wenn er uns schlĂ€gt. Ich zahle 8.000.000 Rial fĂŒr ein 40-Meter-Haus. Was könnte ich sonst tun? Wenn ich meinem Arbeitgeber nicht gehorche, wie könnte ich meinen Lebensunterhalt verdienen? erzĂ€hlt Golandam, eine 28-jĂ€hrige Frau, die zwei Kinder hat, in Resalat.

Im November 2021 starb Marzieh Taherian, eine Textilarbeiterin, wĂ€hrend der Arbeit. Der Kopf der 21-JĂ€hrigen wurde in eine Spinnmaschine gezogen, als sie in der Nachtschicht arbeitete, um ihren mageren Lebensunterhalt zu verdienen. Der tragische Tod von Marzieh war ein Beispiel fĂŒr die harten Arbeitsbedingungen der iranischen Frauen.

Laut der Nachrichtenagentur ILNA hatten Vertreter des Regimes am 11. November “versprochen, diesen tragischen Vorfall akribisch zu untersuchen”, aber Marziehs Fall ist nur die Spitze eines Eisbergs.

„Statistiken der Organisation fĂŒr soziale Sicherheit zufolge hatten im vergangenen Jahr 42.898 Arbeiter UnfĂ€lle, darunter 1.593 Frauen“, fĂŒgte ILNA hinzu.

Neben harten Arbeitsbedingungen sind iranische Frauen eher “organisierter Gewalt” ausgesetzt.

Gewalt gegen Frauen im Iran ist nicht nur versteckt oder vereinzelt zu beobachten. Es ist nur wenige Wochen her, als Iraner schockiert waren, einen Mann zu sehen, der triumphierend den abgetrennten Kopf seiner 17-jĂ€hrigen Frau hielt, die er bei einem sogenannten „Ehrenmord“ im SĂŒdwesten des Iran schamlos und rĂŒcksichtslos getötet hatte.

Mona Heydaris Enthauptung war ein roher Mord im mittelalterlichen Stil, eine barbarische und primitive Methode, eine Frau zu „bestrafen“, deren einziges Verbrechen darin bestand, Zuflucht vor ihrem sie missbrauchenden Ehemann zu suchen. Die iranischen Staatsmedien berichteten ĂŒber seine Verhaftung, aber viele von ihnen versuchten verĂ€chtlich, Mona die Schuld zu geben und stellten ihren Ehemann, einen mörderischen VerrĂŒckten, als Ehrenmann dar! Was konnte man von den Medien eines frauenfeindlichen Regimes auch anderes erwarten?

„Mindestens 1.200 iranische Frauen wurden in den letzten 20 Jahren bei sogenannten Ehrenmorden ermordet. Dies ist die Statistik, die wir gesammelt haben, doch die wahre Rate der Ehrenmorde wird im Iran nicht bekannt gegeben “, sagte im Oktober 2021 Parvin Khan Zabihi, eine Frauenrechtsaktivistin, gegenĂŒber der staatlichen Tageszeitung Sharq.

Das iranische Regime begann kurz nach der Revolution von 1979 mit der UnterdrĂŒckung von Frauen, indem es die obligatorische Verschleierung oder den „Hijab“ auferlegte. Die obligatorische Verschleierung war der erste Schritt des Regimes, um iranische Frauen zu demĂŒtigen. Die iranische Verfassung betrachtet Mutterschaft und Kinderwunsch als einzige Existenzberechtigung der Frau.

Die Verfassung des Regimes erlaubt Polygamie fĂŒr MĂ€nner. GemĂ€ĂŸ Artikel 942 des iranischen Zivilgesetzbuchs können MĂ€nner mehrere feste und vorĂŒbergehende Ehefrauen haben. Diese mittelalterliche Verfassung erlaubt auch Kinderehen, sodass Eltern ihre Töchter im Alter von neun Jahren Ă€lteren MĂ€nnern geben können.

„Artikel 1041 – Hinweis: Eine Eheschließung vor der PubertĂ€t ist angemessen, wenn sie vom Vormund zugelassen wird, vorausgesetzt, dass die Interessen des MĂ€dchens in der Obhut berĂŒcksichtigt werden“, heißt es in der Verfassung.
GemĂ€ĂŸ den Artikeln 1122 bis 1130 können sich MĂ€nner aus vielen GrĂŒnden von ihren Frauen scheiden lassen, einschließlich verschiedener Krankheiten oder Blindheit auf beiden Augen, selbst wenn diese Probleme bereits vor der Ehe bestanden. Im Gegensatz dazu werden Frauen nach dem Zivilrecht des Regimes mit komplexen und spöttischen Begriffen konfrontiert, wenn sie eine Scheidung beantragen.

Nach Artikel 1169 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuchs liegt das Sorgerecht fĂŒr Kinder, die Ă€lter als sieben Jahre sind, beim Vater, wenn das Paar getrennt ist. DarĂŒber hinaus betrĂ€gt der Erbanteil von Ehefrau und Tochter gemĂ€ĂŸ den Artikeln 861 – 949 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuchs ĂŒber die Erbschaft die HĂ€lfte des Anteils von Ehemann und Sohn.

GemĂ€ĂŸ Artikel 907 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuchs – im Falle mehrerer Kinder, von denen einige Jungen und einige MĂ€dchen sind, erben die Jungen doppelt so viel wie die MĂ€dchen.

Mit anderen Worten, die Verfassung des iranischen Regimes fördert Ungleichheit und Frauenfeindlichkeit. Kein Wunder, dass Monas missbrauchender und mordender Ehemann als „ehrenhafter Mann“ bezeichnet wurde!

Die Antwort der iranischen Frauen
WĂ€hrend die herrschende Theokratie des Iran Frauenfeindlichkeit fördert und versucht, Frauen zu versklaven, haben sich Frauen im Widerstand als Wegbereiterinnen im Kampf gegen das Regime erwiesen. Seit den 1980er Jahren stehen die Frauen des iranischen Widerstands an vorderster Front im Kampf gegen den religiösen Faschismus im Iran. Tausende iranische Frauen haben ihr Leben geopfert, wĂ€hrend sie sich fĂŒr Demokratie und Gleichberechtigung eingesetzt haben. Bei den großen AufstĂ€nden im Iran seit 2018 spielten Frauen eine fĂŒhrende Rolle. Mit anderen Worten, das Regime hat sein Ziel verfehlt, den unruhigen Geist der iranischen Frauen zu bĂ€ndigen. Nirgendwo wird dies deutlicher als in der Beteiligung von Frauen in den Reihen der Widerstandseinheiten im Iran, die als eine Art VorschlaghĂ€mmer agieren, welcher die Mauer der UnterdrĂŒckung durchbrechen und den Weg fĂŒr einen landesweiten Aufstand ebnen wird, der das Mullahregime stĂŒrzt.

Terroristen des iranischen Regimes auf der aktualisierten schwarzen Liste der EU

Archivfoto: Iraner fordern die EU auf, das Ministerium fĂŒr Nachrichtendienste des iranischen
Regimes auf die Liste der Terroristen zu setzen

Am 23. Februar 2022 hat der Hohe Vertreter der EU im Namen der EuropĂ€ischen Union eine ErklĂ€rung abgegeben, um fĂŒr bestimmte LĂ€nder den Abgleich in Bezug auf bestimmte Maßnahmen zum Kampf gegen den Terrorismus bekannt zu geben.
Die Entscheidung des Rates hat eine Liste von Personen, Gruppen und Organisationen, die die EU als Terroristen betrachtet, aktualisiert und z. T. widerrufen.
Laut der ErklĂ€rung des Hohen ReprĂ€sentanten schließen sich die KandidatenlĂ€nder Nordmazedonien, Montenegro, Serbien und Albanien, das Land im Stabilisierungs- und Assoziationsprozess und ein potentieller Kandidat Bosnien und Herzegowina und die EFTA LĂ€nder Island und Liechtenstein, die Mitglieder des EuropĂ€ischen Wirtschaftsraums und ebenso die Ukraine und die Republik Moldawien sich dieser Entscheidung des Rates an.
Im Anhang sind die folgenden Namen beachtenswert:
I. Personen:
‱ ABDOLLAHI Hamed (alias Mustafa Abdullahi), geboren am 11.8.1960 im Iran. Pass-Nummer: D9004878.
‱ ARBABSIAR Manssor (alias Mansour Arbabsiar), geboren am 6.3.1955 oder am 15.3.1955 im Iran. Iranischer und US Staatsangehöriger, Pass-Nummer: C2002515 (Iran); Pass-Nummer: 477845448 (USA). Staatsangehörigkeits-ID Nummer: 07442833, Ablaufdatum: 15.3.2016 (USA FĂŒhrerschein).
‱ ASSADI Assadollah (alias Assadollah Asadi), geboren am 22.12.1971 in Teheran (Iran), Iranischer StaatsbĂŒrger. Iranische Diplomaten- Pass-Nummer: D9016657.
‱ EL HAJJ Hassan Hassan, geboren am 22.3.1988 in Zaghdraiya, Sidon, Libanon, kanadischer BĂŒrger. Pass-Nummer: JX446643 (Kanada).
‱ HASHEMI MOGHADAM Saeid, geboren am 6.8.1962 in Teheran (Iran), Iranischer StaatsbĂŒrger. Pass-Nummer: D9016290, gĂŒltig bis: 4.2.2019.
‱ SHAHLAI Abdul Reza (alias Abdol Reza Shala ‘i, alias Abd-al Reza Shalai, alias Abdorreza Shahlai, alias Abdolreza Shahla’i, alias Abdul-Reza Shahlaee, alias. Hajj Yusef, alias Haji Yusif, alias Hajji Yasir, alias Hajji Yusif, alias Yusuf
‱ Abu-al-Karkh), geboren circa 1957 im Iran. Adressen: (l) Kermanshah, Iran, (2) Mehran MilitĂ€rbasis, Ilam Provinz, Iran.
‱ SHAKURI Ali Gholam, geboren circa 1965 in Teheran, Iran.
II. GRUPPEN UND ORGANISATIONEN
‱ ‘Al-Aqsa MĂ€rtyrer Brigade’.
‱ Direktorium fĂŒr Innere Sicherheit im Iranischen Ministerium fĂŒr Nachrichtendienste und Sicherheit.
‱ ‘Hamas’, einschließlich ‘Hamas-Izz al-Din al-Qassem’.
‱ ‘Hisbollah MilitĂ€rischer FlĂŒgel’ (alias ‘Hizballah Military Wing’, alias ‘Hezbollah Military Wing’, alias ‘Hizbullah Military Wing’, alias. ‘Hizbollah Military Wing’, alias ‘Hezballah Military Wing’, alias ‘Hisbollah Military Wing’, alias ‘Hizbu’llah Military Wing’, alias ‘Hizb Allah Military Wing’, alias ‘Jihad Council’ [Rat des Dschihad] (und alle Einheiten, die daran berichten, darunter die Organisation fĂŒr Externe Sicherheit).
‱ ‘PalĂ€stinensischer Islamischer Dschihad’ ‘PIJ’
‱ ‘Volksfront fĂŒr die Befreiung PalĂ€stinas’ ‘PFLP’.
‱ ‘Generalkommando der Volksfront fĂŒr die Befreiung PalĂ€stinas’ (alias ‘PFLP General Command’).
Hier der vollstÀndige Text der ErklÀrung

File Photo: Iranians call on EU to put the Iranian regime’s intelligence ministry on terror list
On February 23, 2022, the EU High Representative issued a declaration on behalf of the European Union, to announce the alignment of certain countries on the application of specific measures to combat terrorism.
The Council Decision updated and repealed a list of persons, groups, and entities that the EU considers terrorists.
According to the EU High Representative Declaration, the Candidate Countries North Macedonia, Montenegro, Serbia and Albania, the country of the Stabilization and Association Process and potential candidate Bosnia and Herzegovina, and the EFTA countries Iceland and Liechtenstein, members of the European Economic Area, as well as Ukraine and The Republic of Moldova align themselves with this Council Decision.
Under Annex, the following names are noteworthy:
I. Persons:
‱ ABDOLLAHI Hamed (a.k.a. Mustafa Abdullahi), born 11.8.1960 in Iran. Passport number: D9004878.
‱ ARBABSIAR Manssor (a.k.a. Mansour Arbabsiar), born 6.3.1955 or 15.3.1955 in Iran. Iranian and US national, passport number: C2002515 (Iran); passport number: 477845448 (USA). National ID number: 07442833, expiry date 15.3.2016 (USA driving license).
‱ ASSADI Assadollah (a.k.a. Assadollah Asadi), born 22.12.1971 in Tehran (Iran), Iranian national. Iranian diplomatic passport number: D9016657.
‱ EL HAJJ Hassan Hassan, born 22.3.1988 in Zaghdraiya, Sidon, Lebanon, Canadian citizen. Passport number: JX446643 (Canada).
‱ HASHEMI MOGHADAM Saeid, born 6.8.1962 in Tehran (Iran), Iranian national. Passport number: D9016290, valid until 4.2.2019.
‱ SHAHLAI Abdul Reza (a.k.a. Abdol Reza Shala ‘i, a.k.a. Abd-al Reza Shalai, a.k.a. Abdorreza Shahlai, a.k.a. Abdolreza Shahla’i, a.k.a. Abdul-Reza Shahlaee, a.k.a. Hajj Yusef, a.k.a. Haji Yusif, a.k.a. Hajji Yasir, a.k.a. Hajji Yusif, a.k.a. Yusuf
‱ Abu-al-Karkh), born circa 1957 in Iran. Addresses: (l) Kermanshah, Iran, (2) Mehran Military Base, Ilam Province, Iran.
‱ SHAKURI Ali Gholam, born circa 1965 in Tehran, Iran.
II. GROUPS AND ENTITIES
‱ ‘Al-Aqsa Martyrs ‘ Brigade’.
‱ Directorate for Internal Security of the Iranian Ministry for Intelligence and Security.
‱ ‘Hamas’, including ‘Hamas-Izz al-Din al-Qassem’.
‱ ‘Hizballah Military Wing’ (a.k.a. ‘Hezbollah Military Wing’, a.k.a. ‘Hizbullah Military Wing’, a.k.a. ‘Hizbollah Military Wing’, a.k.a. ‘Hezballah Military Wing’, a.k.a. ‘Hisbollah Military Wing’, a.k.a. ‘Hizbu’llah Military Wing’ a.k.a. ‘Hizb Allah Military Wing’, a.k.a. ‘Jihad Council’ (and all units reporting to it, including the External Security Organisation)).
‱ ‘Palestinian Islamic Jihad’ ‘PIJ’
‱ ‘Popular Front for the Liberation of Palestine’ ‘PFLP’.
‱ ‘Popular Front for the Liberation of Palestine General Command’ (a.k.a. ‘PFLP General Command’).
Read the full Declaration here

 

Exklusiver Bericht ĂŒber Korruption bei den Revolutionsgarden: Der Fall der “Yas Holding” ist nur die Spitze des Eisbergs

Ein geleaktes 50-minĂŒtiges Tonband eines GesprĂ€chs zwischen zwei hochrangigen Kommandeuren der Revolutionsgarden (IRGC) des iranischen Regimes im Jahr 2018 war eine vernichtende EnthĂŒllung ĂŒber die massive institutionalisierte Korruption im Regime.

Vertreter des Regimes versuchten zunĂ€chst, die Echtheit der Audiodatei zu vertuschen oder in Zweifel zu ziehen und nannten sie gefĂ€lscht und fabriziert. Am Ende waren die IRGC jedoch gezwungen, die Echtheit des Bandes offiziell zu bestĂ€tigen. Die Tageszeitung Kayhan, das Sprachrohr von Ali Khamenei, dem obersten FĂŒhrers des Regimes, behauptete am 14. Februar, dass das Band „das Maß an Verantwortung und Rechenschaftspflicht der Vertreter der Revolutionsgarden“ beweise.

Auf dem Band ist Mohammad Ali Jafari, der damalige Kommandeur der IRGC, zu hören, wie er mit dem Finanzchef der Organisation, Brigadegeneral Sadeq Zolqadrnia, spricht. Sie besprechen in ihm einen Korruptionsfall aus dem Jahr 2017, an dem eine Holdinggesellschaft namens „Yas“ (Jasmin) beteiligt war. Die Yas Holding war eine der Scheinfirmen der IRGC, die Dutzende von Tochtergesellschaften betrieb, aber nach der EnthĂŒllung von Dutzenden von KorruptionsfĂ€llen im Jahr 2017 geschlossen wurde.

Zolqadrnia beschuldigt Mohammad Bagher Ghalibaf, den damaligen BĂŒrgermeister von Teheran und gegenwĂ€rtigen Parlamentssprecher, den IRGC-Koordinationsabgeordneten Jamaloddin Aberoumand und Hossein Taeb, den Chef der IRGC-Geheimdienstorganisation sowie den von den IRGC Quds Brigaden eliminierten Kommandanten Qassem Soleimani, Veruntreuungen zu vertuschen, die einen Wert von 80.000 Milliarden Rial betragen. Der Betrag entspricht ungefĂ€hr 3 Milliarden US Dollar, basierend auf dem damaligen freien Marktkurs. Die Yas Holding gehört der kooperativen Stiftung der IRGC, einer mĂ€chtigen Organisation, die viele Komponenten der finanziellen Ressourcen des Landes kontrolliert.

Laut Zolqadrnia schlug Ghalibaf vor, einen falschen Vertrag im Wert von 80.000 Milliarden Rial zu schmieden. Er fĂŒgte hinzu: „Ich habe ihm [Ghalibaf] gesagt, dass dies ein Verbrechen ist. Es wird mir schaden, es wird Jafari schaden. Ich werde es nicht unterschreiben.“

Jafari erzĂ€hlt Zolqadrnia, dass Soleimani und Ghalibaf „sehr verĂ€rgert“ ĂŒber Zolqadrnias Aktionen waren. WĂ€hrend diese Audiodatei bedeutende EnthĂŒllungen macht, ist es notwendig, Licht auf einige dunkle Aspekte der allgegenwĂ€rtigen Korruption der herrschenden Theokratie zu werfen.

Dieser massive Korruptionsfall ereignete sich unter der Aufsicht von Ali Khamenei. Tage nachdem die Audiodatei durchgesickert war, eilte Khamenei zum Tatort, um seine korrupten IRGC-Kommandeure zu verteidigen. „Der Feind gibt Milliarden von Dollar in seinen Denkfabriken fĂŒr Verleumdungen und LĂŒgen gegen die Islamische Republik aus. „An einem Tag verleumden sie das Parlament, an einem anderen Tag verleumden sie den WĂ€chterrat und heute sind die IRGC und der MĂ€rtyrer Soleimani an der Reihe“, sagte er am 17. Februar.

Aber wer sind diese IRGC-Kommandeure? Was war die Yas Holding? Und warum versucht das Regime, dieses eindeutige Verbrechen zu vertuschen und zu beschönigen? WĂŒrde das nicht fĂŒhrende Vertreter wie Khamenei selbst einbeziehen? Diese Fragen wollen wir in diesem Bericht beantworten.


Wer ist Mohammad Bagher Ghalibaf?
Mohammad Bagher Ghalibaf (left) and Qassem Soleimani (right)

Mohammad Bagher Ghalibaf (links) und Qassem Soleimani (rechts)
Mohammad Bagher Ghalibaf, der derzeitige Parlamentssprecher des Regimes, ist einer der korruptesten IRGC-Kommandeure. In den 12 Jahren seiner Amtszeit als BĂŒrgermeister von Teheran nutzte er jede Gelegenheit, um sich aus öffentlichen Kassen zu bedienen.

Die Tageszeitung Sharq, die der Fraktion von Hassan Rouhani angehört, enthĂŒllte am 10. Mai 2017: „Ghalibaf will die Regierung wirklich diskreditieren. Sein Ziel ist klar: Die PrĂ€sidentschaft ĂŒbernehmen. Aber wie sauber ist Ghalibaf selbst? Der wichtigste Indikator dafĂŒr ist die Rede von Zentralbankchef Valiollah Seif. Er sprach ĂŒber die 60 Billionen Rial Schulden der Teheraner Stadtverwaltung gegenĂŒber dem Bankensektor. Ein Geschenk von 3,5 Billionen Rial an den stellvertretenden BĂŒrgermeister entspricht 31 Jahren des Gehalts eines Durchschnittsarbeiters, dass nach den neuesten Entscheidungen des Arbeitsministeriums nun auf 9,4 Millionen Rial erhöht wurde. Auch dieser Fall nahm ein trauriges Ende und wurde von der Untersuchungsagenda des Parlaments gestrichen. Anscheinend ist neben dem stellvertretenden BĂŒrgermeister laut veröffentlichten Statistiken das Haus des BĂŒrgermeisters selbst ĂŒber 200 Millionen Rial pro Quadratmeter wert.

Majid Farahani, Leiter des kommunalen Haushaltsausschusses von Teheran, enthĂŒllte einen kleinen Teil von Ghalibafs DiebstĂ€hlen wĂ€hrend seiner Amtszeit als BĂŒrgermeister von Teheran. Er sagte am 15. Januar 2018 gegenĂŒber der staatlichen Nachrichtenagentur ISNA: „Wir sehen schwere finanzielle und kommerzielle Turbulenzen in der Gemeinde.

„Wenn wir die Gesamteinnahmen von den angefallenen Gesamtkosten abziehen, erreichen wir eine LĂŒcke von 200 Billionen Rial in den letzten 12 Jahren. Wir wissen nicht, wo diese 200 Billionen Rials verschwunden sind und diese fehlende Zahl muss recherchiert werden. Nirgendwo ist angegeben, wohin diese 200 Billionen Rials geflossen sind. Basierend auf Berichten, die vom ausgewĂ€hlten RechnungsprĂŒfer des Rates vorgelegt wurden, beliefen sich die Einnahmen der Gemeinde im Jahr 2016 auf etwa 227 Billionen Rial. In den Berichten, die der BĂŒrgermeister vorgelegt hat, wurden die Einnahmen der Gemeinde jedoch mit etwa 211,3 Billionen Rial angegeben. Zwischen den beiden Berichten besteht eine Differenz von 14 Billionen Rial und der Grund ist unklar“, fĂŒgte er hinzu.

Seit Beginn des klerikalen Regimes hat Ghalibaf eine aktive Rolle bei der UnterdrĂŒckung der MEK, der Proteste in Teheran und der Bevölkerung Kurdistans gespielt. Er war aktiv am unpatriotischen Krieg mit dem Irak beteiligt. Nach Angaben der Medien und Behörden des Regimes hat er wĂ€hrend seiner 12-jĂ€hrigen Amtszeit als BĂŒrgermeister von Teheran Milliarden von Dollar gestohlen und veruntreut.


1983, wÀhrend des unpatriotischen Krieges, wurde er zum Kommandeur der 5. Nasr-Division ernannt und schickte Tausende von Kindern und Studenten auf Minenfelder.

1987 wurde er zum Kommandeur der Najaf-Basis in Kermanshah, 1988 zum Kommandeur der 3. Region des IRGC und 1989 zum Kommandeur der 68. Karbala-Division ernannt. Kurz darauf wurde er zum Stabschef der IRGC-Bodentruppen ernannt. 1994 trat er die Nachfolge des Leiters der IRGC-Bassidsch an und richtete einen Bassidsch-Geheimdienst ein, um Oppositionelle zu verhaften und zu unterdrĂŒcken. Anschließend wurde er zum Kommandeur der Khatam al-Anbiya-Garnison des IRGC ernannt, einem der grĂ¶ĂŸten Wirtschaftskonglomerate des klerikalen Regimes. 1997 ernannte ihn Khamenei zum Kommandeur der Luftwaffe. In dieser Funktion erhöhte er die Raketeneinheiten der IRGC von drei auf fĂŒnf Brigaden.

Im Juli 1999 beteiligte er sich persönlich an der UnterdrĂŒckung der Studentenproteste, obwohl er Kommandant der Luftwaffe der IRGC war. 2013 sagte er als PrĂ€sidentschaftskandidat diesbezĂŒglich: „Als der Vorfall von 1999 in den Studentenwohnheimen der UniversitĂ€ten stattfand, haben Herr Soleimani (IRGC-Kommandant Qassem Soleimani) und ich diesen Brief (an den PrĂ€sidenten) geschrieben. Als die Studenten begannen, auf Khameneis BĂŒro zu marschieren, war ich der Luftwaffenkommandeur der IRGC. Mein Bild auf einem Motorrad mit einem großen Stock ist verfĂŒgbar. Ich war mit Hossein Khaleqi zusammen, mit dem wir auf der Straße waren, um die Proteste niederzuschlagen. Wo es nötig ist, kommen wir auf die Straße und schlagen (Menschen) mit Stöcken.

„Wir gehören zu denen, die ihre Stöcke geschwungen haben. Es ist eine Ehre, dass wir 1980 unsere Stöcke gegen Massoud Rajavi (den AnfĂŒhrer des iranischen Widerstands) eingesetzt haben. Wir konfrontierten seine UnterstĂŒtzer auf den Straßen und an den UniversitĂ€ten. Wir waren die MĂ€nner von (Mohammad Hossein) Beheshti. Seitdem haben wir bei Bedarf unsere Stöcke geschwungen. Ich habe nicht gesagt, dass ich Kommandeur der Luftwaffe bin, aber dass ich nicht als Kommandant auf der Straße sein sollte.“

Im Jahr 2000 wurde Ghalibaf zum Kommandeur der staatlichen SicherheitskrĂ€fte (SSF) ernannt und richtete die unterdrĂŒckende Polizeieinheit 110 ein. Im September 2002 setzte er den Plan fĂŒr moralische Sicherheit um. Bei einem Treffen im Nationalen Sicherheitsrat wĂ€hrend der Studentenproteste im Jahr 2003 sagte er: „Als SSF-Kommandant werde ich sie persönlich zermalmen und unterdrĂŒcken.“

Here is a chronology about Ghalibaf’s background:
Hier eine Chronologie des Hintergrunds von Ghalibaf:
‱ 1987 – Stellvertretender Kommandeur der Moghadam Basis der IRGC im Westen des Iran;
‱ 1987 – Kommandeur der IRGC Basis Najaf in Kermanshah;
‱ 1988 – Kommandeur des dritten Bezirks im Land. WĂ€hrend dieser Zeit spielte Ghalibaf eine entscheidende Rolle bei der UnterdrĂŒckung der nördlichen Provinzen des Landes, unter anderem in Gilan und Mazandaran;
‱ 1989 – Kommandeur der 25. Karbala Brigade in der Provinz Mazandaran;
‱ 1990 – Oberbefehlshaber der IRGC Bodentruppen
‱ 1991 – Stellvertretender Kommandeur des gemeinsamen Stabes der IRGC
‱ 1994 – Stellvertretender Oberkommandeur der IRGC in dem Bauzentrum Khatam al-Anbiya
‱ 1994 – Stellvertretender Kommandeur der Bassidsch
‱ 1997 – Stellvertretender Kommandeur der IRGC Luftwaffe
‱ 1997 – Kommandeur der IRGC Luftwaffe
‱ 2000 – Kommandeur der staatlichen SicherheitskrĂ€fte

Who is Zolghadrnia, a whistleblower or another corrupt IRGC commander?
Wer ist Zolghadrnia? Ein Whistleblower oder nur ein weiterer korrupter IRGC Kommandeur?
Sadeq Zolgharnia, alias Sadeq Gol-o-Sonbol, war der stellvertretende Kommandeur der IRGC fĂŒr Wirtschaftsangelegenheiten. Vor der geleakten Audiodatei war er nicht öffentlich bekannt. Er stammt aus Shiraz und trat Anfang der 1980er Jahre den IRGC bei. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Niederschlagung politischer Dissidenten in Shiraz. Er hatte auch als Leiter der Informationsschutzorganisation des Verteidigungsministeriums des Regimes gedient.

Wer ist Jamal Aberoumand?
IRGC Brigadegeneral Jamal Aberoumand war keine bekannte Persönlichkeit. Obwohl er wenig bis gar keine Kampferfahrung hat, stieg er in den Reihen des IRGC auf und erlangte bald die Position des stellvertretenden Koordinators der Revolutionsgarden.

Er war wĂ€hrend des Iran/Irak-Krieges einer der Logistikkommandanten der IRGC und arbeitete unter Mohsen Rafiqdoost, dem damaligen Minister der Revolutionsgarden. Rafiqdoost hat „Akbar Ghamkhar“, „Mahmoud Ahmadpour“ und Aberoumand zu seinen obersten Befehlshabern ernannt. Sie waren an der Installation einer schwimmenden BrĂŒcke fĂŒr die Operation Valfajr 8 beteiligt. „In Bezug auf die Logistik hatten wir mehr Kontakt mit Herrn Aberoumand“, sagte Fathullah Mohammadi, einer der Kommandeure der Basis Noah Nabi und Kommandeur der zweiten Marinezone der IRGC.

Laut Rafiqdoost teilte er 1989 als Leiter der Stiftung fĂŒr Unterprivilegierte und Veteranen Ali Khamenei mit, dass 3.000 Einheiten des Stiftungsvermögens in den HĂ€nden der Revolutionsgarden und der Regierung seien und Aberoumand ausgewĂ€hlt wurde, um diese Angelegenheit zu regeln.

Aberoumand hatte eine enge Beziehung zu Qassem Soleimani und erleichterte die Finanzierung terroristischer Operationen, die vom terroristischen Mastermind des Regimes durchgefĂŒhrt wurden. In der geleakten Audiodatei sagt Jafari, dass Soleimani „verĂ€rgert“ ĂŒber die Art und Weise war, wie Aberoumand und die Yas Holding behandelt wurden. Es ist erwĂ€hnenswert, dass Soleimani 2018, als er ins Parlament des Regimes ging, von Aberoumand begleitet wurde.

Laut Sadeq Zolghadrnia fand ein Treffen mit Qassem Soleimani und Aberoumand statt, bei dem sie sich bereit erklĂ€rten, 17.000 Milliarden Rial zurĂŒckzuzahlen. Abroumand beabsichtigte, dieses Geld ĂŒber die Kooperationsstiftung der IRGC zu zahlen, was laut Jafari nicht in ihrem Interesse sei. Aberoumand war der damalige stellvertretende Koordinator des IRGC und Vorstandsvorsitzender der Kooperationsstiftung der IRGC.

Aberoumand hatte auch enge Beziehungen zu Ghalibaf und war sein Assistent. Nachdem Ghalibaf Parlamentssprecher geworden war, ging das GerĂŒcht um, dass Aberoumand BĂŒrgermeister von Teheran werden wĂŒrde. Die Anwesenheit von Jamal Aberoumand ist nicht auf das Parlament beschrĂ€nkt und er hat andere Positionen inne. So wurde er beispielsweise zum Vorsitzenden des Vorstands der Ehsan Stiftung, die der Stiftung der AusfĂŒhrenden Anweisung von Imam Khomeini(EIKO) angegliedert ist und zum Mitglied des Jihad Wasserversorgungsrates des Energieministeriums ernannt. EIKO ist eines der grĂ¶ĂŸten Konglomerate des Iran und steht unter der Aufsicht von Khamenei.

Aberoumand hat diese Positionen inne, obwohl er öffentlich fĂŒr seine Rolle bei den Veruntreuungen der Yas Holding bekannt ist.

Was war die Yas Holding?
Laut den staatlichen Mashreq News vom 14. Februar 2022 wurde die Yas Holding „inmitten der Operationen der Quds Brigaden in Syrien gegen den ISIS gegrĂŒndet. Das Unternehmen sollte die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen, um die Quds Brigaden durch die Umsetzung von Entwicklungsprojekten zu unterstĂŒtzen.“

Mohammad Sarafraz, ein ehemaliger Leiter des staatlichen Radio- und Fernsehsenders, gibt in seinen Memoiren viele Details zu den DiebstĂ€hlen und HintertĂŒrgeschĂ€ften der IRGC-Mafia im Iran, insbesondere in Bezug auf die Yas Holding, wieder.

Riesiges Einkaufszentrum im Iran, das zur Yas Holding Group gehört

„Diese [Werbespots im Fernsehen] standen im Mittelpunkt des Drucks auf die Organisation [IRIB]. Wir haben uns fĂŒr eine Auktion und ein Übernahmeangebot entschieden. Es wurde anfangs begrĂŒĂŸt, aber Herr Aberoumand und Herr Taeb vom IRGC kamen und sagten, wir sind bereit, zu helfen und es wurde beschlossen, dass ihre Vertreter mit uns verhandeln. Es gab ein Treffen in der Yas Holding, die Eigentum des IRGC ist. Herr Mehrdadi, damaliger Vorstandsvorsitzender der Yas Holding und Herr Babolzadeh, der Vorstandsvorsitzende von Dana im Besitz der IRGC, Seyyed Hadi Razavi und mehrere andere waren bei dem Treffen anwesend. Von der Organisation waren die Herren Kardar und Velayati anwesend. Nach Angaben der Vertreter der Organisation wurden bei diesem Treffen zunĂ€chst diese beiden Konsortien fĂŒr die Teilnahme an der Ausschreibung festgelegt. Aber sie machten plötzlich einen RĂŒckzieher und versprachen informell ĂŒber verschiedene KanĂ€le, dass sie das Scheitern der Auktion herbeifĂŒhren und den Leiter der Organisation wechseln wĂŒrden.“

Die Yas Holding hatte Dutzende von Tochtergesellschaften und arbeitete eng mit dem Khatam al-Anbiya-Hauptquartier der IRGC zusammen. Khatam al-Anbiya ist Irans grĂ¶ĂŸtes Bauunternehmen und privater Bauunternehmer. Es wird vom IRGC kontrolliert.

Das Unternehmen Rasatejarat war eines der Unternehmen der Yas Holding. Laut der staatlichen Website Shoaar-e Sal wurden am 7. April 2021 „Mahmoud Seif oder Mohsen Sajjadinia und Sardar Mehrdadi, die ersten und vierten Angeklagten im Korruptionsfall bei Yas Holding, von Sardar Jamal Aberoumand zu den Hauptmitgliedern dieser Holding gemacht. Sie betrieben Rasa Tejarat Mobin und 140 weitere Unternehmen und ĂŒbernahmen die FinanzumsĂ€tze der Yas Holding.“

Am 12. Mai 2021 veröffentlichte die staatliche Sobh-e Teheran einen Teil eines Berichts von Hassan Moghimi, einem der Experten des Teheraner Stadtrats, ĂŒber das Unternehmen Rasatejarat. Teile dieses Berichts sind wie folgt:

Hassan Moghimi, einer der Experten des Teheraner Stadtrats bei der Untersuchung des Falls Rasatejarat, wies darauf hin, dass die Diskussion zwischen Rasatejarat und der Kooperationsstiftung der IRGC im Jahr 2009 mit zwei Finanzierungsvereinbarungen begann, Finanzierung 1 im Jahr 2009 und Finanzierung 2 im Jahr 2013. Finanzierung 1 wird mit der Kooperationsstiftung der IRGC umgesetzt und Khatam al-Anbiya wurde auch als Auftragnehmer ausgewÀhlt.

„Der erste Finanzierungsvertrag wird um 20.000 Milliarden Rial auf 26.000 Milliarden Rial steigen, was die Manager von Ghalibaf fĂŒr ein Memorandum hielten. Aber wer war sich dessen bewusst?“ Moghimi fĂŒgte hinzu, dass er anerkenne, dass das Hauptquartier von Khatam mehr als 9.000 Milliarden Rial von der Gemeinde erhalten habe und fĂŒgte hinzu: „Die [Veruntreuung] wĂ€hrend Finanzierung 1 setzte sich mit grĂ¶ĂŸerer IntensitĂ€t in der Finanzierung 2 fort.“

„Leider passierte 2013 und 2014 etwas bei der Kooperationsstiftung der IRGC, was zur GrĂŒndung des Yas Holding Komplex fĂŒhrte, der MilitĂ€rbanken abdeckte und Finanzmittel dorthin schickte, ohne die Gemeinde zu erreichen.“, sagte Moghimi und fĂŒgte hinzu: „2018 begann eine Untersuchung. Anfang 2018 wurde das Unternehmen Rasatejarat als GlĂ€ubiger in Höhe von 1.800 Milliarden Rial ausgewiesen. SpĂ€ter wurde festgestellt, dass das Unternehmen 60.000 Milliarden Rials schuldete. Viele Ressourcen aus dem Wirtschaftssektor der IRGC zusammen mit der Stadtverwaltung von Teheran gingen bei diesen VertrĂ€gen verloren.“

„Im Februar 2020 stellten wir fest, dass die Dokumente zeigten, dass 129.000 Milliarden Rial an Ressourcen der Teheraner Stadtverwaltung an die IRGC [Yas] Holding ĂŒbertragen worden waren, von denen nur 32.000 Milliarden Rial ausgegeben worden waren. Der Rest wurde an eine Institution gegeben, die nichts mit der Teheraner Stadtverwaltung zu tun hatte “, rĂ€umte Moghimi ein.

„Am 26. August 2018 bestĂ€tigte er bei einem Treffen mit Afshani, dem damaligen BĂŒrgermeister von Teheran, dass er Isa Sharifi und anderen Managern befohlen hatte, einige EinkĂ€ufe fĂŒr die Gemeinde im Wert von 37.000 Rial zu tĂ€tigen.“
Moghimi rĂ€umte zwar ein, dass Teile des gekauften Sharifi-GrundstĂŒcks der Gemeinde gehörten, sagte aber: „Sie haben ĂŒber die Yas Holding ein GrundstĂŒck im Wert von 1,700 Milliarden Rial fĂŒr 10.000 Milliarden Rial an die Gemeinde verkauft.“

Isa Sharifi, der zweite Angeklagte in diesem Korruptionsfall, der zu 20 Jahren GefĂ€ngnis verurteilt wurde, war Ghalibafs Stellvertreter. Sharifi erlangte seinen Ruf in den frĂŒhen 2000er Jahren als Stadtverwalter, aber er war auch einer der Luft- und Raumfahrtkommandanten der IRGC wĂ€hrend des Iran/Irak-Krieges. Staatliche Medien im Iran bezeichnen ihn als „IRGC-Brigadegeneral“. Einige von Sharifis Anschuldigungen stehen im Zusammenhang mit der „Yas Holding“, die eine der Unterkategorien der Kooperationsstiftung der IRGC ist und den 40-Billionen-Rial-Schulden dieser Institution gegenĂŒber der Stadtverwaltung von Teheran.

Wie Moghimi jedoch einrĂ€umt, „wurden 17.000 Milliarden Rial der Schulden der Kooperationsstiftung, die im PrĂŒfungsbericht der Organisation fĂŒr Eigentum der Gemeinde fĂŒr 2015 erwĂ€hnt wurden, im Bericht von 2016 mit einem Federstrich eliminiert!“


Khatam al-Anbiya, ein weiterer BegĂŒnstigter von Bauprojekten
Khatam al-Anbiya Construction Garrison HQ in Tehran

Hauptquartier des Bauzentrums Khatam al-Anbiya in Teheran
Am 8. Juli 2018, wenige Monate bevor die Yas Holding unter dem Druck der öffentlichen Meinung schloss, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mehr, dass das Hauptquartier Khatam al-Anbiya die Projekte der Stadtverwaltung von Teheran ĂŒbernehmen werde.

Laut Mehr rĂ€umt Gholamreza Ansari, ein Mitglied des Teheraner Stadtrats, ein: „Am 22. Mai dieses Jahres unterzeichnete die Stadtverwaltung von Teheran mit Khatam al-Anbiya eine AbsichtserklĂ€rung ĂŒber 200.000 Milliarden Rial, um die meisten lokalen Entwicklungsprojekte durchzufĂŒhren. Das Memorandum wurde am 22. Mai dieses Jahres unterzeichnet und die Mitglieder des Teheraner Stadtrats wussten nichts davon und wurden erst gestern ĂŒber die Medien darĂŒber informiert.“

Thamen Stiftung
In den Berichten ĂŒber den Korruptionsfall der Revolutionsgarden wird das Problem der Yas Holding erwĂ€hnt, wĂ€hrend das Problem des Thamen Instituts weniger diskutiert wird. In den ersten Minuten der durchgesickerten Audiodatei spricht Zolqadrnia von „Isa“ und Jafari glaubt, er beziehe sich auf „Isa Sharifi“. Zolqadrnia sagt, er meine “Isa Rezaei”, den Vorstandsvorsitzenden des Thamen Kreditinstituts.

Issa Rezaei war seit 2011 Vorstandsvorsitzender des Kowsar Kreditinstituts und trat 2018 zurĂŒck. Er war auch Vorsitzender des Thamen Kreditinstituts. 2017 tauchten GerĂŒchte ĂŒber die Insolvenz des Thamen Instituts auf. Aber Isa Rezaei versicherte den Menschen, sich keine Sorgen um ihre Einlagen zu machen. Schließlich genehmigte der stellvertretende Aufsichtsbeamte der Zentralbank am 20. Juni die Verhandlungen zwischen dem Kowsar Kreditinstitut und den AktionĂ€ren von Thamen und Mehraghtesad. Somit wurde bestĂ€tigt, dass die Thamen Institution die Anlagen der Menschen veruntreut hatte.

Im Jahr 2020 wurde Rezaei erwĂ€hnt, als Teheran die Ladenkette Etka in Venezuela eröffnete. Das Wall Street Journal berichtete, dass die Revolutionsgarden unter dem Deckmantel des Lebensmittelverkaufs Geld waschen wĂŒrden.

Er hatte Dutzende von Finanzpositionen bei den Revolutionsgarden inne, darunter den Finanzdirektor von Khatam al-Anbiya und war Rechtsinspektor des RechnungsprĂŒfungsinstituts der Kooperationsstiftung der Revolutionsgarden.

IRGC – Kooperationsstiftung
Die Kooperationsstiftung der Islamischen Revolutionsgarden (Bonyad Taavon Sepah) gilt als das mĂ€chtigste Finanzinstitut im Iran. In Artikel 4 der sogenannten „Stiftungs-Charta“ heißt es: „Die Anfangsinvestition in die Stiftung zum Zeitpunkt ihrer GrĂŒndung betrug zehn Millionen Rial, die vom Obersten FĂŒhrer beigesteuert wurden.“ In Artikel 23 heißt es: „Alle Gelder und Vermögenswerte der Stiftung gehören Seiner Exzellenz, dem Obersten FĂŒhrer. Im Falle seiner Auflösung werden nach Begleichung aller Schulden alle BesitztĂŒmer und Vermögenswerte Seiner Exzellenz ĂŒbergeben.“
Das US Finanzministerium gab im Dezember 2010 bekannt, dass gemĂ€ĂŸ Executive Order (E.O.) 13382 – einer Anweisung, die darauf abzielt, die Vermögenswerte im Rahmen der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen einzufrieren – Bonyad Taavon Sepah dazu bestimmt wurde, Dienstleistungen fĂŒr das IRGC zu erbringen. Die Stiftung gehört zu den fĂŒnf grĂ¶ĂŸten Wirtschaftsmotoren des Landes.

Bauzentrum Khatam al-Anbiya
Das Khatam al-Anbiya Bauzentrum ist Teil des IRGC. Es begann 1989 als Auftragnehmer von Industrie- und Bauprojekten. In seiner Satzung ist das wichtigste Ziel des Komplexes, „die verfĂŒgbaren Bau- und Wirtschaftsressourcen, KapazitĂ€ten und Talente des IRGC effizient zu nutzen, um die Islamische Revolution fortzusetzen“.

Khatam ist der grĂ¶ĂŸte Auftragnehmer fĂŒr Regierungsprojekte. Es hat 5.000 Subunternehmer und etwa 135.000 Mitarbeiter. Das Kartell genießt die volle UnterstĂŒtzung des Regimes und hat leichten Zugang zu Bank- und Finanzmitteln und erhĂ€lt AuftrĂ€ge ohne Ausschreibungen. Es hat einen Betrieb geschaffen, bei dem es Industrie- und Bauprojekte sowie einen Teil der Öl- und GasgeschĂ€fte dominiert und den Privatsektor unfĂ€hig macht, wettbewerbsfĂ€hig zu sein.

Die Vertragsdienste des Khatam Zentrums fungieren als großer Vermittler zwischen der Regierung und kleinen Ingenieur- und Technikunternehmen, wobei ein erheblicher Teil ihrer Einnahmen von Khatam beschlagnahmt wird. Das Eigentum an vielen dieser Unternehmen wurde einseitig oder durch EinschĂŒchterung und manchmal mit Gewalt erlangt.

Die IRGC dominiert die Wirtschaft des Landes und verschlingt seine Ressourcen, wĂ€hrend es offiziell ein astronomisches Budget erhĂ€lt. GemĂ€ĂŸ dem Haushaltsplan des Regimes fĂŒr 2022-2023 erhalten das Hauptquartier von Khatam al-Anbiya und die Stiftungen unter der Kontrolle des Obersten FĂŒhrers des Regimes ebenfalls ein Budget, das doppelt so hoch ist, wie das Budget der Gesamtregierung.
Der Löwenanteil des iranischen Budgets fĂŒr 2022-2023 geht an den MilitĂ€rapparat des Regimes, wie die Revolutionsgarden (IRGC), die Armee und die Bassidsch-Miliz. Laut der staatlichen Tageszeitung Vatan-e Emrooz vom 13. Dezember erhĂ€lt das IRGC „959 Millionen Euro“.

In der Haushaltsvorlage wird Rohöl als Einnahmequelle (aus dem Staatshaushalt) an die StreitkrĂ€fte ĂŒbertragen. In der Haushaltsrechnung des nĂ€chsten Jahres werden 4,5 Milliarden Euro bereitgestellt, um die Verteidigung durch den Transfer von Rohöl zu stĂ€rken.“

Zusammenfassung
Die kĂŒrzlich geleakte Audiodatei und die oben aufgefĂŒhrten Informationen zeigen nur die Spitze des Eisbergs der Korruption, die in der herrschenden Theokratie des Iran und ihrem zentralen UnterdrĂŒckungsapparat, dem IRGC, institutionalisiert ist.

Die Yas Holding und ihre Dutzenden von Tochtergesellschaften sind nur einige der Scheinfirmen des IRGC. Diese Unternehmen operieren unter dem Banner des „Privatsektors“ und helfen, wie Yas, Terroroperationen zu finanzieren. Das IRGC ist nur eines der Finanzimperien, die vom Obersten FĂŒhrer gefĂŒhrt werden. Die Vermutung, dass ĂŒber die HĂ€lfte des iranischen BIP von Institutionen kontrolliert wird, die vom Obersten FĂŒhrer kontrolliert werden, ist unbestreitbar glaubwĂŒrdig. Wie die bereitgestellten Daten zeigen, verbirgt sich hinter den offiziellen Banken und Unternehmen ein Netz von Institutionen, die von der Theokratie, insbesondere dem IRGC, kontrolliert werden.

Diese Exzesse sind entstanden, weil der Gesellschaft das Eigentum mit Gewalt entzogen wurde. WĂ€hrend die Menschen in bitterer Armut versinken, verschwenden die Vertreter des Regimes nationale Ressourcen. GeschĂ€fte mit diesen vom Regime betriebenen Unternehmen zu machen, wĂŒrde den Iranern also nicht helfen, ein besseres Leben zu fĂŒhren, vielmehr trĂ€gt es zu weiterem Schmerz, Armut und allgemeinen Elend bei.

Pedram Soltani, ehemaliger VizeprĂ€sident der iranischen Kammer fĂŒr Handel, Industrie, Bergbau und Landwirtschaft, schrieb auf Twitter: „In dem Jahr, in dem sie 80.000 Milliarden Rial unterschlagen haben, gab es 33.000 heruntergekommene Schulen und Zeltschulen im ganzen Land. Die [Vertreter] hĂ€tten all diese Schulen mit 50.000 Milliarden Rial wiederaufbauen können, damit die Kinder dieses Landes wĂ€hrend des Studiums ein Dach ĂŒber dem Kopf hĂ€tten.“

 

 

Iraner im Ausland: Eine weitere Woche der Proteste und des Aktivismus in Europa

Am Samstag, dem 26. Februar, haben sich Iraner und UnterstĂŒtzer des Iranischen Widerstands in Malmö und Göteborg in Schweden versammelt, um die protestierenden Lehrer im Iran zu unterstĂŒtzen und einen Prozess gegen den PrĂ€sidenten des iranischen Regimes Ebrahim Raisi zu fordern wegen seiner Rolle bei der Hinrichtung ihrer Landsleute (MĂ€nner und Frauen) in den letzten vier Jahrzehnten.

Am Freitag, dem 25. Februar, war die Stadt Wien in Österreich Zeuge einer Demonstration von Iranern und UnterstĂŒtzern des Iranischen Widerstands, die die FĂŒhrer der Welt aufriefen, das Anbieten von ZugestĂ€ndnissen an ein Regime zu beenden, das nach Atomwaffen dĂŒrstet und aus Massenhenkern und Terroristen besteht.

Am Donnerstag, dem 24. Februar, haben Iraner und Verwandte der MĂ€rtyrer des Massakers von 1988 im Iran eine Demonstration vor dem GerichtsgebĂ€ude in Stockholm veranstaltet und einen Prozess gegen den Obersten FĂŒhrers des Regimes, PrĂ€sident Ebrahim Raisi und Justizchef Gholam-Hossein Mohseni-Ejei verlangt fĂŒr Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Am gleichen Tag, an dem die WeltmĂ€chte versuchen, mit dem iranischen Regime in Wien zu verhandeln, haben Iraner und UnterstĂŒtzer des Iranischen Widerstands eine Demonstration veranstaltet und jeden Vertrag verurteilt, der den religiösen Faschismus in Teheran ermutigen wĂŒrde, der Bomben, Terrorismus und die Anstachelung zum Krieg fĂŒr sein eigenes reines Überleben benutzt

Am Mittwoch, dem 23. Februar, als Hamid Noury, ein frĂŒherer GefĂ€ngniswĂ€rter und TĂ€ter bei dem Massaker von 1988 an politischen Gefangenen  in Stockholm vor Gericht stand, sind UnterstĂŒtzer des Iranischen Widerstands und Verwandte von MĂ€rtyrern, vor das GerichtsgebĂ€ude gezogen und haben Prozesse gegen AmtstrĂ€ger des iranischen Regimes fĂŒr Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verlangt.

Iraner und UnterstĂŒtzer des Iranischen Widerstands haben am 22. Februar in Wien eine Demonstration abgehalten und das verbrecherische Kleriker Regime und sein Atomprogramm angeprangert. Die Protestierer haben Slogans gegen die AmtstrĂ€ger des iranischen Regimes gerufen und zum Sturz der Diktatur aufgerufen, die Armut und Zerstörung in das Land gebracht haben, um ihre eigenen verhĂ€nisvollen Bestrebungen zu finanzieren.

Am 21. Februar haben iranische Patrioten in Wien eine Kundgebung gegen Teherans Atomprogramm abgehalten und die angeblichen GesprĂ€che angeprangert, die beabsichtigen, den Weg zu bahnen fĂŒr mehr ZugestĂ€ndnisse an das mörderische Regime, das seit vier Jahrzehnten nach Massenvernichtungswaffen strebt.

Ebenso hat am Montag, dem 21. Februar Stockholm, wĂ€hrend Hamid Noury vor Gericht stand,  eine Demonstration von Iranern und Verwandten getöteter politischer Gefangener im Iran erlebt, die Gerechtigkeit fĂŒr ihre Angehörigen verlangt haben.

FĂŒnf Gefangene wurden zusammen im Gohardasht GefĂ€ngnis in Karadsch erhĂ€ngt, acht in der letzten Woche

Das Kleriker Regime hat am Dienstag, dem 22. Februar 2022, im Gohardasht GefĂ€ngnis in Karadsch mindestens fĂŒnf der 12 Gefangenen, die in die Todeszellen in Einzelhaft verlegt worden waren, erhĂ€ngt.

Zugleich wurde der 30jĂ€hrige kurdische Gefangene Farshad Farzi, ein Bewohner von Malekshahi, Ilam, nach elf Jahren Gefangenschaft im ZentralgefĂ€ngnis von Ilam erhĂ€ngt. Am 21. Februar wurden ein Gefangener in Maschhad und ein weiterer Gefangener in Kashan und außerdem am 16. Und 19. Februar zwei Gefangene in den ZentralgefĂ€ngnissen von Isfahan und Zahedan  hingerichtet. Zugleich beging am Donnerstag, dem 24. Februar, Ali Rezaei, 18, der zum Tode verurteilt worden war, Selbstmord im Lakan GefĂ€ngnis in Rasht.

Die Fortsetzung willkĂŒrlicher Hinrichtungen kurz vor der bevorstehenden Sitzung des Menschenrechtsrats der VN, bestĂ€tigt, dass das Kleriker Regime nicht einen Tag ohne Repression, Hinrichtung und Folter andauern könnte. Der Iranische Widerstand fordert die Vereinten Nationen und alle damit befassten Organisationen und ebenso die EuropĂ€ische Union und ihre Mitgliedstaaten auf, sofort etwas zu unternehmen, um das Leben der Gefangenen im Todestrakt zu retten.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats  Iran (NWRI)

  1. Februar 2022

 

Der Angriff auf die Ukraine und der Besatzungskrieg werden verurteilt


Die UnterstĂŒtzung, die die Freitagsprediger Ali Khameneis Ebrahim Raisi (Henker des Massakers von 1988 und gegenwĂ€rtig PrĂ€sident des Regimes) und sein Außenminister fĂŒr den Angriff auf die Ukraine und die Besetzung des Landes leisten, – des Landes, das im Stich gelassen worden ist, stellt vor den Augen des iranischen Volkes das expansionistische Wesen dieses ungerechten Krieges bloß.
Siebenundsiebzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg hat ein neues Zeitalter begonnen und das klerikale Regime, das den Iran beherrscht, sucht daraus Gewinn zu ziehen. Das hilflose Volk der Ukraine, besonders die Zivilbevölkerung verdient wirksame, umfassende UnterstĂŒtzung. Bloße Sanktionen reichen nicht aus.
Raisi hat behauptet: „Die Osterweiterung der NATO ist eine Provokation 
 und eine ernste Bedrohung der StabilitĂ€t und Sicherheit in mehreren Regionen.“ Zum Dank fĂŒr diese Stellungnahme, die auf Geheiß des Obersten FĂŒhrers Khamenei erging, erwartet der PrĂ€sident des Regimes verstohlen die UnterstĂŒtzung Russlands bei den Wiener AtomgesprĂ€chen. Er betont: „NachprĂŒfbare Garantien, ein Ende politischer AnsprĂŒche und die Aufhebung der Sanktionen sind wesentliche Vorbedingungen einer dauerhaften Vereinbarung.“
Sekretariat des Nationalen Widerstandrates Iran
25. Februar 2022

 

Lehrer veranstalten Proteste in mehr als 100 StÀdten


Die Protestierenden rufen: „Inhaftierte Lehrer mĂŒssen freikommen“, „Wir sind alle zusammen bis zum Sieg“, „Das Land ist zu einem Haus der Diebe geworden, alles auf die Sanktionen zu schieben ist nur eine Entschuldigung“, „Raisi, Ghalibaf, dies ist die letzte Botschaft, die Bewegung der Lehrer ist bereit zum Aufstand“, „Wir haben nichts zu verlieren, wir werden nicht mehr akzeptieren, erniedrigt zu werden“.
Zum zweiten Mal in weniger als einer Woche sind an diesem Morgen freiheitsliebende Lehrer und Erzieher in Teheran und in mindestens 100 StĂ€dten auf die Straße gegangen und haben gegen die unertrĂ€glichen Lebensbedingungen, das geringe Gehalt und die leeren Versprechungen des Kleriker Regimes und die NichterfĂŒllung ihrer Forderungen protestiert“. Sie haben auch die Freilassung ihrer inhaftierten Kollegen gefordert. Die landesweiten Proteste fanden statt, obwohl die KrĂ€fte des Geheimdienstes und fĂŒr die Sicherheit alle Anstrengungen unternahmen, ihren Umfang zu begrenzen, indem sie vorher drohten und abschrecken wollten. Die Protestierenden versammelten sich vor dem GebĂ€ude des Parlaments des Regimes in Teheran und vor den Zweigstellen des Erziehungsministeriums in anderen StĂ€dten.
Außer in Teheran fanden Proteste der Lehrer in vielen anderen StĂ€dten statt, darunter Kermanshah, Lahidschan, Mamasani, Arak, Shiraz, Hamedan, Karadsch, Sanandadsch, Yazd, Qazvin, Buschehr, Khorramabad, Ardabil, TĂ€bris, Isfahan, Rasht, Shahreza, Lordegan, Andimeshk, Nahavand, Ilam, Delfan, Sardasht, Maschhad, Baneh, Bukan, Marivan, Sonqor, Gorgan, Behbahan, Yasudsch, Shush, Ghom, Ahvaz, Sanandadsch, Bandar Mahshahr, Shirvan, Bodschnurd, Neyshabur, Anzali, Divandarreh, Torbat Heydariyeh, Baghmalek, Azna, Aligudarz, Miandoab, Izeh, Qorveh, Borudscherd, Kuhdasht, Abadeh, Takestan, Razan (Hamadan), Bidschar, Fasa, Rezvanshahr, Shahrekord, Meshgin Shahr, Nadschafabad, Aran Bidgol, Abdanan, Abadeh, Urmia, Shushtar, Islamabad, Zanjan, Saqez, Shazand Khondab, Lamerd, Ziviyeh, Harsin, Kazerun, Sari, Chalus, Babol und Abhar.
Die Demonstranten stimmten Slogans an wie: „Die inhaftierten Lehrer mĂŒssen freikommen“, „Wir sind alle zusammen bis zum Sieg“, „Das Land ist zum Hafen von Dieben geworden, alles den Sanktionen anzulasten ist nur eine Entschuldigung“, „Raisi, Ghalibaf, dies ist die letzte Botschaft, die Bewegung der Lehrer ist bereit zum Aufstand“, „Wir haben nichts mehr zu verlieren, wir werden nicht mehr hinnehmen, erniedrigt zu werden“, „Lehrer sind wachsam, sie hassen Diskriminierung“, „Die bankrotte Regierung ist der Feind der Rentner“, „Die Lehrer erheben sich, um die Diskriminierung zu beseitigen“, „Wir werden nicht ruhen, bis wir unsere Rechte erfĂŒllt bekommen“. Unter Verweis auf die Tatsache, dass Raisi nur bis zur sechsten Klasse gelernt hat, haben die Protestierer auch gerufen: „Du SechstklĂ€ssler, was ist mit deinen Versprechungen?“.
Die repressiven KrĂ€fte haben in vielen StĂ€dten wie in Karadsch, Shiraz und Maschhad die Lehrer daran gehindert, sich zu versammeln, und viele von ihnen verhaftet. Viele SchĂŒler haben an der heutigen Kundgebung teilgenommen und die Proteste ihrer Lehrer unterstĂŒtzt.
DarĂŒber hinaus haben sich Lehrer mit Angestelltenvertrag in Teheran vor dem GebĂ€ude des Bildungsministeriums versammelt und ein leeres Tischtuch ausgebreitet als Symbol fĂŒr ihre Lebensbedingungen. Sie haben ihre Forderungen gerufen: „Wir gehen hier nicht weg, bis wir unseren Vertrag bekommen“, „Genug mit den leeren Versprechungen“.
Frau Maryam Rajavi, die gewĂ€hlte PrĂ€sidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) hat die protestierenden Lehrer und Erzieher gegrĂŒĂŸt, die mit den Rufen „Wir sind alle zusammen bis zum Sieg” die Entschlossenheit der Nation demonstrierten, gegen 43 Jahre UnterdrĂŒckung, Diskriminierung, Hinrichtung, Terrorismus und AusplĂŒnderung durch die jĂ€mmerliche Theokratie zu revoltieren. Die sich verschlechternden Lebensbedingungen der Lehrer, Arbeiter, Krankenschwestern, der betrogenen Investoren und anderer BeschĂ€ftigter und ihre fortgesetzten Proteste zeigen, dass Armut, Diskriminierung, Arbeitslosigkeit und hohe Preise andauern werden, solange dieses inhumane Regime an der Macht ist, erklĂ€rte sie.
Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)
22. Februar 2022

 

PMOI ruft zu dringendem Besuch der UN in den Folterkammern des Regimes auf Dringend

Die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) hat berichtet, dass die Revolutionsgarden (IRGC) mit vielen FanfarenstĂ¶ĂŸen in Hunderten von Medienanstalten behauptet haben: „Mit komplexen, nachrichtendienstlichen, technischen und operationalen Maßnahmen haben unbekannte Agenten des Geheimdienstes des IRGC den Bruder eines der MĂ€rtyrer der Operation Ewiges Licht (der Mujahedin-e Khalq vom Juli 1988) als die Person verhaftet, die verantwortlich ist fĂŒr die Verbreitung der Anti-Regime Slogans im Basar Reza (dem Einkaufszentrum) in der nordöstlichen Stadt Maschhad am 9. Februar 2022 ist.
Angesichts der inhumanen Szenen der Verhaftung, die die Fernsehanstalten des Regimes ausgestrahlt haben, fordert die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) die Hohe Kommissarin der UNO fĂŒr Menschenrechte und internationale Menschenrechtsorganisationen auf, zu verlangen, dass das Regime ihnen erlaubt, die verhafteten Verwandten von PMOI Mitgliedern zu besuchen, die in Khameneis Folterkammern festgehalten werden.

EP fordert, Teheran zur Verantwortung zu ziehen, die FĂŒhrer der EU sollten entsprechend handeln

Von Alejo Vidal Quadras

Als ich VizeprÀsident des EuropÀischen Parlaments war, dachte ich immer, dass diese Institution die letzte Bastion sei, um unsere europÀischen Werte der Menschenrechte und der HumanitÀt zu verteidigen. Am Donnerstag haben meine Kollegen im EuropÀischen Parlament einmal mehr den Geist der Institution geehrt und ein Ende der Verletzungen der Menschenrechte im Iran gefordert.
Anna Fotyga, mit der ich das VergnĂŒgen hatte, in verschiedenen Projekten zusammenzuarbeiten – in erster Linie fĂŒr die Förderung der Menschenrechte im Iran im Zusammenhang mit der ĂŒberparteilichen Gruppe Friends of a Free Iran [Freunde eines freien Iran] – hat in einer Rede betont: „Über die politischen Unterschiede hier im EuropĂ€ischen Parlament hinweg erheben wir unsere Stimme fĂŒr die Verteidigung des iranischen Volkes“.
Unter Verweis auf das Massaker von 1988 an ĂŒber 30 000 iranischen politischen Gefangenen unterstrich Frau Fortyga: „Es gibt laufende Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir sprechen ĂŒber die sogenannte Todesstrafe, aber was fĂŒr eine Strafe ist das? In vielen FĂ€llen ist es nur ein außergerichtliches Verbrechen und sind es einfach rasche Hinrichtungen ohne auch nur den Vorwand von Verfahren der Justiz oder in einem Gericht“.
MEP Susanna Ceccardi von der Partei fĂŒr IdentitĂ€t und Demokratie hat auch den Völkermord von 1988 an tapferen Iranern verurteilt, von denen viele junge MĂ€nner und Frauen waren, manche noch in der Oberschule oder im College.
Die Worte Frau Ceccardis, die eine neue Generation im EuropĂ€ischen Parlament reprĂ€sentiert, haben wieder einmal bestĂ€tigt, dass unsere Werte und der Sinn fĂŒr Verantwortlichkeit gegenĂŒber den Menschenrechten zeitlos und generationenĂŒbergreifend sind.
Meine Kollegen im EuropĂ€ischen Parlament haben eine Resolution verabschiedet, in der die empörenden Verletzungen der Menschenrechte im Iran verurteilt werden. Die Resolution unterstrich, dass „im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 1. Dezember 2021 mindestens 275 Menschen im Iran hingerichtet wurden, darunter zwei minderjĂ€hrige StraftĂ€ter und zehn Frauen“ und fĂŒgt hinzu: „seit Ebrahim Raisi im August 2021 das Amt des PrĂ€sidenten ĂŒbernommen hat, gab es einen bedeutenden Anstieg in der Zahl der Hinrichtungen, darunter auch solche von Frauen“.
Diese Appelle an die Pflicht, zur Verantwortung zu ziehen, kommen zu einer Zeit, wo europĂ€ische FĂŒhrer, hauptsĂ€chlich der Hohe Vertreter der EU Josep Borrell, sich jede erdenkliche MĂŒhe geben, den sehr fehlerhaften Atomvertrag von 2015 mit dem iranischen Regime wieder zu beleben, auch wenn alles darauf hindeutet, dass Teheran fest entschlossen ist, die Atombombe zu bekommen.
In seiner ErklĂ€rung vom 10. Dezember 2021 unterstrich Herr Borrell: „Der Tag der Menschenrechte erinnert uns daran, dass die Menschenrechte universell gelten, unteilbar, unverĂ€ußerlich, unabhĂ€ngig und miteinander verwoben sind. Er erinnert uns daran, dass diese Rechte nicht als selbstverstĂ€ndlich gegeben vorausgesetzt werden können und dass sie bestĂ€ndig verteidigt werden mĂŒssen“.
Wenn es sich aber um die Mullahs in Teheran handelt, weichen Borrell und leider auch andere europĂ€ische FĂŒhrer von ihren Lippenbekenntnissen der Verteidigung der Menschenrechte ab. Sie hĂ€ngen irrtĂŒmlich dem Glauben an, dass sie durch Verhandlungen mit Teheran die Kontrolle ĂŒber einige seiner verhĂ€ngnisvollen AktivitĂ€ten bekommen und es daran hindern können, in der Region Chaos zu schaffen.
Dem derzeitigen Verhalten der EU gegenĂŒber dem Regime fehlt es an Strenge und konkreten Schritten. Mit einem Regime zu verhandeln, das pro Kopf am meisten Menschen hinrichtet und das einen Kriminellen wie Ebrahim Raisi zum PrĂ€sidenten hat, reprĂ€sentiert ein erniedrigendes Debakel fĂŒr unsere demokratischen Werte. Das schwache Verhalten der EU erlaubt den Mullahs in Teheran, ihre nukleare Erpressung fortzusetzen, indem sie ihre Verpflichtungen aus den Bestimmungen des Atomvertrags von 2015 brechen, und weiter ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit innerhalb des Iran begehen.
In der Parlamentssitzung vom Donnerstag erinnerte Javier Zarzalejos aus der Fraktion der EuropĂ€ischen Volkspartei unsere FĂŒhrer daran, dass „wir uns nicht blindstellen können“ gegenĂŒber der „empörenden Repression, dem erzwungenen Verschwinden-lassen und den massenhaften Hinrichtungen politischer Dissidenten beim Massaker von 1988 und der Feststellung, dass es keine Untersuchung und kein zur Rechenschaft ziehen wegen dieser Verbrechen gegeben hat, das den heutigen FĂŒhrer des Iran an vorderster Stelle einbezogen hat“.
Anna Fortyga hat auch den EuropĂ€ischen Politikern das Signal gegeben: „Worte sind nicht genug. Es ist nötig, dass wir handeln, weil das, was wir im Iran sehen – auch mit dem Finanzieren von Terroristen im Ausland und der Einmischung in der Region und sogar in unser eigenes Territorium – unser Handeln und sehr starke Sanktionen erforderlich macht“.
Wenn wir Teheran nicht zur Verantwortung ziehen fĂŒr seine Verbrechen, wĂŒrde jeder Vertrag brĂŒchig und das wĂŒrde die Mullahs nicht daran hindern, ihren gefĂ€hrlichen Ambitionen nachzugehen. 2020 hat Herr Borrell unterstrichen, dass die EU â€žĂŒber“ Resolutionen „hinausgehen“ sollte, wenn es sich um Menschenrechtsverletzungen handelt. Die neueste Initiative im EuropĂ€ischen Parlament bahnt den Weg dafĂŒr, dass die notwendigen Schritte getan werden, um das iranische Regime zur Verantwortung zu ziehen und dem iranischen Volk zu helfen, dass es Gerechtigkeit bekommt.
Die neueste Resolution des EuropĂ€ischen Parlaments ĂŒber den Iran hat uns daran erinnert, was Martin Luther King Jr. einmal gesagt hat: „Ungerechtigkeit, die irgendwo geschieht, bedroht die Gerechtigkeit ĂŒberall“. Es ist jetzt an den europĂ€ischen FĂŒhrern, ein Beispiel abzugeben.
Alejo Vidal-Quadras

Alejo Vidal-Quadras, Professor fĂŒr Atom- und Kern-Physik, war VizeprĂ€sident des EuropĂ€ischen Parlaments von 1999 bis 2014. Er ist PrĂ€sident des International Committee In Search of Justice (ISJ) [Internationales Komitee fĂŒr die Suche nach Gerechtigkeit]

Hinrichtungen in Zahedan, Isfahan, Kermanshah und Shiraz


Ohne jede medizinische Versorgung haben drei gefangene im GefÀngnis in Karadsch das Coronavirus
In der vergangenen Woche hat das Regime vier weitere Gefangene in Zahedan, Isfahan, Kermanshah und Schiraz erhĂ€ngt. Das Regime ließ am 19. Februar Hamed Kheradmand, 35, im ZentralgefĂ€ngnis von Zahedan, am 16. Februar Kazem Yousefi, 40, im ZentralgefĂ€ngnis von Isfahan und am 13. Februar Mossayeb Faradschi, 34, im Dizalabad GefĂ€ngnis in Kermanschah und Mokhtar Valizadeh im Adelabad GefĂ€ngnis in Shiraz hinrichten.
Außerdem sind jetzt, wie gemeldet wird, drei Gefangene im ZentralgefĂ€ngnis von Karadsch gestorben, weil ihnen medizinische Versorgung und Medikamente verweigert wurden. Zurzeit ist eine große Zahl an Gefangenen im GefĂ€ngnis von Karadsch mit Omikron angesteckt, aber die GefĂ€ngnisverwaltung weigert sich, ihnen medizinische Behandlung zu gewĂ€hren. Die Trakte 7 und 8 des GefĂ€ngnisses haben die höchsten Zahlen an angesteckten Gefangenen. Obwohl sie an Halsbeschwerden, Kopfschmerzen, Fieber und SchĂŒttelfrost leiden, bekommen sie keinerlei medizinische Versorgung, keine Medikamente und nicht einmal Schmerzmittel. Die Überbelegung der GefĂ€ngnisse bis zu dem Ausmaß, dass Gefangene nebeneinander auf dem Boden am Rand der Toilette schlafen, hat zur Schwere der Coronavirus-Infektion beigetragen.
In den letzten Tagen ist im GefÀngnis von Urmia bei mehreren weiblichen politischen Gefangenen, darunter Somayeh Qureshi, Golaleh Moradi, Senour Tamara und Senour Khalifani, die Ansteckung mit dem Coronavirus diagnostiziert worden, aber auch sie bekommen keine medizinische Behandlung.
Ferner starb am 11. Februar der 55jÀhrige Ebrahim Dschohari im ZentralgefÀngnis von Ilam, weil ihm jeder Zugang zu medizinischen Diensten verweigert wurde. Das Regime hatte seine Verlegung ins Krankenhaus aufgeschoben.
Der Iranische Widerstand macht die Vereinten Nationen und die dort zustÀndigen Stellen ebenso wie die UNO Berichterstatter und die EuropÀische Union und ihre Mitgliedstaaten auf die schweren und systematischen Menschenrechtsverletzungen im Iran aufmerksam und auf die Folter kranker Gefangener, besonders beim Coronavirus Ausbruch. Er fordert noch einmal, dass eine internationale Delegation iranische GefÀngnisse besucht, sich mit Gefangenen trifft und dass unmittelbar etwas unternommen wird, um das Leben der Gefangenen in den Todeszellen zu retten.
Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)
21. Februar 2022